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Reisebericht: Einmal um die ganze Welt - Teil 12 - Mexiko: Durango, Zacatecas, Pazifikküste, Chiapas
Im zwölften Teil der Reise besuchte ich die Kolonialstädte Durango, Zacatecas und Colima. Ausserdem habe ich die Pazifikküste zwischen Puerto Vallarta und Salina Cruz erkundet. Acapulco und Puerto Escondido haben mir dabei am Besten gefallen. Dann gings wieder ins Land hinein, ins urwaldgrüne Chiapas mit seinen Bergen, Wasserfällen und Seen.
Kurs Nordost ging's hinein in die Berge. Zunächst sanfte Hügel, zuletzt aufragende Felszinnen. Sechs Stunden Kurven. Schöner Sonnenuntergang über den Hügeln. Die Straße von Mazatlan nach Durango ist die perfekte Motorradstrecke, eine Kurve an der andern und das über 250 km lang. Wahnsinn. Die LKWs - oft lange, schwere Sattelschlepper - sind allerdings schwer zu überholen und holen in den Kurven weit aus, auch wenn sie entgegenkommen. Da muss man ganz schön aufpassen. Am Teufelstor, der Puerto El Espinazo Del Diablo, gibt’s Imbissstände, Kaffee und beeindruckende Ausblicke. Dann geht’s wieder etwas abwärts, aber nur hinab auf etwa 1800m Meereshöhe bis Durango.
Die Städte hier oben auf der Hochebene beeindrucken durch die häufig weitgehend erhaltene spanische Kolonialarchitektur und die schönen Kirchen und Plätze. Im sauberen Durango, dem beschaulichen Sombrerete mit seinen Arcaden und vor allem in Zacatecas, das zum Unesco Weltkulturerbe gehört, hab ich mich etwas genauer umgesehen. Dazwischen die weite Landschaft der Hochebene. Rotbraune, bereits umgepflügte Felder oder noch goldgelb, dort wo der Pflug noch nicht gewühlt hatte. Dazwischen vereinzelte dunkelgrüne Farbtupfer. Bäume die der Trockenheit trotzen, und immer mal wieder eine kleine Gruppe Rinder. Manchmal fühlte ich mich fast etwas an Afrika erinnert, fehlten nur noch Löwen und Elefanten.
Unterwegs in Fresnillo bin ich, neugierig und hungrig nach farbenfrohen Bildern, etwas zu weit ins Zentrum hinein gefahren. Irgendwann ging dann gar nichts mehr. Weder vorwärts noch zurück. Irgendwelche Lieferanten hatten vermutlich eine der schmalen Gassen mit ihrem Lieferwagen für 10 Minuten zum Ausladen blockiert. Brutal, mit welcher Seelenruhe die anderen Verkehrsteilnehmer das hier ertragen. Irgendwann begann dann in der Ferne das Trillerpfeifen Geräusch des Verkehrspolizisten, der das Knäuel wieder zu entwirren versuchte. Kein Wunder, dass die Umgehungsstraßen auf mexikanisch Liberadores heißen, zu deutsch „Beifreiungen“. Befreiung aus dem Verkehr, der einen gefangen hält.
Zacatecas ist über Hügel und an Berghänge gebaut. Deshalb sind die Straßen alle ziemlich gewunden und die Orientierung war zunächst schwierig. Bereits die Ringstraße, die oben in den Bergen einmal um die Stadt führt bietet beeindruckende Blicke in die verwinkelten Stadtviertel. Am nächsten Morgen hab ich mich dann Richtung Talstation auf den Weg gemacht. Unterwegs gab's ein leckeres Frühstück: Huevos Verdes (Grüne Eier), im Lucky Luciano, einem netten Restaurant mit vielen Bildern an den Wänden und leeren Weinflaschen, die wohl zur Zierde in unterschiedlichen Farbtönen an den Wänden standen.
