Reisebericht

Reisebericht: Der Torrente de Pareis im Tramuntana-Gebirge von Mallorca: Eine Exkursion der besonderen Art

 
 
 
 
 
Reisebericht: Der Torrente de Pareis im Tramuntana-Gebirge von Mallorca: Eine Exkursion der besonderen Art

Einmal sollte man die 'Wanderung' durch die Schlucht des Torrente de Pareis im Tramuntana-Gebirge von Mallorca geschafft haben. Ein Abstieg aus 1000 m Höhe in den Canyon nur bei absolut trockenem Wetter. Ansonsten höchste Lebensgefahr. An der Talsohle angelangt, beginnt die Herausforderung. Felsblöcke versperren die enge Schlucht. Ein Zurück gibt es nicht.

 
 
 
 
 

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Abenteuerliche Erzählungen eilen dieser Schlucht im Tramuntana-Gebirge von Mallorca voraus! Gefahrenhinweise der besonderen Art. Sehr schwierig sei der Abstieg zum Meer durch den Canyon und höchst anspruchsvoll. Ein Flachländer sagte mir, die Wanderung ist nicht einfach, aber zu schaffen…. Andere Stimmen wiederum relativieren alle vorausgegangenen Warnungen mit verharmlosenden Äußerungen. Eine Warnung allerdings, die für mich oberste Priorität hat ist die, dass ein Abstieg nur bei absolut stabilem, trockenen Wetter unternommen werden darf. Denn, wenn es plötzlich zu regnen beginnt, besteht höchste Lebensgefahr. Selbst im bayerischen Voralpenland aufgewachsen, sind mir die Gefahren der Berge sehr wohl bekannt. Deswegen höre ich mir alle Stimmen ganz genau an und zögere lange. Bis sich eines schönen Juni-Tags die Gelegenheit ergibt.
Eine sportliche, bergerprobte Bekannte berichtet mir, dass sie mit drei Freunden in den Torrente einsteigen wird. Bereits dreimal vorher hätte sie ihn durchwandert. Entsprechende Ortskenntnis kann also vorausgesetzt werden. Gerne nimmt mich die Gruppe mit. Besondere Anweisungen, die Ausrüstung betreffend, erhalte ich keine. Also versorge ich mich mit genügend Trinkwasser und einigen Energieriegeln, hole meine Wanderschuhe aus dem Schrank und mein Sonnenkäppi, und ziehe, trotz der sommerlichen Hitze, lange Hosen und ein langärmeliges Hemd an. Kurz nach Sonnenaufgang fahren wir los. Mit zwei Autos. Winden uns die Serpentinen hinauf bis auf 1000 m Höhe. Dann geht es in ebensolchen Haarnadelkurven wieder bergab bis zur Bucht von Sa Calobra auf Meereshöhe. Dort stellen wir einen PKW ab, um nach der Wanderung mobil zu sein und wieder an unseren Ausgangspunkt zurück zu gelangen. Mit dem zweiten PKW kurven wir die wieder nach oben. Ein kleiner Parkplatz markiert die Stelle, an der wir mit unserer Exkursion auf etwa 1000 m Höhe beginnen.



 
 
 
 
 

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Unübersehbar warnt eine große Tafel in Spanisch, genügend Wasser mitzunehmen, gutes Schuhwerk und entsprechende Kleidung zu tragen. All dem werden wir gerecht. Also kann es frohen Mutes losgehen. Am Anfang geht es durch lichten Kiefernwald leicht bergab auf einem Weg, der teilweise kaum als solcher zu erkennen ist auf dem Waldboden. Wir orientieren uns an den international obligatorischen Steinmännchen und kommen gut voran. Auch die Luft ist noch angenehm kühl, da wir zur Westseite absteigen und die Sonne noch hinter den Berggipfeln versteckt ist. Der Trampelpfad wird enger, das scharf schneidende Gras immer höher, es geht jetzt steil bergab. Tief unter uns ist die Schlucht des Torrente de Pareis bereits zu sehen. Unsere Begleiterin zeigt begeistert, dass wir „dort vorne links“, bei Erreichen der Talsohle, durch den Canyon marschieren werden.



 
 
 
 
 

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Irgendwie beschleicht mich langsam ein eigenartiges Gefühl. Denn wir steigen durch inzwischen ziemlich undurchdringliche Macchia steil nach rechts ab. Aber noch vertraue ich unserer ortskundigen Führerin, die, wie sich später herausstellt, jeweils lediglich mitmarschierte, ohne Verantwortung zu übernehmen. Ich checke das Gelände. Sehe tief unter mir steil abfallende Felsen im grünen Dickicht. Kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie wir hier zur Talsohle gelangen sollen, noch dazu, wo ich nun überhaupt keinen Weg mehr erkennen kann. Ich bleibe stehen. Wir beraten. Ein Teilnehmer hatte den Vorschlag, wir sollten den Abstieg über die Felsen probieren, da wir ja nun schon so weit unten wären. Dies lehne ich entschieden ab. Noch dazu, wo diese Person überhaupt keine Bergerfahrung hat, aus Norddeutschland kommt und noch nie in den Bergen war! Spätestens jetzt schalten all meine Sensoren auf Alarm! Ich sage sehr entschieden, dass ich denselben Weg zurückgehe, auch wenn dies einen Aufstieg von ca. 1 ½ Stunden bedeutet. Nehme einen Schluck Wasser und drehe um. Die anderen folgen mir knurrend. Mir war das in diesem Moment egal, denn es geht einzig und allein um unsere Sicherheit. Der Aufstieg durch das unwegsame Gelände ist sehr anstrengend, doch ich steige zügig und ohne Pause in Richtung unseres Ausgangspunktes hinauf. Ziemlich sauer über mich selbst, weshalb ich mich nicht schon viel früher auf meinen Instinkt verlassen habe und zur Umkehr gemahnt habe. Denn: wir haben ja eine ortskundige Führerin dabei. Doch dies war mir ab diesem Zeitpunkt egal. Ziemlich erschöpft sehen wir nach unserer unbeabsichtigten Kletterpartie etwas oberhalb vor uns einen schmalen, aber befestigten Weg, der in Spitzkehren bergab führt.



 
 
 
 
 

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Jetzt sind wir richtig.
Erleichterung ist zu spüren. Ohne große Worte wandern wir, eine steile Felswand zu unserer Linken, zügig abwärts. Nach nur 20 Minuten erreichen wir – endlich – die Talsohle der Schlucht. Links uns rechts von uns türmen sich die Berge mehrere hundert Meter sehr steil nach oben, wachsen schier in den Himmel. Das ausgetrocknete Bachbett ist an dieser Stelle ca. 10 Meter breit. Es fällt leicht, sich zwischen größeren Steinen einen Weg zu suchen. Ich denke mir: bin gespannt, was jetzt noch alles auf uns zukommt. Drei Stunden sind wir nun unterwegs – von kalkulierten 4 – 4 1/2 Stunden, ohne Umwege allerdings. – Die Steine werden größer, können nicht mehr umgangen werden, müssen überwunden werden. Oberschenkelmuskulatur ist jetzt gefragt.



Angenehm kühl ist es in der Schlucht, die immer enger wird. Senkrecht steigen die Felsen links und rechts in den tiefblauen Himmel. Und dann die erste Barriere vor uns. Ein riesiger, rund erscheinender grauer Fels versperrt das Flussbett zwischen den Felsen wie ein mächtiger Pfropf. Der einzige Weg ist, diesen vom vielen Wasser rund geschliffenen Brocken zu überwinden. Kaum zu erkennen sind kleine Vertiefungen, wohl vor langer Zeit als Tritthilfen in den harten Granit geklopft. Sie helfen mir nicht wirklich weiter. Meine Stiefel mit ihrer starren Sohle erweisen sich als völlig ungeeignet auf diesem glatten Gelände. Weiche Gummisohlen, die wie Saugnäpfe wirken, sind hier eindeutig im Vorteil. Doch ich muss jetzt mit meinem Schuhwerk zurechtkommen. In großer Angst, unkontrolliert abzurutschen, sitze ich in der Hocke auf dem höchsten Punkt der ca. 3 Meter hohen Felskugel und weiß noch nicht, wie ich da wieder runterkomme. Irgendwie schaffe ich es. –
Mein Adrenalin kommt wieder auf Normalstand



 
 
 
 
 

