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Reisebericht: Krabbenfest in Morne à l'Eau

 
 
 
 
 
Reisebericht: Krabbenfest in Morne à l'Eau

Wie die "Krabbenfresser" aus Morne à l'Eau ein Fest erfanden.

Jedes Jahr zu Ostern wird in Morne à l’Eau das Krabbenfest gefeiert. Die handtellergroßen Erdkrabben standen schon auf dem Speisezettel der karaibischen Ureinwohner. Später fanden die Sklaven Geschmack an den Krustentieren und erfanden zu den von den Karaiben übernommenen Rezepten weitere Zubereitungsweisen.

Krabben fühlen sich besonders wohl im sandigen Mangrovenbiotop in der Nähe von Morne à l’Eau. Sie vermehren sich im September, dann buddeln sie sich im Sand ein und wechseln ihr Gehäuse. Von März bis Juli ist die beste "Jagdsaison" für die Krabbenfans.



 
 
 
 
 

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In Morne à l’Eau entwickelte sich eine regelrechte Krabbenkultur. So musste ein junger Mann, wenn er heiraten wollte, eine Sammlung von 32 Krabbenfallen besitzen, um die Ernährung seiner zukünftigen Familie abzusichern.



 
 
 
 
 

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Obwohl Krabbengerichte in ganz Guadeloupe zum traditionellen Osteressen gehörten, galten diese Speisen als Arme-Leute-Essen und die Einwohner von Morne à l’Eau wurden von den anderen Guadeloupiern wenig freundlich als Krabbenfresser verspottet. Da hatten einige Leute 1993 die clevere Idee, aus der Not eine Tugend zu machen und ein Krabbenfest zu erfinden, um die alten Rezepte aufzuwerten.



Heute hat das Fest Tradition und zieht viele Besucher an. Auf dem Weg zum Strand kommen Leute aus ganz Guadeloupe hierher, um ein Krabbengericht für das Picknick einzukaufen.

Auf dem Marktplatz sind Stände aufgebaut mit einheimischem Kunsthandwerk wie Schmuck aus Samenkernen von guadeloupischen Pflanzen...



 
 
 
 
 

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... Gewürzen und selbstgemachter Marmelade...



 
 
 
 
 

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...und natürlich allen Sorten von Rumpunsch nach Großmutters Geheimrezept. Schließlich darf bei einem guten Krabbengericht der Aperitif nicht fehlen.



 
 
 
 
 

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Auch auf dem T-shirt wird die Krabbe künstlerisch verarbeitet.



 
 
 
 
 

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Auf der Bühne stellen gestandene Köchinnen ihre besten Rezepte vor.



 
 
 
 
 

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Wer hätte schon gedacht, dass so ein banales Krustentier außer bei Köchinnen auch bei anderen Künstlern so viele Fantasien anregt.



 
 
 
 
 

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Später gibt es einen Krabbenwettlauf und den Wettbewerb der Krabbenbinder. Zuerst muss man mit gezieltem Griff aus der Menge der Krabben eine auswählen...



 
 
 
 
 

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...dann die gewaltigen Scheren der Tiere außer Gefecht setzen und am Körper festbinden.



 
 
 
 
 

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Nun kann man ruhig mal seinen Finger zwischen die Scheren halten.



 
 
 
 
 

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In einem Bündel von 5 oder 6 Krabben werden sie zum Verkauf angeboten.



 
 
 
 
 

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Heute werden Krabben auch gezüchtet und extra groß gefüttert, damit sie beim Wettbewerb „Monsieur Boko“ – größte Krabbe - ihrem stolzen Besitzer einen Preis einbringen.



 
 
 
 
 

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Aber das wichtigste sind natürlich die Essensstände, die von einheimischen Restaurants betrieben werden. Die Menschen stehen geduldig Schlange, die Nachfrage ist groß. Die Krabbenfresser von Morne à l’Eau machen an diesem Tag ein gutes Geschäft. Jedenfalls macht Krabbenessen nicht dumm...



 
 
 
 
 

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Das Arme-Leute-Essen gilt inzwischen als Delikatesse. Die Speisekarte ist reichhaltig.



Am beliebtesten sind:
als Vorspeise: Tarte à la crabe oder gefüllte Krabben,



 
 
 
 
 

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als Hauptgericht: Calalou - Krabben mit den Blättern von Maderewurzeln (Taro),



 
 
 
 
 

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Matété à crabe – Reis mit Krabben,



 
 
 
 
 

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Colombo de crabe – Krabbencurry.



