Antarktis und Südgeorgien mit der MS Alexander von Humboldt / Minerva

Reisebericht

Antarktis und Südgeorgien mit der MS Alexander von Humboldt / Minerva

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Reiseverlauf und Allgemeines zu einer Antarktis-Kreuzfahrt

Zodiac 1

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Die Kreuzfahrt begann in Ushuaia und führte uns zunächst zur antarktischen Halbinsel. Von dort aus ging es dann nach Südgeorgien und zu den Falkland-Inseln. Dann ging es zurück nach Puntas Arenas auf Feuerland. Die Kreuzfahrt ging noch weiter bis Callao in Peru. Ich werde hier aber nur von der Route Feuerland - Antarktis - Südgeorgien - Falkland-Inseln - Feuerland berichten.
Wer weiteres lesen will, nämlich zum Vorprogramm "Iguassu und Buenos Aires" und zur weiteren Route bis Callao, der besuche bitte den Reisebereich unsere Internet-Seite.

Eine Antarktiskreuzfahrt hat mit einer normalen Kreuzfahrt zwar einiges gemeinsam, aber es gibt natürlich auch einige Unterschiede. Der wichtigste Unterschied ist, dass alle Veranstalter, die Reisen in die Antarktis durchführen, sich an die Regeln der IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators) halten müssen. Eine der Regeln besagt, dass die Schiffe nur max. 100 Passagiere gleichzeitig an Land gehen lassen dürfen. Das hält dann natürlich die ganz großen Passagierschiffe von Fahrten in die Antarktis ab. Des weiteren mussten wir sowohl beim Verlassen, als auch bei der Rückkehr zum Schiff mit den Schuhen durch eine Wanne mit einer speziellen Flüssigkeit gehen die Keime abtöten soll. Vor jedem Landgang ist das Expeditionsteam rausgefahren und hat die Strecken markiert, auf denen wir uns bewegen durften. Die Tiere sollten nartürlich möglichst wenig gestört werden. Anders sieht es aus, wenn Pinguine oder Vögel von sich aus näher kommen. Man muss dann nicht zurückweichen. Während unserer Landgänge waren immer wieder einige Pinguine so neugierig und sind uns bis auf ein bis zwei Meter nahe gekommen.

Für die Landgänge in der Antarktis werden Zodiacs eingesetzt und es sind immer "nasse" Landungen. Zodiacs sind sehr stabile Schlauchboote mit 6 Luftkammern. Selbst wenn 4 Luftkammern kaputt gehen, kann man mit dem Zodiac noch sicher weiterfahren. "Nasse" Landung heißt, das man mit den Schuhen ins Wasser muss, da das Zodiac nicht an Land gezogen werden kann. Es waren aber Alle vorher über diesen Umstand informiert worden und es hieß, man solle auf jeden Fall Gummistiefel mitbringen oder sich welche bestellen, die dann auf dem Schiff bereit stünden. Weiterhin sollte man für die Fahrt eine wasserabweisende Hose und eine warme Jacke dabei haben. Man hat von Phoenix zwar dicke Parkas gestellt bekommen, aber diese waren unserer Ansicht nach viel zu steif und unbequem. Wir haben nach den ersten Landgängen dann unsere eigenen Jacken getragen.



Zodiac 2



Das Schiff

MS Alexander von Humboldt

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Das Schiff war die Alexander von Humboldt, die aber nach dieser Reise von einer neuen Reederei übernommen wurde und schon auf den Namen Minerva umbenannt war. Das Schiff bakm auch vorher immer wieder einen anderen Namen, da es ein halbes Jahr für Phoenix unterwegs war und das andere halbe Jahr für andere Gesellschaften. Dazu wurde es dann regelmässig in Explorer II umbenannt.

Bei einer Größe von 12.500 BRT, hat das Schiff eine Länge von 133 m und Breite von 20 m. Der Tiefgang beträgt ca. 5,90 m. Die angegeneben Reisegeschwindigkeit von 14 -17 Knoten konnte aber nie erreicht werden. Selbst bei glatter See hat das Schiff max. 13,5 Knoten geschafft. Bei stärkerem Seegang, so ab Seegang 4 bis 5, hat es gerade mal für knapp 10 Knoten gereicht. Mehr war dann nicht drin. Bei Reisen von Phoenix nimmt man hier max. 380 Passagiere mit.

Die philippinischen Service-Kräfte waren unglaublich. Schon am zweiten Tag wurde man mit "Hallo, Lady Dagmar, Hallo Sir Alfred" begrüßt und der Service war immer sehr herzlich und zuvorkommend. Man kann ihnen nur das allergrößte Lob aussprechen. Unseren allerherzlichsten Dank hat diese Mannschaft sich redlich verdient.

