Reisebericht

Reisebericht: LARAPINTA TRAIL - WEST MACDONNELL RANGES, ALICE SPRINGS NT

 
 
 
 
 
Reisebericht: LARAPINTA TRAIL - WEST MACDONNELL RANGES, ALICE SPRINGS NT

Der Larapinta Trail durch die West MacDonnell Ranges bietet eine einmalige Gelegenheit, diese erodierten Gebirgsketten westlich von Alice Springs, auf einsamen Pfaden näher kennen zu lernen. Der Trail schlängelt sich durch eine atemberaubende Märchenlandschaft aus rotem Fels, schattigen Schluchten, windigen Bergspitzen und grünen Billabong-Oasen...

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Informationen und Organisation

Der 223km lange Larapinta Trail ist ein mehrtägiger Hike und erfordert deswegen auch im Vorfeld etwas Organisation. Die Informationen vor Ort haben sich aber in den letzten Jahren stark verbessert. Für rund 40-50$ erhält mein beim Visitor Centre in Alice Spings oder bei der Nationalparkbehörde ein umfangreiches Info-Paket.

Dieses wurde 2006 überarbeitet und massiv aufgewertet. Es beinhaltet 6 Broschüren für die verschiedenen Trail-Abschnitte und eine grosse Übersichtskarte. Diese ermöglichen eine gute Orientierung auf dem Trail und es sind keine weiteren Karten nötig. Der Pfad ist zudem meistens klar markiert. Eine Ausnahme bilden die Abschnitte entlang von Schluchten, da dort der Weg oftmals über Geröll führt und die Markierungen teilweise gesucht werden müssen.

Die Broschüren informieren zudem über den sogenannten Bush-Code; also über ein korrektes Verhalten in diesem sehr sensitiven Environment. Gut gelungen sind die Zusatzinformationen über Geologie, Flora und Fauna sowie die starke Verbindung von der Urbevölkerung, der Aborigines, zu ihrem Land und deren Nutzung.

Wer sein Gepäck nicht selber tragen will, der kann sich geführten Touren anschliessen - entsprechende Broschüren sind im Visitor Centre erhältich. Ein paar Veranstalter offerieren auch Mahlzeiten-Depots (Food Drops) entlang der Route, sodass nicht alles von anfang an mitgeschleppt werden muss.

Natürlich muss man auch über ein gewisses Mass an Fitness verfügen. Es wird empfohlen den Marsch in der kühleren Jahreszeit in Angriff zu nehmen, was aber nicht heisst, es gäbe keine Tage mit Temperaturen über 30 Grad! Mai bis Oktober ist die beste Zeit. Ausserdem muss man jederzeit auch auf kühle Nächte vorbereitet sein. Doch auch in der Überganszeit muss mit vielen Hitzetagen gerechnet werden!

Viele Abschnitte eignen sich auch sehr gut als eine einfachere Tagestour, da es einige Zugangswege zum Trail hat. Leider erhält man dadurch auch einen anderen Eindruck der Wanderung. Ich behaupte, man muss mindestens einen Drittel der Gesamtstrecke zurückgelegt haben, um ein Gefühl für die sehr spezielle Umgebung, gepaart mit Einsamkeit, Hitze und Durst zu bekommen. Vielleicht muss man einfach auch einmal bei 35 Grad 10 l Wasser und natürlich das übliche 'Handgepäck' geschleppt haben um den Larapinta richtig zu erfahren und erfühlt zu haben!

Und um das Wassertragen kommt man schlichtwegs nicht herum. In regelmässigen Abständen sind grosse Wassertanks installiert (Trinkwasser muss abgekocht, gefiltert oder anderweitig entkeimt werden). Um am wenigstens Wasser im Pack herumschleppen zu müssen kann man natürlich bei diesen Tanks jeweils übernachten. Somit kann man das Wasser fürs Kochen direkt am Tank gezapft werden. Leider sind aber die Top-Camping-Orte irgendwo auf einer Bergspitze oder an einem einsamen Billabong in einer entlegenen Schlucht! Wie gesagt, wer ein originelles Camp will, der muss dieses auch hart erkämpfen! Doch das Erlebnis lässt einem die Beschwerlichkeiten schnell vergessen!



