Das romantische Lüneburg

Das urige Städtchen im Norden Niedersachsens liegt rund 50 km südlich von Hamburg. Historische Patrizierhäuser, das Wasserviertel und der altertümliche Christmarkt beweisen: Lüneburg hat Geschichte. Seit dem Mittelalter drehte sich das Leben der Lüneburger um die Salzgewinnung. Heute erinnern das Salzmuseum und ein Gradierwerk im Kurpark an die Quelle des Reichtums der Stadt. Der "Central Park" der Kleinstadt lädt zur Entspannung ein, der Stadtkern bietet zahlreiche Cafés und auf der Ilmenau lässt es sich entspannt bis nach Uelzen paddeln. Abends bietet die Unistadt schicke Bars, tolle Restaurants bei mediterranem Flair und nach Madrid die größte Kneipendichte Europas – zumindest nach eigenen Angaben. Die Universität Lüneburg startete 2007 mit der Umbennung in Leuphana einen Neuanfang, der Uni-Präsident und sein Vize luden renommierte Dozenten aus Politik und Wirtschaft ein und nahmen sich Elitecolleges zum Vorbild, um auf dem ehemaligen Kasernengelände einen interdisziplinären Ort der Lehre und Forschung zu schaffen. Das jüngste Projekt des amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind, ein futuristisches Audimax – liebevoll auch "die Elbphilharmonie Lüneburgs" –, traf nicht bei allen Studenten auf Begeisterung. Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) sieht in dem vor Kurzem eingeweihten Gebäude hingegen die Versinnbildlichung des Wandels, den Lüneburg in den letzten 30 Jahren vollzogen habe: "Weg von der Garnisonsstadt hin zur Kultur- und Bildungsmetropole." 

Die Kulturhauptstadt Aarhus

Kopenhagen ist immer noch die Anlaufstation Nummer Eins für Städte-Entdecker in Dänemark. Doch das jütländische Aarhus lockt mit etwa 45.000 Studenten als größte Unistadt des Landes. So treffen zahlreiche Start-ups, Bars, Kneipen und Restaurants sowie eine lebendige Musikszene auf historische Museen, grüne Wälder, das Sommerschloss der Königin und eine beeindruckende Hochkultur. Kleine Läden, Cafés sowie eine vielseitige Kunst und Architektur bereichern die "afslappede" (Dänisch für lässig) Stadt ebenso wie die renommierte Universität.

Gerade in 2017 lohnt sich ein Besuch der Region Midtjylland, denn Aarhus wurde jüngst zu Europas Kulturhauptstadt gekürt. Mehr als 400 Projekte und Events warten deshalb dieses Jahr auf die Besucher und Besucherinnen.

Das internationale Maastricht

Mit rund 16.000 Studenten ist Maastricht eine noch recht überschauliche Unistadt. Dennoch sorgte die erst 1976 gegründete Hochschule für einen Umschwung in der niederländischen Provinz Limburg. Der jahrzentelang dominierende Bergbau hatte ausgedieht und machte Platz für eine sehr international besetzte Uni-Szene. Knapp die Hälfte der Studierenden der Maastricht University stammt aus dem Ausland – über 20 Prozent aus Deutschland. Zusätzlichen Flair gewinnt die Uni durch ihren weitgestreuten Campus: Die Gebäude sind über mehrere Stadtteile verteilt, viele stehen in der urigen Altstadt. Das Hauptgebäude der Rechtsfakultät war beispielsweise bis 1990 Sitz der Regierung und stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Eine Theaterhochschule, eine Kunsthochschule sowie ein Konservatorium, Konzerte und Kinos bringen eine Hochkultur, kleine Shops und Straßencafés laden zum Bummeln und Entspannen ein.

Die Gastronomie-Hauptstadt Lyon

Eine Reise ins Vieux Lyon - die Altstadt Lyons – ist wie ein Trip in die Renaissance: Wer sich durch die alten verwinkelten Gassen schlängelt, findet kleine Läden und eine ansprechende gastronomische Vielfalt. Den etwas anderen Städtetrip bieten "Les Traboules" – Gänge und Passagen, die durch Hausflure, Innenhöfe und Treppenhäuser führen, die alle miteinander verbunden sind. So lassen sich lange Strecken zurücklegen, die parallel zu den Straßen verlaufen. Über diese Geheimwege, in denen einst Seidenweber lange Stoffbahnen transportierten, gelangt man zwangsläufig auf den Croix-Rousse, einen Hügel mitten in Lyon und das alte Arbeiterviertel der Stadt. 

Tägliche Märkte, wunderschöne Gebäude, Cafés und eine entspannte Atmosphäre locken über 100.000 Studierende an die 15 Universitäten und Grandes écoles, die zusammen die Universität Lyon bilden. 

