Reisebericht

Reisebericht: Very british - ein paar Tage Südengland

 
 
 
 
 
Reisebericht: Very british - ein paar Tage Südengland

Mein Sohn (zum Zeitpunkt der Reise 14 Jahre alt) hatte die Gelegenheit, bei einer befreundeten Familie einen 2-wöchigen Sprachaufenthalt in der Nähe von Brighton zu verbringen. Um meine Freundin nach langen Jahren wieder einmal zu sehen, flogen meine Mutter (62) und ich (43) mit nach England und nutzten eine knappe Woche für erste Eindrücke von weltbekannten Orten...

Willkommen in England

Wieder mal Abfahrt um 7 Uhr mit dem "Familientaxi" zum Münchner Flughafen. Unser Aer Lingus-Flieger ist vor allem mit Schülern (es sind ja Sommerferien) gut gefüllt. Der Pilot fliegt ungefähr so schnell, wie sein Chefsteward spricht: wir starten mit fast 20 Minuten Verspätung und landen gut 10 Minuten früher als geplant! Wir werden als Überraschung von meiner Freundin, die in Gatwick bei der Security arbeitet, direkt am Flugzeug abgeholt und durch den ganzen Airport eskortiert.
Die Übernahme des bestellten Leihwagens geht problemlos über die Bühne, da uns die Gastmutter meines Sohnes samt kleiner Tochter begleitet, bekomme ich sogar ein Upgrade auf ein etwas größeres Auto. Und dann geht das Abenteuer "Autofahren in England" los... Es geht aber besser als befürchtet! Das Bauen von Kreisverkehren haben die Engländer zu einer Kunst entwickelt - alle paar Minuten kommt ein neuer Roundabout... Dreispurig mit Linksverkehr - ein Alptraum am ersten Tag!
In unserem Bed & Breakfast ist sogar schon unser herrliches großes Zimmer parat (siehe Tipp). Nach dem Ausladen des Gepäcks geht es zum ersten typisch englischen Mittagessen, Roast beef mit Yorkshire-Pudding, vom Geschmack ungewohnt, aber lecker.
Den Rest des Tages verbringen wir mit privaten Terminen.



Tipp Mein Tipp
 
 
 
 
 
The Homestead B&B, Burgess Hill

Adresse: Homestead Ln Valebridge Rd, Burgess Hill, West Sussex RH15 0RQ, United Kingdom Alle Zimmer sind ausgestattet mit Bad/Dusche, WC, Direktwahltelefon (kostenlose Gespräche zu Festnetznummern in Westeuropa, Großbritannien usw), LCD-TV, WiFi-Internetanschluss, Radiowecker, Freigetränken, Heizung, Haartrockner, Bügelstation, Bademantel. Reichhaltiges Frühstück mit Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Variationen.

Persönliche Meinung von patsmum:
Freunde aus der Region hatten uns für unseren Aufenthalt mehrere B&B's empfohlen, wir haben uns für das Homestead entschieden - und diese Entscheidung keine Sekunde bereut! Schon vor der Anreise war der Kontakt per Telefon und Email mit Mike und Sue überaus nett und unkompliziert und genau so ging es bei unserer Ankunft weiter. mehr



London zum Ersten

Nach dem Aufwachen gibt es zuerst diverse Vogel- und Eichhörnchen-Beobachtungen vom Zimmerfenster aus. Auch vom noblen Frühstücksraum aus bietet ein riesiges Panoramafenster freien Blick auf Bäume, Sträucher und eine Vogel-Futterstation.
Danach geht es zum Bahnhof und in Begleitung meines Sohnes und seiner Gastmuter mit dem Zug nach London (die Fahrt mit dem Leihwagen hätte erstens zusätzliche Kosten verursacht und ist mir dann doch zu riskant, vom Parkplatzchaos einmal ganz abgesehen).
Gleich als erstes gibt es ein wirkliches Highlight, das Changing of the Guards vor dem Buckingham Palace. Ein Spektakel für Tausende von Zuschauern - und das alles gibt's täglich! Man muss es einmal gesehen haben!
Durch den St. James' Park spazieren wir zu den Horse Guards und weiter durchs Regierungsviertel Whitehall Richtung Big Ben. Downing Street ist abgeriegelt, es gibt nicht viel zu sehen. Pünktlich zur vollen Stunde stehen wir bei den Houses of Parliament und hören den berühmten Glockenschlag vom Turm. Über die Westminster Bridge gelangen wir ans andere Ufer der Themse und zum berühmten Riesenrad London Eye (das heute allerdings ohne uns fährt, mein Sohn Patrick hat das bei einem späteren Besuch nachgeholt). In der Nähe gibt es wieder ein typisch englisches Mittagessen, Fish & Chips.
Zurück in Westminster besuchen wir Westminster Abbey, die Krönungskirche der englischen Könige. Die Kirche ist sehr beeindruckend, besonders die "Lady Chapel" von Heinrich VII. und der Kreuzgang. Was uns weniger gefällt, sind die allgegenwärtigen Priester, die durch die ganze Kathedrale schreiten und akribischer als jeder Wachdienst darauf achten, dass auch ja keine Fotos gemacht werden und dass die Besucher beim stündlichen Gebet stehen bleiben und andächtig lauschen.
Zur Victoria Station nehmen wir uns einen Bus - natürlich einen Doppeldecker. Von dort geht's zum Hard Rock Café, das angeblich "gleich bei Victoria Station" sein soll, der Fussweg entpuppt sich als fast 20-minütige Wanderung! Für den Rückweg gönnen wir uns dann aber ein echt Londoner Taxi, auch ein Erlebnis!
Zurück in Burgess Hill genehmigen wir uns unser erstes Real Ale - noch ein Erlebnis, selbst für biergewohnte Bayern!



