In den Sommermonaten erscheint die Milchstraße auf der Nordhalbkugel als Band am Himmel, gemalt aus Staub, Gaswolken und dem Licht von hundert Milliarden Sternen, die um ein Schwarzes Loch im Zentrum kreisen. Dass wir unsere Galaxie nicht in all ihrer spiralförmigen Pracht bewundern können, hat mit unserer Position zu tun: Die Erde rast in einem ihrer Arme durchs All, sodass wir von der Seite aus auf die Galaxiescheibe schauen.
Am besten lässt sich die Milchstraße dort beobachten, wo kein künstliches Licht den Blick stört. Doch es gibt zunehmend weniger solcher Orte. Der Fotowettbewerb "Milky Way Photographer of the Year" des Reisefotografie-Blogs "Capture the Atlas" ist deshalb auch ein Appell, die Dunkelheit zu bewahren. "Wir hoffen, dass diese Bilder die Menschen nicht nur dazu inspirieren, den Himmel zu bewundern, sondern ihn auch zu schätzen und zu schützen", sagt Chefredakteur Dan Zafra, der aus 6500 Einreichungen 25 Siegerbilder auswählte.
Viele davon entstanden an entlegenen Orten: in der Wildnis Neuseelands, im australischen Outback, in der Atacama-Wüste oder der Sierra of Baja California in Mexiko. Manchmal bekommen die Sterne dabei Konkurrenz, etwa vom Meteorschauer der Geminiden oder von einem Schwarm Glühwürmchen. Die Aufnahmen zeugen von der technischen Finesse ihrer Schöpferinnen und Schöpfer – aber auch von "Neugier, Geduld und den Wunsch, den Nachthimmel an Orten zu erleben, an denen er sich noch wild anfühlt", sagt Zafra.