Mit dem Motorrad von Johannesburg über Swaziland und Lesotho nach Kapstadt

Reisebericht

Mit dem Motorrad von Johannesburg über Swaziland und Lesotho nach Kapstadt

Samstag 14.11.2009 JOHANNESBURG - DULLSTROOM

Flughafen Joburg

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Wir landen bereits um 8 Uhr in Johannesburg und werden von Quan, von Moto Berlin abgeholt. Wir haben uns für diesen Urlaub wieder zwei BMW Motorräder, die F 650 GS Dakar gemietet und wollen von Johannesburg über Swaziland und Lesotho bis nach Kapstadt fahren. Quan erkennt uns sofort an unseren selbstdesignten Motorrad T-Shirts und hält uns direkt ein Schild mit Moto Berlin und meinem Namen unter die Nase. Wir heben noch Geld am Automaten ab und wären dann eigentlich startklar. Doch Quan erwartet noch weitere Gäste aus Belgien, die kurz nach uns kommen sollten. Wie gesagt, kommen sollten. Wir sind ganz schön genervt, dass das so lange dauert. Quan ist es ganz schön peinlich, doch er kann ja nichts dafür. Er entschließt sich nun doch mit uns schon mal zum Office und den Motorrädern zu fahren, da kommt der Anruf von den Belgiern, dass sie jetzt da sind. Ihnen ist eine Tasche abhanden gekommen, deshalb hat es so lange gedauert. Doch die nächste Überraschung ist, dass die Belgier zu viert und nicht wie angekündigt zu zweit sind. Wir hätten sowieso alle keinen Platz in Quans Auto gehabt. Wir fahren also zum Office und packen unsere Sachen um. Die Belgier kommen auch bald. Sie sprechen nur sehr schlecht Englisch, doch wir kommen trotzdem ins Gespräch, da sie ein bißchen deutsch sprechen. Sie wollen auch über Swaziland und Lesotho nach Kapstadt fahren, vielleicht treffen wir sie ja nochmal irgendwo. Ziemlich genau um 12 Uhr geht es los. Wir fahren auf der N12 auf schnellstem Weg aus Johannesburg raus. Die Mopeds sind gut in Schuss, trotz 55 und 44 tkm aber irgendwie macht es keinen besonderen Spaß damit zu fahren, wenn man zu Hause so Luxusteile (BMW HP2 und F800 GS) stehen hat. Aber der Geldbeutel wird auch schon mit diesen Gurken sehr strapaziert. Wir fahren in Belfast von der Autobahn und dann auf der R540 weiter nach Dullstroom. Wir entdecken dort einen Bottlestore und kaufen dort ein. Als Motorradfahrer kommt man sofort mit den Menschen in Kontakt. Die Leute bewundern die Motorräder und wollen wissen, woher wir kommen und wohin wir fahren. Sie organisieren uns sogar eine Unterkunft im Flying Dutchman. Dort haben wir ein ganzes Haus mit 3 Schlafzimmern und 3 Bäder, Küche und Wohnzimmer mit offenem Kamin für uns für uns.(350 RpP) Wir gönnen uns erstmal ein Bierchen und dann eine Dusche. Stefan staunt nicht schlecht,als ich ihm aus dem Reiseführer vorlese, dass es hier im Winter auch Hundeschlittenrennen geben soll. Wir essen im Flying Dutchman eine Forelle und gehen ziemlich schnell schlafen.



Sonntag 15.11.2009 DULLSTROOM – HAZYVIEW

Long Tom Pass

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Der angekündigte Regen und der Sturm bleiben Gott sei Dank aus. Wir stehen schon um 8 Uhr auf, da es sehr früh hell wird. Nach dem Frühstück im Flying Dutchman packen wir unsere Sachen und fahren los. Das Wetter zieht immer so hin und her, mal ist gar keine Sonne, mal fahren wir im warmen Sonnenschein. Aber nach dem Long Tom Pass wird es richtig ungemütlich, wir fahren total im Nebel, von der schönen Panoramaroute sieht man gar nichts, wirklich überhaupt nichts. Nach einer Kurve ist plötzlich Stau, für uns kein Problem, doch im Rückspiegel sehe ich einen Jeep quer auf uns zurutschen. Gut dass seine blockierenden Reifen ein lautes Geräusch machen, wir merken es und geben Gas und können so einen Auffahrunfall verhindern. Im Eifer des Gefechts haben wir ganz vergessen zu tanken, beide sind wir schon länger auf Reserve, Gott sei Dank kommen wir noch bis Sabie. Dort essen wir eine Kleinigkeit . Leider wird das Wetter nicht wirklich besser, ziemlich schade, denn hier wäre es super zum Motorrradfahren. Wir fahren direkt zum Haus Kopatsch und beziehen dort unser Domizil. Wir sind die einzigsten Gäste und bekommen ein Upgrade, eine ganze Wohnung, aber ohne Frühstück. Wir trinken schnell ein Bierchen und fahren dann auf einem kleinem Umweg zu der Elephant Sanctuary. Uns laufen schon die ersten Affen über den Weg, auch die schwarzen Hühner mit den weißen Punkten laufen hier rum. Die 1,5 stündige Tour bei der Elephant Sanctuary kostet pro Person 450,- Rand, ein stolzer Preis, doch ich will unbedingt und überrede Stefan. Wir bekommen eine Einführung in die Anatomie der Elefanten und sehen das noch nicht ganz fertige Schlafhaus. Dann werden wir an eine Stelle im Wald geführt und die zwei Elefanten Kisso (10 Jahre alt) und Kaspar (23 Jahre alt) werden hergeführt. Jeder von uns hat die Möglichkeit die Elefanten anzulangen, den borstigen Schweif, die Nippel, die auch die männlichen Elefanten haben, den Rüssel und die faltige Elefantenhaut, doch am interessantesten ist die samtweiche Zunge. Ich würde sagen, die ist sogar noch weicher als Samt. Der große Elefant Kaspar hat ganz braune Augen mit einem weißem Ring und er schaut ganz tief mitten in mein Herz. Ich will gar nicht mehr weg von ihm. Vom kleinen Elefant Kisso bekomme ich noch einen Kuss mit dem Rüssel auf die Backe und den Hals, das macht er mit einem kräftigen Ausschnaufer, so dass es wie ein lauter Schmatzer klingt. Danach dürfen wir noch Hand in Rüssel spazieren gehen. Ich gehe hinter Kisso mit Kasper in meiner Hand und plötzlich muss Kisso mal. Ich muss aufpassen, dass mich kein Elefantenscheiß trifft, denn Kasper geht keinen Schritt rückwärts und ich bin zwischen den beiden Elefanten „eingequetscht“ - vielen Dank auch Kisso. Naja, nach dem Großen Geschäft folgt auch noch das Kleine, das aber auch keine Kleinigkeit ist, Gott sei Dank habe ich meine Motorradstiefel an. Wir, fahren noch nach Hazyview, dass nur 5 km von der Elephant Sanctuary entfernt ist. Das ist aber wirklich ein Kaff. Wir trinken ein Bierchen und entscheiden uns, nicht mehr zu unserer Unterkunft zu fahren, sondern gleich hier zu bleiben und zu essen. Wir essen im KUKA hervorragendes Kudu und Springbock. Wir reservieren gleich einen Tisch für morgen. Am Abend sitzen wir dann noch auf der überdachten Terrasse und trinken Wein. Es regnet, doch lieber in der Nacht wie am Tag.



Kuss vom Elefanten Kisso



Montag 16.11.2009 HAZYVIEW - HAZYVIEW

Aussicht vom Haus Kopatsch bei...

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Die Nacht ist ziemlich ungemütlich. Wir haben mindestens einen Moskito im Zimmer und die Matratze ist sehr weich. Auf das Blechdach trommelt der Regen oder der Wind bläst das Wasser von den Bäumen auf das Dach. Ab und zu hört es sich an, als ob die Affen auf dem Dach Fangermanderl spielen, doch wie sich später herausstellt, können auch die kleinen Squirrels Lärm wie die großen Affen machen. Wir bekommen ein hervorragendes Frühstück mit selbst gebackenen Semmeln, Obst und Spiegeleiern mit Bacon und Würstel. Wir sitzen auf der Dachterrasse und hätten von hier einen super Ausblick bis zum Krüger Nationalpark, doch wir sitzen hier -Gott sei Dank mit Dach über dem Kopf- und sehen nur die grauen Wolken über uns und müssen zusehen, wie der Regen die Dachterrasse überschwemmt. Das Wetter ist uns einfach zu ungemütlich und da es sowieso keinen Spaß macht, bei diesem Wetter Motorrad zu fahren, legen wir uns nochmal für eine Stunde ins Bett und warten ab. Um 11 Uhr wird es heller und wir packen sofort zusammen und fahren los. Wir kaufen in Hazyview noch ein Wasser und fahren dann Richtung Graskop, der ersten Station Richtung Wasserfälle und Three Roundavels. Doch schon 7 km vor Graskop fängt es wieder zu regnen an, bzw. wir sind so weit oben, dass wir mitten in den Wolken sind. Wir fahren trotzdem bis Graskop und gehen erstmal was essen und einen heißen Cappuchino trinken. Doch der Sandwich schmeckt nicht besonders und der Cappuchino ist eher schlecht. Ein gelungener Ausflug also! Wir fahren zurück Richtung Hazyview. Laut Reiseführer soll es hier das Shangana Cultural Village geben, mit verschiedenen Darbietungen, wie Markt und landwirtschaftliche Aktivitäten, Ausstellungen und die Traditionen von einem Sangoma (Hexendtoktor oder Kräuterheiler). Für so einen verregneten tristen Tag wäre so etwas gerade recht, doch hier ist tote Hose, nichts ist los. In unserem Frust, fahren wir nach Hazyview zum Bottle Store und kaufen uns erstmal ein Sixpack. Zurück im B&B Haus Kopatsch gibt’s ein Bier, ich schreibe Tagebuch und mache die weitere Streckenplanung und Stefan verzieht sich unter die Bettdecke. Wir haben Glück, wenn wir wir zum Essen starten, regnet es nicht. Die Schotter bzw. Lehmstrasse ist ganz schön rutschig. Wir gehen wieder bei KUKA zum Essen. Dieses Mal wählen wir die Lamm Chops, doch leider sind die sehr fett und schmecken uns nicht besonders. Schade! Auf dem Heimweg fängt es kurz nach Hazyview wieder zum Regnen an, die Strasse ist ganz schön schlammig. Wir kommen aber gut im Haus Kopatsch an und trinken zum Abschluß des Tages den Wein „Allesverloren“.



