Kenia: Ein Traum von Afrika

Reisebericht

Kenia: Ein Traum von Afrika

Reisebericht: Kenia: Ein Traum von Afrika

Schon Karen Blixen schwärmte in dem Film Jenseits von Afrika: „Die Luft des kenianischen Hochlandes stieg mir zu Kopf wie Wein, ich war immer trunken“. Letztes Jahr erfüllten mein Mann und ich uns unseren afrikanischen Traum. Ich wollte gern einmal direkt am Äquator sein und mein Mann den Kilimanjaro sehen.
Anfang Oktober starteten wir ab Frankfurt Richtung Mombasa.

Mombasa

Nach Ankunft in Mombasa morgens um 6.00 h werden wir von einem Kleinbus abgeholt und zur Severin Sea Lodge, unserer Destination am indischen Ozean, gebracht. Das Klima ist feucht-heiß, die Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 80 %. Wir wußten, daß Kenia ein sehr armes Land ist, aber was wir sehen, läßt uns erst einmal stumm werden. Wir fahren an den slums von Mombasa vorbei. Es sind eine Menge Menschen auf der Straße, sie gehen zu Fuß zur Arbeit. Das Straßenbild ist komplett anders als bei uns. Wer hier ein Auto besitzt, ist reich.
Wir sind 2 Tage im Hotel, müssen uns erst einmal an das Tropenklima gewöhnen. Nachmittags sehen wir zum ersten Mal die Meerkatzenaffen im Garten. Sie turnen in den Palmen, kommen herunter und klauen alles, was eßbar ist. Und überall sind bunte Geckos (rote, grüne, blaue, graue). Auch mehrere größere Leguane sehen wir.



Tsavo Ost

Morgens um 7.00 h werden wir von unserem Fahrer und Guide Charles Kimanthi abgeholt. Am Flughafen steigen die anderen 5 Teilnehmer zu. Die erste lange Strecke zum Tsavo Ost Nationalpark liegt vor uns. Wir fahren entlang der Taita Hills, passieren die Orte Voi, Mtito Andei und Makindu. Die Erde ist überall rot. Wir sehen wunderschöne Baobab Bäume und Sisalplantagen. Einmal überquert eine Pavianfamilie die Straße. Gegen Mittag erreichen wir die Voi Safari Lodge. Kaum angekommen stürmen 2 Paviane an uns vorbei in die Lodge, schmeißen die Mülleimer um und suchen nach Freßbarem. Nachmittags unternehmen wir die erste Pirschfahrt. Wir sehen Büffel, Elephanten, Löwen, Wildhunde. Gegen Abend kommen Elephanten an ein Wasserloch unterhalb der Lodge, die wir wunderbar beobachten können.



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Nairobi

Frühmorgens brechen wir auf nach Nairobi. Wir sehen wieder Plantagen und viele Baobab-Bäume. Es ist ein Höllentrip. So eine schlechte Straße haben wir noch nie erlebt. Wir sehen viele umgestürzte LKW’s, sie blockieren teilweise die Straße, wir fahren einfach drumherum. Am frühen Nachmittag erreichen wir bei strömendem Regen das Carnivore Restaurant in Nairobi. Es hat ein wunderschönes Ambiente, offene Bauweise, viele tropische Pflanzen. Wir probieren alle Grillspezialitäten, einschließlich Krokodilfleich – letzteres ist sehr gewöhnungsbedürftig. Nach dem Essen werden wir zum Jacaranda Hotel gebracht. Auf der Fahrt durch Nairobi sehen wir einige sehr schöne Parks, u. a. das Uhuru-Monument (Freiheitsdenkmal – seit 1963 ist Kenia unabhängig von England).



