Reisetipp: After the cloudburst – what is the current situation and should you travel to Leh – Ladakh?
After the cloudburst – what is the current situation and should you travel to Leh – Ladakh?: Das erlebten unsere Mitglieder
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Thomas12 (RP) 11.09.10
Beschreibung des Anbieters
After the cloudburst – what is the current situation and should you travel to Leh – Ladakh?
hallo zusammen,
heute gehe ich einmal andersherum vor und nehme den sehr guten Bericht meines Freundes Arun Bhat zum Anlaß, die Situation in Ladakh kritisch zu kommentieren.
Ich übernehme somit eher die Rolle des "Teufels-Advokaten", um dem Ratsuchenden eine weitere Sicht zu präsentieren, die so weit wie möglich das Touristeninteresse sowohl der Anbieter als auch der Konsumenten außen vor läßt.
Hier der Link zu einer der besten Reise-Empfehlungen, die ich nach dem Wolkenbruch in Ladakh am 6. August 2010 bis heute gelesen habe:
http://travel.paintedstork.com/blog/2010/09/after-the-cloudburst-what-is-the-current-situation-and-should-you-travel-to-leh-ladakh.html
(keine Verantwortung für die Inhalte des Links)
Mit den meisten seiner Aussagen hat Arun zu 100% Recht. Ich schreibe hier auch keine Rezension, sondern möchte lediglich meine persönlichen Erfahrungen einbringen, um den informationssuchenden Lesern noch eine zweite Meinung anzubieten.
1. Die offizielle Touristen-Saison endet am 15. September, d.h. sie ist für die kurze Sommersaison (Mai-September 2010) so gut wie vorbei.
2. Das Wetter war im ganzen Jahr 2010 bis heute bereits extrem, d.h. man sollte auch weiterhin mit allem rechnen. Wann der erste Schnee fällt weiß niemand, auch die Ladakhis nicht, und die leben dort. Man kann jedem Reisenden nur dringend dazu raten, VIEL Zeit für die An-/Abreise einzuplanen. Dieser Rat gilt auch für Flüge.
3. Straßenverhältnisse
Den Umweg über Tso-Moriri und Tsokar-See nach Pang auf den Manali-Leh Highway, sollte man wirklich NUR als Not-Lösung ansehen. Gerade diese Strecke hat bereits im Sommer ca. 80 Kilometer schlechte Piste, und wird durch den Paß xyz
(ich muß nachsehen wie er heisst) mit dem ersten Schnee unpassierbar sein. Selbst die Einheimischen und "Nomaden" der Region nehmen diese Straße nur mit Allradantrieb (4WD) in Angriff.
Für alle anderen Routen gilt, es geht auf den Winter zu, d.h. weniger Verkehr, weniger Passagiere, weniger Mitfahrgelegenheiten, weniger Hilfe bei Pannen, keine Wartung der Straßen mehr, ..., daß alles sollte man berücksichtigen, selbst wenn es heisst "no problem, road is open". Siehe auch Punkt 2. Wetter.
4. Manali-Leh Highway & Taglang-La (Paß)
Daß wäre sowieso passiert, auch ohne den Wolkenbruch am 6. August 2010.
Die Straße hat dieses Jahr erst um den 22. Juli aufgemacht, mit einem Monat Verspätung, WEGEN PROBLEMEN AUF DEM TAGLANG-LA.
Die Piste dort ist immer schon schlecht gewesen, dieses Jahr gab es zusätzlich späten Schnee im Mai und durch die "road-widening operations, inconvenience regretted" haben die Verantwortlichen mit ihren Bulldozern noch viel "verschlimmbessert" an der Situation oben auf dem Paß.
Es sah bereits eine Woche vor dem Wolkenbruch so aus, als sei ein Erdbeben mit Erdrutsch gerade vorbei, als ich dort auf meinem Rückweg nach Manali mit dem regulären Himachal Bus durchgefahren bin.
Diese Route sollte man für das Jahr 2010 (und vermutlich auch für 2011) erst mal "vergessen". Ich halte euch auf dem Laufenden und ergänze weitere Informationen sobald ich halbwegs sicher sein kann, daß es nicht bloß Gerüchte sind.
Ich selber könnte mir durchaus vorstellen, daß der Umweg von Pang über Tsokar und Mahe-Bridge nach Leh zur "Dauerlösung" für PKW und Jeeps ausgebaut wird.
Gerade wegen der dauerhaften Probleme auf dem Taglang-La (Paß).
5. Srinagar -Leh Highway
Na gut, dann fahren wir eben über Srinagar und Kashmir. Stimmt, daß habe ich im Juni auch getan. Bloß ca. eine Woche danach gingen am 11.6. die Demonstrationen und das Steine-Werfen der Studenten in Srinagar mit nachfolgendem Erschiessen der Demonstranten durch Sicherheitskräfte los. Diese Ereignisse geschehen bis heute, oftmals mit 24h-curfews, d.h. Ausgehverboten rund um die Uhr.