Auch der italienische Kapitän, Giovanni Biasuti, war sehr nett. Er hatte immer auch mal einen kleinen Scherz auf den Lippen, wenn er seine Durchsagen machte. Während der Reise hat er die Brücke für die Gäste immer wieder geöffnet. Es hing dann ein Schild vor dem Eingang zur Brücke und wer Lust hatte, konnte sich dort mal umschauen und auch Fragen stellen, die vom Kapitän immer beantwortet wurden. Er sprach zwar kein deutsch, aber seine englischen Antworten konnte man gut verstanden.

Festliche Kleidung wurde nur beim Kapitänsdinner, Galadinner und Abschiedsdinner vorgeschrieben. Aber man musste auch hierzu keinen Smoking oder ähnliches tragen. Auch wer eine normale Kombination angezogen hatte wurde ohne weiteres in den Speisesaal eingelassen.

An etlichen Tagen stand "Walk A Mile mit Ali oder Dennie" auf dem Tagesprogramm. Hieran habe ich zwar nicht teilgenommen, aber ich habe es einige Male geschafft, zwischen 8 und 20 Runden auf dem Promenadendeck hinter mich zu bringen. Die Distanz beträgt pro Runde etwa 200 m. An einigen Tagen war es ganz schön mühsam, gegen den Wind anzulaufen. Bis gut 40 Knoten hat man die Aussendecks offen gelassen und dann geht man schon ganz schön schräg gegen den Wind. Wenn der Wind dann aber auf 45 Knoten und mehr auffrischte, sperrte man die Aussendecks in der Regel. Es war dann auch im Inneren nicht gerade einfach zu laufen. Man musste immer sehen, daß man eine Hand frei hatte, um sich irgendwo festhalten zu können. Bei den Mahlzeiten hat man dann die Tischdecken nass gemacht, damit die Teller und Gläser besser haften bleiben. An einigen Tagen hat aber auch das nicht ausgereicht und die Gläser purzelten vom Tisch, wenn man sie nicht festgehalten hat; es sind auch etliche Teller zu Bruch gegangen.

Bei den starken Winden, die wir gerade in der Region der Antarktis hatten, kann der Kapitän dann auch die Stabilisatoren nicht ausfahren. Er muss immer mit kleinen Eisbergen, sogenannten Crawlern, rechnen, welche die Stabilisatoren unbrauchbar machen können.



Küchenkunst



13. März - Ushuaia

Bestätigung

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Der Anflug auf den Flughafen von Ushuaia bietet einen wunderschönen Auslick auf die schneebedeckten Berge, die hier direkt an der Uferlinie aufsteigen. Wir wurden bei der Ankunft direkt zu den Bussen geschickt, die uns zum Schiff brachten. Um das Gepäck wollten sich die Phoenix-Leute selbst kümmern. Das Einchecken auf das Schiff ging relativ zügig vonstatten. Da wir um 18:00 Uhr losfahren sollten, hatten wir noch ein wenig Zeit um uns in Ushuaia ein wenig umzusehen. Die Temperatur In Ushuaia betrug 10 Grad Celsius. Bei der Rückkehr an Bord standen unsere Koffer vor der Kabine. Leider fehlte aber noch ein Koffer. Wir haben sofort bei den Phoenix-Leuten Bescheid gesagt und nach zwei Stunden gab es dann die Nachricht, ein Koffer, auf den die Beschreibung passt, wäre mit dem Gepäck der nächsten Passagiere auf dem Weg zum Schiff. Zum Glück war es dann tatsächlich unser Koffer. Abgelegt hat das Schiff dann aber erst gegen 22:30 Uhr. Hierfür war die Fluggesellschaft verantwortlich, die einen Flug überbucht hatte und zwei Phoenix-Passagiere nicht befördert hatte. Diese kamen dann erst mit der nächsten Maschine gegen 21:15 in Ushuaia an.



Ushuaia


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Kommentare

  • Zinni

    Eine tolle Story über ein Traumziel für mich.

    Schade das ihr so viel Pech hattet...

  • Chrissi

    Ich habe diesen interessanten Bericht sehr gerne gelesen, auch wenn ich persönlich mehr für die wärmeren Gefilde bin. Aber das ist ja das Schöne hier an der RC, dass man sich durch das Lesen der Reiseberichte vielleicht auch mal für andere Reiseziele "erwärmen" kann. Es ist Dir gelungen.

  • harley_flanigen

    Mich würde dieses kalte Gefilde schon reizen aber Claudia würde da nicht mitmachen.
    Pinguine & Co. wären für mich ideale Fotomotive, ein schöner Bericht mit schönen Fotos
    LG :-)
    Patrick

  • Blula

    Trotz der etlichen Pannen habt Ihr eine tolle Reise erleben dürfen, viel gesehen und erlebt. Die positiven Eindrücke sind es doch auch, die stets in Erinnerung bleiben.
    Danke für diesen interessanten und wirklich sehr guten Tagebuch-Bericht.
    LG Ursula

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