Rift Valley und Masai Mara

Fahrt von Nairobi zum Rift Valley (ostafrikanischer Grabenbruch). Wir kommen durch das kenianische Hochland, an einem Aussichtspunkt haben wir einen herrlichen Ausblick über das Valley. Weiter geht’s zur Masai Mara, einem großen Naturschutzgebiet in Kenia. Unterwegs sehen wir schon viele Masais. Wir halten an und besuchen ein Masai-Dorf - einen Kral. Die Masais haben vor ein paar Jahren ihre Dörfer für Touristen geöffnet, um sich auf diese Weise etwas Geld zu verdienen.
Wir werden sehr freundlich von den Männern begrüßt. Einer – Dickson – spricht Englisch.
Sie singen und tanzen für uns, wir sollen mittanzen, was wir auch tun. Es ist sehr lustig. Dickson erklärt uns die Lebensweise der Masais. Dann zeigt er uns seine Hütte. Auch die Frauen tanzen für uns. Zuletzt dürfen wir ihren Schmuck bewundern. Dickson erzählt uns auch von ihren Problemen, z. B. mit welchen Krankheiten sie zu kämpfen haben und daß viele ihrer Kinder nicht zur Schule gehen können, weil ihnen das Geld fehlt. Bei so viel Armut und den ärmlichen Lehmhütten, die wir sehen, geben wir ihnen Geld für ihre Kinder, worüber sie sich mächtig freuen. Sie laden uns ein beim nächsten Besuch bei ihnen zu übernachten und schenken uns zum Abschied 2 „Masai-Zahnbürsten“ (das sind geschnitzte Hölzer von einem ganz bestimmten Baum, dem tooth-brush-tree, den wir in der Nähe sehen. Sie haben tatsächlich eine reinigende Wirkung). Übrigens aus den Wurzeln des tooth-brush-trees stellen sie sich Medizin gegen Malaria her. Das war eine große Erfahrung für uns.
Nachmittags machen wir eine Pirsch. Wir sehen ein Nashorn, 3 Giraffen, viele Gnus, zig Zebras, mehrere Löwen. Außerdem noch mehrere Elephantenherden, Impalas und viele Gazellenarten. Die Mara Sopa Lodge liegt in 2100 m Höhe. Ich bin fasziniert von dem Pflanzenreichtum trotz dieser Höhe, z. B. 3 m hohe Aloen und baumgroße Euphorbien. Bei Dunkelheit kommen Hyänen und Mungos in den Lodgegarten.



Masais

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Masai Mara

Heute sind wir den ganzen Tag in der Masai Mara unterwegs auf Pirsch. Wir sehen viele, viele Tiere, mehrere hundert Zebras und Gnus, auch Geparden, Elephanten u. s. w. Es ist unbeschreiblich diese vielen Tiere in der freien Natur zu erleben.
Mittags setzen wir uns in der Wildnis unter einen großen Gummibaum und essen unser Lunchpaket. Über uns sitzt ein Affe, der sich bei einigen von uns Äpfel klaut. Dann geht es weiter. Wir erreichen die Grenze zu Tansania. Grenzstein. Danach Fahrt zum Mara-River. Wir laufen am Fluß entlang mit einem Ranger, der ein Gewehr bei sich trägt. Es ist sehr gefährlich, denn hier liegen 6 m lange Krokodile. Am Flußufer und im Fluß sind jede menge Flusspferde, die in der Hitze dösen. An einer anderen Stelle liegen überall tote Gnus (wir schätzen ca. 100). Der Leichengeruch nimmt uns fast den Atem. Über den Kadavern sitzen Marabus und verzehren die Reste. Die große Gnuwanderung war vor ca. 3 Wochen, erfahren wir. Die Gnus wurden bei der Durchquerung des Flusses aus der Masai Mara in die Serengeti von den Krokodilen gefressen oder auch totgetrampelt.
Wir haben noch das große Glück ein Chamäleon zu sehen, daß uns über den Weg läuft.



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Lake Naivasha

Wir fahren weiter im Rift Valley nach Norden bis zum Lake Naivasha. Unterwegs in dem kleinen Ort Naruk kaufe ich in einer Apotheke für uns Medikamente, denn wir sind beide krank. Wir haben eine starke Erkältung, mein Mann hat seit 4 Tagen Fieber. Ich bin glücklich fiebersenkende Tabletten und einen Saft für den Hals zu bekommen. Unterwegs sehen wir immer wieder Frauen, die ihre Wäsche in schmutzigen Wasserlöchern waschen und sie dann auf den Büschen zum Trocknen aufhängen.
Charles erfährt per Funk, daß ein anderes Auto eine Panne hat. Wir fahren ein Stück zurück, um ihnen zu helfen. Gegen 14.00 h erreichen wir die Naivasha Sopa Lodge. Wunderschöne Lodge mit riesigem Garten voller Euphorbien, Gelbfieberbäumen und anderen Tropenpflanzen. Leider können wir von dem See nur einen kleinen Teil sehen, da sich am Ufer ein Sumpfgebiet befindet. Im Zimmer finden wir einen Hinweis „beware the hippos at night“. Mein Mann will es nicht so recht glauben. Als es dunkel ist, gehen wir neugierig mit der Taschenlampe in den Garten. Und da stehen sie, ca. 5 bis 6 Hippos und grasen ganz friedlich. Wir halten natürlich einen gewissen Abstand, man weiß nie. Sie sind reine Vegetarier. Nachts sehe ich noch 2 große Hippos direkt vor unserer Hütte. Ich glaube, ich träume.



