Tnorala Bluff (Gosse Bluff Meteorite Crater) NT

Reisebericht

Tnorala Bluff (Gosse Bluff Meteorite Crater) NT

Reisebericht: Tnorala Bluff (Gosse Bluff Meteorite Crater) NT

Der Gosse Bluff Meteoritenkrater in der Tnorala Conservation Reserve 142 Mio Jahre alt, 150 Meter hoch und noch knapp 5 Kilometer im Durchmesser. Es ist ein heiliger Ort der ansässigen Aboriginals. Wenn man auf dem Mereenie Loop von Alice Springs zum Kings Canyon unterwegs ist, sihet man ihn beim Tyler Pass, recherhand in etwa 30 Kilometer Entfernung.

Tnorala Bluff Meteorite Crater (NT)

Mit 80 bis 90 Stundenkilometer über die Namatjira Wellblechpiste brettern und immer wieder bis zum Schritttempo abbremsen, dort wo sich ein ausgetrockneter, meist mit Staub gefüllter Wassergraben quer über die Gravel Road gefressen hat. Und jetzt, etwa 30 Kilometer nach dem Tyler Pass, eine Stichstrasse südwärts zu einem Minigebirge, die fast alles in den nicht vorhandenen Schatten stellt, was wir uns unter einer Strasse vorstellen. Ein Track der übleren Sorte, welcher sich normalerweise zur Umkehr anbietet. Ungefähr 11 Kilometer lang und unterwegs noch mit einer Düne gespickt. Rot, nicht speziell hoch, aber sandig und mit tiefen Allradspuren gepflügt. Nun denn, aussteigen und sich Sekunden später mit 1000 Fliegen anfreunden. Mit einem Fussmarsch zur weiteren Erkundung der vorgesehenen Weiterfahrt durch unbekanntes Gelände, erspart man sich unangenehme Überraschungen auf dem Rückweg. Die einsehbare Vorderseite einer Düne verheimlicht das unbekannte Ende. Diesmal ist im roten Sand alles im grünen Bereich zur Weiterfahrt im Schneckentempo. Dann, ah, endet die Fahrt im 142 Millionen Jahre alten Meteoritenkrater. Gut fünf Kilometer im Durchmesser, umgeben von 150 Meter hohen Wänden. 15'000 Megatonnen wog der 600 Meter Brocken welcher aus der Tiefe des Weltalls seine Visitenkarte hinterliess. Ursprünglich hatte der Krater einen Durchmesser von sagenhaften 22 Kilometer und es wühlte sich durch den Einschlag, Gestein aus 6000 Metern Tiefe zur Erdoberfläche.

Totenstille, nur die Karosserie des Autos knackte ab und zu. Irgendwie ein beklemmendes Gefühl. Alleine, fernab der Zivilisation in dieser grossen Bratpfanne. Nichts desto Trotz ging’s leicht ansteigend, die Kamera am Hals baumelnd, zügig Richtung Kratermitte. Kleinere und grössere Gebüsche sowie messerscharfe Spinifexringe bedeckten den sandigen Boden. Hier, genau hier im Mittelpunkt hat der ausserirdische Fremdling sein Ende gefunden. Im Zentrum der Einschlagstelle zu stehen, ist nicht vielen Besuchern vergönnt. Eine Begründung wird noch nachgeliefert. Zwischendurch immer wieder ein nervöses Geraschel im Buschwerk. Irgendwelches, in seiner Ruhe aufgestörtes Getier, mit oder ohne Beine, auf der Flucht in ein sicheres Versteck. Nichts zu sehen, aber gleichwohl doch jedes Mal ein Anlass um sich etwas Adrenalin durch die Venen zu pumpen. Das nicht abklingende beklemmende Gefühlt im Nacken, drängte zum Rückzug. Aber nicht ohne zuvor die eben erst entdeckte Hinweistafel beim Parkplatz zu lesen. Hier stand, man befinde sich an einer „Registered Sacre Site“, also an einem offiziellen heiligen Ort der Ureinwohner, was zur Folge hat, dass man sich respektvoll an die aufgeführten Vorschriften halten muss. Verboten ist es, Sand, Steine, dürres Holz usw. mitzunehmen. Ferner ist es strengstens untersagt, die heilige, mit einem niedrigen Zaun, markierte Zone zu betreten. Heiliger Strohsack, da war ich doch gerade. Ein unverzeihlicher Fehler. War es etwa der Geist des Aboriginal Kadaitcha, welcher vor langer, langer Zeit alle Ureinwohner des Kraters ermordete, mir immer im Nacken sass und mich unmissverständlich zum Aufbruch drängte?

Anmerkung: Es reicht vollkommen, wenn man den Krater aus der Ferne sieht, zum Beispiel vom Tyler Pass aus. Die Gravel Road von Alice Springs zum Kings Canyon Ressort ist auch ohne diesen Abstecher beschwerlich genug.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Tnorala Bluff (Gosse Bluff Meteorite Crater) NT 4.33 3

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps