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Reisebericht: Italien 2006.3
Unsere erste Italien-Reise - 3. Teil
Italien 2006.3
Italien 2006 – 3. Teil – 10.10.2006
Für den heutigen Tag – es ist schon der 07.05.06 – haben wir uns die Tour durch das Chianti vorgenommen.
Nach einer geruhsamen Nacht und ausgiebigem Frühstück bestellte ich den Wagen zum Hotel. Das würde etwas eine Viertelstunde dauern. Ein Blick nach draußen versprach ein herrliches Reisewetter – nicht zu warm und ein wenig Bewölkung. Regen war nicht in Sicht.
Der Wagen wurde uns pünktlich gebracht. Der bis dato angefallene Betrag wurde sogleich kassiert. Sehr in Ordnung, so kommt man später nicht durcheinander.
Die Route entnahmen wir dem Dumont-Reiseführer, den uns Sylvia und Dirk ausgeliehen hatten. Südlich von Florenz ging es über die Staatsstrasse 222 (gen. Chiantigiana) in die ersten Hügel des Chianti hinein. Zu dieser frühen Stunde war der Verkehr noch nicht so stark, die Rush Hour war vorbei und ich konnte ganz entspannt die Fahrt aufnehmen.
Nach einigen kleineren Ansiedlungen oder Vororten von Florenz erreichten wir dann endlich das ausgedehnte Chianti. Es stellte sich sehr schnell eine geruhsame und unaufgeregte Fahrweise ein, den wir müssten natürlich links und rechts die Landschaft bewundern. Eine Schönheit jagte die nächste, man konnte auch nicht dauernd anhalten und schauen.
Die Italiener sind ein Volk von Radfahrern. Wir haben sehr viele Fahrer in Rennkleidung auf ihren Rennmaschinen die Hügel hinauf und hinunterflitzen sehen.
Kurze Zeit später durchquerten wir schon Greve in Chianti. Hier werden die meisten Weine abgefüllt. Sehr aufregend fanden wir den Ort nicht und hielten hier auch nicht an. Weiter ging es auf der „222“ dann in Richtung Panzano, einem kleinen und sehr beliebten Ferienort. Es fang eine Festivität statt und die meisten Strassen waren mit Verkaufs- und Flohmarkständen gefüllt. Gott sei Dank fanden wir noch einen Parkplatz und bummelten ein wenig durch die Altstadt auf dem Hügel. Vom Dom aus ging eine Strasse direkt hinunter in das bunte Treiben und wir schlenderten an einigen schönen Ständen vorbei. Axel besorgte sich Seife aus Oliven-Öl und konnte sich fast nicht von den vielen Ständen losreißen. Es gelang mir dann doch noch, ihn von der Notwendigkeit der Weiterfahrt zu überzeugen.
Vielfach fährt man dann weiter nach Castellina in Chianti. Wir entschieden uns aber für die andere Route nach Radda in Chianti. Dieser sehr hoch gelegene Ort (ich sage nur: Serpentinen…….) hat sich seinen mittelalterlichen Kern erhalten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Die Ortschaft ist nicht sehr groß, aber liebevoll wieder hergerichtet. Ein Muss für jeden Italien-Reisenden.
Wir hatten es dann auf das Castello di Meloto abgesehen, die als die eigenwilligste Burg im Chianti Classico angesehen wird. Fast hätte ich die Abzweigung verpasst. Man muss sich manchmal schon einen Reim darauf machen können. Nicht immer sehr eindeutig, aber das hatte ich ja schon ein paar Seiten vorher beschrieben.
Wir müssten uns durch einigen Verkehr durchquälen. Die Burg schien ja sehr beliebt zu sein. Dann der Schock – wir konnten nicht hinein. Es wurde gerade eine Hochzeit gefeiert und der Parkplatz war von den Gästen belegt. Aber wir erwischten für unseren kleinen Fiesta noch eine Lücke zwischen den doch sehr normalen Wagen der italienischen Gäste. In Italien legt man Wert auf Mode und Essen, aber nicht auf Autos... selbst in diesen Kreisen...
Da uns die Veranstaltung den Weg in die Festung versperrte, haben wir uns auf den nahen Hügel begeben, um zu sehen was sich dort befindet. Auf halber Höhe war ein Ferienhaus, klein aber fein, bewohnt von Hamburgern und Magdeburgern....erst wollten wir nach einem Drink fragen, aber die Bewohner waren nicht so unser Ding, deshalb sind wir weiter nach oben gestiegen. Dort war eine Art Wirtschaftshof, der ebenfalls zu Ferienzwecken umgebaut war. Als Gäste konnten wir Amerikaner ausmachen.
