VG-Wort Pixel

Regenwald Immer mehr Abholzung von Urwald: Nur Indonesien und Malaysia lassen hoffen

Indonesien und Malaysia konnten den Abwärtstrend bei der Rodung von Urwald - etwa für Palmölplantagen - stoppen
Indonesien und Malaysia konnten den Abwärtstrend bei der Rodung von Urwald - etwa für Palmölplantagen - stoppen
© Rich Carey/Shutterstock
Weltweit wird immer mehr ursprünglicher tropischer Regenwald vernichtet. Ein Hoffnungsschimmer sind Indonesien und Malaysia. Die beiden Länder stemmen sich mit einer strikten Gesetzgebung gegen den negativen Trend

Indonesien und Malaysia trotzen dem weltweiten Trend zur Abholzung ursprünglicher Regenwälder. Das meldet das Projekt „Global Forest Watch“, das der US-amerikanischen Universität von Maryland angegliedert ist.

Demnach stieg die Abholzung von Urwäldern zwar auch im vergangenen Jahr. Den Berechnungen zufolge wurde im Jahr 2020 im Schnitt zwölf Prozent mehr Wald zerstört als im vorangegangenen Jahr. Die Fläche von rund 4,2 Millionen Hektar entspricht ungefähr der Ausdehnung der Niederlande.

Global Forest Watch weist allerdings darauf hin, dass es sich bei dieser Zahl nicht nur um Abholzungen handelt, sondern um den Verlust eines weitgehend geschlossenen Blätterdachs - aus welchem Grund auch immer. Aufforstungen oder natürliche Waldentstehung wurden nicht berücksichtigt.

Die Waldvernichtung führt den Forschern zufolge zu einem Kohlendioxidausstoß von 2,64 Milliarden Tonnen. Das entspriche den jährlichen Emissionen von rund 570 Millionen Autos.

Spitzenreiter bei der Abholzung: Brasilien

Negativ-Spitzenreiter bei der Abholzung ist dem Bericht zufolge mit großem Abstand Brasilien, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo und Bolivien.

Die treibenden Faktoren sind laut dem Bericht in erster Linie eine expansive Landwirtschaft, Waldbrände, die Suche nach Bodenschätzen und ein starkes Bevölkerungswachstum.

Auch politische Vorgaben befeuern die Abholzung von wertvollem Urwald. So ließ der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro keinen Zweifel daran, dass für ihn die Gewinnung von Ackerflächen und die Ausbeutung von Bodenschätzen vor dem Schutz des Waldes rangieren.

Indonesien reagierte auf Waldbrand-Desaster 2015

Die Regierungen von Indonesien und Malaysia indessen konnten durch politische Vorgaben den zerstörerischen Trend stoppen. So reagierte die indonesische Regierung nach den verheerenden Wald- und Moorbränden des Jahres 2015 mit einer Verbesserung des Waldbrand-Monitorings und der Vorsorgemaßnahmen. Sie erließ ein vorübergehendes Moratorium für neue Palmöl-Plantagen - und ein dauerhaftes Verbot, Urwald und Sümpfe in Ackerland umzuwandeln.

In Malaysia wurden zwar seit Anfang des Jahrtausends fast ein Fünftel des Urwalds vernichtet; doch auch hier wirkten sich offenbar eine 2019 beschlossene feste Obergrenze für Plantagenflächen und härtere Strafen für illegale Abholzungen aus.

Indonesien fiel im aktuellen Ranking des Global Forest Watch von dem dritten auf den vierten Platz, Malaysia von Rang 6 auf Rang 9.


Mehr zum Thema