Dienstag 17.11.2009 HAZYVIEW - NSOKO (SWAZILAND)

Schlammstraße nach Bulembu

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In der Früh um 4 Uhr wachen wir auf und meinen die Welt geht unter. Es schüttet was nur runter kommt und wir haben die Befürchtung, dass wir hier wegen der lehmigen und rutschigen Straße hier nie wieder weg kommen. In der Früh spielen allerdings schon wieder die Squirrels auf dem Dach und wecken uns. Es regnet zwar nicht mehr, doch wie lange das anhält, weiß man nicht. Ich will hier so schnell wie möglich weg, solange es noch möglich ist und die Strasse passierbar. Wir haben also schon vor dem Frühstück das meiste gepackt und sitzen daher schon um kurz vor 10 Uhr auf den Mopeds. Wir fahren die Schlammstraße nach oben, das erscheint uns einfacher. Der Regen hat sich noch nicht ganz verzogen und so bekommen wir immer wieder mal ein paar Tropfen ab. Weil ich Stefan so von der Straße von Barberton nach Bulembu und weiter nach Piggs Peak vorgeschwärmt habe, lässt er sich trotz der dicken Wolken und der Warnung des Reiseführers, dass sich die Straße ab der Grenze nach Piggs Peak in eine Schlammschlacht verwandeln kann nicht abhalten. Ich bin zwar skeptisch, doch lasse ich mich von der Euphorie meines Mannes anstecken. In Barberton tanken wir nochmal und schrauben uns dann auf einer Autobahn ähnlichen Strasse nach oben. Wir sind auf über 1500 Höhenmeter und leider können wir die super Landschaft nur erahnen, da wir die ganze Zeit bei Nieselregen mitten in den Wolken fahren. Es ist auch ganz schön kalt hier oben. Ab und zu öffnen sich die Wolken ein bißchen und man könnte meinen es scheint jeden Augenblick die Sonne, doch leider schafft sie es nicht. Aber ein paar wenige Ausblicke auf die wunderbare Landschaft sind uns zumindest vergönnt. An der Südafrika/Swaziland Grenze sind wir die einzigen und es geht auch schnell mit den Grenzformalitäten. Die Grenzer sind auch genervt von dem schlechten und zu kaltem Wetter. An der Grenze zu Swaziland muss ich ziemlich lachen, denn der Grenzer fragt Stefan, wo er hin will und er antwortet nach Swaziland. Der Grenzer lacht auch und als Stefan ihm sagt, dass wir nach Nisela Safari fahren und dort übernachten freut er sich und sagt, dass sicher dort das Wetter besser sei. Nach dem Grenzübergang und der Stadt Bulembu gibt es noch einen Securitycheckpunkt. Dieser Wachposten macht seinem Name keine Ehre, denn er schläft tief und fest in seinem Häuschen. Er hat die Motorräder nicht kommen hören und es wäre leicht für uns gewesen, den Schlagbaum einfach zu öffnen und durch zu fahren. Doch als ich ihn mit einem lauten „Good Morning“ wecke ist er sehr verdattert und sofort hellwach um die Vehicle Registration zu machen. Er versichert mir nochmal, dass die Strasse in „good condition“ ist, obwohl es hier seit einer Woche regnet. Ich würde ihm so gerne glauben. Es gibt gleich am Anfang einige rutschige Stellen, die jedoch leicht zu bewältigen sind. Die Schotterstraße hat Schlaglöcher und Auswaschungen, doch ist sie im Großen und Ganzen gut zu bewältigen. Ich beginne dem Wachposten zu glauben, da tut sich vor uns ein riesiges langes, sich über die ganze Straße erstreckendes Schlammloch auf. Also nichts wie durch. Ich sehe Stefan vor mir hin und her schlittern und versuche die Spur zu halten, nicht die Handbremse zu betätigen, nicht stehen zu bleiben und auch nicht zu schnell zu werden. Ab und zu muss ich die Füße zum Ausbalancieren bzw. zum Abstützen in das Schlammloch stecken. Dementsprechend sehe ich am Ende das Schlammlochs aus. Auch die Mopeds sind voll mit rotem Schlamm. In Piggs Peak fahren wir erstmal an die Tankstelle, weil irgendetwas an meinem Moped klackert. Wir finden nichts, doch Stefan meint es wäre die viel zu lockere Kette. Bis zum Nisela Safari geht es auf bestens ausgebauten Teerstraßen, wie auf der Autobahn weiter. Bis Mbabane ist es kalt und regnerisch, kein Wunder, denn wir sind hier immer noch auf 1500 Höhenmeter. Nach Manzini wird es endlich besser und auch wärmer. Wir würden gerne eine Pause machen, doch eine einladende Kneipe, Bar oder Restaurant ist nicht in Sicht. In Big Bend starten wir nochmal einen Versuch, doch wir finden einfach nicht das geeignete. Mein GPS schickt uns geradeaus, so würden wir uns das Umdrehen sparen. Wir fahren eine breite Schotterstraße und stehen auf einmal vor einem unüberwindbaren Fluss, an eine Wasserdurchfahrt ist nicht zu denken. Also drehen wir doch um. Wir kommen an einem Restaurant vorbei, doch dieses Mal ist es geschlossen. Die letzten Km bis Nisela Safari schaffen wir jetzt auch noch. Wir werden noch vor dem Eingang zu Nisela Safari von einer Giraffe begrüßt, die neugierig über den Zaun schaut. Wir checken ein und fahren dann durch den Busch ca 3 km zu unserer Unterkunft. Wir haben mitten im Busch ein Roundavel und auf dem Weg zu unserer Unterkunft sehen wir schon Giraffen und Zebras. Wir packen nur schnell unser Gepäck ab, trinken ein Erfrischungsbierchen und fahren dann wieder durch den Busch zum Restaurant des Parks. Die Speisekarte ist nicht berauschend, doch wir finden uns etwas. Stefans Beef ist ziemlich trocken und meine Chickenbreasts sind innen noch roh. Eigentlich bräuchten wir noch einen Schnaps, doch wir müssen ja jetzt im Dunkeln zu unserem Roundavel und auch hier sind die Straßen vom Regen ausgewaschen aber wieder abgetrocknet und nicht so rutschig.



Giraffe im Nisela Safaripark



Mittwoch 18.11.2009 NSOKO – NSOKO

Giraffen im Nisela Safaripark

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Nach dem Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf das Krokodil machen wir uns auf den Weg zum Bottle Store nach Nsoko und zur Tankstelle. Im Bottle Store in Nsoko kaufen wir allerdings nur Bier, denn die Weinauswahl beschränkt sich auf eine Flasche, die total verstaubt aus dem Jahr 2001 ist. Wir fahren deshalb noch nach Big Bend. Doch schon vor Big Bend in Matata ist ein großes Shopping Center, und ein Busbahnhof, Stefan sagt, dass ist der ZOB in Swaziland. Nach dem Einkaufen buchen wir eine Walk Bush Safari für 15 Uhr. Wir fahren zurück zum Chalet und relaxen ein bißchen und ich schreibe am Tagebuch. Um 15 Uhr kommt niemand um uns abzuholen, deshalb spazieren wir selbst ein bißchen in der Nähe des Chalets herum und entdecken auch prompt eine Giraffenherde. Doch wir wollen unsere Walk Safari doch machen und fahren zur Rezeption. Dort ist es dem Personal sichtlich peinlich, dass man uns vergessen hat. Der Guide wird informiert, dass wir warten und in der Zwischenzeit dürfen wir an der Bar umsonst trinken und für die Safari müssen wir auch nichts zahlen. Die Safari hätte 45 Rand, also 4,50€ pro Person gekostet. Der Guide holt uns also ab und wir spazieren durch den Busch. All zu viele Tiere sehen wir nicht, doch es ist ganz nett. Nach dem Bushwalk entschließen wir uns gleich zu essen und dann zum Chalet zu fahren. Wir trinken noch gemütlich einen Wein am Chalet und gehen früh schlafen.



Donnerstag 19.11.2009 NSOKO – NSOKO

Patenkind Sihle in der Schule

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Heute ist Besuchstag bei meinem Patenkind Sihle. Wir stehen schon um 7 Uhr auf und sind um 8 Uhr beim Frühstücken, weil wir um 9 Uhr von Philile und Wandile den Projektbetreuern von World Vision abgeholt werden. Ich möchte noch ein Mitbringsel für die Familie kaufen, das was sie so brauchen. Philile kauft mit mir Reis, Bohnen, Zucker, Brot und auch Kerzen. Danach fahren wir ca.30 Minuten bis zur World Vision Station in der Nähe des Projekts. Dort treffen wir den Manager, den wir ziemlich schlecht verstehen, weil er so undeutlich spricht. Alle bedanken sich ständig bei uns für unsere Unterstützung. Wir fahren als nächstes zu Sihles Schule. Dort ist gerade Pause und die Kinder essen., Wir warten ein bißchen und dann kommt ein kleines schüchternes Mädchen auf uns zu. Die Arme, sie tut mir leid, denn sie ist sehr ernst und ängstlich. Sie zeigt uns ihren Platz im Klassenzimmer, dann nehmen wir sie mit und wir fahren zu ihr nach Hause. Dort erwarten uns dann ihre Großeltern und ihre Mama mit ihrem kleinen Bruder und zwei Cousins. Die Oma und der Opa sind sehr gesprächig und wollen viel wissen. Ich verteile meine Geschenke, eine Sonnenbrille und ein englisches Buch für Sihle, sowie einen kleinen Fernseher mit mehreren Bildern von München, die man wie eine Diashow durch klicken kann. Der Opa ist sehr interessiert und stellt viele Fragen über Deutschland. Er will auch wissen, ob es stimmt, dass Hitler noch lebt und man ihn überall sucht, ob der Mercedesfahrer der reichste Mann in Deutschland ist, an welche Länder Deutschland grenzt und wie alt die Theatinerkirche ist. Die ganze Familie ist sehr nett, doch Sihle ist immer noch sehr schüchtern. Philile fängt mit den Kindern an zu singen und tanzen, da taut Sihle ein bißchen auf. Wir tanzen alle mit und zeigen ihnen, wie man bei uns tanzt, Der Opa holt einen Ball, ein Geschenk von mir und wir spielen alle Ball. Sihle kann den Ball fangen und werfen ohne den Blick von mir zu wenden. Ich gebe ihr meine Hand und sie legt ihre in meine und beginnt sie zu streicheln. Die Oma kocht ein typisches Essen für uns, den Melipap. Wir probieren es, doch essen nicht zu viel, denn es schmeckt schon sehr gewöhnungsbefürftig für uns. Ich bekomme noch ein Geschenk überreicht, eine Flagge von Swaziland und eine Tasche. Die Fahne bekomme ich umgebunden und alle freuen sich. Sihle und ihre Cousins spielen wieder Ball mit uns. Sihle achtet sehr darauf, dass Stefan auch den Ball bekommt. Wir verabschieden uns von der Familie und machen noch ein Abschiedsfoto von uns allen. Philile und Wandile zeigen uns noch andere Projekte, wie eine Pumpenstation im absoluten Busch. Wir haben die Befürchtung, dass wir hier nie wieder hoch kommen, denn Stefan sagt, dass die Reifen von dem Toyota nicht die Besten sind. Doch langsam aber sicher quält sich der Toyota den Schlamm hoch. Ein weiteres Projekt ist eine Tagesstätte für Kinder ohne Eltern, damit sie etwas zum Essen bekommen und tagsüber einen Ansprechpartner haben. Doch leider ist heute niemand in dieser Tagesstätte, weil das Wetter zu schlecht ist und die Kinder nicht kommen können. Wir werden von Philile und Wandile wieder zu Nisela Safari gefahren. Dort trinken wir noch gemeinsam einen Kaffee und fahren dann in unser Chalet. Die Strasse ist ganz schön schlammig, wir ziehen unsere komplette Motorradmontur an, als wir zum Essen fahren bzw. rutschen. Teilweise nehmen wir die Abkürzung über die Wiese, doch das ist wegen den Löchern, die die Warzenschweine gebuddelt haben nicht ungefährlich. Es hört irgendwie nicht zum Regnen auf.



