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Reisebericht: Sizilien mit dem Auto - Sonne, Strand und Abenteuer - Teil 2: Agrigent und Licata
Drei Abiturienten auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer. Eine Rundreise durch Sizilien mit dem Mietwagen. 7 Tage, über 1000km. Agrigent, Ragusa, Syrakus, Taormina, Cefalu und Palermo. Eine Insel, die Meer, Land und Leute auf eine besondere Art miteinander verbindet. Mit nichts als einem Rucksack haben wir uns auf den Weg gemacht und lernten die verschiedenen Gesichter der Insel kennen.
Von Corleone bis San Leone
Nachdem wir uns aus den Fängen Corleones befreit haben, treibt uns der Hunger in das nächste "Ristorante". In diesem Fall etwa 10 km von der Stadt entfernt - mitten im sizilianischen Outback. Die Größe des Restaurants und seine komfortable Ausstattung muten etwas unpassend an, ob der peripheren Lage. Schon auf die erste sizilianische Pizza freuend treten wir ein. Uns wundert nicht, dass wir die einzigen Gäste sind, wohl aber dass aus der Pizza nichts wird. Man gibt uns zu verstehen, dass Pizza grundsätzlich nur abends gemacht wird. Eine weitere Eigenart der Sizilianer: Mittags ist Siesta angesagt, auch für den Steinkohleofen, daher gibt es meist nur Antipasti und Pasta. Flexibel wie wir sind genießen wir also die ersten sizilianischen Spaghetti. "Al dente" versteht sich. Unterdessen sorgt Spongebob auf Italienisch für Unterhaltung.
Wieder unterwegs führt uns unser Weg immer gen Süden. Die enorme Hitze entfacht das ein oder andere Feuer am Rande der Straße, sodass wir uns an Feuerwehrautos vorbeiquetschen müssen. Die Schattenseiten des guten Wetters. Erstaunt sind wir, wie gut wir uns zurechtfinden. Bewusst auf ein Navigationssystem verzichtet, konnten wir uns bisher auf die zuvor bestellte Sizilienkarte verlassen. Karten lesen zu können ist uns deutlich lieber, als von einem Navi abhängig zu sein. Wenn doch einmal Probleme auftreten, hilft uns meist ein freundliches "exscusi", da die Italiener generell sehr hilfsbereite Menschen sind. Spät nachmittags kommen wir endlich in Agrigent an. Wir müssen aber weiter zum Badeort San Leone, wo sich unsere Unterkunft befindet. Vorbei am großstädtischen Verkehrschaos finden wir uns in San Leone einem ganz anderen Chaos ausgesetzt. Das Bed-and-Breakfast befindet sich in einer Straße, die nur für Einheimische zu finden ist. Der Wirrwarr von kleinen engen Einbahnstraßen ist kaum zu durchschauen. So betritt einer von uns versehentlich das Grundstück eines Hauses mit elektrischer Eingangstür, die hinter ihm zuschlägt, was für einen Schwall Schimpfwörter sorgt. Eine ältere Frau droht gar mit einem Schuh in der Hand wedelnd, frei übersetzt: "Jetzt zeige ich dir mal wie das auf sizilianisch geht." Fremde Grundstücke, die gut gesichert erscheinen, sollte der gemeine Tourist tunlichst vermeiden. Unzählige Telefonate mit dem Besitzer des BnB helfen auch nicht weiter, da dieser nur wenige Worte Englisch spricht und aufgrund einer schlechten Verbindung am Telefon kaum zu verstehen ist. Völlig entnervt können wir uns nach einer gefühlten Stunde endlich auf einen Treffpunkt einigen. Unser Zimmer verfügt über eine eigene Kochstelle und einen großen Balkon mit halbem Meerblick, wir sind zufrieden.
Natürlich geht es zu aller erst an den Strand. Das kühle Nass des Mittelmeers macht die Strapazen des Tages vergessen. Auch wenn der Strand nicht zu den schönsten gehört, erfüllt er doch gut seinen Zweck. Salzwasser und Sonne tanken unseren Energievorrat wieder auf.
Auf dem Rückweg noch schnell eingekauft, entscheiden wir die Küche zu nutzen und zaubern uns salzlose Spaghetti mit Pesto. Uns fehlte einfach der Nerv ein gutes Restaurant zu suchen und anschließend eine Stunde auf unser Essen zu warten. So genießen wir das typisch italienische Flair auf unserem Balkon mit direktem Blick auf des Gegenübers Tisch. "Mama" macht Spaghetti, typisch Klischee? Nein, wir sind halt in Italien. Mit einem kühlen Bier in der Hand wandert unser Blick gen Meer, während die Sonne langsam am Horizont versinkt und nur noch durch ihren rötlichen Schimmer zu erahnen ist. Ein Moment für die Ewigkeit, und doch ist es nicht nur ein Moment, es ist Urlaub. Hätte man diesen Moment nach einem ganzen Tag am Pool und anschließendem All-Inclusive Buffet derart genießen können? Ich glaube nicht.
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