 
 
 
 
 

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Die einzelnen Abschnitte in einem kurzen Überblick

Sektion 1 (Telegrafen-Station, Alice Springs - Simpsons Gap) 23.8km
Sektion 2 (Simpsons Gap - Jay Creek) 24.5km

Die historische Telegrafen-Station ist zugleich Ausgangspunkt oder Ziel des Larapinta-Trails. Der Pfad führt durch Buschland und schlängelt sich über die so typischen, stark erodierten Steinhügel der West MacDonnell-Bergkette. Diese sind jedoch auf diesem Abschnitt angenehm flach; bieten also einen guten Start, falls die Beine vielleicht noch nicht so trainiert sind.

Simpsons Gap ist ein gutes Beispiel für die vielen Durchbrüche die ein Wasserkurs geschaffen hat. Die MacDonnell Ranges weisen vieler solcher Gaps auf. Im Schatten der Berge vor der Sonneneinstrahlung geschützt liegen dort oftmals permanente Wasserstellen. Grüne Oasen die von vielen vier- und zweibeinigen Kreaturen besucht werden. Simpsons Gap gilt als idealer Ort die scheuen Black-footed Rock-Wallabies zu beobachten, die zum grasen im späten Nachmittag die Felswände hinunterklettern.

Gegen Westen hin wachsen die MacDonnell Ranges immer weiter aus dem roten Wüstensand.


Sektion 3 (Jay Creek - Standley Chasm) 13.6km
Sektion 4 (Standley Chasm - Birthday Waterhole) 17,7km

Ab Jay Creek gilt es ernst. Die Bergketten wachsen für australische Verhältnisse in spektakuläre Höhe und fordern deshalb auch ein paar Schweisstropfen mehr. Auf dem Weg zum Standley Chasm hat man noch die Qual der Wahl, da es einen etwas anspruchsvolleren Höhenweg als Alternative gib. Absolut empfehlenswert! Ankgkale Junction war früher ein heikles Nadelör, vorallem mit schwerem Pack auf dem Rücken. Diese Stelle kann jetzt umgangen werden.

Nach dem spektakulären aber auch sehr touristischen Standley Chasm lässt man andere Ausflügler schnell hinter sich. Nach ein paar Kilometer Aufstieg mit herrlichen Aussichtsmöglichkeiten erreicht man den Brinkley Bluff (1209m). Ein phantastischer Ort um auf den wenigen ebenen Plätzen sein Zelt aufzustellen und einen überwältigenden Sonnenuntergang über den MacDonnell Ranges zu erleben. (Der Sonnenaufgang ist nicht weniger spektakulär...)

Vom Bluff ist es nur noch einen grösseren Steinwurf bis zum Stuart's Pass, benannt nach dem gleichnamigen Vermesser und Entdecker, welcher dort, bei seinem Versuch den Kontinent zu durchqueren, eine Passage durch die Chewing Range fand.

Nach einem steilen Abstieg erreicht man wieder den Talboden und kurz später Birthday Waterhole; eine weiteres, offizielles Camp mit einem Wassertank.



Tipp Mein Tipp
 
 
 
 
 
LARAPINTA TRAIL - Wasserschleppen leichtgemacht!

Um eine grössere Wassermenge möglichst leicht im Rucksack zu verstauen, kauft man am besten viel Wein! In den Bottle Shops sind Weinkartons in verschiedenen Grössen erhältlich. Der Wein in diesen Kartons ist zusätzlich in eine robuste Plastiktüte verpackt. Diese sind wiederverschliessbar und kommen in den verschiedensten mehr

Persönliche Meinung von Kunaka711:
Ha, ha... auf den eigenen Tip eine Erfahrung abzugeben! - Tatsache aber ist, dass es sehr gut funktioniert hat, da die Tüten wirklich robust sind. Trotzdem, neben der 9-teiligen Survival-Messer-Kollektion würde ich die Wassersäcke dann doch nicht platzieren!



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • Brunello 12.11.2007 | 22:16 Uhr

    Großartig und sehr hilfreich! Werde demnächst in der Glen Helen Lodge weilen und einige Punkte des Trails via "Quereinstieg" anwandern. Mehr Zeit bleibt leider nicht.

  • s.gerhard 13.11.2007 | 18:01 Uhr

    Klasse Bericht, klasse gegliedert und hilfreicher Inhalt... Ich finde du hast die Tipps gut eingebaut! So soll es sein :)

  • MarcoRiccio 11.12.2007 | 13:19 Uhr

    "Super Einblick! Ich träume schon lange von Australien
    und hoffe stark, dass es bald mal klappt dorthin zu reisen.
    Dein Reisebericht macht einem auf jeden Fall Lust dazu.
    Danke! Gruß Marco

  • mamatembo 19.03.2009 | 08:03 Uhr

    Super informativ! Wish I was there!

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