Familie von meinem Patenkind Sihle



Freitag 20.11.2009 NSOKO – WINTERTON

Zimmer in der Ardmore Guest Farm

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Wir sind schon voll aufgepackt um 8 Uhr beim Frühstücken und wollen spätestens um 9 Uhr loskommen. Doch irgendwie dauert das Frühstück heute besonders lange, obwohl nur wir zwei da sind. Dann kommt unser amerikanisches Breakfast Eier, mit Kartoffeln, Bohnen und Mushrooms und dann ist die Hälfte kalt. Egal, wir wollen nur weiter. Wir fahren von Nisela Safari raus auf die Teerstraße und Stefan bespritzt mich erstmal richtig mit Schlamm, der sich vom Hinterreifen löst. Das Wetter sieht nicht so toll aus es nieselt immer wieder mal kurz. In einer halben Stunde sind wir an der Grenze in Lavumisa. Der Polizist ist freundlich und schickt uns zum Grenzbeamten. Ich denke ich kann die Grenzformalitäten alleine erledigen, während Stefan auf die Mopeds und Wertsachen aufpasst, denn diese sind von dem Grenzoffice aus nicht einsehbar. Doch auf einmal steht auch Stefan da, er muss auch mit zum Grenzbeamten. Der ist ziemlich unfreundlich, oder auch nur genervt, weil es so zugeht. Auf alle Fälle schnauzt er mich an, weil ich zwei Pässe in der Hand habe und wo Stefan kommt und sagt, dass er die Mopeds nicht unbeaufsichtigt lassen will, schnauzt er Stefan an, dass sie hier ja auch nur ihren Job machen. Am Schlagbaum müssen wir dann die abgestempelten Pässe wieder herzeigen und außerdem wollen sie unsere Führerscheine sehen. Ich bin froh als wir hier wegkommen. Wir wollen Richtung Vryheid auf der R69 fahren, doch als wir am Abzweig ankommen, stellen wir fest, dass es eine Schotterstraße, bzw. wieder eine Lehmstraße ist. Die ersten paar hundert Meter ist sie noch ganz gut, doch dann wird es zu einer regelrechten Schlitterpartie. Ich fahre nicht schneller als 20, höchstens 30 hm/h. Das macht keinen Sinn, denn wir wollen ja noch bis Winterton und das sind von hier aus noch 366 km zu fahren. Wir drehen also um, und fahren über Pongola die Teerstraße. Jetzt beginnt es wieder zu regnen und wir sehen von der schönen Landschaft wieder nichts. Es ist nebelig und wirklich saukalt, kein Wunder, wir fahren hier ca auf über 1100 Hm. 50km vor Vryheid hält Stefan am Straßenrand und fragt mich, ob wir irgendwo falsch abgebogen sind und uns verfahren haben und mittlerweile in Skandinavien angekommen sind. Im Regen, weil es nirgends was zum Unterstellen gibt, ziehen wir uns noch einen warmen Pulli an. In Vryheid tanken wir erstmal und gehen dann ins Nandos zum Essen aber in erster Linie eigentlich zum Aufwärmen und zum Trocknen. Es hilft nichts, wir müssen wieder raus in dieses Sauwetter. Wir kommen auf den Straßen schnell voran, außer es ist ein Laster vor uns, denn mit dem Spritzwasser zusätzlich zum Regen sieht man eigentlich nichts mehr, noch dazu haben die meisten Autofahrer kein Licht an. In Winterton kaufen wir erstmal Wein und fahren dann auf die Ardmore Guest Farm. Hier waren wir schon bei unserem ersten Südafrikaurlaub im Jahre 1997. Der Inhaber Paul sieht immer noch aus wie Tom Hanks, nur älter. Wir bekommen ein nettes Roundavel mit offenem Kamin bzw. wie ein Schwedenofen nur mit Gitter und nicht mit Glas davor. Stefan heizt kräftig ein, auch der Heizkörper läuft auf Hochtouren. Wir hängen unsere nassen Sachen auf den quer im Raum gespannten Expandern auf. Es sieht aus wie auf dem Campingplatz. Wir sind froh, dass es in der Ardmore Guest Farm jetzt auch Abendessen gibt. Es hat sich in den 12 Jahren ganz schön verändert. Wir kommen in einen romantisch gedeckten Speisesaal mit Platz für mindestens 20-25 Gästen und werden kulinarisch verwöhnt. Das haben wir uns nach den Strapazen heute auch redlich verdient. Zum Abschluss gibt es noch Tee oder Kaffee im Kaminzimmer. Wir sind beide sehr müde und gehen bald ins Bett.



Samstag 21.11.2009 WINTERTON – WINTERTON

In der Nacht regnet es immer wieder mal. Wir schlafen bis 8 Uhr und gehen dann gemütlich frühstücken, denn heute pressiert nichts und unsere Klamotten sind immer noch ganz klamm und das Wetter sieht so aus, als ob heute Wort wörtlich das Mopedfahren ins Wasser fallen würde. Wir bekommen ein sehr abwechslungsreiches Frühstück, mit Papaya und Joghurt, Rohrnudeln, einer Vanillesauce und Eier in allen Variationen, mit gebratenen Tomaten, Speck und Würstel. Nein, wir haben kein Frustessen veranstaltet, ich wollte nur aufzählen, was es alles gab. Nach dem Frühstück machen wir einen kleinen Rundgang über die Farm und staunen, was sich alles in den 12 Jahren getan hat. Wir spannen noch die Kette an meinem Motorrad, weil die ganz schön drin hängt. Gott sei Dank hat Paul das passende Werkzeug, denn im Bordwerkzeug können wir keine passenden Schlüssel finden. Bei dieser Gelegenheit entdeckt Stefan auch noch, dass keine Sicherung auf dem Kettenschloss ist und mir wird mulmig, als er mir erzählt, was alles passieren könnte, wenn das Kettenschloss aufgeht. Wir wollen das Kettenschloss beobachten und Stefan läßt sich noch einen dünnen Draht geben um es eventuell mit diesem irgendwie sichern zu können. Das Wetter klart ein bißchen auf und die Sonne kommt durch. Wir verlagern die Wäscheleine nach draußen und hängen und legen unsere nassen Klamotten zum Trocknen auf. Um kurz nach halb eins machen wir uns auf den Weg zum Cathedral Peak. Wir kommen bis ca. 14 km vor dem Ziel, dann fängt es wieder zum Tröpfeln an, deshalb drehen wir um. Wir fahren also nach Winterton zum Tanken und Geld abheben. Danach gehen wir im Thokozsisa Restaurant zum Essen und sehen uns dann noch die Craft Shops an. Dort gibt es auch ein Spa und wir wollen uns massieren lassen, doch leider geht das erst morgen wieder. Wir fahren zurück zum Ardmore Guest House und lassen den Nachmittag ausklingen. Wir schüren nochmal den Kamin an, doch insgesamt wird es schon wärmer und die Wolken lichten sich. Nach dem gutem Abendessen gehen wir bald in unser Roundavell und packen schon mal, denn morgen wollen wir früh los um unsere Mammut Tour zu schaffen.



Blick von der Ardmore Guest Farm zu den Drakens...



Sonntag 22.11.2009 WINTERTON – THABA-TSEKA (LESOTHO)