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Ich bemühe mich, die bizarre Schönheit der Schlucht in mir aufzusaugen. Niemand außer uns scheint unterwegs zu sein. Stille umgibt uns. Ein paar Wasserlöcher lassen erahnen, mit welcher Wucht und Kraft hier bei Regen das Wasser viele Meter hoch durch die enge Schlucht schießt. Davon überrascht zu werden, gibt es kein Entrinnen, keine Möglichkeit zu fliehen! Doch daran mag ich gar nicht denken, denn schon versperrt erneut ein Felsblock den Weg. Die Blicke schweifen nach links. Der steile Abhang ist diesmal gnädig mit uns, ermöglicht, auf einem schmalen Trampelpfad links um den Fels herumzukrabbeln. Und schon geht es wieder weiter, Stein auf, Stein ab. Wohl dem, der trainierte Oberschenkel hat.
Von links hinter uns trifft ein noch schmalerer Canyon auf den Torrente de Pareis. Wir erfahren, dass diese Schlucht nur mit Neoprenanzug und einer Seilausrüstung bewältigt werden kann. Nichts für mich. Diese Herausforderung genügt mir schon.



 
 
 
 
 

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Denn schon naht das nächste Hindernis. Erneut versperrt ein riesiger Steinkoloss - wie eine Wand - die Schlucht. Ein Loch im Fels, ausgewaschen in Form eines Schneckenhauses, ist die einzige Möglichkeit, weiter talabwärts zu gelangen. Noch ist uns völlig unklar, wie die Bewältigung des Höhenunterschieds durch dieses, etwa ein Meter breite Loch möglich ist, wie tief es runter geht, ob ein Abstieg möglich ist oder ob vielleicht gesprungen werden muss. Jeder einzelne robbt vorsichtig an die große Unbekannte heran. Kehrt kopfschüttelnd und stumm um. Ratlos treffen sich unsere Blicke. Keiner hat Seil und Haken dabei. Also geht es nur mit Springen. Doch die Aufsprungfläche ist felsig mit ziemlichem Gefälle. Beherzt springt ein Teilnehmer ins Ungewisse. Bleibt zum Glück unversehrt und stellt sich in dieses zylinderähnliche Loch. Einzeln setzen wir uns oben an den Rand, greifen nach unten, finden uns auf den Schultern des Mutigen wieder und springen den noch verbleibenden Höhenunterschied aus dem Felsblock ins Freie. Ich schnaufe tief durch und hoffe, dass wir den schwierigsten Teil hinter uns haben. Denn bei all den heldenhaften Berichten über den Torrente de Pareis habe ich noch nie etwas von solch enormen Hindernissen gehört.



 
 
 
 
 

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Ich frage mich, warum auf der großen Warntafel am Eingang zu dieser Exkursion mit keinem Wort erwähnt ist, dass Bergausrüstung wie Seil und Haken absolut erforderlich sind! Dies wird mir immer ein Rätsel bleiben….

Nein, das war noch nicht das Ende. Wir sind nun schon fast sechs Stunden unterwegs, die Wasservorräte müssen rationiert werden, Dehydrierung macht sich bemerkbar. Die senkrechten Wände zeigen wohl 200 m nach oben. Noch nicht einmal ein Helikopter könnte uns hier rausholen. Kein Handy funktioniert hier. Wirklich nichts darf hier passieren. Schon umzuknicken wäre fatal. Es würde Stunden dauern, bis Hilfe kommt. Am besten nicht daran denken. Wir müssen weiter, denn auch einen Weg zurück gibt es nicht.
Und noch einmal versperrt ein Felsklotz die nur wenige Meter breite Schlucht. Zwischen Steilwand und Fels zeigt ein enges Loch nach unten. Irgendjemand scheint es hier gut mit uns zu meinen. Haken und Seil sind an der Wand angebracht. Problemlos hangeln wir uns so die etwa vier Meter Höhenunterschied in Richtung Ziel.



 
 
 
 
 

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Ich muß mich zwingen, die bezaubernde Schönheit eines teilweise unterirdischen Tümpels mit seinem faszinierenden Lichtspiel in mir aufzunehmen, denke ich doch nur noch daran, die Kiesbucht am Meer zu erreichen. Endlich öffnet sich die Schlucht, wird breiter. Schweren Schrittes marschieren wir über tiefe Kiesablagerungen. Dann: Spaziergänger begegnen uns, schauen verwundert in unsere erschöpften Gesichter.
Wir mobilisieren letzte Kräfte, ziehen unsere verschwitzten Kleider aus und springen erlöst ins kühlende Meer.
Geschafft…….

Allerdings: Mein Resümee ist: einmal und nie wieder!



