Kunststoff vermeiden Zehn Tipps für weniger Plastik in der Küche

Plastik besteht aus fossilen Rohstoffen, ist gesundheitlich bedenklich und sieht doof aus. Raus damit aus der Küche!
Aufbewahrung von Lebensmitteln

1. Leitungswasser trinken

Ressourcen schonen in der Küche kann jeder. Einfach den Hahn aufdrehen! Leitungswasser ist absolut unbedenklich trinkbar und wird so oft auf Rückstände untersucht wie kein anderes Lebensmittel.

Zweite Wahl: Regional aus der Mehrwegflasche. PET ist zwar Kunststoff,  soll laut Bundesinstitut für Risikobewertung aber gesundheitlich unbedenklich sein, spart Gewicht beim Transport und kann bis zu 20 Mal wiederverwendet werden. Glas wird zwar öfter – bis zu 50 Mal – wieder befüllt, ist aber auch schwerer und verursacht bei weiten Transporten besonders viele Verkehrsemissionen.

Obacht: Nicht alles, auf das Pfand erhoben wird, ist auch Mehrweg, leider. Echte Mehrwegflaschen sind zum Beispiel an dem Logo „Mehrweg – Für die Umwelt“, „Leihflasche Deutscher Brunnen“ oder "Mehrwegflasche Deutscher Brunnen“ zu erkennen.

2. Kaffee: Frisch gemahlen statt Kapsel

In Deutschland liegen Kaffeekapseln im Trend. Im Jahr 2016 entstand dadurch ein Müllberg aus 8000 Tonnen Verpackungsmaterial: Aluminium und Plastik. Eigentlich Irrsinn, denn Kapseln verbrauchen im Vergleich zu Filterkaffee 16 mal mehr Verpackungsmaterial – und sind auch noch wesentlich teurer. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum der ressourcenschonende Kaffeegenuss wieder in Mode gekommen ist: der Filterkaffee.

Übrigens ist auch hier „öko“ und „fair“ die erste Wahl. Denn nach Berechnungen der Schweizer Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) kann das Kaffeepulver bis zu 70 Prozent der Umweltbelastung einer Tasse Kapselkaffee ausmachen – je nach eingesetzten Maschinen, Pestiziden und Dünger.

3. Unverpackt oder wenig Verpacktes kaufen

Heute ist fast alles, was wir kaufen, verpackt – oft gleich doppelt und dreifach, mit Plastik und bedruckter Pappe. Denn Verpackung kostet die Hersteller wenig, macht aber was her und ist hygienisch. Überflüssig ist sie trotzdem oft. Gegensteuern wollen so genannte Unverpackt-Läden. Hier gibt es vieles für den täglichen Bedarf, lose oder zum Selber-Abfüllen (zum Beispiel von Milch) in mitgebrachte Behälter. Adressen in der Nähe finden Sie online.

4. Im Biomarkt oder auf dem Markt einkaufen

Weil selbst Bio-Gemüse und -Obst im Supermarkt in Plastik eingeschweißt ist, um Verwechslungen an der Kasse zu vermeiden, ist es plastiksparend, im Biomarkt oder auf dem Markt lose Ware einzukaufen. Und die in mitgebrachte Tüten zu verstauen (siehe Tipp 6). Das meiste Obst und Gemüse hat eine stabile, trockene Schale - das ist schützende Verpackung genug.

Aber Achtung: Für die Umweltbilanz des Einkaufs ist nicht so sehr die Verpackung entscheidend, sondern wie wir hinkommen – und was wir einkaufen. Wer weite Strecken mit dem PKW fährt und dann viel klimaschädliches Fleisch und Milchprodukte kauft, braucht sich über ein bisschen Verpackung mehr oder weniger keine Gedanken zu machen.

5. Unverpackte Sauberkeit in der Küche

Für tadellos glänzende Oberflächen in der Küche brauchen wir keine Batterien von plastikverpackten Reinigungsmitteln. Essigessenz und Soda tun es auch. Alles über den praktischen, umweltfreundlichen und vielseitigen Haushaltshelfer gibt es hier.

6. Shoppen: Stoffbeutel statt Plastiktüte

Seit viele Supermärkte für die dickwandigeren Plastiktüten Geld verlangen (sofern sie sie noch nicht ganz abgeschafft haben), geht deren Absatz dramatisch zurück. Gut so. Denn eigentlich sind Einkaufstüten vollkommen unnötig. Jede(r) hat zu Hause noch Tüten von früheren Einkäufen, oder noch besser: Stoffbeutel, die man immer dabeihaben kann. Man muss nur dran denken, sie mitzunehmen. Reine Gewohnheitssache!

Papiertüten sind übrigens nicht unbedingt umweltfreundlicher als Plastiktüten. Es kommt nämlich darauf an, wie oft wir sie verwenden. Um „besser“ zu sein als eine (Einweg-)Plastiktüte, muss eine Papiertüte schon viermal wiederverwendet werden. Eine (neue) Baumwolltasche sogar 30 Mal. Tüten aus biologisch abbaubarem Kunststoff sind leider auch nicht so umweltfreundlich wie gedacht. Sie zersetzen sich nämlich zu langsam.

7. Kleine Portionsverpackungen vermeiden

Viele Menschen kaufen, weil Sie verderbenden Reste vermeiden wollen, extra kleine Packungsgrößen, etwa für Kaffeesahne oder Frischkäse. Das ist nicht nur ressourcenintensiv – je kleiner die Menge, desto ungünstiger das Verhältnis von Inhalt zu Verpackung –, sondern oft auch überflüssig. Normal große, wiederverschließbare Packungen sind hier die bessere Wahl. Was wie lange hält, und wie wir erkennen, ob Lebensmittel noch genießbar sind, verrät eine praktische Übersicht der Verbraucherzentrale Hamburg.

Belegtes Brot im Butterbrotpapier

8. Butterbrot-Papier oder Papiertüten statt Kunststoff-Boxen

Boxen aus Kunststoff müssen nicht in den Wertstoff-Müll wandern, nur weil sie aus Kunststoff sind. Wenn sie aber unansehnlich geworden oder kaputt sind, lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken. Papiertüten oder Butterbrotpapier erfüllen oft denselben Zweck und können, wenn sie nach Gebrauch kaum verschmutzt sind, wiederverwendet werden.

Aluminiumfolie ist in jedem Fall die schlechtere Wahl. Denn Aluminium verbraucht in der Herstellung viel elektrische Energie – und kann an säure- oder salzhaltige Lebensmittel auch noch ungesunde Aluminium-Ionen abgeben.

9. Aufbewahrung: Gläser statt Plastikboxen

Plastikboxen, in denen Essenreste im Kühlschrank verstaut werden, sind in manchen Küchen Legion. Völlig überflüssigerweise. Denn Reste lassen sich oft auch praktisch und luftdicht in Gläsern verstauen. Etwa in Weckgläsern , aber auch in Joghurt-, Senf- und Marmeladengläsern. So erfüllt auch Einwegglas noch einen guten Zweck, bevor es ins Altglas wandert.

10. Es geht auch ohne Müllbeutel

Eigentlich skurril: Müllbeutel aus Plastik machen einen nicht geringen Teil unseres Hausmülls aus. Dabei sind sie oft vollkommen überflüssig. Wer seinen Müll richtig trennt und sortiert, wird feststellen, dass nur wenig trockener Restmüll anfällt. Um den zu sammeln, braucht es keinen Müllbeutel. Wer möchte, kann den Boden seines Mülleimers einfach mit etwas Zeitung auskleiden. Alternativ bieten sich „downgecycelte“, nicht mehr verwendbare Papier- oder Kunststofftaschen oder Verpackungen an.

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