Reisebericht

Reisebericht: Grenada - karibisches Pardies ?

 
 
 
 
 

Intro

Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen , meiner Ehefrau , einmal ein hochsommerliches Weihnachten und eine heiße Silvesternacht in der Karibik zu erleben , begann ich Im IN zu recherchieren.
Da auch meine Urlaubsvorstellungen einfließen sollten , gab ich diese vor :
Ursprünglichkeit , viel tropischer Wald , einsame Strände und , zugegeben ,
auch die Pirats of the Carribean und Robinson Schatzinsel Assoziationen.
Gefunden : Grenada
Gebucht haben wir eine kleine Anlage im Norden der Insel nahe der Stadt Sauteurs.
5 Cottages , 30 bis 50 m über dem Meer gelegen , in Sichtweite mehrere Schatzinseln.
Vorab : Die Anlage die Anlage entsprach zu 100 % den im IN eingestellten
Bildern und Aussagen.
Den Flug hatten wir bei Lufthansa gebucht , auf Grund der langen Flugdauer erstmals Business Class , eine richtige Entscheidung.



 
 
 
 
 

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Anreise mit Halbwissen

Grenada gehört zu den Inseln der Grenadinen die Küste liegt an der Karibischen See und am Atlantik.
Grenada wird auch die Insel der Gewürze genannt und ist vulkansichen Ursprunges.
Im Zentrum der Insel liegt ein bis zu 840 m hohes Gebirge das von einem großen schungel eingeschlossen und bedeckt ist.
Grenada wird immer wieder von schweren Hurricans getroffen , 2004 schwer von Ivan.
Es ist ein eigenständiger Staat , offizielle Landesprache Englisch.
Soweit unsere Wissen vor dem Urlaub.



Reisebericht

Nach den ersten Tagen im Paradies begann ich den Vergleich zwischen Vorstellung
und Wirklichkeit zu ziehen.
Grenada hat einen fasznierenden "Machetendschungel". In Sichweite der Küste
bei Sauteurs liegen kleine unbewohnte Bilderbuchpirateninseln und er nächste
einsame Karibiktraumstrand war in 5 Gehminuten erreicht.
Kleine Einschränkung , an einem von 5 Strandtagen mussten wir ihn mit einem
weiteren Paar "Einsamesträndeliebhaber" teilen !
10 Gehminuten entfernt lag eine weitere menschenleere Weißsand - Palmenbucht.
Wir waren einmal da , beim 2. Versuch hinzukommen war der Zugang zu schlüpfrig
"da es mal geregnet hatte".
"Da es mal geregnet hatte" muss konkretisiert werden.
Es hat fast jeden Tag mal geregnet , oder auch zweimal , oder so.
Maximal regnete es aber nur 10 Minuten lang, allerdings oft sinnflutartig.
Danach erzeugte die Sonne mittels Verdampfung und abhänig von der Regenmenge
bis zu einstündigen Saunasitzungen.
Nach den Saunagängen kühlte es auf 32 Grad ab , gefolgt vom nächtlichen
Temperaturabsturz auf 30 Grad.
Nacht wurde es innerhalb von 5 Minuten.17.55 Tag - 18 Nacht.
6 Uhr morgens das Ganze umgekehrt.
Das war auch der Grund weshalb die Restaurant - und Hotelterrassen zum Dinner kaum genutzt wurden. Das Meer konnte man ja eh nicht sehen und drinnen speiste man angenehm airconditioned.
Apropo hochsommerliches Weihnachtsfest und heiße Silvesternacht.
Die Vorstellungen meiner Frau trafen in den Worten hochsommerlich und heiß zu.
Beide Ereignisse finden nur in den Hotels für die Touris statt.
Die Einheimischen feiern kein Weihnachtsfest und Silvester nur in bescheidenem Maß.
Heiligabend war wundeschön , wir saßen im weihnachtlich dekorierten Restaurant
unserer Gastgeber mit diesen , einem weiteren Paar und einer Singlelady aus Kanada
beim gelungenen Dinner zusammen.
Silvester war nicht so gelungen , also eigentlich gar nicht so , nein der Abend war
einfach besch....eiden.
Es traf sich der selbe Kreis , ergänzt durch ein weiteres Gästepaar , kurz nach 18 Uhr
denn es war ja schließlich Nacht.
Wohl alle hatten das Vorhaben um 0 Uhr mitteinander anzustoßen.
Das Dinner in schwülheißer Nacht , der frühe Partybeginn , wahrscheinlich auch der
Schampus , jedenfalls schwanden die Kräfte und wir verließen als letzte kurz nach
23 Uhr die rauschende Silvesterparty.
Bei uns folgte nacktes Dösen in den Hängematten auf der Terrasse unseres Cottages.
Nackt , da jedes Kleidungstück nach wenigen Minuten zur Klebetapete geworden wäre.
Dösen , da schlafen auch nicht ging , die Band des 1 km entfernten Hotels versuchte
durch Lautstärke die Silvesterparty in Gang zu halten.