 
 
 
 
 

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Region: Madrid

Kommentare
  • Bananabombo 04.05.2008 | 20:10 Uhr

    Sehr detailliert und schön geschrieben! Top!

  • Michael.Thaler 13.05.2008 | 21:01 Uhr

    Auch wenn Dein Resumee einmal und nie wieder ist: Du hast meinen Ehrgeiz geweckt mit diesem Bericht - wobei ich den Vorteil hätte, nun zu wissen, was in meinem Rucksack sein müsste... Wenn mich ein Urlaub also nach Mallorca führt werde ich wohl ein paar weggefährten auftreiben müssen...
    Sehr packende Schilderung - mein Herz hat begonnen schneller zu schlagen als ich das gelesen habe!

  • ralf.houven 17.05.2008 | 18:57 Uhr

    So muß ein Reisebericht sein, vor allem wegen der deutlichen Warnungen.

  • friedolin 24.05.2008 | 09:33 Uhr

    ich hab die Schlucht mit ein paar Freunden vor einer woche gemacht, 2 tage nach heftigen Regenfällen, so das 5 Stellen nur schwimmend zu durchqueren waren, jede eiskaltes wasser(12 Grad) ca. 50m, teilweise nicht einsehbar,deswegen sollte man eine Regenhülle über den Rucksack ziehen um ein Boot das man vor sich her schieben kann zu erhalten.
    Kletterefahrungen sind nützlich, nicht Bedingung, wir haben 2 wanderer aufgelesen und unterstützt, so das sie mit uns ganz gut durchkamen, Insgesammt eine empfehlenswerte tour, wenn man normal sportlich veranlagt ist und sich in der Natur ohne Schnickschnack zurechtfindet

  • lautine 02.06.2008 | 15:22 Uhr

    Dieser Bericht hat mich gepackt. Einerseits sehr spannend, andererseits sehr realistisch. Mit so einer Weggefährtin wie du, würde ich den Abstieg wohl wagen, allein bzw. mit unerfahrenen Wegbegleitern wohl kaum.

  • Biggidd 15.06.2008 | 14:22 Uhr

    Danke für den Bericht, vor allem für die Warnungen. Wir sind von unten ca. 30 min in die Schlucht reingegangen, das war schon sehr eindruckvoll. Ich werde mit deinem Erfahrungsbericht sicher kein Held sein und mir die Schlucht in seiner gesamten Länge sparen (auch wenn die Fotos fantastisch sind).

  • Tippelbrueder (RP) 19.06.2008 | 13:30 Uhr

    Hallo Anna,
    auch dieser Bericht von Dir ist gelungen! Inzwischen freue ich mich immer, wenn ich einen Bericht von Dir "finde".
    Herzliche Grüsse aus HH
    die tippelbrueder

  • nach oben nach oben scrollen
  • sacto 23.06.2008 | 13:39 Uhr

    Hi,
    guter Bericht. Ich hab den Torrent im September 2004 durchquert, habe allerdings am Kloster Lluc angefangen (von dort kommend, kann man sich gar nicht verlaufen ;-)).
    Die Warnungen sind berechtigt - bei Regen oder bevorstehendem Regen ein absolutes NoGo! Allerdings habe ich damals kein Seil im Rucksack gebraucht, an den entsprechend schwierigen Stellen gab es Seile.
    Jeder der normal sportlich veranlagt ist, mit guter Trittsicherheit, Koordinationsvermögen und Gleichgewichtssine - für den ist diese Tour ein Genuss.

  • mpest 24.06.2008 | 19:23 Uhr

    trotz (oder auch wegen) der Schwierigkeiten, die Ihr hattet, wird die Wanderung ja wahrscheinlich unvergesslich beleiben. Ich habe mir vorgenommen, sie irgendwann auch mal zu versuchen (möglichst mit einer wirklich kundigen Begleitung). Der Bericht bestärkt mich darin. Jetzt muss im nächsten Mallorca-Urlaub nur noch das Wetter stimmen.

  • immerFernweh 02.10.2008 | 15:12 Uhr

    Hallo Anna,
    deine Berichte sind wirklich immer eine schöne Bereicherung.
    Mit Sicherheit würden wir bei einem Mallorca - Aufentalt diese Wanderung auch machen....
    sonnige Grüsse Jutta

  • britt_unterwegs 23.01.2009 | 22:20 Uhr

    Danke für diesen tollen Bericht!