Was in den westlichen Medien überhaupt nicht vorkommt, und was selbst die meisten Touristen (und Einheimische !) in Leh kaum wussten und wissen:
DER LEH-SRINAGAR HIGHWAY WAR IM JULI 2010 OFT TAGELANG WEGEN UNRUHEN GESPERRT !!! (UND DARAN HAT SICH BIS HEUTE NICHTS GEÄNDERT, WIE DIE DEUTSCHE WELLE ASIEN FAST TÄGLICH BERICHTET !!!)
Links folgen an dieser Stelle. (aktuell nachzulesen auf meiner Facebook-ProfilSeite)
Im Klartext: Dort herrscht so etwas wie ein Bürgerkrieg, durch den man mit Bussen und Taxis hindurchfahren kann. Es richtet sich nicht gegen Touristen, denn davon leben alle, und daß wissen alle, aber diese Tatsache sollte man nicht vergessen bei seiner An-/Abreise durch Kashmir.
6. Versorgungssituation in Ladakh
Die meisten Güter, also Lebensmittel, Obst & Gemüse, Diesel, Gas-
flaschen, usw. werden per LKW mit den alten buntenTata-Truck's über Srinagar rauf nach Leh gefahren. Eine zweite Route ist die Strecke über Manali.
Wie ihr weiter oben schon lesen konntet, siehe Wetter, Sicherheits-
situation, etc. hatten beide Routen im Jahr 2010 große Probleme, was der Versorgungslage, insbesondere der Einlagerung von Vorräten für den kommenden langen Winter, nicht gut getan hat.
Bereits im Juli waren viele Dinge in den Basaren und Märkten in Leh nicht erhältlich. Was es gab, war sehr teuer und bspw. Obst und Gemüse von schlechter Qualität, zum Beispiel Tomaten.
Das Preisniveau hat sich für viele Dinge des alltäglichen Lebens nahezu verdoppelt, bspw. für Zucker, der auch in jedem ladakhischen Tee verwendet wird.
Zur Erntesituation kann ich jetzt noch nicht so viel sagen. Durch den späten Schnee im Mai kurz nach der Aussaat wird vieles wohl nicht mehr reif geworden sein. Das Wetter ist einfach zu schlecht gewesen, insbesondere unten in Zanskar. Sprich eben dort, auf dem Land, wo die Menschen noch stark auf die Selbstversorgung angewiesen sind und nicht alles gegen Geld kaufen können.
Obendrauf kam eben jetzt der viele Regen und der Wolkenbruch, der noch weitere Schäden angerichtet hat.
Es wird im kommenden Winter nicht einfach werden, soviel lässt sich schon mal erkennen.
Soweit fürs Erste mal die Fakten, so wie ich sie, neben Aruns Bericht in touristischer Sicht, eben auch sehe.
Was bedeutet daß jetzt für uns Reisende ? Hat es Auswirkungen ? Wenn ja, welche ?
Daß sollte jeder für sich selbst entscheiden, muß er auch. Ganz bewusst habe ich meine "Meinung" konträr zu Arun's Reiseempfehlungen gesetzt. Der Leser kann sich somit seine "Wahrheit" selber raussuchen, die vermutlich irgendwo in der Mitte liegen wird.
Ich selber werde wieder hinfahren, wenn sich eine Möglichkeit ergeben sollte.
Ich weiß aber für mich, daß Reisen und Aufenthalte in Ladakh künftig wohl noch etwas "schwieriger" sein werden, als bisher.
Nun reise ich nicht unbedingt auf den touristischen 4-Sterne Routen, auf den "normalen" Touristen mit Guide und Fahrer wird vieles so nicht so zutreffen.
Erstaunlich viele Reisende haben auch im Sommer fast nichts mitbekommen von der Situation vor Ort. Daß ging hin bis zu Äußerungen wie "Ich fahre morgen nach Manali (oder wahlweise Srinagar)" und erstaunten Blicken wenn man dann darauf hingewiesen hat, daß die Straßen seit Tagen nicht offen gewesen sind.
An dieser Stelle anschließen möchte ich ganz gerne noch einen Ausblick auf die Zukunft des Tourismus in Ladakh. Mittel- und längerfristrig wird er sich verändern und auch anpassen (müssen). Denn die Situation hat sich seit 2009 doch erheblich geändert, bspw. durch einen starken Anstieg des indischen Inlandstourismus mit ganz anderen Erwartungen, Anforderungen und (Reise-)Zielen als der doch eher stagnierende internationale (Trekking-)Tourismus aus dem "Westen".
Aber ich denke, daraus mache in einen eigenen Artikel, quasi als "Fortsetzung" oder "Teil II". Es führt hier zu weit und macht den aktuellen Bericht auch zu lang.
(Text wird fortgesetzt , hier an dieser Stelle erfolgt dann der Hinweis auf den Folgetext in der Geo-Reisecommunity.de).
Grüße
Thomas12
Thomas Wilden
Foto-Journalist
KoblenzBilder von Thomas12 zu After the cloudburst – what is the current situation and should you travel to Leh – Ladakh?
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