Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.
Reisebericht: Besuch in Tsukiji
Im Oktober 2001 besichtigten wir den weltgrößten Fischmarkt in Tokio. Man muß schon früh aufstehen, um die Versteigerung der Thunfische zu erleben.
Es war noch dunkel, als Jürgen und ich gegen 4:30 in der Früh an einem Sonntag im Oktober 2001 zur U-Bahn gingen. Wir hatten zwei Wochen auf der Tokio Motor Show in Makuhari für einen deutschen Automobilhersteller gearbeitet und sind dann während der Messelaufzeit nach Kamakura und Kyoto gefahren. Wieder zurück in Tokio mieteten wir uns in dem günstigsten Hotel ein, das wir finden konnten. Das Dreiecksgebäude lag in einem Verkehrsknotenpunkt. Fluss, Schnellstrasse und Hochbahn begrenzten das Haus.
Nun saßen wir in der U-Bahn zum größten Fischmarkt unseres Planeten: Tsukiji. Dort angekommen wunderten wir uns, dass absolut nichts los war. Aber natürlich, es war ja Sonntag und dies war ein arbeitsfreier Tag. Also erstmal einen Schnellimbiss gesucht und eine Nudelsuppe zum Frühstück gegessen. Den Tag nutzten wir dann noch für einen Aufstieg auf die beiden Zwillingstürme des Rathauses in Shinjuku. Von dort hat man einen sensationellen Blick auf das Häusermeer von Tokio. Der Abend wurde im Hard Rock Cafe im Stadtteil Roppongi beendet.
Montag Morgen standen wir um 4 Uhr wieder auf und machten uns das zweite Mal auf den Weg nach Tsukiji. Schon an der gleichnamigen U-Bahnstation merkten wir, dass der Weg nicht umsonst war. Geschäftiges Treiben um uns herum. Das Viertel begann mit einigen Straßenzügen voller Obst und Gemüseständen. Auch der erste Fisch war zu sehen. Doch das war alles nur das Vorspiel. Bald kamen wir in riesige Hallen, die allerdings mit kleinen Fischständen so eng bebaut waren, dass man Mühe hatte, hindurch zu gelangen. Jeder Fischstand hatte seine Spezialitäten. Da gab es welche nur mit Krebsen oder Seetang. Viele Stände hatten Thunfisch, der manchmal frisch zerlegt wurde. Auch Fugo, den tödlichen Kugelfisch bekamen wir zu Gesicht. Hunderte von Meerestiere waren hier zu entdecken. Durch die engen Gänge fuhren auch noch Elektrokarren und man musste Acht geben, nicht überfahren zu werden. Wir tauchten ein, in eine uns fremde Welt. Um uns herum nur Japaner.
Einmal sahen wir ein anderes Touristenpaar. Doch die verschwanden so schnell wie Sie auftauchten im Gewimmel. An einem guten Tag arbeiten in Tsukiji 30.000 Menschen. Wir gingen weiter durch das Labyrinth aus Fischen und plötzlich tauchte das Herzstück von Tsukiji vor uns auf. Hunderte von gefrorenen Thunfischen lagen auf dem Hallenboden und die Versteigerung war in vollem Gange. Ein Mann mit einem Schreibblock in der Hand machte sich Notizen und vollführte dabei einen merkwürdigen Singsang. Umringt von einigen Dutzend Japanern wurde nur mit Handzeichen gestikuliert. Dann wurden die Fische mit den Elektrokarren abtransportiert. Sie waren übrigens bei Minus 70 Grad tiefgefroren. So kann sich der Fisch monatelang auf See in den Trawlern halten, ohne an Qualität zu leiden.
Wir bahnten uns wieder einen Pfad nach draußen, wo wir uns in einer der Nebenstrassen in einem kleinen Restaurant noch etwas frisches Sushi zum Frühstück genehmigten. Ein Kaffee gehörte nach so viel Fisch allerdings auch dazu.
Lesezeichen für diesen Reisebericht setzen bei ...
-
Mister Wong
-
Google Bookmarks
-
YiGG
-
del.icio.us
-
Digg
-
StumbleUpon
-
Magnolia
-
Webnews
Bookmark in Ihrem Browser speichern Schließen