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Reisebericht: Langobarden, Seen und Franciacorta - Brescia und ihre Provinz
Wer noch echtes Italien nördlich des Apennins sucht, wird in der Provinz Brescia fündig. Berge, Seen, Städte und uralte Dörfer finden sich neben alten Kulturlandschaften und Weingärten
- Vom Gardasee zur Marmolata
- Freigeister, Belle Epoche und moderner Tourismus: das Westufer des Gardasees
- Cà dei Manni, wo das kulinarische Paradies eine Haltestelle hat
- Unbekanntes am und im Gardasee
- Auf nach Desenzano
- Brescia, Italien in einer Stadt
- in die Franciacorta und an den Iseo-See
- Besuch beim Palazzo Torri in der Franciacorta
- Rund um die Monte Isola im Iseo See
- Franciacorta: Klöster, Schlösser, Dörfer, Weinkeller
Vom Gardasee zur Marmolata
Die Wellen des Gardasees schlugen sanft an die befestigten Ufer im Garten des vier Sterne „Grand Hotels Gardone Riviera“ (Internet www.grangardone.it). Der Blick aus meinem Zimmer glitt über den See, der im morgendlichen Juni-Licht langsam die Schatten am Pool-Bereich verdrängte. Es war ein Österreicher, Alois „Luigi“ Wimmer, der sich 1870 hier am Westufer des Sees niederließ und 1886 dieses Hotel eröffnete.
Wo der Gardasee zu einem Urlaubserlebnis wird, vorausgesetzt, man möchte in gehobener Hotelkategorie verwöhnt werden
Persönliche Meinung von mosaik:
Gardone Riviera, eine Gemeinde am Westufer des Gardasees, das Grand Hotel Gardone Riviera, ein vier Sterne Refugium direkt am See. Erbaut zwischen 1884 und 1886 vom Österreicher Luigi, Louis, Wimmer, der zur Behandlung seiner Lungenkrankheit nach Gardone Riviera kam, genas und als Hotelier blieb. Ich, auch Österreicher, der zum Kennenlernen mehr
Freigeister, Belle Epoche und moderner Tourismus: das Westufer des Gardasees
Ich war gestern am späten Nachmittag in der Provinz Brescia angekommen, zu der auch das Westufer des Gardasees gehört. Nach einem ausgiebigen Frühstück vom Buffet, das ich auf der Terrasse des Hotels am Seeufer genossen hatte, wollte ich mir heute das Verrückteste ansehen, was man sich am knapp 50 Kilometer langen Gardasee überhaupt ansehen kann: das „Il Vittoriale degli Italiani“, das Monument des italienischen Exzentrikers, Schriftstellers, Kriegshelden und Faschisten Gabriele d’Annunzio (* 1863, † 1938). Auf einem riesigen Hanggelände oberhalb des Sees hatte er eine Villa mit 45 Räumen erworben. Seinerzeit, im Februar 1921, zog d’Annunzio hier ein und stopfte jeden Raum mit skurrilen Details voll. Schon der Eingangsbereich, der in der Mitte durch ein Geländer in zwei Bereiche geteilt ist, ist ein Kuriosum: links der Eingang für unerbetene Gäste, rechts jener für geschätzte Besucher. Im Park ließ er den Bug eines Kriegsschiffes aus dem Ersten Weltkrieg mit Blickrichtung Fiume, dem heutigen Rijeka, erbauen, das er mit einer Handvoll Kameraden 1919 ein Jahr lang besetzt hielt. Und am höchsten Punkt des Parks thront sein Sarkophag, umgeben von Sarkophagen, von in seinen Augen anderer Helden. Internet: www.vittoriale.it. Nicht weit vom Grand Hotel Gardone gibt es noch einen anderen Garten zu besichtigen: der „Giardino Botanico André Heller“, den der Künstler als eine Musterkollektion von Weltgegenden, einen Paradiesgarten in dem Pflanzen aller Erdteile gastieren, nennt.
Das Leben und die schillernde Persönlichkeit von Gabriele d'Annunzio könnte nicht besser erlebt werden als im "Il Vittoriale degli Italiani", dem "Heldendenkmal siegreicher Italiener", dem Lebensmittelpunkte dieses Kriegshelden, Dichters, Philosophen, Faschisten und Eigenbrötlers. Tauchen Sie mit mir in eine phantastische Welt am Gardasee ein!
Persönliche Meinung von mosaik:
Mit dem Spruch „Ich habe, was ich gegeben habe“, der in lateinischer Sprache gleich beim Eingang zu dem neun Hektar großen Grundstück prangt, hatte sich Gabriele d’Annunzio noch zu Lebzeiten unsterblich machen wollen. Er schenkte dem Staat sein Anwesen, damit es nach seinem Tode weiterlebe.
An einem Hang oberhalb des Westufers des Gardasees in Gardone Riviera mehr
Cà dei Manni, wo das kulinarische Paradies eine Haltestelle hat
Vor der weitum bekannten „Pizzeria Cá dei Manni“ in Villa di Salò, einige Kilometer südlich von Gardone, steht ein rot lackiertes englisches Taxi. Taxi-Service für jene, die einfach nicht den Keller-Genüssen des Hauses widerstehen können bietet Manrico Gorini, der Chef des Hauses, seinen Gästen. Er erwartete mich schon mit Ungeduld. Denn auch er hatte schon, so wie ich, Hunger und freute sich, mich in die kulinarischen Geheimnisse des Hauses einzuführen. Gestärkt durch geistige Getränke aus der auf den Grundlagen des Anthroposophen Rudolf Steiner arbeitenden Weinkellerei „Cascina La Pertrica“ in Polpenazze del Garda (www.cascinalapertrica.it) ging es wieder hinunter an den See, wo ich in Porto Portese ein Boot bestieg.
Ein unscheinbares Lokal mit sensationeller Küche. Kein Touristenlokal, wohl aber ein Genießerlokal!
Persönliche Meinung von mosaik:
Vor der weitum bekannten „Pizzeria Cá dei Manni“ in Villa di Salò, einige Kilometer südlich von Gardone, steht ein rot lackiertes englisches Taxi. Taxi-Service für jene, die einfach nicht den Keller-Genüssen des Hauses widerstehen können bietet Manrico Gorini, der Chef des Hauses, seinen Gästen. Er erwartete mich schon mit Ungeduld. Denn auch er hatte schon, so wie ich, mehr
Unbekanntes am und im Gardasee
Fünf Inseln gibt es im Gardasee und nur eine davon ist bewohnt. Zu der, genauer gesagt, um diese Insel herum ging es zunächst. Die „Isola del Garda“ ist in Privatbesitz, doch öffnet die Besitzerin nach Voranmeldung gerne ihren Palazzo für eine Besichtigung. Auf dem südwestlichen Teil der Insel ist so etwas wie ein Naturschutzgebiet. Nistplatz für Reiher, die ich auch bei der Fahrt beobachten konnte. Dann querte mein Bootsführer Claudio den See und legte an der Halbinsel von Sirmione gleich neben der Skaligerfestung an. Schon der Römer Catullo schätzte das wohltuende Klima der Halbinsel und natürlich die warmen Quellen, die im See entspringen. Heute ist Sirmione ein Touristenzentrum. Doch wenn man die Altstadt durchquert hat, breiten sich Palazzi, umgeben von prächtigen Parks aus. In einer Villa, die jetzt zum Verkauf steht, wohnte von 1950 bis 1959 die unvergessene Opernsängerin, die Königin der italienischen Oper, Maria Callas. Ihrer Villa gegenüber liegt das fünf Sterne „Palace Hotel Villa Cortine“. Für Touristen ist der Zugang in den Park nicht möglich, wohl aber mir öffnete sich das schmiedeeiserne Tor und ließ mich in eine Welt von Springbrunnen, Statuen und Blumen eintreten. Von außen wirkt das Hotel eher wie ein Sanatorium am höchsten Punkt der Halbinsel gelegen. Erst 1957 errichtet, verbreitet es den Charme der Belle Epoche, der jedoch etwas überladen wirkt. In seiner außergewöhnlichen Lage hoch über dem Gardasee bietet es 40 Superior- und acht Deluxe-Zimmer, sowie vier Junior- und zwei Suiten. Im Internet: www.hotelvillacortine.com
Auf nach Desenzano
Claudio erwartete mich wieder am in den See hinaus errichteten, hölzernen Badeplatz des Hotels mit seinem Boot, um mich nun nach Desenzano zu bringen. Ja, das kenne ich von vielen Reiseleitungen her gut. Einmal wohnte ich in dem entzückenden 3-Sterne-Hotel Piroscafo, direkt am alten Hafen. Doch heute entdeckte ich ein Restaurant in einer Seitenstraße, mit einer Enoteca, in dem ich den Tag ausklingen ließ: „Ristorante Corte Pozzi“. Internet www.hotelalessidesenzano.com.
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Wieder ein sehr schöner, informativer und wirklich lesenswerter Bericht von Dir über eine traumhafte Gegend Italiens. Mir gefällt es, wie Du auch Deine persönlichen Eindrücke mit einfließen läßt. Die Fotografien sind wie immer wunderschön.
LG Ursula -
Danke schön! Ich bemühe mich, lebendig und unterhaltsam zu schreiben, aber ich lerne immer noch...
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Sehr informativer Bericht mit wunderschönen Fotos, der wieder einmal Sehnsucht nach einem Italien-Urlaub weckt. Den Gardasee und seine Umgebung kenne ich zudem noch überhaupt nicht.
LG Susi
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