Island Extrem – mit dem Bike unterwegs auf Islands härtesten Pisten.

Reisebericht

Island Extrem – mit dem Bike unterwegs auf Islands härtesten Pisten.

Reisebericht: Island Extrem – mit dem Bike unterwegs auf Islands härtesten Pisten.

Vier Wochen habe ich mit dem Bike Island erkundet. Insgesamt über 1350km, davon ca. 900km auf Schotterpisten, erradelte ich meist abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Natürlich durften auch ein paar „Highlights“ nicht fehlen.

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Traumcamp



Steine Spritzen. Ein blauer Jeep stoppt neben dem Bike. „Alles klar, brauchst du was?“. „Nein, alles OK“. „Schönes Wetter! Leichter Wind, ein angenehmer Sommertag!“ – Realitycheck: 3 Grad, 40km/h Wind schräg ins Gesicht, Sprühregen, Wolken hetzen wie unter Termindruck tief über den Himmel. „Nur ein bisschen viel Sonne für meine empfindliche Haut!“. Ein Eins-Null für dich Lächeln huscht über sein Gesicht. Er greift hinter den Sitz, eine 0,5er Dose „Gull“ fliegt mir entgegen. „Genieß dein Abendessen!“. Steine Spritzen. Wieder allein.



Krezung im Hochland



Sonntagmorgen, Reykjavik, 4:17 Uhr, zehn Tage zuvor. Aus der schummrigen Disko trete ich in das helle Licht der Mitternachtssonne. Was mehr irritiert, die Sonne oder die Gin Tonics, weiß ich nicht. Gefeiert wird hart und ausdauernd. Im hellen, kurzen Sommer den dunklen, langen Winter kompensieren. Bis auf die Partyhotspots ist die Stadt menschenleer.
Einkaufen. Auch Sonntags. Ich packe das Rad für einen frühen Start, genieße noch einmal die Bequemlichkeiten eines Restaurants.



in der Surtshellir



Über Asphalt nach Þingvellir. Hier teilt sich Amerika von Europa – plattentektonisch – und eint sich Island seit 930 – parlamentarisch. Am Infozentrum hält ein moderner Bus. Vollklimatisiert, Entertainmentsystem. Eine Horde schießwütiger Besucher quillt hervor. Ich bin ihr erstes Opfer. Wie Maschinengewehre rattern die Spiegel der Kameras, die Linsen auf das vollgeladene Bike und mich gerichtet. Flüchte mit dem Rad durch die Schlucht an einen wunderschönen, einsamen Campingplatz direkt am See. Ruhe.

Endlich endet der Asphalt. Schotter unter den Reifen, der erste ordentliche Anstieg wartet. Noch ist die Piste breit. Der Untergrund wechselt von Schotter zu einem Gemisch aus Lehm und groben Steinen, die Piste wird enger. Einspurig schlängelt sie sich über eine Passhöhe. Das Wetter schlägt um, Nieselregen. Der Lehm wird glitschig, eine Abfahrt auf rohen Eiern. Feucht vom Regen steht das Zelt an einem Fluss. Morgen beginnt das „echte“ Hochland.



bei Þingvellir



Seit 23 Stunden knattert das Zelt im Sturm. Im weichen Untergrund lockern sich die Heringe ständig. Schwere Steine helfen nur zeitweise. Es knallt. Das halbe Zelt schlägt auf mich ein. Spannschnur gerissen, Gestängeelement gebrochen. Ich breche das Lager ab, schlage mich zu einer Hütte durch. Eine Stunde 45 Minuten für gut Zehn Kilometer. Aufwärmen, durchatmen, trocknen, reparieren. Ein Menschenfreund hat einen Rest Rum dagelassen. Abends legt sich der Sturm, Wolken lösen sich auf, geben den Blick frei auf eine grandiose Gletscherlandschaft.



Gletscherleuchten


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Kommentare

  • Bille

    Hochachtung. Wir sind dieses Jahr gemütlich mit dem eigenen Wagen durch Island gefahren und haben die Biker sowohl bewundert, als auch bedauert. Staubpisten, Wolkenbrüche, Gegenwind...Ganz schön hart. Selbst auf der Ringstraße fand so mancher Kampf zwischen Biker und Natur statt.
    Danke für den Bericht und die schönen Bilder.
    Berit

  • lautine

    Hochachtung vor der körperlichen Herausforderung.
    Danke für den interessanten Bericht und deine Fotos, die von der
    Schönheit und Einzigartigkeit dieses Landes sprechen

  • JannaV

    schön

  • Halldor_Snorrison

    Interessanter Bericht, tolle Fotos! Ich fahre selbst sehr gerne Rad, aber DAS wäre mir dann doch eine Spur zu derbe. Ich war bei der Um- und Durchfahrung dieser Insel jedenfalls meist sehr froh, in einem Auto zu sitzen. Obwohl, einen nicht ganz unwichtigen Vorteil des Fahrrads gegenüber dem Auto will ich nicht leugnen: Ein Fahrrad bekommt man dann doch immer noch aus eigener Kraft aus einem Fluss heraus bugsiert ... *räusper*

  • showmetheworld

    Aus den Bildern der Tour ist mittlerweile noch ein Video entstanden: http://vimeo.com/23110592
    Viel Spaß beim anschauen :)
    Stefan

  • rjs1 (RP)

    Herzlichen Dank für den Kurzbericht. War schon dreimal mit einem Leihwagen auf Island unterwegs und bewundere die Radfahrer, die gegen Wind, Regen, Sandsturm usw. ankämpfen. Weiter so! Glück auf!
    Reinhold

  • astrid

    Ein großartiger Bericht mit ebensolchen Fotos - einfach spitze!
    Gruß Astrid

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