 
 
 
 
 

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Die Menschen Grenadas

Über das Land hatte ich vorab zu wenig Wissen , über die Menschen gar keines.
Es war deshalb überraschend dass es so wenig Kariben gibt.
Nur noch 3 % sind indianischen Ursprunges , 95 % sind Nachfahren schwarzafrikansicher Sklaven. 2% aus aller Herren Länder.
Es wird ein unverständliches kreolisch-französisches Kauderwelch gesprochen.
Mit Touris spricht man ein gerade noch verständliches Piginenglisch.
Schon am ersten Tag lernten wir zwei Begriffe : Limer und das Verb to lime.
Die Männer Grenadas werden Limer genannt , ihre Beschäftigung ist to lime.
Freundlich übersetzt heißt das herumlungern , unser Gastgeber drückte es
drastischer aus : Faulenzer
Das Outfit der Limer ist meist Reggaeman Stil , die Wollmütze in Grenadas
Nationalflagge-Farben gehalten und natürlich die Rastermanzöpfe .
Fakt ist , bedingt durch die hohe Arbeitslosigkeit , die Limer stehen an zusammengenagelten Bretterbuden , den Rumbars die es überall gibt, und limen ganztägig.
Bemerkenswert ist aber , dass alle Menschen , insbesondere die Limer ,
überaus freundliche Menschen sind.
Immer guter Laune und trotz Armut kein Betteln und kein Anlabern.
Schön war ihr Begrüßungsritual. Sie strecken die geballte Faust aus , man muss mit seiner geballten Faust dagegen stoßen , dann folgt im Pidginenglisch :
Hey Mistel , all you well ? Egal was man antwortet folgt dann nur noch :
Have a nice day Mistel und sie gehen weiter.
Eine erzählenswerte Ausnahme.
Am Darvis Beach, natürlich mit Rumbar , kam ein tanzender Reggaeman auf uns zu
und fragte:
Hey Mistel do you know what day today is ?
Ich antwortete : Tuesday I think.
Antwort : No today is my birthday you can invite me for a drink.
Es klang aber etwa so :
No tudey is mill bösdell , ju cen invet mi folle dlink.
Ich gab ihm ein paar Eastcaribbean Dollars und er entfernte sich tanzend.
Am Abend erzählte ich diese herrliche Story , und wurde ernsthaft gefragt
ob ich Reggaeman gelaubt hätte , das wäre doch nur ne Masche.
So was , darauf wär ich nie gekommen !






Die Städte Grenadas

Wir haben natürlich mehrfach Sauteurs besucht sowie Gouyave und Grenville
angesehen.
Am Abflugtag war auch noch Zeit für die Hauptstadt St. Georges.
Mit der Ausnahme des Zentrums von St. Georges sind ca. 80% aller Häuser aus Holz gebaut ,meist blau oder gelb angestrichen.
Wenige schmucke Holzhäuser , mehrheitlich einfache Häuser und auch viele Huts
(Hütten) und , natürlich , Rumbars prägen das Bild der Städte.
Außerhalb der Städte sieht man fast nur noch Huts.
Die Vielfalt der Blumen und das Grün in allen Schattierungen schönen das Bild.









