WEST KANADA – Bergwandern in British Columbia

Reisebericht

WEST KANADA – Bergwandern in British Columbia

Reisebericht: WEST KANADA – Bergwandern in British Columbia

Insgesamt habe ich zweimal ein halbes Jahr in British Columbia verbracht und dabei einige Bergwanderungen, Ein- wie Mehrtageswanderungen unternommen, mit Bekannten, Freunden, häufiger auch alleine. Ich habe dann auch ein Wilderness Guide Training absolviert und als Guide in den Chilcotin Mountains gearbeitet. Nachfolgend beschreibe ich vier ausgewählte Touren in der Region zwischen Vancouver und Pemberton.

Reisen muss ein Abenteuer sein.

„Worauf es ankommt, ist, in Bewegung zu sein, die Notwendigkeiten und die Hindernisse unserer Existenz unmittelbarer zu spüren, dieses bequeme Federbett der Zivilisation zu verlassen und festzustellen, dass der Boden unter den Füßen aus Granit besteht und mit scharfen Kieseln bestreut ist.“
Robert Louis Stevenson – Reise mit dem Esel durch die Cevennen (1879)



Keine Bildinformationen verfügbar

Es gibt unzählige Möglichkeiten in British Columbia zu wandern. Vancouver selbst bietet schon nette Möglichkeiten einige Eingewöhnungstouren zu unternehmen. Der boreale Regenwald der Westküste hat seinen eigenen Charme. Trotz dass der echte Urwald schon längst abgeholzt ist und nur noch ganz vereinzelt ein paar Urwaldriesen überlebt haben ist der Wald sehr sehenswert. Wie neues Leben aus verrottenden Baumstümpfen wieder erstehen kann sieht man z.B. in North Vancouver im Lynn Valley oder direkt an der Küste West Vancouvers bei einer Wanderung durch den Lighthouse Park. Beide Örtlichkeiten waren bei meinem 3 Monate dauernden Aufenthalt in Vancouver Entspannungs-Orte von der Hektik und dem Lärm in Downtown.
Insgesamt habe ich zweimal ein halbes Jahr in British Columbia verbracht und dabei einige Bergwanderungen, Ein- wie Mehrtageswanderungen unternommen, mit Bekannten, Freunden, häufiger auch alleine. Ich habe dann auch ein Wilderness Guide Training absolviert und als Guide in den Chilcotin Mountains gearbeitet. Nachfolgend beschreibe ich vier ausgewählte Touren in der Region zwischen Vancouver und Pemberton.



The Stawamus Chief - Third Peak oder North Summit 702 m (2,303 ft)

Keine Bildinformationen verfügbar

Von Vancouver nach Squamish auf dem Highway 99 entlang des Howe Sound fahrend, sieht man kurz vor Squamish die über 600 m steil aufsteigenden Granitwände des Stawamus Chief.

Sḵwx̱wú7mesh – Stawamus – Squamish
Name der einheimischen First Nations die die Gegend von Vancouver, über den Howe Sound und die Sunshine Coast besiedeln.

Parkmöglichkeiten gibt es an den Shannon Falls, ein Abstecher zu den Wasserfällen lohnt sich auf alle Fälle. Der direkte Zugang zum Chief ist aber am Parkplatz „Stawamus Chief Provincial Park“. Hier befindet sich auch ein Campingplatz der von den Kletterern gerne benutzt wird. Der Chief besteht aus drei Gipfeln die alle von der Rückseite her erwandert werden können. Der Trail ist steil und der 3. Gipfel ist am schwierigsten, dass bedeutet, man benötigt ein wenig Geschick, um einige schmale und steile Passagen im Fels zu überwinden. Einige dieser Passagen sind mit Eisen-Seilen gesichert. Bei trockenem Wetter ist das Granitgestein aber sehr griffig und gut zu begehen. Von oben hat man einen grandiosen Blick über den Howe Sound, hinunter nach Squamish und auf die umliegenden Berge.
Die Wanderung eignet sich gut als Tagesausflug von Vancouver oder Whistler aus. Der Trail wird oft und gerne begangen, man ist nicht alleine und am Trail sind einige Hinweisschilder auf die Gipfel angebracht. Ich habe zwei Mal den 3. Gipfel erwandert.



