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Schimmelgefahr Was tun bei Kondenswasser am Fenster?

Kondenswasser an Fenstern ist oft ein Indiz für zu hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen
Kondenswasser an Fenstern ist oft ein Indiz für zu hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen
© aquar / Adobe Stock
Mit Beginn der Heizsaison gilt es, die Feuchtigkeit in der Wohnung im Blick zu behalten. Vor allem wichtig: heizen und lüften

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Im Herbst, wenn die Außentemperaturen nachts Richtung Nullpunkt fallen, beginnt die Heizsaison. Die Zeit des sommerlichen Dauerlüftens ist nun endgültig vorbei. Und um nicht unnötig Heizungswärme zu verschwenden, bleiben die Fenster geschlossen.

Doch das bringt nicht nur wohlige Wärme – sondern manchmal auch Probleme: Morgens kann sich zum Beispiel an den Fensterscheiben Kondenswasser bilden. Im Extremfall rinnt das Wasser sogar an der Innenseite der Scheiben herunter, auf den Fensterbänken bilden sich kleine Wasserlachen.

Warum bildet sich Kondenswasser an Fensterscheiben?

Die Ursache ist Luftfeuchtigkeit in der Wohnung – und ein großer Temperaturunterschied zwischen Innenraum und Fensterglas: Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, kondensiert das Wasser an den kalten Fensterscheiben oder anderen kalten Stellen in der Wohnung. Meist ist das Kondenswasser an den Scheiben also ein Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit im Raum.

Für die Luftfeuchtigkeit sorgen wir selbst: etwa indem wir atmen, kochen, waschen, duschen oder Wäsche trocknen. Vier Personen eines Haushalts geben auf diese Weise täglich rund zwölf Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Im Sommer ist das unproblematisch, weil wir permanent lüften können. Im Winter dagegen bleibt die Feuchtigkeit in den Räumen der Wohnung.

Warum ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum problematisch?

Sollte das nur hin und wieder vorkommen, ist das kein Problem. Ist die Luftfeuchtigkeit aber permanent zu hoch und schlägt sich regelmäßig am Fenster oder an anderen kalten Stellen in der Wohnung nieder, kann das zu Schimmelbildung führen. Und das sieht nicht nur hässlich aus. Bakterien und die Sporen von Schimmelpilzen, die sich an den feuchten Stellen wohlfühlen, können allergische Reaktionen auslösen oder die Atemwege reizen.

Wenn die Fenster im Winter nie beschlagen, muss das übrigens kein Hinweis auf niedrige Luftfeuchtigkeit sein. Gerade bei mehrfachverglasten, gut dämmenden Fenstern in Altbauten kann es passieren, dass die Luftfeuchtigkeit nicht am Fenster, sondern an den Wänden kondensiert, vor allem in wenig belüfteten Ecken. Das Problem: Hier ist die Feuchtigkeit schwerer zu erkennen als an der Fensterscheibe – und zeigt sich oft erst mit einsetzender Schimmelbildung.

Wer kalte Außenwände hat, sollte darum Möbelstücke ein paar Zentimeter entfernt von der Wand aufstellen, damit die Raumluft zirkulieren kann.

Die Lösung: heizen und stoßlüften

Um zu viel Feuchtigkeit in der Raumluft vorzubeugen hilft nur: richtig lüften und heizen! Vor allem morgens nach dem Duschen sollten Sie einige Minuten Stoßlüften, also die Fenster nicht kippen, sondern ganz öffnen. Ideal für einen schnellen Luftaustausch ist das sogenannte Querlüften. Wenn Sie zwei Fenster an entgegengesetzten Enden der Wohnung ganz öffnen, pustet der Wind – je nach Windrichtung und Windgeschwindigkeit – die feuchte und verbrauchte Raumluft in wenigen Minuten nach draußen.

Sollte sich an den Innenseiten der Fenster einmal viel Wasser absetzen, kann man es mit einem sauberen Lappen oder Handtuch abwischen. Nasse Tücher sollten dann nach Möglichkeit außerhalb der Wohnung trocken – anderenfalls würde dieselbe Menge Wasser wieder direkt in die Raumluft gelangen.

Achten Sie generell darauf, möglichst wenig Feuchtigkeitsquellen in der Wohnung zu haben. Wäsche zum Beispiel sollten Sie, wenn möglich, auf dem Dachboden oder im Freien trocknen.


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