 
 
 
 
 

(24 Stimmen)

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Stonehenge und Salisbury - auch der Weg ist ein Ziel

Nachdem das Wetter laut unserem "Weatherman" Mike nicht wirklich schön werden soll, beschließen wir beim Frühstück, dass wir Richtung Westen, nach Stonehenge und Salisbury fahren.
Und schon die Straße entpuppt sich als Sehenswürdigkeit! Uralte Bäume reihen sich zu beiden Seiten, ihre Äste (von denen nur die entfernt wurden, die dem Verkehr im Weg waren) bilden ein Dach über der Straße. So entstehen teilweise regelrechte grüne Tunnels! Es ist ein Genuss, hier zu fahren, vor allem auch, weil die meisten englischen Verkehrsteilnehmer sich zuvorkommend und rücksichtsvoll verhalten. Da könnten sich sowohl die deutschen Straßenbaumeister als auch die Fahrer eine dicke Scheibe abschneiden!
In Stonehenge angekommen, verhindern leider der starke Wind und ein feiner Nieselregen eine ausgiebige Besichtigung des Komplexes. Die Anlage ist aber auch bei einem kurzen Besuch überaus beeindruckend!
Anschließend fahren wir nach Salisbury, das nur wenige Meilen entfernt ist. Dank der guten Vorbereitung mit ausgedrucktem Stadtplan samt eingezeichneter Parkplätze finden wir problemlos einen Parkplatz nur wenige Gehminuten von der Kathedrale entfernt. Vor der Besichtigung genießen wir im alten Kreuzgang eine wohlschmeckende Suppe in besonderer Atmosphäre, nach dem ausgiebigen Frühstück reicht uns das als Mittagessen. Die Kathedrale ist gewaltig, Gotik in Vollendung! Die gesamte Anlage mit Kreuzgang und Kapitelhaus ist für uns ein völlig neuer Eindruck, sie ist typisch für die englische Sakralarchitektur und uns bis dato unbekannt. Im Kapitelhaus wird eines von 4 Originalen der Magna Charta aufbewahrt, mit Ausnahme dieses unschätzbaren Manuskripts darf übrigens in Salisbury alles fotografiert werden...
Nach der Besichtigung geht es wieder zurück nach Burgess Hill. In der jetzt heraus gekommenen Nachmittagssonne wirken die Bäume und die Blättertunnels wieder ganz anders als am bedeckten Morgen. Jetzt leuchten die Blätter in unterschiedlichen Grün- und Rottönen, die "Tunnels" strahlen fast und kommen uns nicht mehr so düster vor wie bei der Hinfahrt.



 
 
 
 
 

(19 Stimmen)

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Canterbury und Dover - auch in England gibt's Sonne

Mike, der "Weatherman" sagt, dass es sonnig und warm werden soll, also fahren wir nach Canterbury. Und Mike behält wieder mal Recht...
Wir finden einen Parkplatz direkt am historischen Westgate. Zuerst gönnen wir uns einen Lunch in einem schönen Restaurant, dann geht's Richtung Kathedrale. Die Altstadt ist wunderschön, immer wieder sehen wir sehr alte Häuser, teilweise aus dem 16. Jahrhundert, das älteste ist ein spätmittlealterliches Pilgerhospiz. Die Kathedrale selbst ist einfach fantastisch! Sie ist riesig, zeigt alle Stile der englischen Gotik und im Chor und in der Krypta auch noch Romanik. Alles in allem ein absolutes Highlight unserer Reise! Wir verbringen Stunden in der Kirche und im Kreuzgang - und haben doch den Eindruck, ohne weiteres noch viel länger bleiben zu können...
Im strahlenden Sonnenschein und bei sommerlichen Temperaturen geht es danach weiter nach Dover. Für Dover Castle ist es zu spät, aber wir besuchen die berühmten White Cliffs oberhalb des Hafens. Die schneeweißen Kalkklippen leuchten in der Nachmittagssonne und wir haben einen herrlichen Blick über den Kanal bis zur französischen Küste und über die gewaltigen Hafenanlagen unter uns.