So, nun mussten wir wieder zurück zum Parkplatz, und damit vorbei an der Burg. Ich war von Anfang an überzeugt, dass es sich bei der Hochzeit um einen Irrtum handeln müsse, denn die Principessa, die dort heiraten sollte war ich! Es handelte sich um eine Verwechslung der übelsten Art, die man sonst nur aus dem Fernsehen oder billigen Groschenromanen kennt. Wie konnte der Comte am Tag unserer, seit meiner Geburt versprochenen Heirat mit ihm, eine andere ehelichen wollen? Ich war außer mir und wollte schon an den Wachleuten, die die Veranstaltung sicherten vorbei und meinem Zukünftigen ordentlich den Marsch blasen, aber Andreas hielt mich mit letzter Kraft zurück. Ich sollte nun nicht mehr Principessa werden! Mein Traum seit meiner Ichwerdung zerplatzte wie ein schmieriger Luftballon im sauren Regen. Es sollte keine Einkäufe in Florenz und Mailand mit meinem Maserati Quattroporte mehr geben, Andreas müsste auf sein Turmzimmer hinten links verzichten, mein Krönchen würde nie mein zartes Haupt schmücken, der Schmuck, die Edelsteine und die erlesenen Kleider namhafter Designerlabels würden mir versagt bleiben. Ich war am Ende. Jetzt wollte ich schnell fort....fort von diesem Ort, der der Ort meines Triumphes und meiner Einführung in den jahrtausende alten Adel Italiens hatte sein sollen. Wir fuhren, ohne auf die herbeiströmenden Gäste, meine Gäste, zu achten. Ich hatte Hunger, und wollte diesen bei meiner alten Freundin, der Comtessa di Medici, in ihrem alten Kloster stillen. Leider war Sonntag und viele Touristen strömten in die bekannten Restaurants.....trotz allem mussten wir weiterfahren, bis wir zu einer kleinen Pizzeria kamen. Dort nahmen wir unser Mittagessen ein. Ein Horrortag!
Es knurrte uns allmählich der Magen, sodass wir uns auf den Weg in Richtung Badia Coltibuono machten, um im dortigen Restaurant den Lunch zu nehmen. Das Anwesen – es handelt sich hierbei um ein altes Kloster – gehört Lorenza de Medici, eine Nachfahrin des ruhmreichen Geschlechts. Das Anwesen war sehr schön, leider konnten wir keinen Tisch erhalten. Nur auf Vorbestellung. Man hätte es wissen müssen. Der Tipp stammte aus dem Geo-Heft „Toskana für Genießer 2005“. Na gut, dann nicht. Weiter ging die Fahrt nach Gaiole in Chianti, wo wir dann zu einer recht ordentlichen Pizza kamen. Endlich, ich schwächelte bereits ein wenig. Hier beratschlagten wir dann die weitere Fahrt. Bis nach Siena hätten wir noch fahren können. Das wären etwas mehr als 30 Kilometer gewesen. Aber das machen wir bei der nächsten Reise.
Sodann drehten wir um und fuhren die gleiche Strecke wieder zurück nach Florenz. Diesmal mit noch mehr Muße zur Würdigung der schönen Landschaft. Ich ergötzte mich an den schönen Ausblicken (solange es der Verkehr und die Strecke zuließen) und Axel ergötzte sich an seinem Selbstmitleid über die verpasste Principessa-Zukunft. Wie hart doch das Leben sein kann.
Über das Abendessen bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Wir hatten nur eine Pizza auf der Hand, glaube ich. Nach einem großen Essen war uns heute nicht zu mute. Nach dieser langen, ereignisreichen und wunderschönen Fahrt kam ein Glas Wein und ein wenig Ruhe doch ganz recht. Die Erinnerungen an die Schönheiten des Chianti mussten einfach noch mal Revue passieren.
Und heute ist schon Montag – das Ende naht unaufhörlich. Heute möchte ich unbedingt nach Fiesole fahren. Axel hat auch Lust und will mit. Wir werden nicht mit dem Auto fahren, sondern den Bus nehmen, denn Fiesole ist ein Vorort von Florenz und schnell erreichbar. Das Auto steht wunderbar behütet wieder in der Garage.
