Reisebericht

Reisebericht: Gdansk

 
 
 
 
 
Reisebericht: Gdansk

Danzig, eine der schönsten Städte an der Ostsee

 
 
 
 
 

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Das Jahr 2008 ist bei uns das Jahr der Städtereisen. Der Begin war die Reise nach Gdansk oder Danzig im Mai diesen Jahres. Die Anreise haben wir mit LOT von Hamburg nach Gdansk gebucht. Eine sehr gute Wahl, denn LOT ist eine erstaunlich gute und angenehme Airline mit einem sehr guten Service an Bord. Unsere Unterkunft war ein sehr schönes Appartment, das Piwna Appartment auf der gleichnamigen Strasse, mitten in der Altstadt von Danzig direkt gegenüber der Marienkirche. Diese zentrale Unterkunft ermöglichte uns dann angenehme Besichtigungstouren ohne das man weitere Anreisen in Kauf nehmen mußte. Sämtliche Annehmlichkeiten und Notwendigkeiten eines Urlaubes waren auch in direkter Nähe.



 
 
 
 
 

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Danzig ist eine Stadt, in der man Alles sehenswerte zu Fuß erkunden kann, was jetzt aber nicht heißen soll, das es hier nur wenig zu sehen gibt. Der Begin einer jeden Stadtbesichtigung sollte - und so war es auch bei uns - die Marienkirche sein. Die Kirche wurde von 1343 bis 1360 gebaut und ist eine der größten Backsteinkirchen der Welt. In ihrem Inneren besticht sie durch eine schlichte Eleganz und ein beeindruckendes Stern - und Netzgewölbe. Wer Zeit hat und schwindelfrei ist, sollte unbedingt auf den Turm der Kirche steigen und die Aussischt auf Danzig genießen. Direkt hinter der Kirche befindet sich die Frauengasse, eine der ältesten mittelalterlichen Gassen Danzigs, in der auch die Strassenszenen zu den "Buddenbrocks" gedreht wurden. Die Gasse hat zu jeder Tageszeit ihren Charme. Tagsüber findet man hier viele, zum Teil sehr schöne, Bernstein- und Souvernirgeschäfte. Abends, wenn die meisten Touristen in ihren Hotels sind oder Danzig verlassen haben aber hat die Gasse einen besonderen Charme und man erwartet jederzeit einen Menschen aus dem Mittelalter auf der Strasse. Die Gasse beherbergt aber auch eines der schönsten Cafes Danzigs. Direkt am anfang der Gasse ist das Cafe Kaminieca zu finden, in dem man günstig und sehr gut Kaffee trinken aber auch essen kann. Tip: Unbedingt die Wandbilder im ersten Stock ansehen und im Sommer draußen auf der großen Terrasse einen Kaffee trinken.



 
 
 
 
 

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Von der Frauengasse sind es nur ein paar Schritte durch das Frauentor zur Motlaupromenade und zu einem der am meisten Fotografierten Gebäude der Stadt, dem Krantor. Das mittelalterliche Stadttor ist das Wahrzeichen Danzigs und wurde nach dem 2.Weltkrieg - wie fast die gesamte Altstadt - äußerst sorgfälltig restauriert und beherbergt heute Räume des Zentralen Meeresmuseums. Es wirkt egal ob von der Promenade oder von einem Motlauschiff aus äußerst beeindruckend und gibt der Silhoutte Danzigs was einzigartiges. Direkt gegenüber auf dr anderen Motlauseite auf der Bleihofinsel befindet sich die Philharmonie Danzig in einem alten E-Werk und in einem alten Speicher ein Hotel. So wie diese beiden Gebäude soll die ganze Fläche auf dieser Motlauseite saniert werden, denn hier sieht man noch sehr bedrückend die Narben die der Zweite Weltkrieg geschlagen hat.



 
 
 
 
 

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Die meisten Sehenswürdigkeiten Danzigs sieht man aber entlang des Königsweges. Beginnen tut dieser am Hohen Tor, einem sehr schönen Stadttor der alten Stadtbefestigung welches von der Innenseite her einem Triumphtor nachempfunden worde. Direkt am Tor befinden sich der Stockturm und die Peinkammer in einem verbundenen Gebäude. Das Vortor stammt aus dem 14.Jahrhundert und war zugleich Stadttor, Gerichstgebaäude und Gefängnis. Heute befindet sich hier ein Bernstein-museum. Weiter geht es dann durch das dritte Tor, dem Goldenen Tor auf die imposannte Langgasse. Das Tor wurde in der Spätrenaissance ebenfalls in Form eines Triumphbogens erbaut.
Über die sehr sehenswerte Langgasse auf der das Uphagen Haus (Haus Nummer 12) sehr sehenswert ist, da es eines der schönsten Rokoko-Häuser der Stadt ist, gelangt man zum Rechtstädtischen Rathaus, direkt am Übergang der Langen Gasse zum Langen markt. Die heutige Form erhielt das Rathaus 1556 nach einem Brand. Am Rechtsstädtischen Rathaus geht die Lange Gasse wie schon erwähnt in den schönsten Platz Danzigs und einem der schönsten Europas über, den Langen Markt. An diesem Platz im Herzen der Stadt befinden sich auch einige sehr sehenswerte Gebäude wie der Artushof aus der Mitte des 14.Jahrhunderts, das Goldene Haus aus dem 17.Jahrhundert, der Neptunsbrunnen aus dem Jahr 1633 und als Abschluss zur Motlau hin das Grüne Tor.



