Reisebericht

Reisebericht: Holla die Waldfee!

 
 
 
 
 

Sturm über Deutschland

Die Wintersaison ist für uns Gästeführer immer eine Zeit des Vorbereitens und des Ausarbeitens neuer Ideen und Möglichkeiten.
Endlich, endlich war es soweit, die Freiluft-Saison begann. Mit dem 'Haus der Nachhaltigkeit ' in Johanniskreuz hatten wir den 1.März 2008 als Termin unserer großen 'Sagenwanderung' vereinbart. Alles war vorbereitet, das Team scharrte schon mit den Hufen.

Ängstlich verfolgte ich den Wetterbericht, der besagte, dass ein Sturm über Deutschland und ganz besonders über die Südwestpfalz hinwegfegen würde... Freitags abends rief der Veranstalter an, und sagte, es sei ihm zu gefährlich und wir würden es verschieben. Gut, denn Samstag vormittags bogen sich die Bäume doch tatsächlich unter den Sturmböen und im Wald wäre das sicherlich nicht lustig gewesen.

So mussten wir noch zwei Wochen lang warten, bis der Ersatztermin dann stattfinden konnte.



Zweiter Versuch

Das Wetter zeigte sich sehr gut an diesem Samstag. Sonnig und mild, ganz im Gegensatz zu dem ersten März 2008.

Die Team der Südwestpfalz Gästeführer war gut gelaunt vor Ort. Spannend ist immer der Moment vor der Führung. Kommen viele Gäste? Woher kommen die Gäste? Sind sie aufgeschlossen? Sind sie nörglerisch? Besserwisserisch? Freundlich? Wie alt sind die Kinder?
Die Darsteller gingen eine Viertelstunde vorher in den Wald, bezogen ihre Positionen. Jetzt konnte es losgehen.



Bärli!

'Bärli, Schwänli! ' tönte es bald darauf am Haus der Nachhaltigkeit. Die Besucher schauten sich um und entdeckten bald darauf die Bauerstochter Anna. Sie sollte die Ziegen des Bauern Hans hüten, doch diese meckernden Gesellen liefen in einem unbedachten Augenblick schnell von dannen.

Die gute Waldfee erklärte sich schnell mit den Gästen bereit, der Bauerstochter beim Suchen der Ziegen zu helfen und gemeinsam ging man in den Wald. Die Dämmerung brach bereits herein.

Schnell trafen sie auf den Bauern Hans, der von seinem Tagwerk mit schleppendem Schritt heimwärts ging. Jeder Schritt fiel ihm schwer, der Rücken war von einer unsichtbaren Last gebeugt.

Die Waldfee fand sehr schnell heraus, was Hans so belastete. War es nicht ein gräuslicher Aufsitzer, der sich vom braven Hans mitschleppen liess.
Schnell war er gebannt und fluchend und schimpfend lief er von dannen.



Wölfe

Doch die Ziegen waren noch immer nicht gefunden und weiter gings. Kurz darauf traf der Knappe Jonas auf die Gruppe. Das Pferd seines Ritters hatte sich vor den Wölfen erschreckt und lief davon. Jonas als tapferer Knappe rannte hinterher, doch nun hatte er sich verirrt und wusste den rechten Weg nicht mehr.

Die Waldfee erklärte sich bereit, ihn ebenfalls mitzunehmen.



Der Milchdiebstahl

Bauer Hans erzählte der Gruppe inzwischen, dass in letzter Zeit seine Ziegen morgens, wenn er in den Stall kam, immer bereits gemolken waren. Er konnte das nicht verstehen und legte sich eines Nachts auf die Lauer. Und siehe da - er beobachtete, wie ein großer schwarzer Vogel kam und die Tiere molk. Er war nicht schnell genug, als er seinen Stock nach dem Vogel warf, aber er vermutete, dass er ihn am linken Bein getroffen hatte.



Alte Frau

Die Gruppe ging weiter, und traf bald darauf eine alte Frau, die schimpfte und fluchte. Was wir denn im Wald wollten - man solle sie bloss in Ruhe lassen!

Die Kinder erkannten sie sofort als Hexe. Sie humpelte. Die Waldfee erkannte, dass es das linke Bein war... seltsam, nicht?

Die Hexe sagte, sie hätte die Ziegen gesehen, und wies in eine Richtung, aber einer Hexe glaubt man ja nicht!



Jäger

Der Jägersmann, den die Gruppe bald darauf antraf, warnte davor, die eingeschlagene Richtung weiterzugehen, denn dort hinten wären Wölfe. Ein Weitergehen wäre einfach zu gefährlich.

Brav gingen die Gäste und die Waldfee zurück, um an der feixenden Hexe wieder vorbei zu kommen, die ihnen hinterher rief 'Ich habs ja gleich gesagt!'



Liebe Schwester

Ahnungslos liefen die Gäste weiter den Waldweg entlang, als auf einmal Hexe und Jäger aus dem Gebüsch preschten. Der Jäger flüchtete und die Hexe fluchte und drohte, ihn in eine Kröte zu verwandeln. Die Waldfee klärte die Situation auf: Der Jäger hatte die Schwester der Hexe erschossen, als erstere einen Wetterzauber wirkte und auf einer Gewitterwolke einherritt. Der Jäger zielte und die Schwester stürzte tot zu Boden.

Die Hexe lässt sich nicht von der Waldfee bannen und die wilde Jagd geht weiter.



Schatzsuche

Ein müder Wanderer kommt des Weges. Er hätte ein merkwürdiges Licht hinten im Wald gesehen und er vermutet, es sei dort ein Schatz verborgen - so wie es Leuten aus Dahn ergangen war, denen ein Irrlicht den Weg zu einem Schatz zeigte. Doch die Gruppe beteiligte sich nicht weiter an der Schatzsuche, denn die Ziegen des Bauern mussten ja noch gefunden werden...



Ritter

Der Knappe Jonas traf endlich auf seinen Ritter, der ihn zurechtweist, weil er das Pferd nicht dabei hat. Auch auf die Einwände des Knappen, er hätte viel zu viele Wölfe vertreiben müssen, ließ er nicht gelten. Er schloß sich der Gruppe an und man trraf endlich auf einen frommen Mann an der Kapelle, der die Ziegen gesehen hat.te Sie waren natürlich schon längst wieder im Stall angelangt und auch die Gruppe machte sich auf zum Haus der Nachhaltigkeit, wo ein gemütliches Lagerfeuer, Getränke und Stockbrot wartete. Die Kinder konnten noch einen Ri-Ra-Ro Stock basteln, mit dem der Winter endgültig vertrieben werden sollte!

Ein abenteuerlicher Abend für Familien mit Kindern neigte sich dem Ende entgegen und mit vielen Eindrücken verliessen die Gäste den Schauplatz Pfälzer Sagen.

Im Herbst diesen Jahres wird eine weitere Sagennacht im Haus der Nachhaltigkeit stattfinden, bestens geeignet für Familien mit Kindern bis 12 Jahren!



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