Nach dem Frühstück lassen wir uns von der Rezeption die Bus-Linie nennen und laufen los. Die entsprechende Haltestelle ist gleich um die Ecke gelegen. Als ein wenig umständlich erweist sich die Suche nach den Fahrplänen, aber auch das haben wir schnell erledigt. Gute Verbindung – alle 10 Minuten fährt ein Bus ab. Ticket-Automaten gibt es hier nicht. Also wird mal wohl das Ticket direkt beim Fahrer kaufen müssen – hoffe ich jedenfalls. Vielleicht bekommt man das Ticket auch beim nächsten Kiosk. Wir können ja mal fragen. Axel ist mit der italienischen Sprache ja schon sehr vertraut – die theatralische Gestik sitzt schon fast perfekt.
Bevor wir abfahren können, erleben wir noch ein grandioses Schauspiel auf dem Platz, der sich hier befindet. Ein Aufgebot einer Ehrenkompanie ist angetreten, sowie einige Honoratioren der Stadt Florenz. Sinn und Zwecks dieser Übung erschließt sich uns nicht, was aber auch nicht weiter schlimm ist, allein der Anblick der Uniformen und strammen Jungs lässt das Herz höher schlagen. Sehr viele Schaulustige drängeln sich daher an der Bushaltestelle und jeder Bushalt ergibt halt ein kleines Chaos. Repräsentative Limousinen spuken weitere Würdenträger aus, die sich an einer Seite des Platzes in Reih und Glied aufstellen. Der Beobachter in uns registriert Erstaunliches und wir lassen eine Busabfahrt aus, denn das muss man gesehen haben.
Jeder der Honoratioren hat eine bestimmte Handbewegung und Armhaltung drauf. Die meisten von ihnen verschränken die Hände hinter dem Rücken oder legen die Hände vor dem Bauch zusammen. Höhere Ränge der zivilen Verwaltung reiben sich die Hände, wie damals wohl Pontius Pilatus bei der Waschung in Unschuld. Die oberen kirchlichen Würdenträger stützen den rechten Ellbogen auf den linken Handrücken, dabei halten sie den Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand vor das Gesicht, resp. vor den Mund. So, als würden sie den Mund verschließen wollen. Gleichzeitig erlaubt es Ihnen diese Geste, sehr schnell die Andeutung der Bekreuzigung. Wir haben uns sehr amüsiert. Axel musste natürlich die kirchlichen Würdenträger nachmachen. Ihr könnt also sehen, wir hatten unseren Spaß.
Dann nahmen wir endlich den Bus und los ging es durch den brausenden Innenstadtverkehr in die Außenbezirke und serpentinenreich die Hügel hinauf nach Fiesole. Die Straße war sehr gut ausgebaut, es bestand kein Grund zur Panik. Die Endhaltestelle befindet sich direkt im Ort oben auf dem Hügel. Zuerst begaben wir uns zur Florenz abgeneigten Seite des Hügels. Dort befinden sich die alten etruskischen Anlagen, die zu besichtigen sind. Was wir auch gleich in Angriff genommen haben. Nach dem Museum mit sehr schönen Stücken der alten Kultur begaben wir uns ins Freigelände mit dem Amphitheater und der Resten von Therme und Tempel. Die beiden letzteren sind leider sehr zerstört und nur als Grundriss zu erahnen. Der Talblick ist auf dieser Seite schon wunderschön.
Jetzt mussten wir noch den weltberühmten Blick auf Florenz erhaschen und machten uns auf den Weg durch die vielen kleinen Gassen und Sträßchen dieses Ortes. Es ging manchmal ganz schön steil bergauf. Bald erreichten wir den Rundweg, der auf der florentinischen Seite den Ort umrundet und da war er endlich, der Blick auf Florenz. Ein wenig diesig war es heute schon, kein strahlender Sonnenschein, aber trotzdem raubt es einem den Atem. Allein dafür lohnt sich schon der ganze Aufwand.
Und die entzückenden Häuser und Anwesen taten ihr übriges, uns den Tag zu verschönern. Es waren nicht unbedingt die größten Häuser, aber sie hatten alle ihren ganz persönlichen Stil und Charme. Von Design, Architektur und Stil verstehen die Italiener wirklich etwas.
Mittagszeit war es schon und vor der Abfahrt nahmen wir in einer Bar noch Cafe und Panini zu uns. Und dann ging die Fahrt wieder die Serpentinen runter. Eine Erkundigung per Linien-Bus lohnt sich schon. Obwohl ich in Italien gern Auto fahre ist es unpraktisch, da man fast keinen Parkplatz bekommt. Also ab in die Garage und dann in den Bus.