 
 
 
 
 

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Ein wenig nördlich von der Langgasse verläuft die Piwnastrasse, die ehemalige Joppengasse an deren Ende das sehr beeindruckende Große Zeughaus thront. Es wurde von 1600 bis 1612 erbaut und ist eines der prächtigsten Gebäude im Stil des Manierismus in Danzig. An der Piwna liegen ebenfalls sehr viele sehr liebevoll sanierte Gebäude und über diese gelangt man auch zur Marienkirche, die ich ja weiter oben schon kurz erwähnt habe. Hier eine kleine Information am Rande. Oft wird gesagt, dass die komplette Altstadt Danzigs abends gefährlich ist, das kann ich so nicht unterstützen. die Teile der Altstadt die ich hier bisher beschrieben habe kann man getrost auch im Dunkeln besuchen, anders sieht es mit den Teilen der Altstadt um die Große Mühle und so weiter aus. Letzenendes sollte man sich in Danzig wie in allen anderen Städten der Welt auch, nicht unbedingt als der Tourist aufführen sondern sich einfach normal bewegen.



 
 
 
 
 

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Unbedingt sollte man von Danzig aus auch einige Ausflüge machen. Der absolute Toptip ist mit Sicherheit eine Fahrt zur Marienburg. Gut und schnell kommt man von Danzig Glowny mit der PKP hierher. Der Ort an sich ist unspektakülär, weil im Krieg total zerstört, aber die Burg des Deutchen Ordens gehört mit Sicherheit zu einem der Orte die man im Leben gesehen haben muß. Die Burg ist die größte Backsteinburg Europas und wurde ab 1270 errichtet. Heute ist sie eines der Touristenmagneten rund um Danzig. Man betritt die Burg durch die Vorburg mit den alten Wirtschaftsgebäuden und einem Hotel, weiter geht es dann in das Mittelschloß mit dem Palast der Hochmeister des Deutschen Ordens und schließlich in das Hochschloss, der ehemaligen Machtzentrale der Kreuzritter.
Der Palast der Hochmeister im Mittelschloß beherbergt mit dem Sommer- und Winterrempter zwei sehr beeindruckende Säle, die mit den großen Fenstern und dem auf sehr grazilen Säulen ruhenden Sterngewölben absolut sehenswert sind und den Besucher in ihren Bann ziehen.
Vom Mittelschloß aus gelangt man über eine Brücke in das Hochschloss. Der Hof des Hochschlosses ist mit zweigeschossigen Kreuzgängen und Spitzbogenfenstern umgeben und zieht den Betrachter magisch in längst vergangene Zeiten zurück. An den Kreuzgängen befindet sich die Marienkirche und der Kapitelsaal. Die Kirche ist derzeit noch eine Ruine, kann aber besichtigt werden und beeindruckt irgendwie schon sehr dadurch, das man nur Fragmente ihrer Innenausstattung sehen kann. Leider wird diese saniert und die Atmosphäre die mich so in den Bann gezogen hat, wird es in einigen Jahren dann nicht mehr geben. An der Hochburg ist auch die Burgmühle zu besichtigen, denn die Kreuzritter konnten sich komplett selber versorgen und ebenso der Dansker, die Abortanlage des Schlosses, welche durch einen 60Meter langen Gang zu erreichen ist und in einem extra Turm ein wenig abseits steht.
Besonders sehenswert ist auch die St.-Annenkapelle in deren Krypta seit 1341 die Hochmeister des Deutschen Ordens beerdigt wurden. Diese Kapelle liegt zwischen Hoch-und Mittelschloss und ist über eine Treppe von der Holzbrücke aus erreichbar. Der das Hochschloss umrahmende Park ist ideal dazu geeignet, sich ein wenig zu entspannen und das gesehene sacken zu lassen, denn an diesem Ort wird man von Eindrücken wirklich nur so erschlagen.
INFO: Offiziell darf man die Marienburg nur mit einer Gruppenführung besichtigen. Der Eintritt ist mit 30Zloty für polnische Verhältnisse sündhaft teuer und um eine deutsche oder englische Führung zu bekommen darf man nochmal drauf zahlen. Wir sind mit einer polnischen Führung in die Burganlage gegangen und haben dann das gemacht, was eigentlich fast alle Touristen in der Anlage tun, uns von der Gruppe abgesetzt und die Burg auf eigene Faust erkundet. Dieses geht dann doch OHNE Probleme.