  • s.gerhard 11.03.2009 | 15:43 Uhr

    komme gerade frisch aus der schlucht :). sehr, sehr sehenswert und ich verspreche (zumindest kleine adrenalin kicks). als tipp: wenn man sich nicht sicher sein kann, in wie weit noch größere wasserstellen im torrent stehen, die ganze tour von unten anfangen. dann kann man auf jeden fall umkehren. wir (5) haben die tour ohne hilfsmittel von unten durchsteigen können, hatten aber auch etwas klettererfahrung und das alter (alle zwischen 20 und 23) auf unserer seite ;). man muss schon die ein oder andere kniffelige stelle überwinden aber es gibt immer wieder pfeile und/ oder steinmännchen, die einem (auch vom meer kommend) die einfachste route aufzeigen. die tour wird dadurch, dass sie die ganze zeit bergauf geht auch etwas länger, gerade der ausstieg aus der schlucht zieht sich ziemlich in die länge (ca. 2 std.). insgesamt sind es dann ca. 5,5-7 std., je nach tempo. aber ich möchte auch unterstreichen, was anna schon sagte: man sollte diese tour nicht mit leichtsinn angehen!

    super war auch, dass wir ca. auf der hälfte ein paar deutsche getroffen haben und unsere auto schlüssel tauschen konnten. so blieb uns die fahrt per anhalter oder bus zurück zum ausgangspunkt (sa calobra) erspart und man traf sich einfach in der mitte mit den jeweiligen autos :)

  • KarstenG 10.05.2009 | 16:59 Uhr

    Ich habe die Schlucht im vergangenen Sommer gemacht, das Wetter war stabil. Der Bericht stimmt haargenau mit meinen Erfahrungen überein, ich kann jedes Wort unterstreichen.

    Ich habe allerdings vorher keine Warnungen bekommen, es war eher eine spontane Idee. Die Fehler, die ich gemacht habe (2 l sind zu wenig Wasser, ich war alleine...), würde ich wohl nicht noch einmal machen. Wenn jemand dabei ist, der die Tour schon einmal gemacht hat, ist das von großem Vorteil.

    Eine Mitfahrgelegenheit von Sa Calobra aus findet sich aber wohl immer.

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  • Kaiserblick 18.06.2010 | 20:47 Uhr

    nun ja, die Frage nach den Schwierigkeiten dieser Tour sind sehr subjektiv zu beantworten. ich bin die Tour im vergangenen Jahr im Juni zweimal gegangen, einmal von unten nach oben, also von sa calobra nach escorca und einmal umgekehrt. es gibt in der schlucht ein paar stellen, die ein wenig kletterkönnen und trittsicherheit verlangen, aber nicht wirklich schwierig sind ... so habe ich das empfunden. jemand, der keine bergerfahrung hat, wird mit solchen stellen überfordert sein oder er braucht einen erfahrenen begleiter, der mit einem kurzen seil umgehen kann.
    ich flieg nächste woche wieder mit meiner frau und wir werden die schlucht nochmals gehen ... von unten nach oben und zurück. wir gehen von sa calobra bis zum schuchtende und ersparen uns den langweiligen aufstieg nach escorca. am schluchtende steht ein olivenbaum, der schatten für ein picknick bietet. das werden wir genießen und dann wieder nach sa calobra zurück gehen. damit ersparen wir uns zudem die problemlösung mit dem autotransport oder busfahren. wird bestimmt wieder ein tolles erlebnis. aber nicht nur der torrente wird unser ziel sein. auf schöne weitere wanderungen und bergtouren freuen wir uns in dieser kurzurlaubswoche.

  • anna.laselva 19.06.2010 | 14:55 Uhr

    ...wie alles im Leben subjektiv ist. Also, ich bin in den bayer. Alpen großgeworden, mit meinem Vater ständig in den Bergen unterwegs - ohne Klettern allerdings. Er hat mich den nötigen Respekt vor den Gefahren und Besonderheiten der Berge gelehrt. Das hat sich in meinem Unterbewußtsein manifestiert. Entsprechenden Respekt hatte ich bei dieser Schluchtenbegehung. Aber klar, hätten wir "ein kurzes Seil" gehabt, wie Du geschrieben hast, wäre alles problemlos gewesen. Nur: ich war völlig anders informiert, wie Du in meinem Bericht lesen kannst. Außerdem haben sich meine Bestard-Bergschuhe als nicht dafür geeignet herausgestellt. Sie haben steife harte Sohlen, die auf den glatten Felsen keinen Halt boten. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spaß bei der erneuten Begehung.