 
 
 
 
 

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Ganz mutige Rezepterfinder haben sogar Versuche mit Krabbenlikör oder Krabbeneis gemacht. Den Likör hab ich gekostet – schmeckt nicht. Beim Eis hab ich jemanden beobachtet und auf Grund seines Gesichtsausdrucks auf ein Probieren verzichtet. Diese Varianten haben sich auch bei hartgesottenen Krabbenfressern nicht durchgesetzt.

Da bleibt man doch lieber beim Matété. Darüber es gibt sogar ein Lied. Der Sänger Jomimi aus Morne à l’Eau hat seine Überzeugung, dass Krabbenessen stark und vor allem potent macht, musikalisch verpackt und damit einen Hit gelandet. Seitdem erlebt das Lied zu jedem Krabbenfest ein come back: „Es ist das Matété à crabe, das uns so solide macht, wie wir sind....“.
Hier gibts einen Ausschnitt vom Lied.

www.antilles-mizik.com/boutique/jomimi-matete-krab-p-6336.html



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Kommentare
  • traveltime 07.04.2010 | 10:03 Uhr

    Bon Apetit!
    LG Rolf

  • Zaubernuss 07.04.2010 | 10:26 Uhr

    Schöner Bericht mit vielen Bildern und einem Lied auf der angefügten Seite, das alles untermalt. LG: Ursula

  • mamaildi 07.04.2010 | 18:52 Uhr

    Sehr appetitlicher Bericht voll aus dem Leben :-))

  • enfrente 07.04.2010 | 19:12 Uhr

    Mensch Friederike, dein Guadeloupe gefällt mir immer mehr. Erst Frauenpower jetzt Crabbenfest...ich glaube dort lässt es sich wunderbar leben. Ich würde sagen, wir kommen dich mal alle besuchen ..lol. Schöner Bericht mit großartigen Bildern. lg Romy

  • enfrente 07.04.2010 | 19:13 Uhr

    Sorry hab es gerade gemerkt, Frauenpower war ja in Tahiti. Aber ihr habt trotzdem tolle Bräuche.

  • freyabe 07.04.2010 | 19:44 Uhr

    Macht nix, Romy, Frauenpower gibts hier auch und besuchen wäre toll, ein RC-Mitgliedertreffen bei mir, dann sitzen wir mit Rumpunsch am Strand und machen uns über die Negativbewerten lustig ;-))))

  • freyabe 07.04.2010 | 19:47 Uhr

    Vielen Dank an Euch alle für die tollen Bewertungen und Kommentare , das macht richtig Spaß mit Euch. Da kann mir doch jeder Negativbewerter mal den Buckel runter rutschen.

  • nach oben nach oben scrollen
  • tumtrah 08.04.2010 | 00:20 Uhr

    Ich hab's zwar nicht so sehr mit dem Krabbelgetier, aber Dein Bericht darüber hat mir doch sehr gut gefallen. Gibt's bei Euch eigentlich wie auf Jamaika Krabbenrennen? Die anzuschauen, fand ich ja ganz lustig. Vor allem, wenn auf den Sieger gewettet wurde.
    LG Hartmut

  • trollbaby 10.04.2010 | 16:28 Uhr

    Hallo Friederike!
    Was für ein interessanter Bericht! Von einem Krabbenfest habe ich ja noch nie gehört, würde es aber nur zu gerne mal selbst besuchen. Auch auf den Krabbenlikör wäre ich gespannt, obwohl er Dir ja nicht geschmeckt hat. Aber Geschmäcker sind ja verschieden. ;-)
    LG Susi

  • krima1 09.05.2010 | 09:41 Uhr

    Yepp, da kriege ich ja Appetit!
    Schöner Bericht, tolle Bilder und prima Sound - klasse Sache das.
    Vielen Dank
    krima1

  • mamatembo 01.12.2010 | 08:21 Uhr

    Hallo Friederike,
    dieser Bericht stand schon länger auf meinem Merkzettel, über den ich heute wieder gestolpert bin. Kurzweilig und interessant geschrieben, mit tollen Fotos versehen hat Dein "Krabbenfest" die Bestnote verdient. Auch wenn ich mich als Vegetarier bei den Gerichten lieber zurückhalte ... :-)))
    LG Beate

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