Städte-Tipp

Wer Grenada besucht sollte sich auf keinen Fall den Fishfriday in Gouyave
entgehen lassen.
Wir waren auf Empfehlung unseres Gastgebers da. Karibisches Leben pur.
Mit Grenadas Gewürzen gegrillter Fisch , Live Reggeamusik dazu tanzende
bestgelaunte Menschen. Die gute Laune könnte auch mit dem reichlichen Genuss des köstlichen Rumpunches zu tun haben , möglicherweise schließe ich mit dieser
Vermutung aber von mir auf andere.



Die Natur

Grenada hat einen Dschungel den man besuchen muss.
Regenausrüstung und gutes Schuhwerk sind notwendig , denn im bergigen
Landesinneren regnet es häufiger und anhaltender , die Wege sind entsprechen
schlüpfrig. Eine Machete , will man von den Pfaden abweichen,ist empfehelenswert.
Wie auf wohl allen karibischen Inseln gibt es Wasserfälle zu besichtigen ,
mit und ohne Badevergnügen , abgelegene und touristische erschlossene.
Ja , da wären noch die Robinsoninseln. Vor der Nordküste gelegen ,
die kleinen unbewohnt mit klangvollen Namen wie : Diamond Island oder
Sugar Loaf Island.
Schnell rüber wollten wir zumal es mit Fischerbooten von Sauteurs angeboten wurde.
Problem : Wir hatten zwar 14 Tage Windstille , aber dennoch täglich 2 Meter hohen
Wellengang ! Zuviel für die kleinen Boote , jammerschade.
Immerhin konnte ich die Brandung beim Baden genießen , die Wellen brachen
20 m vor dem Strand - herrlich.







Tipp : Strände im Norden der Insel

Nordwesten
s. o. Darvis Beach und Duquesne Beach.
Im Norden die zwei kleinen , oben beschriebenen , namenlosen Strände.
Der Strand von Sauteurs , schön aber während unseres Aufenthaltes
ungepflegt , d.h. viel Müll.
Im Nordosten : Bathway Beach. Kilometerlanger , feinsandiger Badewannenstrand.
Besuchen sie hier : Aggie´s.
Ein direkt am Strand in einen schönen tropischen Garten eingefügtes Restaurant
das von einem Österreicher geführt wird. Hier gibt´s , hat man vom vielen Fischessen
genug , na was wohl ? - Wiener Schnitzel.
Offensichtlich hatten wir zuviel gegessen , denn. wir... eigentlich blamabel.

P.S.
Kühe an einem Karibikstrand gibt es nicht !
Wenn man den Bathway Beach auf Grenada ausschließt - mag das ja sein.
Beweisfoto anbei.









Fazit

Wir lernten eine andere Welt mit interessanten Menschen und faszinierender Natur kennen , hatten Erlebnissen die man nicht so schnell vergisst.
Aber nun ja , im Gegensatz zu Urlaubsorten die ich schon besucht habe
und wieder besuchen möchte , die Karibik gehört nicht dazu.
Begründung :
Die Karibik kam als Urlaubsziel für uns nur in den Monaten Dezember und Januar in Betracht.
Da es aber die Möglichkeit gibt diese Monate auch in Gefilden mit gemäßigteren
Temperaturen zu verbringen und saunieren im Winter auch nichts Außergewöhnliches ist ?!!





 
 
 
 
 
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Kommentare
  • agezur 29.06.2012 | 21:39 Uhr

    Danke für deinen sehr tatsächlichen Bericht! Ich kann vieles davon unterstreichen , manches hab ich ganz anders erlebt. Besonders die Kontakte mit Einwohnern hast du sehr treffend beschrieben und wenn du auch in manchem enttäuscht bist, irgend wann wirst auch du nur mehr von der wunderschönen Karibik erzählen.....
    Sieh dir mal meinen Bericht "Eine karibische Weihnachtsgeschichte "an.
    LG Christina

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