  • britt_unterwegs 18.12.2010 | 23:00 Uhr

    Oje, hätte ich die Tour nicht selbst schon gemacht, würde ich jetzt wahrscheinlich Angst bekommen ;) Der Bericht ist zwar sehr gut formuliert, aber es klingt auch für meinen Geschmack viel zu dramatisch!

    Keine Frage, es ist ein schönes Erlebnis, und doch ist (fast) jeder Klettersteig in den Alpen anspruchsvoller.

  • Kaiserblick 28.12.2010 | 22:58 Uhr

    hallo britt, ich kann dir nur zustimmen, aber wie anna sagt, das empfinden der schwierigkeiten ist sehr subjektiv. ich war in diesem jahr ende juni wieder dort und bin die schlucht von unten bis zum schluchtausgang mit meiner frau gegangen. unter dem großen olivenbaum am schluchtende haben wir ein stilvolles picknick zelebriert, mit weißer tischdecke, käse, brot und in einer thermoskanne gut gekühltem mallorquinischen weißwein, es war ein genuss. ich bin dann wieder zurück gegangen und mit dem auto nach escorca gefahren. meine frau ist direkt dort hinauf aufgestiegen und wir haben uns dann dort wieder getroffen. ich würde immer empfehlen, den weg von sa calobra bis zum schluchtende und wieder zurück zu gehen. der aufstieg vom schluchtende nach escorca ist nicht besonders akttraktiv und darauf kann gerne verzichtet werden. im aufstieg von sa calobra bis zum schluchtende sind es nur ca. 250 hm, auch kein großer höhenunterschied. in 2011 im juni werden wir die schlucht wieder gehen. wir waren zwischenzeitlich in kreta zum schluchtengehen, in Chora Sfakia, über den Monatswechsel Oktober/November. Wir sind dort 6 Schluchten gegangen, war sehr interessant und ist wirklich empfehlenswert. allerdings ist der torrente schon eine klasse für sich und um einiges anspruchsvoller als die schluchten in kreta. dennoch kann ich eine wanderwoche dort nur empfehlen. übrigens

  • anna.laselva 29.12.2010 | 20:39 Uhr

    ....wie gut, dass es individuelle subjektive Erfahrungen, Empfindungen und Sichtweisen gibt. Auch wenn Ihr das anders seht, ich bleibe bei meinem Eindruck und meinen persönlichen Erlebnissen in der Schlucht. Womöglich hattet Ihr Bergschuhe mit flexiblen Sohlen an und Seile dabei, im Gegensatz zu mir - dann hätte auch ich keinerlei Probleme gehabt. Sicherlich bin ich auch sehr von meinem Vater geprägt, der mit uns KIndern fast jedes Wochenende in die Berge ging (ich wuchs am Fuß des Wendelstein in Oberbayern auf) und uns ständig auf die Gefahren in den Bergen aufmerksam machte - und dafür bin ich ihm noch heute sehr dankbar. Ich freue mich auf weitere kontroverse Kommentare!

  • Kaiserblick 05.05.2011 | 21:51 Uhr

    hallo anna, ich denke, jeder macht so seine eigenen erfahrungen. übrigens empfehle ich für die schluchtbegehung keine schuhe mit flexiblen sohlen. du spürst bei solch weichen sohlen jeden stein am fuss, das ist auf die dauer sehr unangenehm. ich gehe mit festen, steifen sohlen, die bieten besten halt, besondes auch bei sog. reibungsgehen. man sollte allerdings im torrente beim reibungsgehen vorsichtig sein, das die felsen und steine oftmals mit sand und algenähnlichem bewuchs überzogen sind. da hilft dann nur vorsichtiges gehen. übrigens habe ich den wendelstein auch täglich in sichtweite, ich komme aus dem inntal und bin dort sehr oft im gebirge unterwegs. war gerade das letzte wochenende wieder mal in mallorca, allerdings nicht im tramuntana, sondern im osten im naturpark levante, waren auch sehr nette wanderungen, im juni gehts wieder für eine woche dorthin mit torrente rauf und runter, wenn´s was besonderes gibt, berichte ich wieder.

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