Keine Bildinformationen verfügbar


Brandywine Meadows und Brandywine Mountain 2,213 m (7,260 ft)

Keine Bildinformationen verfügbar

Weiter auf dem Highway 99 von Squamish nach Whistler einige Kilometer nach dem Parkplatz „Brandywine Falls“ zweigt links eine Straße ab zur Callaghan Creek Road. Nach weniger als einem Kilometer aber wieder links abzweigen und an der Whistler Transfer Station vorbei. Ab da gibt es Schotterpiste. Nach einer Weile trifft die Schotterpiste auf die Brandywine Forestry Service Road. Da rechts abbiegen und an den „Blackcomb Snowmobile facilities“ vorbei, bergauf und immer steiler bergauf. Mit meinem alten Plymouth Neon auf der Schotterpiste ist es mir nicht gelungen das letzte Steilstück bis zum eigentlichen Trailhead zu fahren und ich habe das Auto am Straßenrand geparkt. Das letzte Steilstück auf der Schotterpiste also zu Fuß. Der Trail beginnt auf der rechten Seite der Straße ein Hinweisschild „Brandywine Meadows“ weißt den Weg. Es geht über mehr als 500 Höhenmeter sehr steil durch den Wald bergauf, manchmal liegen umgestürzte Bäume im Weg aber bis zu den Brandywine Meadows ist der Weg gut markiert. Der Trail führt noch ein Stück weiter durch dieses schöne Hochtal. Den weiteren Weg hinauf auf den Brandywine Peak muss man sich mittels topographischer Karte selbst suchen. Manchmal sind Pfadspuren vorhanden und einige Steinmänner weisen den Weg hinauf auf den Berggrat. Ist man dort oben muss man nur dem Rücken weiter bergauf folgen eine Orientierung ist hier wieder einfacher. Grob geschätzt waren es insgesamt knapp 1300 Höhenmeter Anstieg bis zum Brandywine Peak. Die Wanderung ist sehr steil und anstrengend. Ich habe mit einerVancouver Wandergruppe einen Tagesausflug hierher unternommen. Auf dem Gipfel war leider dichter Nebel, der uns um das 360° Panorama gebracht hat. Schön war es trotzdem.



3 Tage Brian Waddington Hut – Mt. Gandalf 2391 m (7844 ft)– Mt. Aragorn 2435 m (7989 ft)

Keine Bildinformationen verfügbar

Weiter auf dem Highway 99 an Whistler vorbei geradeaus durch Pemberton bis nach Mt. Currie. Dort abzweigen nach D’Arcy und dann aber die Blackwater Road zum Birkenhead Lake nehmen. Am Eingang zum Birkenhead LakeProvincal Park über den Phelix Creek und dann ein Stück rechts bergauf eine Logging Road bis zu einem kleinen Platz, wo man das Auto abstellen kann. Ich habe mit zwei Bekannten aus Vancouver eine 3 Tage Tour unternommen. Der erste Tag bestand aus der Anfahrt von Vancouver und der Aufstieg zur Hütte. Der Weg zur Hütte war nach verlassen der Logging Road nur sehr schwer zu finden, die Markierungen gingen irgendwann verloren. Der Trail war nicht mehr gut erhalten und überwuchert. Einige Male mussten wir geeignete Stellen zur Bachüberquerung suchen. Wir waren Mitte Juni unterwegs, bei Schneeschmelze, also nicht gerade optimalen Bedingungen zum überqueren von Bächen und gehen durch Schnee. Aber das warme Wetter und drei Tage Sonnenschein ließen uns die nassen Füße schnell vergessen. Am zweiten Tag machten wir uns früh auf, um auf den Mt. Gandalf und den Mt. Aragorn zu steigen. Beide Berge sind mit etwas Geschick gut zu erwandern, es gibt nur einige wenige Kletterstellen auch hier durch gut griffigen Granit. Den Weg hinauf muss man selbst suchen es gibt keine Markierungen nur ab und zu ein paar Steinmänner und vereinzelte Pfadspuren. Von den noch bestehenden Wechten nahe der Gipfelgrate hält man besser einen größeren Abstand. Von den Gipfeln hat man eine fantastische Aussicht über die Coast Mountains und hinein in die nahe Chilcotin Mountains Region. Am dritten und letzten Tag wollten meine zwei Bekannten sich noch den Mt, Shadowfax. vornehmen. Ich begleitete sie bis zum Fuß des Berges und machte es mir in einer windgeschützten Ecke bequem und beobachtete Schneehühner und meine beiden Bergkameraden. Nach knapp einer Stunde kamen sie aber zurück, da der Schnee den Aufstieg zum Gipfel zu gefährlich machte. Wir stiegen gemeinsam zur Hütte ab, packten den Rest unserer Sachen zusammen und wanderten talwärts zurück zum Auto. Eine sehr schöne mehrtägige Wanderung. Einen Platz in der Hütte sollte man übers Internet vorbuchen (http://www.ubc-voc.com/wiki/VOC_hut_registration). Eine Übernachtung kostet 5$, die in der Hütte deponiert werden. Es gibt keine Heizmöglichkeit in der Hütte aber ein kleiner Propangasofen zum Kochen sollte noch vorhanden sein. Am besten man bringt seinen eigenen Kocher mit und auf alle Fälle auch einen warmen Schlafsack.