Drakensberge Nationalpark

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Um 6:15 Uhr weckt uns Nana Muskuri mit :„Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein...“. Ich springe sogleich aus dem Bett und schaue aus dem Fenster, ob sie Recht hat. Und sie hat Recht! Kein Wölkchen am Himmel, also steht unserer Tour nichts im Wege, denn wenn es nur ein bißchen nach Regenwolken ausgesehen hätte, hätten wir die Tour nicht machen können. Wir sitzen schon um 8 Uhr auf den Mopeds und starten entlang der südlichen Drakensberge Richtung Himeville, dem Startpunkt des Sanipases. Paul von Ardmore hat uns noch ein paar Schleichwege gesagt, die ich gleich ins GPS eingespeichert habe. Wir fahren also Richtung Giants Castle und auch an anderen Naturparks vorbei, wie Lotheni und Umkhomazi, dem uKahlamba Drakensberg Park. Eine wundervolle Landschaft, es hüpft sogar mal eine Affenherde vor uns her, die sich aber dann schnell wieder versteckt. Obwohl wir so früh loskommen, sind wir erst Mittags um 11:30 Uhr an der Tankstelle in Himeville. Wir überlegen, was wir machen sollen, denn Paul meint, dass wir es vielleicht bis zum Katse Damm schaffen aber unser GPS sagt eine Ankunftszeit von 21 Uhr. Das ist definitiv zu spät, erstens wird es um 19 Uhr dunkel und zweitens hätten wir auf dem Moped gar nicht so langes Sitzfleisch. Stefan fragt einen Südafrikaner, der auch beim Tanken ist und der meint, das sind doch 1000 km, das schaffen wir nie, doch dann ruft er jemanden an, der sagt wieder rum, das schaffen wir „very easyly“. Beide Aussagen helfen uns nicht wirklich weiter, also beschließen wir einfach mal loszufahren und gegebenenfalls im Sani Top Charlet oder irgendwo anders zu übernachten. Denn die Aussicht scheint heute grandios zu sein. Die Straße ist anfangs noch wie eine Gravelautobahn wird dann allerdings schmäler und schlechter, doch ist bis zur südafrikanischen Grenzstation einfach zu fahren. Bis hierher sind sogar noch PKW´s ohne Allrad unterwegs. Aber gleich nach der Grenzstation werden die Fahrkünste gefordert, die Straße wird immer schlechter und man hat das Gefühl in einem Bachbett zu fahren. Man muss sehr voraus schauend fahren und immer schön Gas geben, denn die Straße wird nicht nur schlechter, sondern auch ganz schön steil. Ich passe mal an einer Kehre nicht richtig auf und komme nicht mehr weg. Es ist nur ein großer Stein im Weg, wenn ich den weg schieben könnte, dann könnte ich weiterfahren. Doch ich kann das Moped nicht abstellen und abzusteigen, ohne den Seitenständer als Stütze zu haben traue ich mich bei dem voll auf gepackten Moped nicht. Gott sei Dank sieht Stefan meine auswegslose Lage und er kommt mir zu Hilfe. Wir sind beide am Schieben und versuchen hier wegzukommen, da fährt ein Jeep an uns vorbei und fragt nicht mal, ob er uns helfen kann. Ich überlasse Stefan mein Motorrad und ich schiebe kräftig, dann kommt er weg und fährt mein Motorrad dahin, wo auch seines steht. Ich komme total nass geschwitzt bei ihm an und bin richtig am Zittern, so angestrengt hat mich das. Nur noch 3 Kehren, dann sind wir oben an der Grenze zu Lesotho. Wir gehen ins höchste Pub Afrikas, es liegt auf 2865 Meter ü.NN. Wir trinken ein Wasser und essen ein Sandwich. Für die Strecke von der Tankstelle in Himeville bis zum Sani Top Chalet haben wir 1,5 Stunden gebraucht. Wir hätten also noch Zeit zum Weiterfahren. Weitere unterschiedliche Aussagen machen uns die Entscheidung nicht leichter – bleiben oder weiterfahren. Wir entscheiden uns für´s Weiterfahren, da der Wirt vom Sani Top Chalet sagt, dass genügend B&B´s auf der Strecke sind wo wir bleiben könnten. Die Straße ist viel besser und wir kommen gut voran. Wir schrauben uns allerdings immer weiter in die Höhe und der höchste Punkt, den wir erreichen zeigt mein GPS mit 3240 Meter ü.NN an. Wir fahren durch eine wundervolle sehr einsame Landschaft. Wir überholen einen 4x4 aus Lörrach und grüßen durchs offene Seitenfenster mit Servus. Die werden sich auch gewundert haben, denn die Kennzeichen an den Mopeds sind ja von Cape Town. Ab und zu sieht man schon die Basotho mit ihren dicken Decken, entweder zu Fuß oder auch mit Esel und Pferd unterwegs. Je weiter wir kommen, desto bewohnter wird die Gegend. Kinder winken uns zu, halten aber auch die Hände auf. Ich winke einfach immer, denn auch die ganz gefährlich ausschauenden, mit Sturmhaube vermummten Basothos winken mir zurück. Ältere Männer zeigen mit dem Daumen nach oben, wenn sie uns kommen sehen und alle sind sehr interessiert. Nur einmal wird uns ein bißchen komisch zumute, denn auf der Straße steht eine abgebrochene Flasche, deren Scherben gefährlich nach oben stehen. Wir sehen sie Gott sei Dank rechtzeitig und fahren drum herum. In der nächsten Kurve sitzen dann zwei Männer, die uns beobachtet haben. Vielleicht war es auch keine Falle, doch dass eine Flasche herunterfällt und genau so stehen bleibt und sonst keine Scherben herumliegen macht uns einfach stutzig. Wir kommen um 16 Uhr an einer Guest Lodge vorbei, doch Stefan ist noch voller Zuversicht, dass wir es bis zur Katse Lodge schaffen, also fahren wir weiter. Das Nachmittagslicht läßt die Gegend hier noch viel schöner wirken. Doch das Gegenlicht stört beim Fahren. Die Dörfer mit den runden Basotho Hütten sind alle sehr sauber und wirken so aufgeräumt. Die Hütten sind aus dunklem Stein gebaut, haben alle ein Reetdach und die meisten haben blaue Fensterrahmen und eine blaue Tür. Wir überqueren einen Fluss über eine betonierte Brücke, die Brücke hat kein Geländer und die Fahrspur in der Mitte ist höher betoniert, so dass für uns nur ca. 40 bis 50 cm bleiben. Man muss sich ganz schön konzentrieren um in der Spur zu bleiben. Solche Sachen würden wir gerne fotografieren, doch in Anbetracht der wenigen Zeit die wir haben, schauen wir, dass wir weiter kommen. Die Strecke zieht sich ewig dahin und um 18:30 Uhr kommen wir erst in Thaba-Tseka an. Das liegt noch ca. 68 km vor der Katse Lodge. Da die Straße zur Katse Lodge auch eine Gravel Road ist, werden wir das wohl nicht mehr schaffen. Wir bleiben also in dem Five Star Mountain Hotel. Eine wirkliche Absteige, die nichts mit fünf Stenen zu tun hat, doch wir haben ein Bett und bekommen hier sogar etwas zum Essen. Wir packen schnell ab und gehen gleich ins Restaurant, da es um 19 Uhr Essen geben soll. Doch ganz so pünktlich sind die Basother nicht, der Restaurantchef schickt uns erstmal noch in die Bar, da es noch 20 – 25 Minuten dauert, bis er alles fertig hat. In der Bar werden wir erstmal bestaunt, Weiße scheinen hier wohl wirklich eine Seltenheit zu sein. Wir trinken das einheimische Bier Maluti und das freut den Barkeeper und die anderen Gäste, denn alle sprechen uns auf das Bier an. Das Restaurant ist einladend gedeckt und das Buffet bietet auch etwas. Es gibt ein Beef, scharf gebratenes Hähnchen, Kartoffelbrei, Bohnen gemischt mit Roter Beete und zur Nachspeise Dosenobstsalat und eine viel zu weiche Mouse au Chocolat. Stefan holt sich gleich zwei mal von den Hähnchen Nachschlag. Wir gehen dann aufs Zimmer, denn wir sind von der langen anstrengenden Fahrt doch ziemlich geschlaucht.



Sanipass



Montag 23.11.2009 THABA-TSEKA – KATSE DAMM

Katse Staudamm

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Wir packen früh zusammen und sind schon um 7 Uhr beim Frühstück. Das Frühstück ist fast so wie überall, doch hier gibt es auch Fisch dafür keine Getränke, wie Tee oder Kaffee, nur Wasser oder O-Saft kann man haben. Wir fahren weiter durch wunderbare Landschaft und sehen viele Basother. Ich kann mich vor Lachen kaum auf dem Moped halten, als ich einen Basother sehe, der in seine typische Decke eingewickelt ist und einen glänzenden rosaroten Regenschirm zum Schutz gegen die Sonne hält. Und wieder winken uns die Kinder zu oder sie fordern Geld mit einer typischen Handbewegung. Wir kommen schon um 9:30 Uhr in der Katse Lodge an und checken gleich ein. Wir spülen den ganzen Staub der letzten zwei Tage erstmal ausgiebig unter der Dusche ab und gönnen uns dann ein Bier auf der Terrasse. Leider hat die Katse Lodge einen Charme wie ein Krankenhaus, unser Zimmer keine eigene Terrasse, eigentlich nicht mal ein Fenster zum öffnen und so legen wir uns einfach auf die Wiese um uns ein bißchen auszuruhen. Doch da uns die Ameisen ärgern gehen wir erstmal zum Mittagessen und danach machen wir die Katse Damm Tour mit. Für nur 10 Maloti bekommen wir 1,5 Stunden lang das Lesotho Water Projekt Programm erklärt, wie die einzelnen Dämme zusammenhängen, welche Aufgabe sie haben und was noch geplant ist. Doch ich glaube wir haben die ganze Komplexität und die Zusammenhänge nur zur Hälfte verstanden. Wir gehen in die 185 Meter hohe und am Fußpunkt 16 Meter dicke und am obersten Punkt 8 Meter dicke Staumauer. Es gibt eine riesige technische Anlage, die misst, ob sich die Staumauer in der Dicke verändert. Diese Messung geschieht per Laser und man hat festgestellt, dass es von der Temperatur abhängt, wie sich die Mauer verändert. Auch das ganze Wasserlevelsystem erscheint mir total komplex. Am Ende der Tour können wir noch mit den Mopeds auf die Staumauer fahren. Diese sieht von oben genauso beeindruckend aus, wie von ganz unten. Wir kommen zurück in die Lodge und relaxen, bzw. schreiben Tagebuch, machen Streckenplanung für morgen und sichern schon mal einige Fotos auf die Festplatte. Es hat ein Gewitter und es hagelt sogar ein bißchen. Gut, dass es jetzt erst losgeht und nicht schon während unserer Tour. Nach dem Gewitter hat es eine super Stimmung und wir versuchen die Blitze in der Ferne zu fotografieren. Es hat auch ganz schön abgekühlt und es weht ein kalter Wind. Zum Abendessen gibt es eine frisch gefangene gegrillte Katse Dam Forelle mit Mandelsplittern, einfach köstlich. In der Bar gönnen wir uns dann noch einen Whiskey und einen Brandy. Obwohl es morgen wieder ein langer Tag zu werden scheint, möchte Stefan nicht zu früh aufstehen. An der Rezeption wollen wir noch klären, ob wir für die gebuchten zwei Nächte bezahlen müssen, oder nur für die eine tatsächlich hier verbrachte Nacht. Aber das läßt sich erst morgen mit einem Telefonat mit Merve van der Merwe, dem Organisator klären.



Blitz am Katse Staudamm



DIENSTAG 24.11.2009 KATSE DAM – MALEALEA LODGE

Roundavel in der Malealea Lodge

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In der Nacht gewittert es immer wieder und es kommen Unmengen von Wasser herunter. Ich hoffe, dass der Katse Damm das aushält. In der Früh ist es jedoch wieder schön, zwar nicht strahlend blauer Himmel, doch es sieht gut aus. Wir fahren die Teerstraße nach Leribe. Die Teerstraße ist vom vielen Wasser teilweise mit Schlamm überzogen und viele Felsen, zum Teil ganz schöne Brocken liegen auf der Straße. Wir fahren schon wieder Pässe über 3000 Höhenmeter und es ist hier oben ungemütlich kalt. Wir sind froh über unsere Griffheizung. Aber die Strecke ist super und macht riesig Spaß. Je weiter wir Richtung Leribe kommen verändert sich die Landschaft vom Hochgebirge zum Flachland. Die Straße wird langweilig gerade. Aber auch die Menschen und ihre Behausungen verändern sich. Man sieht weniger in die typischen Basotho Decken gehüllte Einheimische und auch die typischen schönen runden Basotho Hütten weichen eckig gemauerten und mit Blechdächern versehenen Behausungen. Die Menschen scheinen an Motorradfahrer gewöhnter zu sein und winken auch nicht mehr so häufig. Uns nervt der viele Verkehr und die chaotische Fahrweise. Wir sind froh, als wir kurz vor Maseru nach Mafeteng abbiegen können, es ist zwar noch hektisch, doch langsam wird der Verkehr wieder weniger und die Gegend wird auch schöner. Dank guter Ausschilderung und GPS finden wir die Malealea Lodge gleich. Schon ein paar km vorher weiß man, wo man landen wird, denn wir fahren über den Pass „Gate of Paradise“ und der Blick ist wirklich herrlich. Die Malealea Lodge ist gleich am Ende des Dorfes und macht gleich einen guten Eindruck auf uns. Hier wird das ganze Dorf mit in den Tagesablauf integriert. Die Frauen aus dem Dorf stehen in der Küche, die Männer und Burschen kümmern sich um die Pferde oder arbeiten als Wanderführer. Wir essen einen Sandwich zu Mittag, machen einen Rundgang durch die große Lodge und ruhen uns dann im Rasen vor unserer Hütte aus. Stefan verzieht sich nach drinnen und ich wache auf einmal wegen eines komischen Geräusches auf. Steht doch vor der Hüttentüre ein riesiger Pfau und schaut in die Hütte. Dann kommt er auf mich zu und mir wird in so tiefer liegender Position doch ein wenig mulmig zumute und nehme zur eventuellen Verteidigung schon mal meinen Badeschlappen zur Hand. Doch der Gockel hat selbst Angst und haut vor mir ab, Danach stiefelt er auf unserem Dach herum und gibt seine lauten Gräusche von sich. Um 18 Uhr werden wir auf Musik aufmerksam. Der Chor aus dem Dorf tritt jeden Abend in der Lodge auf und lädt die Gäste ein ins Dorf zu kommen und sich 100%ig willkommen zu fühlen. Gleich nach dem Chor tritt eine Band auf, alle Musikinstrumente, wie Gitarre, Trommel bzw, Schlagzeug und so etwas ähnliches wie eine Geige sind selbst gemacht. Hauptsächlich wurden Blech, wie Coladosen, alte Kanister, Tierfelle und Holz verwendet. Die Burschen sind zum Schreien, sie haben komische Sachen auf dem Kopf, tragen Gummistiefel oder Badeschlappen und tanzen super. Stefan meint, dass der Kleine wohl meint er sei der Jackson Michi. Den Gästen gefällt es auch und dadurch haben die Burschen gleich noch mehr Spaß. Es wird gebeten, für die Band 10 Rand p.P. und für den Chor 15 Rand p.P. in eine Box zu schmeißen, Das ist wirklich nicht viel, doch trotzdem sehe ich die meisten weggehen, ohne etwas zu geben. Das macht mich sehr traurig. Das Essen wird gemeinsam im Dinning Room eingenommen. Wir setzen uns zu Jasper und Willy an den Tisch und erkennen sofort, dass sie Engländer sind, denn Jasper hat eine rote glühende Birne auf. Die Beiden erzählen uns, dass sie schon ein halbes Jahr in Afrika unterwegs sind und noch 3 Wochen bleiben. Doch dann geht es schon weiter nach Kambodscha, Vietnam und Thailand für ein weiteres halbes Jahr. Nach dem Essen setzen wir uns vor unsere Hütte und trinken noch unseren Wein. Auf einmal tut es ohne Vorankündigung, wie Wind, einen kräftigen Donnerschlag und es fängt zum Regnen an. Wir verziehen uns nach drinnen.



Band in der Malealea Lodge



MITWOCH 25.11.2009 MALEALEA LODGE - CRADOCK

Teilnehmer der Roof of Africa

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In der Nacht hat es immer wieder mal geregnet, um 4 Uhr schüttet es noch total. Das scheint den Pfauen auch nicht zu gefallen, denn sie schreien die ganze Zeit. Es hört sich an wie „aua“ und als ob sie bei uns vor der Türe stehen und um Einlass betteln würden. In der früh ist wieder strahlender Sonnenschein. Wir packen und frühstücken gemütlich, aber eigentlich unfreiwillig, denn es dauert einfach so lange, bis wir was bekommen. Kurz vor der Grenze ist eine Polizeikontrolle. Ich glaube die wollen uns schikanieren, denn der eine Polizist macht den Stefan blöd an, weil er nicht beim Stopp Schild gehalten hat, obwohl er ihn her gewunken hat. Der Polizist, der zu mir kommt ist eigentlich ganz nett, er interessiert sich nur dafür, wo wir waren und für mein GPS. Ich drücke für ihn ein bißchen auf dem GPS rum und dann ist er zufrieden. Der Polizist, der Stefan so blöd angemacht hat, provoziert ihn weiter. Er möchte eine Runde mit dem Moped fahren, doch Stefan zuckt mit den Schultern und da gibt der Polizist Gott sei Dank auf. An der Grenze läuft alles easy und sehr schnell, Wir sehen auch schon einige, die bei der Roof of Africa mitfahren und Stefan unterhält sich auch kurz mit einem Teilnehmer. Wir fahren auf Gravel und Teer bis nach Aliwal North und machen dort am Oranje River eine kurze Pause. Danach geht es bis Cradock ziemlich gerade dahin. Wir fahren eine Abkürzung auf Gravel und erfinden das High Speed Gravellroading. Wenn es geht fahren wir zwischen 80 und 100km/h auf dem Schotter dahin. Blöd ist nur, dass man die Schlaglöcher so spät sieht, wenn man so schnell fährt. Die letzten km nach Cradock ziehen sich nicht schlecht und es wird immer heißer. Es ist so, als ob jemand mit dem heißen Föhn in den Helm bläst, deshalb bleibt das Visier auch zu und es staut sich die heiße Luft. Ich weiß nicht, was besser ist! In Cradock gehen wir in Annies Guest House, dort gibt es erstmal zwei Bier und zur Abkühlung gehen wir noch in den nur 18 Grad warmen Swimmingpool. Lynn sagt, dass es heute 40 Grad und in einigen Orten sogar 43 Grad warm war. Ich möchte gar nicht wissen, wie heiß es in unseren Motorradklamotten war, ich bin nur froh jetzt frisch geduscht nur in Unterwäsche auf dem Bett zu liegen. Es gewittert kräftig, obwohl uns Lynn vorher noch gesagt hat, dass hier eine sehr heiße Gegend ist und es jeden Abend nach Gewitter aussieht, der warme Wind es jedoch wieder verbläst. Stefan liegt unter der dicken Bettdecke neben mir, er hatte vorher Schüttelfrost und meint, dass er einen Sonnenstich hat. Wir können in unserem B&B essen, das ist wegen dem Gewitter ganz gut. Allerdings fahren wir auch nicht mehr zum Bottlestore und müssen den Wein trinken, der uns vorgesetzt wird. Zum Essen trinken wir ca, 3 Liter Wasser. Wahrscheinlich sind wir von der Hitze total dehydriert. Stefan hat auch noch Kopfweh, doch nach dem Essen geht es ihm besser. Wir ratschen noch ein bißchen mit den anderen Gästen und legen uns dann hin, denn wir sind einfach k.o.



DONNERSTAG, 26.11.2009 CRADOCK - GRAAFF-REINET

Graaff-Reinet Kirche

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Die Nacht war schrecklich. Stefan hatte zuerst einen fürchterlichen Schüttelfrost und dann hatte er Schweißausbrüche. Bei meiner homöopatischen Hausapotheke kann ich leider nicht das passende Mittelchen finden also gebe ich ihm Rescuetropfen. Er schwitzt zwar noch zwei T-Shirts durch, doch es scheint ihm besser zu gehen. Im Gesundheitsteil von meinem Lonley Planet Führer lese ich noch nach, ob es sich um Malaria handeln könnte, doch da fehlt ihm Gott sei Dank das Fieber dazu. Wir sind ziemlich gerädert von der Nacht und schlafen bis kurz vor 8 Uhr. Die heutige Etappe ist nur 130 km, deshalb meint Stefan, dass er schon weiterfahren kann. Wir machen noch einen Abstecher zum Mountain Zebra Park, doch leider darf man auch hier mit den Motorrädern nicht rein. Gefährliche Tiere gibt es hier zwar nicht, aber wahrscheinlich haben die nur Angst, dass wir mit den Motorrädern die Zebras jagen. So fahren wir direkt nach Graaff Reinet und kommen dort pünktlich zum Lunch an. Wir gehen gleich in den Biergarten, wo wir schon vor zwei Jahren waren, nur, dass es heuer kein Bier gibt. Der Wirt ist nicht lizensiert. Er hat schon öfter unter der Hand Bier ausgegeben und ist erwischt worden und jetzt hält er sich daran, weil er sonst eingesperrt werden würde. Wir begnügen uns also mit Wasser und Kaffee zu unserem Lunch und machen uns dann auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir bleiben in der netten Carrow Field Cottage und bekommen dort eine eigene Wohnung mit allem drum und dran. Nach einer kleinen Erfrischung legt sich Stefan erst mal hin. Ich genieße den Garten und mache weitere Urlaubsplanung. In einem hier ausliegendem Heftchen finde ich auch noch eine passende Unterkunft in der Nähe von Patensie. Von zu Hause aus war es mir nicht möglich gewesen irgendwas zu finden. So ist das jetzt auch kein Problem mehr. Vorausgesetzt der Zustand von Stefan ändert sich. Da es ihm so schlecht geht, messen wir doch mal seine Temperatur. Er hat 39,6 Grad Fieber! Jetzt muss ich mir doch Sorgen um ihn machen. Ich mache ihm Wadenwickel um die Temperatur zu senken und verordne ihm viel Wasser zum Trinken und rufe aber trotzdem noch bei unserem Heilpraktiker in München an. Er beruhigt mich, was meine Befürchtungen wegen Malaria angehen, da Stefan keinen Husten hat und das Fieber nicht steigt und wieder fällt. Ich gebe Stefan 3 Globuli von Belladonna und 3 Tropfen MMS. Nach 2 Stunden ist das Fieber auf 39,2 Grad gefallen. Ich rufe nochmals bei unserem Heilpraktiker an und er sagt, es ist gut, Stefan soll kräftig schwitzen und ich soll ihm einen heißen Tee kochen. Das freut Stefan gar nicht, denn ihm ist ja eh schon so heiß. Mir ist auch heiß, doch ich genieße den sonnigen und heißen Tag auf unserer Terrasse und schaue ab und zu nach meinem Patienten. Den Abend in Graaff Reinet haben wir uns auch anders vorgestellt. Statt in einem der super Lokale bei einem Trio von Kudu, Springbock und Vogel Strauß zu sitzen und vorher noch den Sonnenuntergang im Valley of Desolation zu genießen sitzen wir hier und essen Pizza, die ich bei einem Take away um die Ecke geholt habe. Beziehungsweise ich sitze noch hier und Stefan liegt schon wieder im Bett und schwitzt. Aber es soll mir alles egal sein, wenn er nur schnell wieder auf die Beine kommt. Unser Freund Peter, auch ein Südafrikafan, hat einmal gesagt, dass wenn es mal soweit ist, dass es ans Sterben geht, dann wird er zum Valley of Desolation kommen und es hier tun. Mein Mann Stefan hat sofort gesagt: „ da nimmst mich aber mit!“ Jetzt erinnere ich Stefan daran und rede ihm ins Gewissen, dass es dafür noch zu früh ist. Er lacht und sagt, er habe auch schon daran gedacht. Um kurz vor 21 Uhr ist das Fieber bei 39,2 Grad und ich gebe ihm nochmals 3 Globuli Belladonna und koche heißen Tee.



FREITAG, 27.11.2009 GRAAFF-REINET – GRAAFF-REINET

Valley of Desolation

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Stefan schwitzt in der Nacht viel und trinkt 1,5 Liter Wasser, aber auch das Fieber scheint runter zu gehen. Morven und Don bereiten uns ein köstliches Frühstück mit Papaya, Ananas, Banane und Joghurt und auch Spiegeleier mit Bacon und einem dicken braunen Toast. Das schlaucht Stefan und er muss sich erstmal wieder hin legen. Ich wasche in der Zwischenzeit und gehe dann ein bißchen in Graaff-Reinet spazieren, doch viel gibt es hier nicht zu sehen. Außerdem reserviere ich noch einen Tisch im Coldstream Restaurant. Als ich ein Internetcafe sehe schreibe ich schnell ein paar Zeilen an die wichtigsten Leute. In der Touristeninformation erfahre ich auch, dass man in das Karoo Nature Reserve auch nicht mit dem Motorrad rein fahren kann. Ich komme zurück zum Cottage und Stefan ist fest am schlafen. Er wacht aber dann auf und wir verputzen die restliche Pizza von gestern. Er bleibt ein bißchen bei mir draußen, es ist ihm zu ungemütlich und er verzieht sich wieder ins Bett. Ich blättere ein wenig in den herumliegenden Heftchen und mache mir einfach einen gemütlichen Nachmittag. Spät Abends machen wir uns auf den Weg zum Valley of Desolation. Die Luft ist ziemlich frisch, doch der Himmel sehr klar. Wir machen super Bilder vom Sonnenuntergang und haben auch den obligatorischen Sundowner mitgebracht. Abends gehen wir dann ins Coldstream Restaurant. Ich habe für draußen einen Tisch reserviert, doch das war zu optimistisch, der Wind ist einfach zu kalt. Nachdem drinnen Tische frei werden wechseln wir den Platz und uns folgen auch noch andere Leute nach drinnen, Am Cottage trinken wir noch ein Glaserl Wein und gehen dann bald schlafen.



Sonnenuntergang im Valley of Desolation



SAMSTAG, 28.11.2009 GRAAFF-REINET – SUNLANDS (ADDO ELEPHANT PARK)

Stefan hat immer noch erhöhte Temperatur und schwitzt. Unsere Gastmutter Morven und Don machen sich ernsthaft Sorgen und reden Stefan und mir ins Gewissen doch zum Doktor zu gehen, denn Malaria kann einen sehr schnell sehr krank machen. Ganz verunsichert fragen wir erstmal in der Apotheke nach, doch die Apothekerin meint das Gleiche und schickt uns ebenso zum Arzt. Don fährt uns sogar noch zu seinem Hausarzt. Stefan muss gar nicht lange warten. Der Arzt untersucht ihn gründlich und meint er kann keinen Malaria Schnelltest machen, da müssten wir schon ins Krankenhaus nach Port Elisabeth. OK, kleine Änderung im Programm. Wir fahren also nach Addo in das B&B Chicane, das uns Sabine und Peter empfohlen haben und laden dort unser Gepäck ab. Wir werden dort herzlich von Julie und Greg empfangen und das Hallo wird noch größer, als wir sagen, dass wir Freunde von Sabine und Peter sind. Doch auch die Beiden machen sich Sorgen und schicken uns ins Krankenhaus. Wir fahren also nach PE ins Krankenhaus. Auch dort kommt Stefan sofort dran während ich den Papierkram erledige. Die Schwestern sind alle sehr nett zum Motorradfahrer Stefan. Dann schicken sie Stefan wieder nach Hause und sagen, dass sie anrufen, sobald ein Ergebnis da ist. Wir fahren also wieder ins B&B. Kaum dort angekommen, kommt Greg mit dem Telefon in der Hand her und sagt, dass das Krankenhaus bereits das Ergebnis hat. Es konnte Gott sei Dank kein Malaria Erreger nachgewiesen werden. Darauf gibt’s erstmal ein Bierchen und wir ratschen noch mit Julie und Greg, bevor wir zum Essen fahren. Wir essen im Addo Lion Croc Restaurant Kudu und sind nicht sehr zufrieden, denn das Fleisch ist ziemlich zäh. Zurück am B&B genießen wir die Ruhe, wenn man von den Fröschen und die Grillen absieht, die einen ziemlichen Lärm machen.



Auf dem Weg nach Addo



SONNTAG, 29.11.2009 SUNLANDS – SUNLANDS (ADDO ELEPHANT PARK)

Büffel

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Wir bekommen ein super Frühstück mit frischem Obstsalat, Joghurt, Müsli, Pancakes, Spiegeleier mit Bacon und Tomate und Kaffee und Tee. Das hält sicher bis Abends an. Julie und Greg haben es tatsächlich ernst gemeint und leihen uns ihr Auto, damit wir unseren Ausflug in den Addo Nationalpark machen können. Am Eingang vom Addo werden wir sofort für Südafrikaner gehalten, denn wir zahlen nur den Eintritt für Einheimische, nämlich 30 Rand pro Person. Wir suchen uns die Gravelroads mit Wasserlöchern aus. Wir sehen als erstes einen Büffel, einen der Big Five (Elefant, Büffel, Löwe, Leopard und Nashorn), dann viele Zebras und Redbeasts. An einem Wasserloch stehen dann zwei Elefanten. Wir bleiben ewig an dem Wasserloch, denn es tut sich einiges. Es kommt eine Riesenschildkröte vorbei und die Warzenschweine spielen. Nach und nach tauchen nacheinander noch drei Elefanten auf, die sich alle ganz brav das kleine Wasserloch teilen. Ein Elefant ist wohl für das Wohl der anderen zuständig, denn indem er mit seinem Rüssel ins Wasser bläst, haben die anderen einen Whirlpool. Wir können uns dann doch mal losreißen und suchen neue Wasserlöcher. Es ist unglaublich, wir kommen an eine freie Stelle mit mehreren Elefantengruppen. Es sind so viele, dass man sie gar nicht mehr zählen kann, ich schätze 100-150 Elefanten. Wir ändern öfter die Position vom Auto, dass wir alle beobachten können. Die Elefanten am Wasserloch haben am meisten Spaß, sie tauchen komplett unter und versuchen auf die anderen drauf zu klettern. Ein junger Elefant hat echt Mühe, wieder aus dem Wasser zu kommen, denn ein anderer junger Elefant schubst ihn immer wieder ins Wasser zurück und das Ufer ist so glitschig, dass er immer wieder ausrutscht und wieder im Wasserloch landet. Wir haben beim Zuschauen so riesen Spaß, machen Unmengen von Bildern und bleiben ewig an dieser Stelle. Am Eingang vom Park kaufen wir uns noch Biltong (getrocknetes Fleisch) und tanken Gregs Toyota auf, dann machen wir uns auf den Weg zum Chicane B&B. Zurück am B&B scheint niemand da zu sein und auch unser Kühlschrank gähnt vor Leere – kein Bier ist drin. Schreckliche Vorstellung am Pool zu sitzen und kein Bier zu haben. Doch da taucht Gott sei Dank Greg auf und bringt Stefan sein Bier. Julie und ich trinken Kaffee und ich bekomme sogar den Käsekuchen, den ich mir schon auf der Fahrt hierher so sehnlichst gewünscht habe. Nach dem Kaffee bekommen Julie und ich von Greg Wein serviert. Ja und so geht der Nachmittag weiter. Wir sitzen am Pool und ratschen und trinken und lachen, bis Stefan Hunger hat. Wir duschen schnell und fahren ins Afrikanos zum Essen. Wir suchen uns etwas von der Thaikarte aus und essen hervorragend. Zurück am B&B trinken wir noch ein Abschlußglaserl Wein und gehen ins Bett.



Elefanten im Addo



MONTAG, 30.11.2009 SUNLANDS – PATENSIE (BAAVIANS KLOOF)

Shumba Manor

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Stefan hat in der Nacht wieder 39,2 Fieber und jetzt entschließen wir uns doch für die Antibiotika, denn sonst können wir den Urlaub total vergessen. Außerdem ist es nicht ungefährlich mit Fieber Motorrad zu fahren. Ich weiß zwar nicht, ob es so super ist, mit Antibiotika Motorrad zu fahren, doch irgendwie bleibt uns keine andere Wahl. Wahrscheinlich ist das Fieber gestern nur runter gegangen, weil Stefan eine Schmerztablette gegen die Kopfschmerzen genommen hat. Nach einem super Frühstück und einem sehr nettem Gespräch mit der ganzen Familie machen wir uns auf den Weg. In tracks4afrika finden wir die Shumba Safari Lodge in Patensie und unsere Unterkunft ist gleich daneben. Vorher kaufen wir in Hankey noch Wasser ein, bei Wein werden wir nicht fündig. Unsere Unterkunft liegt oben auf dem Berg und man hat einen super Ausblick von hier, bzw. man hätte einen super Ausblick, wenn das Wetter nicht wieder so schlecht geworden wäre. Es nieselt zwar nur, doch es ist kalt geworden und einfach ungemütlich. Die Auffahrt zum Shumba Manor scheint uns bei Regen auch sehr rutschig zu sein. Stefan legt sich kurz ins Bett, er ist immer noch geschlaucht, doch das Fieber ist Gott sei Dank runter gegangen. Ich kläre, wo wir zum Essen hinfahren können und organisiere Werkzeug zum Kettenspannen. Mel ist sehr hilfsbereit uns steht uns zur Seite, denn die Kette von dem Motorrad, das jetzt schon knapp 60 000 km drauf hat ist ziemlich fertig. Dass das Kettenschloß fehlt, haben wir ja schon das letzte mal beim Spannen festgestellt. Doch jetzt ist die Kette nicht nur sehr starr, sondern sie hat unterschiedliche Längen, das macht ein Spannen schier unmöglich. Außerdem ist das Kettenblatt auch kaputt, die Zähne sind schon sehr dünn und spitz, hoffentlich fahre ich das Kettenblatt nicht rund! Stefan und Mel versuchen also so einen Mittelweg zu finden, doch der ist eher schlecht als recht. Aber auch hier bleibt uns keine andere Wahl. Um 17:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Essen, denn wir möchten gerne im Hellen wieder hier oben auf dem Berg sein. Am Abend machen wir uns dann noch ein Feuer, denn sonst wäre es zu kalt in unserer Cottage. Und zum Feuer gibt es natürlich noch einen Wein.



DIENSTAG, 01.12.2009 PATENSIE – PATENSIE

In der Nacht geht es Stefan wieder schlechter. Er schwitzt drei Hemden durch und hat wieder Fieber. Auch ich habe in der Nacht ziemlich geschwitzt und das Hemd gewechselt und Stefan drängt mich auch Fieber zu messen. Ohje, ich habe 38,7 Grad. Stefan meint, in seinem Zustand kann er eh nicht den schwierigen Weg durch den Baviaanskloof fahren und da die Ärzte im Krankenhaus in PE gesagt haben, dass er nochmal kommen soll, wenn es nicht besser wird, entschließen wir uns das zu tun. Nach dem wirklich schrecklichsten Frühstück des ganzen Urlaubs (hier eine kleine Beschreibung: einen käsigen Toast, ein lauwarmes Schälchen Bohnen, ein Spiegelei, das sicher schon eine Stunde darauf wartet gegessen zu werden und kurz vorher in der Mikrowelle nochmal aufgewärmt wurde und etwas ähnliches wie ein Fischstäbchen, nur rund) machen wir uns auf den Weg ins Krankenhaus. Die im Krankenhaus staunen nicht schlecht, als wir wieder dastehen und dann noch mehr, dass wir beide zum Doktor wollen. Eine Schwester misst Blutdruck und Fieber, eine andere füllt ein Formular für uns aus. Der Doktor kommt und schaut sich die entzündeten Stiche bzw. Bisse von uns an und tippt sofort auf „tickbitefever“. Dann wird uns noch Blut abgenommen um es auf „tickbitefever“ und Malaria zu untersuchen. Ich bekomme die gleichen Tabletten wie Stefan verschrieben, Antibiotika und Schmerzmittel. Wir gehen im gegenüberliegenden Einkaufszentrum etwas essen. Hier herrscht ein riesen Trubel und es ist sehr laut und ungemütlich, doch wir wollen uns die Ergebnisse vom Krankenhaus persönlich abholen um evtl. nochmal mit dem Arzt zu sprechen. Im Krankenhaus kommt uns dann schon eine Schwester entgegen und meint freudestrahlend „its both negative“. Da es aber Stefan trotz Antibiotika nicht besser geht wollen wir nochmal den Arzt sprechen. Er meint wir sollen trotzdem negativen Ergebnis beide die Antibiotika nehmen, denn irgendetwas wird wohl in unserem Körper nicht in Ordnung sein und es wäre normal, dass das Fieber rauf und runter geht. Also machen wir uns mit dieser super Aussage wieder auf den Heimweg. Dieses Mal bin ich diejenige, die sofort im Bett verschwindet und sich ausruhen möchte. Bevor wir zum Essen losfahren, nehmen wir beide noch brav unsere Antibiotika, doch schon kurz nachdem wir im Lokal ankommen muss ich schnellstens auf der Toilette verschwinden und mein Mittagessen kommt auf dem selben Weg wieder heraus, wie es hinein gekommen ist. Ich vertrage die Antibiotika nicht, mein Körper weigert sich. Ich esse nur die Hälfte meiner Lasagne und bin froh, als wir wieder bei uns in der Cottage sind. Wir wärmen uns wieder am Feuer auf und ich trinke ein Glaserl Wein, ich darf - weil ja die Antikiotika wieder draußen sind.



MITTWOCH, 02.12.2009 PATENSIE – OUDTSHORN

B&B Yot Club Oudtshoorn

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Nach unserem dieses Mal selbst gemachtem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Oudtshoorn. Schon nach den ersten paar Metern sehen wir einen Kudu, der uns aus dem angrenzenden Safaripark Shumba beobachtet. Eingezäunt fühlt er sich anscheinend ziemlich sicher, denn er läuft nicht vor unseren Motorrädern weg. Über die R62 fahren wir auf dem schnellsten Weg nach Oudtshoorn. Wir genießen den restlichen schönen Tag noch am Pool und lassen den Abend in unserem Lieblingslokal hier im Ort, dem Kalinka ausklingen.



DONNERSTAG, 03.12.2009 OUDTSHOORN – OUDTSHOORN

Nach dem perfektem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Gamkaaskloof, de Hel, Das Wetter spielt Gott sei Dank mit. Stefan erkennt die Strecke gar nicht wieder, denn es scheint hier gebrannt zu haben, denn am Eingang der Strecke fehlt ein ganzer Wald. Wir fahren die 37 km bis unten am Anfang des Tales und uns kommt ein Motorradfahrer entgegen. Da es im Tal nicht mehr so landschaftlich interessant ist, drehen wir wieder um und fahren noch nach Prinz Albert zum Essen. Wir „fliegen“ wieder zurück über den Swartbergpass nach Oudtshoorn und erreichen unser Ziel ganz schön staubig. Ich bin noch staubiger wie Stefan, weil ich immer hinterher fahre und alles abbekomme. Wir gönnen unseren staubigen Kehlen ein Bier und gehen dann frisch geduscht in´s Kalinka. Leider kann ich nicht viel essen, da mein Sandwich heute Mittag viel zu groß ausgefallen ist, daher entscheide ich mich für Smoked Springbock Carpacho und bin super zufrieden. Stefan hätte gerne mal ein Karoo Lamb Steak, doch er bekommt wieder nur die Lamb Chops. Am Abend sitzen wir noch vor unserer kleinen Wohnung und trinken Wein.



Fahrt zur De Hel



FREITAG, 04.12.2009 OUDTSHOORN – STELLENBOSCH

Vogel Strauß

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Um 8 Uhr haben wir das meiste schon gepackt und gehen zum Frühstücken. Leider ist es heute ganz schön bedeckt, trotzdem können wir draußen frühstücken. Unser Weg führt uns entlang der landschaftlich sehr schönen Route R62 über Ladismith und Barrydale nach Montagu. Kurz vor Barrydale machen wir natürlich Halt bei Ronnies Sex Shop. Das ist eine kleine Kneipe in der Kleinen Karoo mit einem witzigem grau- und langharigem Besitzer Ronnie. Ein Witzbold hat „Sex“ zwischen die Worte Ronnie´s Shop geschrieben. Naja, so sagt man es, doch vielleicht war er es auch selbst. Auf alle Fälle ist es ein beliebter Zwischenstopp für alle, die hier vorbei kommen. In Montagu essen wir im gemütlichen Garten von Jessicas zu Mittag. Ich esse super King Prawns mit Speck umwickelt und mit Risottoreis. Über Robertson und Worcester geht es dann über den Franschhoek Pass nach Franschhoek und weiter bis nach Stellenbosch. Doch der Weg nach Stellenbosch zieht sich, da wir eine Baustelle nach der anderen haben. Um 16 Uhr kommen wir im B&B Beautiful South an. Leider bekommen wir das einzige nicht afrikanisch eingerichtete Zimmer, das noch dazu nur eine große Glastüre und kein Fenster hat. Das kann bei den heißen Temperaturen ja lustig werden. Wir packen ab und hüpfen als erstes in den Pool. Am Abend gehen wir in Stellenbosch zum essen. Zuerst sind wir im Cape Town fish Market, doch da ist es sehr laut und irgendwie hektisch, außerdem wollen wir lieber draußen sitzen. Wir suchen also weiter, doch wo man ganz gut sitzen kann, gefällt uns die Speisekarte nicht. Dennoch werden wir fündig. Abends setzen wir uns dann noch mit einem Wein an den Pool.



Ronnies Sex Shop



SAMSTAG, 05.12.2009 STELLENBOSCH – STELLENBOSCH

Gabi mit Fussballhut

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Heute müssen wir die Motorräder abgeben. Wir frühstücken schon um 8 Uhr damit wir spätestens um 9 Uhr loskommen, da wir um 10 Uhr in Cape Town sein sollen. Dank GPS finden wir die angegebene Adresse von Moto Berlin, doch hier ist weit und breit kein Office von Moto Berlin. Wir fragen uns durch und landen in einer Tiefgarage, dort war die alte Station von Moto Berlin, but they moved! Der Typ, der in der Tiefgarage seine Autowaschfirma hat, ruft Alan von Moto Berlin an. Kurz darauf ist dann Danie da und holt uns ab, um uns zum neuen Standpunkt zu bringen. Erst gestern hat er noch eine SMS geschrieben, da hätte er ohne weiteres seine neue Adresse angeben können. Auf seine Frage, ob wir einen schönen Tripp hatten, antworte ich: super Trip mit horrible bikes. Er schaut verwundert, doch als wir loslegen, mit Kette total kaputt und nicht mehr zu spannen, kein Kettenschloss an der Kette, Kettenblatt keine vernünftigen Zähne mehr, kein bzw. unzureichendes Werkzeug in den Motorrädern und obendrein noch kaputte Lenkkopflager weiß er was wir meinen. Doch außer „I am sorry“ bringt er nichts hervor. Wir wissen ja nicht, wer das ganze verbockt hat und sind einfach nur froh, dass alles mit den Motorrädern gut gegangen ist. Wir lassen uns von Danie noch zu unserem Autovermieter fahren und verabschieden uns dann mit einem – vielleicht bis zum nächsten mal. Ab jetzt sind wir also mit einem Auto unterwegs. Wir fahren also erstmal zur Waterfront um etwas zu trinken, denn heute ist es schon ganz schön heiß. An der Waterfront ist ziemlich viel los. Die Fifa hat gestern die Gruppen für die WM ausgelost und alle sind noch in Aufruhr und laufen mit schrecklichen gelb/schwarzen Fußballhüten rum. Wir ergattern uns auch zwei solche witzigen Kopfbedeckungen. Wir gehen noch durch den Craftsmarket, doch das Getummel wird uns langsam zu viel. Um 19 Uhr wollen wir uns mit Flo treffen, einem alten Spezl von Stefan und da es sich nicht lohnt nach Stellenbosch zu fahren und dann wieder nach Cape Town wollen wir die Zeit hier in der Nähe verbringen. Wir fahren also zum Chapmans Peak Drive, der war vor zwei Jahren geschlossen und so wollen wir ihn heute fahren. In Camps Bay geht es ziemlich zu, da es so heiß ist und die Leute alle an den Strand wollen. Auch in Hout Bay wimmelt es vor Leuten nur so. Nach dem Chapmans Peak Drive kommt nochmal ein Strand, Noordhoek, auch ein Nationalpark mit einem ewig weißen langen Sandstrand. Wir legen uns dort ein bißchen zum Sonnen hin, denn an Baden ist nicht zu denken, das Wasser ist einfach zu kalt. Nach diesem Ausflug fahren wir nochmal kurz zur Waterfront um etwas zu trinken und fahren dann zum vereinbarten Treffpunkt. Flo und Barbara sind schon da, doch es ist nur noch im Lokal ein Platz frei und wir beschließen wo anders hin zu gehen. Wir fahren mit einem Auto zum neuen Lokal, einem Italiener und bekommen dort einen super Platz im Freien. Mit dem Erzählen von den ganzen Geschichten, da wir uns ja mindestens 10 Jahre nicht gesehen haben vergeht die Zeit wie im Fluge. Wir finden es alle sehr lustig, dass wir es in Deutschland nicht geschafft haben uns zu treffen und hier in Cape Town gleich das erste Treffen klappt. Wir freuen uns alle und haben einen super netten Abend. Stefan und ich kommen um 23 Uhr in Stellenbosch an, gönnen uns noch ein Glaserl Wein am Pool und fallen dann todmüde ins Bett.



Noordhoek



SONNTAG, 06.12.2009 STELLENBOSCH – STELLENBOSCH

Heute ist Weintasting angesagt, doch da am Sonntag nicht alle Weingüter geöffnet haben müssen wir sorgfältig planen. Wir fahren als erstes zur Kleinen Zalze, doch die haben zwar offen, aber erst ab 11 Uhr. Also kurzer Zwischenstopp in Stellenzicht zum ersten Tasting, dann sind wir pünktlich um 11 Uhr wieder in der Kleinen Zalze zum Tasting. Uns gefällt es hier so gut, dass wir Abends hier essen wollen, das ist am Montag wieder möglich und wir reservieren gleich. Jetzt wollen wir in Delheim zum Mittagessen, doch hier ist alles überfüllt und wir versuchen unser Glück bei Muratie. Leider gibt’s hier nichts zu essen, dann müssen wir halt ein Tasting machen. Stefan kauft zwei Flaschen von seinem Lieblingswein. Vom Hunger getrieben versuchen wir es beim nächsten Weingut, dem Knorhoek, doch auch hier ist alles reserviert und kein Platz für uns. Ganz optimistisch machen wir uns wieder auf den Weg nach Delheim, in der Hoffnung,dass jetzt etwas frei ist und wir haben Glück, wir bekommen einen 4er Tisch. Den 4er Tisch brauchen wir, da sich Lena und Holger mit uns zum Weintasting treffen wollen. Die beiden kommen um kurz nach zwei, essen schnell etwas und dann machen wir uns auf den Weg zum Weingut Hidden Valley. Das Weintasting endet dort zwar um 15:30 Uhr, doch wir hatten schon mal Glück und haben noch einen Wein bekommen. Lena und Holger sind von der Aussicht und der super Lage des Weingutes ziemlich beeindruckt. Wir bekommen auch noch ein Tasting. Flo und Barbara kommen auch noch vorbei, sie wollen uns einige Exemplare ihrer druckfrischen Magazine „Opulent Living in South Africa“ für Familie und Freunde mitgeben und da wir mit unserem Sportgepäck zusätzliche Freikilo haben, dürfte das kein Problem sein. Holger ist so von Wein und Weingut begeistert, dass er gleich noch eine Flasche aus „Owners Cellar“ bestellt. Wir müssen ganz schön kämpfen, denn wir haben alle schon viel getrunken und müssen ja auch noch fahren. Lena organisiert uns noch ein paar Crackers, damit der Wein besser aufgesaugt wird. Wir sind die letzten, die das Weingut verlassen und jetzt trennen sich unsere Wege, wir fahren wieder nach Stellenbosch und Lena und Holger in ihr Luxusdomizil nach Campsbay. Am Abend gehen wir dann doch zum Cape Town Fischerman, denn heute ist es kein Problem draußen zu sitzen. Stefan bekommt eine riesen Fischplatte und ich esse einen Kingklip, beides schmeckt super. Trotz des vielen Weinkonsums gönnen wir uns noch ein kleines Glaserl Wein am Pool, zum Abschluß dieses gelungenen Tages.



Weingut Muratie



MONTAG, 07.12.2009 STELLENBOSCH – STELLENBOSCH

Weingut Hidden Valley

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Es ist total bewölkt und in der Nacht hat es sogar geregnet. Wir frühstücken zwar noch im Freien, doch als wir los fahren regnet es bereits und es hat ganz schön abgekühlt. Unser erstes Tasting ist heute Post House. Dieses Weingut hat uns Peter empfohlen und wir kennen die Weine. Wir werden vom Besitzer persönlich verköstigt, denn Post House ist ein kleines Weingut. Danach fahren wir zum Uva Mira, dem Weingut, das noch über dem Hidden Valley liegt und das eine super Aussicht hätte, wenn das Wetter nicht so schlecht wäre. Uva Mira hat nur zwei Rotweine und so fahren wir gleich weiter zum Weingut von Ernie Els, das auch gleich in der Nähe ist. Dieses Weingut gefällt uns auch sehr gut und auch der Wein ist gut, so dass sich Stefan zwei Flaschen mit nimmt. Da das Weingut Rust en Vrede auch gleich in der Nähe ist und wir Hunger haben, wollen wir dort zum Mittagessen gehen. Leider ist das Restaurant Montags nicht geöffnet, aber weil wir schon mal da sind, machen wir gleich nochmal ein Tasting. Jetzt wird es aber Zeit, etwas zwischen die Kauleisten zu bekommen und wir fahren in das Restaurant 96 Wineryroad. Dort essen wir hervorragenden Gemsbock und Salat. Frisch gestärkt, kann die Tastingtour weitergehen. Auf dem Programm steht noch das Weingut Stellenrust. Auch ein großes Weingut, an dem noch viel erweitert wird. Stefan wundert sich, dass er in seinem Weinkeller einen Timeless von Stellenrust hat, der hier auf der Preisliste mit 500 Rand, also 50,.€ ausgezeichnet ist. Dieser Wein ist anscheinend so selten, dass er deshalb im Wert so gestiegen ist. Wir werden zu Hause mal im Internet recherchieren. Wir kommen auch noch bei den Weingütern von Peter Falk (Falke Socken ) und Dornier (Sohn vom Flugzeugbauer Dornier) vorbei, doch es geht einfach kein Wein mehr rein! Wir fahren also zum B&B und relaxen am Pool. Wir haben für heute Abend, zum Krönenden Abschluß des Urlaubs einen Tisch im Weingut Kleine Zalze im Restaurant Terroir bestellt. Wir gönnen uns zur Vorspeise Languste mit Trüffel, ich esse wieder Fisch und Stefan Lamm, zur Nachspeise gibt es weiße Schokolade mit Mascarpone und Erdbeere. Es ist zwar nicht ganz günstig, doch ein wirklicher Hochgenuss, den wir uns zum Abschluß des Urlaubs gerne gönnen.



Nachspeise im Restaurant Terrain



DIENSTAG, 08.12.2009 STELLENBOSCH – MÜNCHEN

Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen und legen uns noch an den Pool. Das Wetter weiß nicht recht, was es will, mal knallt die Sonne runter und kurz darauf tröpfelt es wieder. Um 12 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Spier, dort wollen wir nochmal Mittag essen. Wir staunen nicht schlecht, denn Spier war vor 12 Jahren wo wir das erste Mal hier waren schon groß, doch hier hat sich nochmal einiges getan. Es gibt eine Gepardenfarm und Adler und einen großen Craftsmarket sowie ein super Restaurant im Freien. Wir verbringen hier unsere restliche Zeit bis 14 Uhr und machen uns dann auf den Weg zum Flughafen. Bis zum Car Rental Return werden wir durch die große Baustelle am Flughafen gelotst und haben dann einen langen Weg bis zum Check in vor uns. Am Check in gibt es kurz Probleme mit unserem Gepäck, doch es klärt sich schnell, dass wir das Motorradsportgepäck frei haben und nicht drauf zahlen müssen. Nur eine Tasche ist zu schwer (37 kg) und wir müssen ein bißchen umpacken. In Johannesburg vergeht die Zeit bis zum Weiterflug sehr schnell, wir kaufen schnell noch ein paar Souveniers und Spirituosen für die restlichen Rand. Der Flug nach München vergeht schnell aber quälend, viel lieber würden wir in Richtung Süden fliegen und nicht nach Hause in den Norden. Am Flughafen warten wir ewig auf unser Gepäck und zu allem Übel winkt uns auch noch der Zoll raus. Doch der Beamte sieht wohl an unseren Südafrika Motorrad T-Shirts, dass er es mit harmlosen Motorradfahrern zu tun hat und lässt uns ohne Gepäckkontrolle durch. Zu Hause in der Post liegt schon die neue Ausgabe vom Südafrika Magazin. Wir werfen nur einen kleinen Blick hinein und es ist sofort klar, wir fahren wieder in dieses wunderbare Land.



Stefan beim Relaxen in Spier


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Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Mit dem Motorrad von Johannesburg über Swaziland und Lesotho nach Kapstadt 5.00 3

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