Nachdem wir uns im Hotel erfrischt haben, ging es noch auf einen Rundgang durch die Altstadt. Es gibt immer etwas zu erleben und eine paar Dinge wollten wir noch sehen und besorgen. Zuerst noch einen Abstecher in die Markthalle und diesmal auch in die erste Etage mit den ganzen Gemüseständen. An einem Stand kaufte ich getrocknete Tomaten und auch frische Tomaten, die wir gleich mal so verputzten. Was ich an Preisen für getrocknete Steinpilze sehen konnte, bestätigte doch mal wieder meinen gelungenen Einkauf in Lucca. Ach, man kann sich an den Ständen gar nicht sattsehen. Wie armselig sind doch die deutschen Märkte bestückt. Ein Jammer.
Wir ließen uns treiben, das Wetter war schön und an jeder Ecke gab es Neues zu entdecken. Man muss einfach mal die Stadt auf sich wirken lassen und nicht von einer Sehenswürdigkeit zu nächsten hetzen. Verweilen an schönen Orten und die Köstlichkeiten der italienischen Küche und Kultur genießen.
Für den Abend hatten wir uns in der Nähe des Hotels eine Osteria ausgesucht. Die Bedienung bekam doch gleich mit, dass wir aus Deutschland kamen und schwätzte auf deutsch mit uns weiter. Neben uns wurde englisch gesprochen und die Bedienung hatte auch das gut im Griff. Sehr gewandt, die Dame.
Wir genossen ein recht gutes Menü mit dem Wein des Hauses und anschließend noch einen Plausch mit den beiden Damen am Nebentisch. Diese entpuppten sich als reisefreudige Amerikanerinnen auf mehrwöchiger Rundreise. Von der Reiseroute bekomme ich heute noch Schwindelanfälle. Aber sie sahen die schönsten Gegenden Europas. Genießerinnen die sie nun mal waren, verstanden sie sich auch auf das ‚Dolce Vita’, wie wir im Laufe des Gespräches noch erfahren konnten.
Dienstag – unser letzter Urlaubstag in Italien. Heute war endlich mein ganz großer Tag, denn es ging in die Uffizien. Dafür hatte ich ja schon ein paar Tage vorher eine Reservierung erhalten. Um 12.00 h sollte ich endlich die weltberühmte Sammlung sehen können.
Für Axel war heute noch ein Shopping-Tag eingeplant, er wollte ganz in Ruhe die Modegeschäfte von Florenz stürmen. Frühzeitig waren wir schon an den Uffizien, ich holte mein Ticket ab und wir saßen noch auf der Mauer am Arno. Das ganze Gewusel der Souvenirhändler ergab langsam aber sicher eine Struktur. Das sind gut organisierte Banden, die hier tätig sind.
Um 12.00 h ging es dann endlich los. Hinein ins Vergnügen. Die Hauptsammlung ist im zweiten Stock ausgestellt. Schon die Korridore, in denen klassischen Statuen ausgestellt werden, sind ein Traum. Die Kassettendecke mit Groteskenmalereien aus dem 14. Jahrhundert sind ein Kunstwerk für sich.
Die Säle 2-4 zeigen Kirchenmalerei des 12. Jahrhunderts von Florentiner Meistern und Giotto, dessen Fresken in Santa Croce weltberühmt sind. Sowie Sienenser Maler und Florentiner Maler des 13. Jahrhunderts. In Lucca hatten wir bereits hervorragende Altarbilder und Kirchenmalereien gesehen, was aber von dieser Sammlung locker in den Schatten gestellt wurde.
Es folgten Werke der Gotik und Frührenaissance, bis ich dann endlich im Saal 10 vor den Werken von Botticelli stand. Die ‚Geburt der Venus’ und ‚Der Frühling’ – absolute Meisterleistungen. Diesen Saal habe ich mehrmals besucht.
Saal 15 zeigte dann Werke von Leonardo da Vinci. ‚Die Verkündigung’ ist wunderschön und die ‚Anbetung der Könige’ wäre ein Meisterwerk geworden, aber das Letztere hat Leonardo leider unvollendet gelassen.
Nur noch ein kurzer Überblick über die bekanntesten Künstler, die ausgestellt werden:
Albrecht Dürer, Lukas Cranach, Michelangelo Buonarotti, Raffael, Tizian, Paolo Veronese, Tintoretto, El Greco, Rubens, Rembrandt, Canaletto, Carravaggio, und, und, und.....
Gegen 15.00 h war ich wieder im Hotel. Axel lag schon auf dem Bett und erwartete mich. Anscheinend war der Shopping-Ausflug nicht so toll gelaufen, oder??? Später erfuhr ich dann, dass sich Principessa etwas bei Louis Vuitton besorgt hat.
Nach einer kurzen Pause wurde schon mal das Reisegepäck fertig gemacht. Die geringe Zuladung verlangte nach einer ausgeklügelten Strategie, wollten wir nicht wieder einen Zuschlag berappen. So wurde sortiert, umgepackt, aussortiert und wieder neu gepackt. Der Abfallberg türmte sich. Aber endlich waren wir es zufrieden.
Die Zahlung hatte ich dann auch noch geregelt, denn die Rezeption ist erst später besetzt, da wir am kommenden Morgen schon früh los wollten.
Ein gemütliches Abendessen, ein Rundgang zu unserer Luxus-Eisdiele (wunderbar!!!) und ein letzter Schluck vor einer kleinen Bar folgten und rundeten einen wunderschönen Urlaub ab. Ein wenig Wehmut schlich sich ein. Aber ist das denn verwunderlich aufgrund der Schönheiten dieses Landes?
Mittwoch, der 10.05.2006 – Rückreise nach Hamburg
Wir waren natürlich schon vor dem Wecker wach geworden und konnten uns noch Zeit lassen zu ausgiebiger Körperpflege und Frühstück bei offener Balkontür an unserem kleinen improvisierten Tisch. Dann die Koffer endgültig gepackt und verschlossen. Das Auto wurde absolut pünktlich gebracht. Der Fahrer kassierte die letzten Standtage und es ging zurück nach Pisa. Auf dem Weg aus der Stadt haben wir uns dann doch einmal verfahren, aber da genug Zeit eingeplant war, störte es auch nicht weiter. Wir haben einen Teil auf einer mautpflichtigen Autostrada genommen, um Florenz in westlicher Richtung zu umrunden. Den kleinen Betrag hatten wir dann auch noch übrig und endlich die Straße in Richtung Pisa erreicht. Sanft ließ ich den Wagen im Verkehr mitschwimmen, so hatten wir Gelegenheit, die letzten Eindrücke zu sammeln. Viel zu schnell verging die Fahrt und wir fanden uns am Flughafen in Pisa wieder ein. Alles gut ausgeschildert und schnell zu erreichen.
Den Wagen brauchten wir nur abzustellen und den Schlüssel reinzureichen, schon war alles erledigt. Nachtanken brauchten wir nicht mehr, dass war im Preis schon abgegolten und wir wären mit dem restlichen Diesel noch knapp 70 km weitergekommen. Ein sehr sparsames Auto mit genügend Fahrspaß. Wäre eine Überlegung wert, sich dieses Modell zu zulegen.
Am Check In dann der große Ärger, das Transportband war ausgefallen und die Gepäckstücke wurden ohne Verwiegung angenommen, denn die Leute sollten durchgeschleust werden. Hätte man es doch vorher gewusst, wir wären sofort noch zum Einkauf losgehetzt. Okay, war halt nicht. Verspätung hatten wir auch noch, aber auch noch genug Lesestoff und so ging auch diese Zeit bald vorbei und die Maschine hob ab nach Lübeck-Blankensee. Der Flug war ruhig und auch die Ankunft in Lübeck ging ohne Probleme von statten. Das Gepäck war vor Ort, der Bus wartete bereits und nach einer Stunde hatten wir dann wieder Hamburger Boden unter den Füßen.
Jetzt erstmal nach Hause, Klamotten in die Wäsche, ein heißen Bad eingelassen, ein Glas Rotwein dazu bei Kerzenschein und leiser Musik. Träume von Italien. Heute wird noch nicht telefoniert, das Erlebte muss erst noch verarbeitet werden.
Fazit dieser Reise:
Italien ist immer eine Reise wert. Das wissen die Italiener auch und manchmal sind sie schon unverschämt, was die Strapazierung der Reisekassen anbelangt. Bei nächsten Reisen würden wir einige Dinge ganz anders planen. Einen Mietwagen in Florenz in die Garage zu stellen, ist wirklich nicht nötig. Da kann man am Reiseverlauf noch feilen.
Trotzdem haben wir wunderbare Momente erlebt. Landschaften durchfahren, die unbeschreiblich schön sind. Kunst der Spitzenklasse gesehen und kulinarische Eindrücke genossen, die Fragen nach der hiesigen Lebensart aufwerfen.
Wer nun immer noch Fragen hat, möge sich bitte melden. Wir können gern noch mehr erzählen.
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