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Vulkan Cumbre Vieja La Palma: Spanischer Politiker schlägt vor, die Lava mit Bomben zu stoppen

Seit mehr als sechs Wochen spuckt der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma Lava und Asche
Seit mehr als sechs Wochen spuckt der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma Lava und Asche
© gabriel / Adobe Stock
Für Spott hat der Vorschlag eines Regionalpolitikers gesorgt, den Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma zu bombardieren, um weitere Zerstörungen zu verhindern. Dass das funktionieren könnte, ist gleichwohl nicht ganz unwahrscheinlich

Seit mehr als sechs Wochen spukt der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma Lava. Um eine weitere Zerstörung von Häusern und landwirtschaftlichen Flächen zu verhindern, hat der Regierungschef der Nachbarinsel La Gomera nun einen ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet. In einer Radiodebatte schlug Casimiro Curbelo in der vergangenen Woche vor, den Vulkan zu bombardieren.

Von einem Düsenjet abgeworfene Bomben sollen demnach den Lavastrom in eine andere, ungefährlichere Richtung leiten. "Ich habe den Eindruck, dass man das aus technologischer Sicht ausprobieren sollte", sagte der Politiker.

Spott in den sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken erntete Curbelo nicht wenig Spott. Manche Kommentatoren verglichen ihn mit Bruce Willis, der in dem Hollywood-Streifen "Armageddon" mit einer Atombombe einen Asteroiden sprengen soll, bevor der die Erde erreicht.

Ganz so unrealistisch ist der Vorschlag von Curbelo gleichwohl nicht.

Als der Vulkan Mauna Loa auf Hawaii im Jahr 1935 ausbrach und eine Ortschaft zu verwüsten drohte, rückte die US-Luftwaffe an. Der Lavastrom wurde mit 20 Bomben belegt – und versiegte. Geologen vermuteten später allerdings, dass die Eruption ohnehin zu einem Ende gekommen wäre. Der Erfolg der Aktion wäre dann reiner Zufall gewesen.

Lavaströme mit Sprengstoff umzuleiten, hat schon einmal funktioniert

Ein halbes Jahrhundert später, 1983, war es der Ätna, dem Experten mit Sprengstoff zu Leibe rückten. Mit mehr als 400 Kilogramm Dynamit sollte ein bedrohlicher Lavastrom in einen künstlichen Graben umgelenkt werden. Das Vorhaben glückte im Wesentlichen; allerdings taten sich weitere Nebenströme auf, die mit Hacken und Spaten gestoppt werden mussten.

Vom spanischen Militär gab es bislang keine Reaktion auf Curbelos Vorstoß. Ebenso wenig vom spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez.

Der Vulkan Cumbre Vieja schickt sich unterdessen an, seinen Rekord aus dem Jahr 1949 einzustellen. Damals spukte er 47 Tage in Folge Lava. Dem europäischen Satelitenprogramm Copernicus zufolge haben die Lavaströme im Südwesten der Insel mittlerweile 2519 Gebäude zerstört. Die glühenden und die schon erkalteten Gesteinsmassen bedecken inzwischen eine Fläche von neuneinhalb Quadratkilometern.


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