Aufstieg zum Tai Shan

Reisebericht

Aufstieg zum Tai Shan

Reisebericht: Aufstieg zum Tai Shan

Bericht über den nächtlichen Aufstieg zum Tai Shan. Er gehört zu den fünf heiligen Bergen in China, deren Geschichte weiter zurückreicht, als die Geschichte von Peking.

Am Fusse des Tai Shan



Da sind wir nun. Angekommen am Fusse eines der berühmtesten Berge in China: Tai Shan. Er gehört zu den fünf heiligen Bergen, deren Geschichte weiter zurückreicht, als die Geschichte von Peking. Was wir aber noch nicht wussten ist, dass es uns unglaublich viel Durchhaltevermögen kosten wird, bis wir auf der Spitze des Berges angelangt sind…

Mit der ersten Stufe begann ein waghalsiges Abenteuer. Wir starteten gegen 16 Uhr. Aus Erfahrungsberichten wussten wir, dass man ca. fünf Stunden brauchen wird, um die Spitze des Tai Shan (1545 Höhenmeter später) zu erreichen. Somit war die Mission von vornhinein darauf ausgelegt, zu einem Großteil im Dunkeln stattzufinden. Glücklicherweise hatten wir Taschenlampen dabei, die uns von einer Stufe zur nächsten die Erleuchtung brachten.

Der Weg war wirklich das Ziel. Super anstrengend, aber jede Stufe wert. Die rabenschwarze Nacht ermöglichte uns eine schöne Aussicht auf den Sternenhimmel und irgendwie hatte das Ganze etwas Spirituelles. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass es viele Chinesen bevorzugen, den Berg nachts zu erklimmen, um zum Sonnenaufgang oben angekommen zu sein.
6660 Stufen und ca. drei Stunden später, erreichten auch wir endlich das “Tor der Unsterblichkeit” auf der Spitze des Tai Shan. Wer hätte gedacht, dass man erst sterben muss, bevor man durch dieses Tor hindurch gehen darf. Doch das Beste stand uns noch bevor. Um unsere Unsterblichkeit direkt auf die Probe zu stellen, haben wir uns das beste Hotel am Platze zur Übernachtung ausgesucht. Sieben Personen in einem 6-Bett-Zimmer für ungeschlagene 10 Euro die Nacht. Besonderes Ausstattungsmerkmal: sechs (Holz-)Matratzen, die härter waren als der Weg. Nach 6660 Stufen kann man sich ungefähr vorstellen, dass die Luft in einem mit sieben Personen gefülltem, knapp acht Kubikmeter großem Zimmer, tatsächlich ein Gefühl von Unsterblichkeit in einem erweckte.

Um 6 Uhr klingelte der Wecker und erlöste uns von unserem Holzmatratzenleid. Ebenso wie ungefähr hundert weitere Chinesen stürmten wir in Richtung Sonnenaufgang, welcher angeblich der Schönste auf der ganzen Welt sein soll.



Sonnenaufgang am Tai Shan



Wir hatten auf jeden Fall ziemliches Glück und haben wirklich einen schönen Sonnenaufgang erleben dürfen. Dabei war es höchst interessant zu erfahren, wie sich Chinesen in einem solch romantischen Augenblick verhalten: hysterische Schreie und panisches Marathonfotografieren.

Zu guter Letzt stand der Rückweg bevor, welcher nicht minder anstrengend war. Dieser jedoch fand diesmal bei Tageslicht statt und ermöglichte uns somit eine autemberaubende Aussicht auf den Tai Shan und die unzähligen kleinen Tempel. Jedes Mal, wenn wir uns umdrehten, wurde uns bewusst, dass es eine sehr gute Idee war, im Dunkeln den Berg zu erklimmen, denn andernfalls wären wir bei Anblick der folgenden Aussicht wohl umgekehrt.



Aufstieg zum Tai Shan


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Kommentare

  • freta

    ich kann auch nur sagen, fuer seine 1500m hat der tai shan wirklich einiges zu bieten und ist wirklich anstrengend. wir waren vor einer woche dort und sind am tag hochgestiegen. die aussicht auf den gipfel ist wirklich entmutigend, zumal man am beginn des zentralwegs noch nichtmal das mittlere himmelstor sehen kann.
    trotzdem war es eine echt schoene erfahrung, die nacht ebefalls in einem matratzenlager zu verbringen, die einheimischen zu beobachten wie sie ihre opfergaben hochbrachten (riesige geburtstagstorten) und natuerlich den wunderschoenen sonnenaufgang zu geniessen.Diesen vorgang kann man aber wirklich nur noch hysterie nennen, auch weil wir das glueck hatten an dem geburtstag eines gottes den berg zu erklimmen, der gesamte sonnenaufgangsplatz war voll und die menschenmassen die dort hin wanderten erinnerte an eine voelkerwanderung

  • MaoMao

    Schöner Bericht. Wir waren ebenfalls schon auf diesem Berg, der wirklich seinen Reiz hat. Als wir oben waren, war es Abends sehr kalt. Im Hotel hingen im Schrank eine Art Mantel vom Militär (den man auch oft bei den Arbeitern sieht). Diese schnappten wir uns für den Abend und auch für den Morgen.
    Was wir aber wirklich mit am Beeindruckensten fanden waren die chinesischen Lastenträger, die über die Stufen noch alles mögliche wie Baumaterial, Getränke etc. an den Bambusstangen über den Schultern hochschleppen.

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