VG-Wort Pixel

Pflanzenöl Sri Lanka steigt aus dem Geschäft mit Palmöl aus

Der Anbau von Palmöl wird von Umweltorganisationen wegen seiner Umweltfolgen, aber auch wegen schlechter Arbeitsbedingungen auf den Plantagen kritisiert
Der Anbau von Palmöl wird von Umweltorganisationen wegen seiner Umweltfolgen, aber auch wegen schlechter Arbeitsbedingungen auf den Plantagen kritisiert
© First Resources/Shutterstock
Der Präsident des Inselstaates hat angekündigt, sein Land palmölfrei zu machen - und den Import mit sofortiger Wirkung gestoppt. Ein Schritt mit Symbolkraft

Einst wurde Palmöl als nachwachsender Rohstoff und Bio-Treibstoff bejubelt. Doch heute haben Waldrodung, wuchernde Plantagen, Umweltprobleme und Ausbeutung von Arbeitskräften die vermeintliche Wunderfrucht der Ölpalme in Verruf gebracht. Jetzt kündigte Sri Lanka an, komplett aus der Palmöl-Produktion auszusteigen – und den Import aus anderen Ländern mit sofortiger Wirkung zu stoppen.

Ein Sprecher des Präsidenten des Landes, Gotabaya Rajapaksa, erklärte, Ziel sei es, das Land vom Palmöl-Konsum zu „befreien“ und Plantagen aus dem Land zu verbannen. Die 11.000 Hektar Anbaufläche des Landes sollen binnen zehn Jahren komplett mit umweltfreundlicheren Agrarpflanzen bebaut werden, etwa mit Kautschuk.

Schritt mit Symbolwirkung

Der Präsident löst damit offenbar ein Versprechen ein, das er der Bevölkerung vor den Wahlen im Jahr 2019 gegeben hatte. Damals kündigte er nach Protesten von Dorfbewohnern an, aus dem Palmölgeschäft aussteigen zu wollen. Die Errichtung von Plantagen führt in tropischen Regionen regelmäßig zu Abholzung von Urwäldern, gefolgt von Bodenerosion und Wasserverschmutzung.

Erst vor kurzem haben die USA die Einfuhr von Palmöl des weltgrößten Erzeugers FGV verboten, nachdem Recherchen Hinweise auf Zwangsarbeit, sexuelle Gewalt und Kinderarbeit zutage gefördert hatten. Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen befeuert die Ausbreitung von Palmöl-Plantagen zudem die Entstehung von Zoonosen wie Sars-CoV-2, also Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden.

Sri Lanka gehört zwar nicht zu den größten Produzenten von Palmöl. An den weltweit produzierten 70 Millionen Tonnen hat der Inselstaat mit 18.000 Tonnen jährlich nur einen kleinen Anteil. Doch der Schritt dürfte auch Symbolkraft haben – und andere Palmöl produzierende Staaten zur Nachahmung anregen.

Die wichtigsten Herkunftsländer des importierten Palmöls waren für Sri Lanka bislang Indonesien und Malaysia – die ihrerseits als die weltgrößten Pflanzenöl-Produzenten gelten. Nach einem aktuellen Ranking konnten beide Nationen die Zerstörung ihrer Urwälder verlangsamen. Grund dafür sind unter anderem eine Deckelung der Flächen für Palmöl-Plantagen und höhere Strafen für illegale Abholzung.


Mehr zum Thema