Das fantastische Bergamo

Bergamo führt ein stilles Dasein im Schatten der prominenten Nachbarin Mailand. Zu Unrecht. Der historische Kern, die Lage am Alpenrand und eine hervorragende Küche machen die Stadt zum perfekten Ziel für einen Kurzurlaub. Città Bassa und Città Alta, beides ist Bergamo. Aber letztere, die 100 Meter höher gelegene Altstadt, liegt in puncto Attraktivität ganz klar vorne. Von der geschäftigen Unterstadt aus betrachtet, wirkt die Città Alta wie eine unbezwingbare Festung aus einem Fantasy-Epos – dafür sorgt neben der Hügellage, vor allem der gut fünf Kilometer lange, komplett erhaltene Mauerwall.

Atemberaubende, altertümliche Gebäude reihen sich an winzige Läden. Wer durch die Stadt schlendert, entdeckt in jedem Schaufenster etwas Neues. Die Fakultäten der Universität liegen in diversen historischen Bauten, die sich über die Oberstadt verteilen und machen Bergamo somit mindestens genauso attraktiv zum Studieren, wie als Ziel der nächsten Italien-Reise.

Schwedens älteste Unistadt Uppsala

Schwedens älteste Universität wartet in der traditionsreichen Stadt Uppsala. Während früher Uppsalas (damals noch: Aros) Wikininger über die Mündung des hiesigen Fluss Fyrisån in einen mittlerweile trockengelegten Fjord auf die Ostsee schipperten, prägen heute viele Radfahrer, grüne Parks, kleine Cafés und vor allem eine Schar an Studierenden das Stadtbild. Diese Reihen sich in eine Liste nahmenhafter AbsolventInnen, wie Carl von Linné, Victoria von Schweden oder Anders Celsius – Namensgeber der Temperatureinteilung.

Das historische Krakau

Das "polnische Florenz" oder das "Paris an der Weichsel": Krakau verdient sich die adelnden Umschreibungen redlich. Die heimliche Hauptstadt Polens ist alt und jung zugleich. 20.000 Jahre ist es mittlerweile her, dass der Wawelhügel erstmals besiedelt wurde. Heute sind hier mehr als ein Viertel der Krakauer Studierenden. Entsprechend feuchtfröhlich kann ein Tag hier zu Ende gehen: Vor allem das für deutsche Verhältnisse enorm günstige Bier lockt die Studierenden in die mehr als 200 Keller- und Jazzkneipen in der Krakauer Altstadt. Günstige Mieten, viele Theatervorstellungen, Konzerte und Festivals sowie die alternative Szene im jüdischen Stadtteil Kazimierz runden die perfekte Unistadt ab. Aber auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten: Fünf Naturschutzgebiete und rund 40 Parks laden zum Sonnetanken, Picknicken und Schlendern ein.

Das gelassene Córdoba

Entspannt, entspannter, Andalusien. Flamenco, das Mittelmeer, der Antlantik, das höchste Gebirge der Iberischen Halbinsel, die Sierra Nevada und die Straße von Gibraltar ... Mitten in dieser südlichsten Region Europas liegt die wunderschöne Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Córdoba. Als Highlight gilt das Weltkulturerbe der UNESCO, die Mezquita-Catedral. Doch wie in der ganzen Region sind es vor allem die malerischen Innenhöfe, guter Wein und Orangen-,  Zitronen- und Olivenbäume, die einem das Gefühl von spanischer Gelassenheit vermitteln. Wer will hier nicht studieren?

Das gefeierte Edinburgh

Eine vielfältige Kultur, eine rund 1300 Jahre alte Geschichte und eine ebenso historische Architektur prägen das Stadtbild Edinburghs. Ein Netz aus mittelalterlichen Gässchen auf der einen Seite und die wohl strukturierte Neustadt auf der anderen Seite geben nur einen kleinen Eindruck davon preis, wie vielfältig das "Athen des Nordens" tatsächlich ist. Schlemmen lässt es sich in der Neustadt wunderbar auf dem Stockbridge Market. Und der Verdauungsspaziergang lässt sich optimal im Botanischen Garten anknüpfen.

Wer irgendwann von der 1582 gegründete Universität Edinburgh – die neben St. Andrews, Glasgow und Aberdeen als eine der vier alten schottischen Universitäten gilt - und dem Lernstress genug hat, besucht eines der zahlreichen Festivals der Stadt: Zum Beispiel das "Fringe" – eines der größten Kunst-Festivals der Welt - im August oder das "Military Tattoo" – das größte Musikfestival Schottlands.

Das böhmisches Dorf Budweis

Viele werden in ihrem Studium mehr als einmal auf böhmische Dörfer stoßen – mindestens jene, die in Budweis studieren. In der größten Stadt Südböhmens liegt nicht nur die Quelle des legendären Bieres. Hier warten zudem ein historischer Stadtkern mit einer märchenhaften, gotischen Arichtektur, eine Vielzahl wertvoller kirchlicher Bauwerke und ein wahrhaftiges Labyrinth der kleinen Straßen und Gassen durch die es sich entspannt Schlendern lässt.

Die noch sehr junge Südböhmische Universität von Budweis lockt nicht nur tschechische Studenten, sondern lebt auch von den sehr guten Verknüpfungen im europäischen Ausland.

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