 
 
 
 
 

(14 Stimmen)

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London zum Zweiten

Heute fahren wir noch einmal nach London, diesmal ohne meinen Sohn und seine Gastmutter.
Zuerst steht der Tower auf dem Programm - und dank des Tipps von Mike mit dem "2 for 1" zahlen wir nur einen Eintritt. Der Tower ist eine riesige Anlage, meist stellt man ihn sich nur als das Einzelgebäude White Tower vor... Da wir die Massen an den Ticketschaltern gesehen haben, steuern wir als erstes das Jewel House mit den Thronjuwelen an - und das ist auch gut so, wir sind schnell im Tresor (gesichert mit tonnenschwerden Stahltüren) und können uns die unschätzbaren Kronen, Zepter und sonstigen Schätze in Ruhe von beiden Seiten ansehen. Wir streifen noch ein wenig über die Anlage, sehen die berühmten Raben und verlassen dann den Tower Richtung Themse.
Die Tower Bridge ist richtig schön - und farbig! Sie strahlt nach der noch nicht einmal ganz abgeschlossenen Renovierung. Die Themse ist allerdings alles andere als schön und sauber... Bis zur MS Belfast, einem Kriegsschiff aus dem 2. Weltkrieg, die am anderen Ufer liegt, spazieren wir am Fluss entlang.
Mit der Underground fahren wir dann zur St. Paul's Cathedral. Leider wird auch hier (wie irgendwie an fast allen Kirchen) gebaut, sodass wir das Äußere nur teilweise sehen können. Im Inneren ist mal wieder Fotoverbot angesagt und es wird auch überwacht. In der Krypta darf man dann fotografieren, allerdings nur ohne Blitz - und dafür ist es fast überall zu düster. Der Sarkophag von Lord Nelson muss aber dann doch sein...
Gleich um die Ecke vom Hyde Park Corner und Wellington Arch entdecken wir ein historisches Pub aus dem 17. Jahrhundert, das "Rose & Crown". Die Atmosphäre ist sehr angenehm, Ale und Imbiss sind sehr gut und nicht einmal teuer.
Zurück in Burgess Hill gibt es unser erstes schwarzes Ale und die schlechte Nachricht unseres "Weatherman", dass auch für morgen Regen angesagt ist...



 
 
 
 
 

(15 Stimmen)

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Abschied

Leider hat Mike wieder Recht behalten - es ist neblig und grau. Also müssen wir Brighton auf eine spätere Reise verschieben.
Nach dem letzten ausgiebigen Frühstück besorgen wir im Ortszentrum von Burgess Hill noch Mitbringsel und treffen uns dann mit meinem Sohn und seiner Gastmutter noch mal zum Lunch.
Danach geht es zum Flughafen, wir geben den Leihwagen zurück und verabschieden uns von meiner Freundin und ihren Kindern, die uns begleitet haben. Die Wartezeit nach der Security verkürzen wir uns mit einem letzten Ale, dann geht es zurück nach München, wo unser "Familentaxi" schon auf uns wartet.



Fazit: Viel zu kurz

Für die paar Tage, die wir zur Verfügung hatten, haben wir wirklich eine Menge gesehen. Wir wissen aber auch, dass es noch viel mehr gibt, das noch auf unseren Besuch wartet - nicht nur Brighton.



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Kommentare
  • trollbaby 24.04.2010 | 19:01 Uhr

    Vielen Dank für diesen schönen Südengland-Bericht, der auch wieder etliche Erinnerungen an meine eigene Reise 2006 dorthin wachgerufen hat!
    LG Susi

  • mamatembo 08.08.2010 | 07:57 Uhr

    Hallo Brigitte,
    "für die paar Tage" habt Ihr ganz schön viel erlebt und erfahren! Auch von mir vielen Dank für diesen kurzweiligen Bericht aus meinem geliebten London / Südengland!
    LG Beate

  • Blula 25.02.2012 | 14:42 Uhr

    Liebe Brigitte! Diesen Bericht von Dir habe ich leider erst heute entdeckt. Hat mir sehr gefallen, zumal ich vor xxx-Jahren auch einmal eine einwöchige Reise durch Südengland, hauptsächlich London, unternommen habe. Stelle fest, dass ich das bald mal wiederholen sollte. Danke für diesen lebendigen Reisebericht und die guten Fotografien dazu.
    LG Ursula

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