Keine Bildinformationen verfügbar


Fünf Tage Shulaps Range

Keine Bildinformationen verfügbar

Von Pemberton aus gibt es zwei Möglichkeiten mit einem Nicht-Allrad Fahrzeug ins Bridge River Valley zu gelangen, um von da aus Shulaps und die South Chilcotins zu erwandern. Entweder man biegt in Pemberton vom Highway 99 links in den Ort ab, durchquert diesen bis nach einigen Kilometern rechts die Hurley River Forest Service Road abzweigt. Diese ist eine Schotterpiste, die manchmal in sehr schlechtem Zustand sein kann. Man überquert den 1,829 m hohen Hurley Pass um danach bergab nach Goldbridge, einem Ort mit ungefähr 40 Einwohnern, zu fahren. Die Route ist nicht empfehlenswert obwohl Sie nach einer Abkürzung aussieht, wenn man von Vancouver aus anreist. Besser und schöner ist die Fahrt auf dem Highway 99 nach Lillooet. In Lillooet muss man den Schildern nach Goldbridge folgen, man fährt durch das schöne schluchtartige Bridge River Valley bergauf bis der Carpenter Lake in Sicht kommt. Die Straße ist großteils auch Schotterpiste aber relativ gut gepflegt. Nach wenigen Kilometern am See zweigt rechts eine weitere Schotterstraße, die Marshall Lake Road ab. Es gibt mehrere Zugangsmöglichkeiten von dieser Straße in die Höhen der Shulaps Berge. Dort gibt es keine öffentlichen Hütten, das heißt man muss die volle Campingausrüstung mitnehmen.

Da ich unter anderem in diesem Gebiet als Guide für eine Guestranch gearbeitet habe, standen mir und meinen Wandergästen fest installierte Scoutzelte und eine Wildnisküche auf ungefähr 1800m Höhe als Basis für unsere Bergwanderungen zur Verfügung. Lebensmittel und persönliches Gepäck wurde mit Packpferden transportiert. Die Gegend ist wunderschön aber sie liegt sehr abgeschieden und wird deshalb nur sehr selten von Wanderern besucht. Nie habe ich solche Bergblumenwiesen wie hier gesehen. Ende Juli war die volle Pracht entfaltet. Wir erklommen einen markanten Berggipfel, der wie viele hier keinen Namen hat, wir nannten ihn einfach Our Peak. Wir machten eine lange Wildblumenwiesen Wanderung mit viel Zeit zum Fotografieren und beobachten von Schneehühnern, Bighorn Schafen und einem Grizzlybären. Wir wanderten durch ein Hochtal hinauf auf einen Berggrat mit weitem Blick über die ganze Region. Wir besuchten eine verlassene Jagdhütte an einem türkisgrün schimmernden Bergsee und nahmen ein erfrischendes Bad. Die fünf Tage vergingen wie im Flug. Das Camp muss in einem tadellosen Zustand verlassen werden das heißt, Essgeschirr und langlebige Lebensmittel wie Zucker, Mehl, Kaffee bleiben im Camp und müssen bärensicher in fest verschlossenen Containern in den Bäumen aufgehängt werden. Die Zelte werden ausgefegt und alle Abfälle werden wieder mitgenommen, schließlich sollen keine Spuren zurück bleiben.



Shulaps Range - Wildniswandern



12 Tage Trekking in den South Chilcotin Mountains

Keine Bildinformationen verfügbar

In meinen Sommerferien im Juli 2010 werde ich eine Trekkingtour durch die South Chilcotins in Zusammenarbeit mit einer Guestranch durchführen. Wir übernachten in vier verschiedenen Wildniscamps, für die Tagesetappen benötigen wir zwischen vier und neun Stunden Gehzeit. Es gibt drei lange Etappen, insgesamt ist die Route aber nicht sehr schwierig. Es werden Packpferde für den Gepäcktransport von Camp zu Camp eingesetzt. Es geht über Wildblumenwiesen und Bergpässe, wir werden Zeit für Beobachtungen von Wildtieren wie Schneeziegen, Bighorn Schafe und Bären haben. Es besteht die Möglichkeit zwei Berggipfel zu erklimmen und zum Forellenangeln. Die An- und Abreise von Vancouver erfolgt mit dem Shuttlebus der Guestranch. Die Tour mache ich aus Begeisterung an der Vielfältigkeit der ilcotin Region. Ich möchte mehr Leute die Einzigartigkeit dieser Gegend zeigen. Wer Interesse an der Tour hat kann sich gerne bei mir melden.



Keine Bildinformationen verfügbar

Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • brandriba

    Du hast Dich ja wirklich ins Zeug gelegt, kaum "gemotzt" schon ist der Bericht Online! :-))) Wir wünschen Dir eine grandiose Tour, bin überzeugt wir werden beim Trecking auf Svalbard uns nach Deinen Packpferden sehnen! Die beschriebenen Touren klingen gut, aus Deiner Region ist uns das Trekking im Joffre Lake PP in bester Erinnerung. LG Billy und DAni

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. WEST KANADA – Bergwandern in British Columbia 5.00 1

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps