Von Alabama nach Ost-Kanada und zurück.

Reisebericht

Von Alabama nach Ost-Kanada und zurück.

Reisebericht: Von Alabama nach Ost-Kanada und zurück.

Auto-Rundreise von Alabama über Tennessee, Kentucky, Ohio zu den Niagara Fällen und weiter nach Parry Sound, Ontario. Zurück über Ottawa, Quebec City, Maine, New Hampshire, Vermont, New York State, New Jersey, Washington DC, Virginia, den Carolinas und Georgia. 5000 Meilen in 3 Wochen, und trotzdem ohne Stress viel gesehen und erlebt auf American Highways und Byways.

USA ist einfach ein ideales Auto-Reiseland. Ich wohne in Alabama und bin viel mit dem Auto in Nord-Amerika unterwegs. Das Dumme ist nur, dass das Land so groß ist und man immer lange Strecken in Kauf nehmen muss, besonders wenn man in dem etwas abgelegen Alabama wohnt. Aber ich fahre gerne Auto und habe mittlerweile schon fast alle 50 US-Staaten bereist.



Little River Canyon im...

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Diesmal ging es mit meinem Cousin Norbert aus dem Rheinland, der extra für diese Tour aus Deutschland eingeflogen war, nach Ost-Kanada und zurück. Tuscaloosa, Alabama, war am 1.10.2009 der Startpunkt. Das erste Ziel war der Little River Canyon im Osten Alabamas. Dies ist übrigens die tiefste Schlucht der USA östlich des Mississippi und mit seinen Wasserfällen und der Laubfärbung im Herbst ein echter Geheimtipp.



Rock City in Chattanooga, TN

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Chattanooga, Tennessee, war das erste Etappenziel. Dort muss man sich unbedingt Rock City ansehen, ein spektakuläres Felsenlabyrinth mit phänomenaler Aussicht auf 7 US-Staaten. Übrigens entsteht dort gerade das neue VW-Werk auf einer riesigen Fläche, das schon nächstes Jahr fertig sein soll.



Fort Loudon State Historical...

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Der nächste Tag führte uns in den Red Clay SHP (State Historic Park) , von wo der "Trail of Tears" startete, die qualvolle Vertreibung der Südstaaten-Indianer nach Oklahoma. In dieser Gegend gibt es überhaupt noch viele historische Sehenswürdigkeiten, wie Fort Loudon SHP und das Sequoyah Museum. Sequoyah war ein Halb-Indianer, der die Cherokee-Schrift erfunden hat.
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Millenium Manor in Alcoa, TN

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Eine ganz tolle website ist übrigens www.roadsideamerica.com, die viele ausgefallene und verrückte Sehenswürdigkeiten in Nord-Amerika auflistet und beschreibt. So eine schräge Attraktion ist zum Beispiel auch das Millennium Manor in Alcoa, TN, das sich ein Verrückter vor vielen Jahren gebaut hat, um den bevorstehenden Weltuntergang zu überstehen. Die Wände sind meterdick und das Dach wiegt allein 400 Tonnen. Dafür sind die Zimmer winzig klein. Der jetzige Besitzer hat uns ganz stolz seine kleine Festung gezeigt



Der nächste Tag brachte noch so eine verrückte Attraktion in einem Ort in Kentucky mit dem vielversprechenden Namen Versailles. Diesmal war es wirklich ein ansehnliches Schloss, das sich einst ein Millionär gebaut hat und das heute als Nobel-Herberge geführt wird.
Ein Besuch in Kentucky darf nicht ohne die Besichtigung einer Whisky-, genauer Bourbon-Distillery, erfolgen. Wir waren in der wirklich sehenswerten Woodforde Reserve Distillery in Versailles, bei der man den edlen Trunk auch verköstigen darf. Nächstes Ziel war der riesige Horse Park in Lexington und zum Abschluss des Tages ein Besuch im echt zünftigen Hofbräuhaus in Newport, KY, nahe Cincinnati, Ohio.



Hotel Castle Post in Versailles, Kentucky

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Pferdekutsche der Amish in Ohio

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Ohio hat eine Menge zu bieten, aber wir haben uns auf eine Stadtrundfahrt von Columbus und eine Rundreise durch das Amish Country konzentriert. Es ist schon beeindruckend, wenn plötzlich mitten im modernen Straßenverkehr ein paar Pferdekutschen auftauchen. Die Amish sind meistens Farmer und leben zum Teil noch so wie vor 200 Jahren, ohne Strom, Auto und moderne landwirtschaftliche Geräte. Ziel war für heute Cleveland, OH, wo wir liebe Freunde besuchten.



Rock'n Roll Hall of Fame in...

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Am nächsten Tag war das Highlight für mich die Rock'n Roll Hall of Fame in Cleveland. Ich bin mit Rock'n Roll groß geworden und die größten Stars waren für mich Little Richard, Chuck Berry, Wanda Jackson, Buddy Holly und natürlich Elvis unter vielen anderen. Hier konnte man stundenlang alle music records, die es jemals im Rock`n Roll gegeben hat, anhören und sich alte Filme und Videos ansehen. Cool!



Dann ging es weiter immer am Erie-See entlang bis nach Niagara Falls, NY. Ich habe die Fälle zwar schon mehrmals gesehen, aber sie sind immer wieder eine Attraktion. Die Touristen-Ströme haben sich allerdings von der amerikanischen auf die kanadische Seite verlagert. Da ist einfach mehr los, alles sieht gepflegter aus und vor allem die Sicht auf die Wasserfälle ist eindeutig besser. Der Grenzübertritt mit dem Auto war eine Sache von 5 Minuten. So wünsche ich mir das auch bei der Einreise mit dem Flieger. In den Flughäfen dauert das ganze Prozedere oft mehr als eine Stunde.



Regenbogen über den American Falls



Niagara-on-the-Lake, Ontario

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Niagara-on-the-Lake ist ein wunderschön herausgeputzter Touristenort am Lake Ontario und unbedingt einen Besuch wert. In der Nähe gibt es auch eine Menge Weingüter, die zum Probieren einladen und die auch trotz der nördlichen Lage einen hervorragenden Wein produzieren. Von hier aus ging es dann über Hamilton schnurstracks nach Norden, wo wir von unseren Freunden Rosemarie und Heinz in Parry Sound an der Georgian Bay erwartet wurden.



Wir hatten die beiden auf früheren Reisen durch die USA kennen gelernt und immer wieder einen Besuch bei ihnen geplant. Jetzt wurde dieser Plan endlich umgesetzt, und wir haben uns eine Woche bei ihnen wohlgefühlt wie zu Hause. Die beiden sind schon vor Jahrzehnten von Deutschland nach Kanada ausgewandert und haben sich ein traumhaftes Haus gebaut, das sie als Bed & Breakfast betreiben, auf Wunsch auch mit Vollpension. Rosemarie ist eine tolle Köchin und Heinz steuert als Jäger und Angler einige Spezialitäten wie Bärenfleisch und frischen Lachs bei. Ich kann dieses B&B nur empfehlen, falls jemand mal in diese Ecke von Kanada kommt. Hier ist ihre website www.chalet-rosemarie.ca



Am (Flug-)Hafen von Parry Sound



Von dort kann man herrliche Touren unternehmen. Ein unbedingtes Muss ist eine Tour mit dem Ausflugsboot "Island Queen", das täglich einige Stunden im Parry Sound unterwegs ist und dabei Parry Island umrundet, das eine Indianer-Reservation ist, . Man nennt diesen Teil der Georgian Bay auch 30.000 Islands, wegen der unzähligen vielen herrlichen Felseninseln, von denen einige mit originellen Ferienhäusern bebaut sind.
Einen sehenswerten Trip haben wir auch in das Landesinnere nach Magnetawan und Burk's Falls unternommen. Dort hat ein exzentrischer Künstler ca. 100 riesige Zement-Skulpturen in die Landschaft gesetzt. Die Kunstwerke heißen "Camani's Screaming Heads".



Kunst im herbstlichen Hinterland von Ontario,...