Persönliche Meinung von grisch:
Lucky Luciano, das etwas andere Restaurant in Zacatecas. Auch die Preise sind etwas höher als üblich. Dafür ist das Essen aber außergewöhnlich: Zum Beispiel Pechuga Mexicana, Hähnchen Rollade in Spinatsauce, oder zum Frühstück die Huevos Verdes. Beides kann ich empfehlen. Außerdem mixt der Wirt gerne eine Vinaigrette am Tisch, aus den zig Gewürz Döschen mehr
Dann, obwohl es heute morgen etwas windig ist, fährt die schweizer Seilbahn doch. Zügig geht es hinauf auf den la Buffa Berg. Im Morgenlicht entfaltet sich die ganze Schönheit von Zacatecas. Die bunten Häuser, das Gassen Gewirr und wunderschöne Paläste, Kirchen und die Kathedrale dazwischen. Die Silberminen haben vor mehreren hundert Jahren unübersehbar Reichtum und Pracht gebracht. Die Seilbahn Gondel kam wegen des Winds ganz schön ins Schaukeln und schlug oben an der Bergstation ganz ordentlich an die Leitrohre an. Auf dem la Buffa Gipfel kann man die Aussicht genießen, das Kloster besichtigen oder das Museum zur mexikanischen Revolution. Außerdem kann man sich, in Supermann Manier, mit einer Tirolesa, frei schwebend über die Schlucht auf der Rückseite des Berges und wieder zurück schwingen. Das ist was für Adrenalin Junkies, nichts für mich.
Außerdem kann man in Zacatecas stundenlang durch die Gassen schlendern, den Markt und seine Köstlichkeiten erkunden sowie eines der Silberbergwerke besichtigen oder in einer Disco, die dort in einem Stollen des Bergwerks eingerichtet ist, den Abend und die Nacht durch tanzen. Die Disco war allerdings über die Weihnachtsfeiertage, als ich dort war, geschlossen. Ich konnte während der Bergwerksführung von weitem einen Blick in den Stollen erhaschen und die Toiletten benutzen, die waren schon ziemlich beeindruckend. Auch Museen bietet die Stadt eine ganze Reihe. Empfehlen kann ich das für abstrakte Kunst an der Plaza 450. Übrigens: Zacatecas liegt auf 2600 Metern über dem Meer. Also Pullover und Wollmütze einpacken wenn ihr mal herkommen solltet.
Persönliche Meinung von grisch:
Wer moderne Kunst mag sollte sich das Museum Manuel Felguerrez in Zacatecas nicht entgehen lassen. Überwiegend Werke - Skulpturen und Gemälde - des berühmten Sohns der Stadt gibt es zu bewundern. Außerdem Werke anderer mexikanische Künstler.
Das Museum befindet sich zu Fuß in etwa 10 Minuten Entfernung, im Norden der Kathedrale in der Calle Colon an der Plaza 450.
Öffnungszeiten: Tägl. 10-17 Uhr, Dienstags geschlossen
Chapala, am gleichnamigen See gelegen, ein Touristennest im sonntäglichen Hochbetrieb. Wie Überlingen, am Bodensee. Verkehrschaos, Parkplatz Suche und tausende mexikanischer Touristen. Zwei oder drei Gringos waren auch darunter. Statt mit weißen Dampfschiffen werden die Ausflügler mit wieselflinken Fischerbooten zur Chapalla Insel hinaus und wieder zurück geschippert. Ich genehmigte mir den gängigen mexikanischen Cocktail hier: Rusa mit Tequila. Die Margarita Version gabs hier im „wahren“ Mexiko anscheinend gar nicht. Da sieht man mal wieder... Aber Rusa, ein Fruchtsaft Gemisch aus Orangensaft, Limone und Limonade, das gabs überall. Vielleicht ist das aber auch nur typisch für die Region hier, wer weiß. Margarita gibt es übrigens - zumindest in Baja California ist das überall so - nicht nur mit Limone sondern auch mit anderen Fruchtsäften: Erdbeere, Papaya, Melone usw. Dann gegen Nachmittag waren die Lokale voll besetzt und alle am Schlemmen, auch im „Weihnachtsmarkt“, den Ständen an der Strandpromenade, wurde kräftig zugelangt. Ich machte mich aus dem Staub, weiter am See entlang.
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