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Kilimanjaro

Heute Aufbruch zum Kilimanjaro. Wir fahren zurück durch Berge, kommen durch tropischen Regenwald, sehen unterwegs noch 3 rauchende Vulkane. Wir durchqueren noch einmal Nairobi, dann Autobahn Richtung Mombasa. Wir biegen ab zum Amboseli Nationalpark. Es ist noch eine lange Strecke. Plötzlich taucht etwas vor uns auf, die Spitze des Kilimanjaros. Faszinierend. Er kommt immer näher. Ein gewaltiger Berg mit 2 Gipfeln, der Kilimanjaro 5895 m hoch, Afrikas höchster Berg. Der 2. Gipfel Mt. Mawenzi ist ca. 5000 m hoch. Die Kuppe ist weiß, bedeckt mit Schnee und Eis. Wir fahren auf einer roten Sandpiste und werden wie auf den letzten 2000 km ordentlich durchgerüttelt. Die ganze Gegend sieht wüstenhaft aus. Nachmittags unternehmen wir eine Pirsch. Wir kommen in eine andere Ecke des Parks und sehen ein großes Sumpfgebiet vor uns. Hier baden hunderte von Tieren und fressen. Wir sehen besonders viele Elephanten, ganze Familien. Man sieht richtig, wie wohl sich die Tiere fühlen. Übernachtung in der Amboseli Sopa Lodge.



Kilimanjaro, Afrikas höchster Berg



Tsavo West

Morgens Kili ohne Wolken. Wir fotographieren den Berg von allen Seiten. Weiter geht’s zum Tsavo West Nationalpark. Hier ist wieder alles rot und sehr staubig. Wir machen einen stop in einer Vulkanlandschaft. Von vielen erloschenen Vulkanen sind hier überall Lavaströme zu sehen.
Dann Fahrt zu den Mzima-Quellen. Wir erfahren, daß Mombasa und Umgebung von hier sein Trinkwasser erhält. In den Quellen sind wieder Krokodile und jede Menge Flußpferde zu sehen. Ein Ranger führt uns entlang der Quellen. Viele Paviane sitzen hier. Wir sehen Yellow fever trees und tooth brush trees (der Zahnbürstenbaum der Masais).
Auf der Nachmittagspirsch sehen wir noch ein Nashorn. Eine Horde Paviane kommt in die Lodge und klettert auf die Balkone. Einer sitzt vor unserer Tür und will rein. Übernachtung in der Ngulia Safari Lodge. Nachts ca. 3.30 h kommt ein Leopard an die Lodge. Wir sind zu müde und stehen nicht auf.



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8. Tag Safari

Morgens letzte Pirschfahrt durch Tsavo West. Sehen viele Giraffen. Dann Rückfahrt nach Mombasa. Verabschiedung von unseren Mitreisenden. Charles bringt uns zum Hotel zurück. Abschied. Es war eine wunderbare, aufregende Reise. Jeder Tag brachte neue Erlebnisse. Wir sind insgesamt 2400 km gefahren und haben eine Menge über die Tiere gelernt.
Nun genießen wir noch eine Woche das wunderschöne Hotel am indischen Ozean, der 28° warm ist. Die beach boys sind etwas lästig. Wir haben wieder unseren Spaß mit den Affen. Das Hotelpersonal ist überaus freundlich. Schon jetzt steht für uns fest, daß wir wiederkommen. Von netten Hotelgästen erfahren wir noch Wissenswertes über die Hatari Lodge in Tansania. Ich denke, daß wird unser nächstes Reiseziel.
Wir haben schon ein paar Worte in Kisuaheli gelernt:
Lala salama – gute Nacht
Hakuna matata – kein Problem
Karibu sana - herzlich willkommen



Severin Sea Lodge Kenia


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Kommentare

  • RdF54

    habari gani kaiserseder,
    Ja, Kenya ist wirklich ein schönes Land!
    Dein Bericht gibt einen ersten kleinen Einblick und ich hoffe Du besuchst es wieder - und immer wieder!! Es lohnt sich!!

    Kwaheri ya kuonana
    Robert

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