Während unserer Zeit in Parry Sound war die Laubfärbung auf dem Höhepunkt. Wir konnten jeden Tag aus unserem Fenster beobachten, wie sich das Laub von grün in gelb und rot verwandelte. An einem Tag gab es auch den ersten Schnee- und Graupelschauer. Ansonsten hatten wir riesiges Glück mit dem Wetter.



Indian Summer in hellgrün



Einen ganzen Tag haben wir dann noch einen Ausflug nach Toronto unternommen. Auf dem Programm stand eine Busrundfahrt mit einem offenen Doppeldeckerbus und eine Bootsrundfahrt nach Toronto Islands. Das Highlight war im wahrsten Sinne des Wortes die Besichtigung des CN-Towers, der mit seinen 447 m bis vor kurzem noch der höchste Turm der Welt war, bis er von dem noch im Bau befindlichen Dubai-Tower überholt worden ist. Von dort oben hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, den Ontario Lake mit seinen Inseln und das Umland.



CN-Tower in Toronto, Ontario



Aussicht im Algonquin...

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Nach einer Woche hieß es Abschied nehmen von unseren Freunden und dem schönen Parry Sound, und wir machten uns langsam auf den Heimweg. Erst ging es aber nach Osten in den Algonquin Provincial Park, eine wirklich sehenswerte Landschaft mit vielen grossen und kleineren Seen und im Herbst ein wahrer Farbenrausch.



Parliament Hill in Ottawa

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Etappenziel war die Hauptstadt Kanadas, Ottawa. Hier erwischte uns zum ersten Mal etwas mehr Regen, aber am nächsten Tag war es schon wieder vorbei. Unbedingt sehenswert ist der Parliament Hill mit Besichtigung des Parlaments und der Library.



Hotel Chateau Montebello

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Auf der Fahrt nach Quebec City haben wir einen kurzen Stopp beim größten Blockhaus-Hotel der Welt eingelegt, dem Chateau Montebello. Einfach grandios! Montreal haben wir dann bewusst ausgelassen, weil das Wetter nicht so toll war und der Verkehr beängstigend.



Quebec City ist die europäischste - oder besser gesagt die französischste Stadt Kanadas. Das merkt man an den Gebäuden, den engen Strassen aber auch an den Menschen und ihrer Sprache und Savoir vivre. Wir haben einen ausgiebigen Rundgang auf der kompletten Befestigungsmauer der Stadt gemacht und dabei fast alle Highlights in der Oberstadt gesehen, wie den Place D'Armes, das Chateau Frontenac, die Terasse Dufferin, La Citadelle, die Kathedrale und Place de L'Hotel-de-Ville. Abends waren wir mit Peter, dem Sohn unserer Freunde aus Parry Sound, in der Unterstadt unterwegs und genossen die französische Küche bei hervorragendem kanadischen Bier.



Chateau Frontenac im Herbstmantel



Am nächsten Tag ging es dann direkt Richtung Süden, und wir überquerten genauso problemlos die Grenze in die USA wie wir hereingekommen waren. Jetzt waren wir in Maine und der Highway 201 führte uns in schneebedeckte Gebirgsregionen mit herrlichen Aussichten. Ein Kuriosum erlebten wir in dem kleinen Ort Jackman, wo gerade ein große Kirche abgerissen wurde - aus welchem Grund auch immer. So etwas sieht man auch nicht alle Tage.
Portland, Maine, war heute unser Ziel und vor allem freuten wir uns auf unser Abendessen: frisch gefangener und dabei sehr preiswerter Hummer. Mhmmmmm!!



Abriss einer Kirche in Jackman



Insel-Idylle

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Der nächste Tag führte uns auf dem Highway 302 wieder in die Berge nach New Hampshire. Dort auf dem Scenic Kangamagus Highway zeigt sich der Herbst von seiner buntesten Seite. Über Hanover in Vermont ging es dann quer durch Vermont zu unserem Etappenziel Albany, der Hauptstadt des Bundesstaates New York.



Am Scenic Kangamagus Highway, NH



Am Hudson River bei West Point, NY

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Am nächsten Tag war ein längerer Reisetag angesagt, weil wir abends in Washington, DC, sein wollten. Aber es war ein Wahnsinns-Verkehr, weil es Freitag war und alles aus dem dichtbesiedelten Raum um New York, Philadelphia und Baltimore unterwegs war ins Wochenende. So schafften wir es nur bis Baltimore, aber das ist nur ein Katzensprung von Washington entfernt.



In Washington kann man Tage allein damit verbringen die Museen an der Mall zu besichtigen. Da es mal wieder regnete haben wir nur eine kurze Rundfahrt zum Weißen Haus und Capitol unternommen und dann zwei wirklich interessante Museen besichtigt: das nagelneue Museum of the American Indian und das äußerst beliebte und daher belebte National Air & Space Museum. Damit war der Tag fast rum, und das sind nur 2 von mindestens 10 Museen, ganz zu schweigen von all den anderen Denkmälern und Sehenswürdigkeiten rund um das Regierungsviertel.



Capitol in Wahington, DC



Wie es der Zufall wollte, haben wir uns abends wieder mit unseren Freunden aus Cleveland getroffen, die mittlerweile nach Herndon in Virginia umgezogen waren. Das ist "the American way of life". Immer mobil und flexibel sein. Der Amerikaner zieht im Durchschnitt alle 5 Jahre um, aber das soll es ja mittlerweile in Deutschland auch schon geben.
Die nächsten 2 Tage führten uns auf die 2 schönsten Sightseeing-Strecken im Osten der USA: dem Skyline Drive im Shenondoah Nationalpark in Virginia mit 168 km Länge und dem anschließenden Blue Ridge Parkway, der von Virginia bis zum Great Smoky Mountains Nationalpark in North Carolina geht, mit einer Länge von 755 km. Diese beiden Scenic Routes folgen fast ausschließlich dem Höhenkamm der Blue Ridge Mountains und sind damit sehr kurvenreich und es geht permanent auf und ab. Dafür sind sie aber kreuzungsfrei und für LKW verboten. Hier kann man in herrlicher Landschaft mit dem Auto wandern. Aber wer will kann auch richtig wandern auf dem parallel verlaufenden Appalachian Trail.
Leider war der erste Teil des Skyline Drive wegen Schneefalls gesperrt, aber der 2. Teil entschädigte uns mit herrlichen Bildern von herbstlichen Bäumen mit Schnee und Raureif bedeckt.



Gespensterwald



Der weiter südlich gelegene Blue Ridge Parkway war dafür zum größten Teil befahrbar und zeigte sich in allen Herbstfarben.



Herbst am Blue Ridge Parkway

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Eisbaum

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Nur das Teilstück nach dem Mount Mitchell State Park war wieder wegen Schneefall gesperrt. Seltsam war, dass dafür die Strasse zum Gipfel des 2.177 m hohen Mount Mitchell selbst frei war. Dort bot sich uns neben einem grandiosen Rundblick bei strahlend blauem Himmel auch ein Blick auf sturmgepeitschte halbseitig vereiste Tannenbäume. Da kam schon fast weihnachtliche Stimmung auf.



Blick vom Mount Mitchell



Nach diesen 2 wunderbaren letzten Tagen in herrlichster Landschaft hieß es dann für uns Abschied nehmen. Mein Cousin Norbert flog von Atlanta, GA, direkt wieder zurück nach Düsseldorf, und ich war am 23.10. 2009 nach 8.000 km mit meinem Mecedes Geländewagen wieder zurück in sweet home Alabama.


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Kommentare

  • trollbaby

    Hallo Heinz!
    Nun bin ich endlich zum Lesen Deines sehr interessanten Berichtes gekommen. Wie schön, dass Du neben Euren Aufenthalt in Kanada auch die Wegstrecke durch die USA beschrieben hast. Ich war bis jetzt leider erst 2x in den USA, bin aber total begeistert von diesem Land. Die Neuenglandstaaten im Herbst stehen auch ganz hoch bei mir auf der Wunschreiseliste, ebenso der Süden. Vielen Dank jedenfalls fürs "Mitreisen" lassen! Hat Spass gemacht und wieder etliche Erinnerungen an meine eigene Kanada-Reise hochkommen lassen!!!
    LG Susi

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