 
 
 
 
 

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Lohnenswert und auch mit der Polnischen Staatsbahn PKP machbar ist ein Ausflug nach Sopot, dem einstigen Nobelbadeort nahhe Danzig. Früher wurde der Ort das "Rimmini des Nordens" genannt und so langsam kehrt hier auch alter Glanz wieder ein. Besonders sehenswert ist hier die 511Meter lange hölzerne Seebrücke, die längste ihrer Art in Europa. An dieser Brücke kommt man an wenn man mit einem Schiff von Gdansk anreist. Auch sehr schön direkt am Strand gelegen ist das Grandhotel Sopot, welches nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder das nobelste Hotel des Ortes ist. Erholsam ist auf jeden Fall ein Spaziergang durch die Parks die sich direkt an die Promenaden anschließen. Wer dann noch Kulturinteressiert ist, der kann das Geburtshaus von Klaus Kinski in der Nähe des Bahnhofes besichtigen. Sopot ist aber auch die "Ausgeh und Partystadt" der "Dreistadt Gdansk-Soppot-Gdynia". Hier befinden sich die meisten Diskos, Nachtclubs und Lokale, welche aber nicht störend auf das Stadtbild einwirken. Und über Tag kann man sich am Strand sehr sehr gut entspannen.



 
 
 
 
 

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Ein weiterer lohnenswerter Ausflug geht in den Danziger Stadtteil Oliwa. Hier ist besonders die Kathedrale des Zisterzienserklosters und der Park von Oliwa sehenswert. Die Kathedrale entstand bereits 1350, wurde aber 1688 im Stil des Barock umgebaut. Der Innenraum ist mit einem Mix aus verschiedenen Epochen eingerichtet aber absolut sehenswert und auch einer der Orte die man bei einem Besuch in Danzig nicht versäumen sollte. Das selbe gilt auch für den Park, in dem auch der alte Abtpalast liegt. Hier kann man entspannt unter alten Bäumen spazieren gehen, auf einer Bank sitzen und lesen oder sich einfach nur so von der Stadt ausruehn. Wer will kann den Besuch von Oliwa dann auch noch mit einem Zoobesuch verbinden, denn der Danziger Zoo ist mit recht einer der schönsten Polens und liegt am Rande des großen Waldgebietes welches Danzig umrahmt.



 
 
 
 
 

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Per Ausflugsschiff von der Langen Brücke in Danzig aus zu erreichen ist auch die Westerplatte, der Ort an dem der zweite Weltkrieg am 01.09.1939 mit den Schüssen des Panzerkreuzers "Schleswig-Holstein" begonnen hat. Hier wiedersetzten sich nur 182 polnische Soldaten sieben Tage lang erfolgreich den deutschen Angriffen. Ihnen zur Ehre wurde 1966 auf einem aufgeschütteten Hügel ein monumentales Denkmal aus Granitblöcken erbaut. In einem ehemaligen Wachhaus ist eine kleine Ausstellung zu sehen die die Geschehnisse von damals beleuchtet und auf dem Gelände sind auch noch mehrere Ruinen zu sehen, an denen man gut erkennen kann wie hart um dieses Stück Land gekämpft wurde.



 
 
 
 
 

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Hier noch einige Tipps zu Gdansk (Danzig):

Anreise: Am angenehmsten mit dem Flugzeug und hier mit LOT. Mit der Bahn geht es
entweder via Stettin oder Warschau nach Danzig, eine Direktverbindung gibt es
leider nicht.

Unterkunft: Wir hatten ein Appartment, das Appartment Piwna auf der gleichnamigen
Strasse. Wenn man aber ein Hotel haben will, so achte man darauf das es
zentrumsnah liegt, das trifft leider nicht für alle Hotels zu. Mein Tip: das Hotel
Gotyk direkt an der Marienkirche.

Essen: Cafe Ferber und Cafe Kazmienica sind die Favoriten von mir.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • Masuren 06.01.2011 | 10:23 Uhr

    Lieber mathiasploes,

    der Bericht, entspricht genau meinen Erfahrungen, die ich in Danzig, 2008, gemacht habe. Ein wunderbarer Bericht mit sehr schönen Fotos.

    Wenn Sie Freude daran haben, mit einer Ostpreußen-Liebhaberin, spezielles Gebiet Masuren, sowie einer Vorliebe, ebenfalls für das Baltikum, in Kontakt zu treten, dann würde ich mich über eine Nachricht sehr freuen.

    Alles Gute für 2011!

    Freundlichen Gruß
    Dagmara

    Heiligenhaus, 06.01.2011

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