Reisebericht

Reisebericht: Allerheiligen in Guadeloupe

 
 
 
 
 
Reisebericht: Allerheiligen in Guadeloupe

Die Bewohner der Karibikinsel Guadeloupe sind zum Größten Teil katholisch. Zum Allerheiligen gedenken sie auf besondere Weise ihrer Verstorbenen.

Der Friedhof von Morne à l'Eau ist eine Sehenswürdigkeit. Er liegt sehr attraktiv auf einem Hügel mitten im Ort. Das sieht zwar sehr schön aus, sorgt aber bei Beerdigungen regelmäßig für einen Verkehrsstau, den man getrost als Grund für Zuspätkommen angeben kann. Das hat jeder schon mal erlebt.
(Die Bodenwelle ist daran nicht schuld, sie ist das Ergebnis eines nicht so ganz geglückten Panoramafotos)

Einige Tage vor Allerheiligen herrscht auf dem Friedhof reges Treiben.



 
 
 
 
 

(14 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


Die Grabstätten werden neu geweißt und blank geputzt. Hübsch sollen es die Dahingeschiedenen haben an ihrem Ehrentag.

Arbeit macht durstig, denken sich einige geschäftstüchtige junge Leute verkaufen auf dem Friedhof Getränke.



 
 
 
 
 

(8 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


Die Stimmung ist gut. Lautstark unterhält man sich von Dach zu Dach.
Alles wird spiegelblank geputzt.
Wer nicht selbst Hand anlegen kann, heuert ein paar Jugendliche, die ihre Dienste anbieten und so ihr Taschengeld aufbessern.



 
 
 
 
 

(7 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


So schön wohnt mancher zu Lebzeiten nicht.
Die Trauerfarben sind Schwarz und Weiß...



 
 
 
 
 

(20 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


...aber mancher mags lieber sonnig oder fliederfarben.



 
 
 
 
 

(7 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


Blumen zu pflanzen ist nicht üblich, auch Schnittblumen eignen sich wegen der Mückenlarven im Wasser nicht so gut als Grabschmuck. Wer dennoch nicht auf Blumenschmuck verzichten will, lässt sich etwas einfallen.



 
 
 
 
 

(13 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


Am Allerheiligen kommen die Familien mit Groß und Klein auf den Friedhof und schücken die Gräber mit Kerzen und roten Windlichtern.
Vor dem Friedhof herrscht eher Volksfeststimmung. Wer noch nichts gegessen hat, kann das bei den Imbisswagen am Eingang des Friedhofs nachholen.



 
 
 
 
 

(4 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


So romantisch kann ein Friedhof sein.



 
 
 
 
 

(16 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


Die Architektur ist sehr unterschiedlich und zeugt von der Fantasie der Besitzer, als sie noch unter den Lebenden weilten.
Mal mit Terasse, mal ganz schlicht, oft auch vertikal, mit spitzem oder rundem Dach, oder auch ganz flach, vergittert oder frei zugänglich.



 
 
 
 
 

(6 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


 
 
 
 
 

(5 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Ganz Morne à l'Eau ist unterwegs. Die Familien besuchen sich gegenseitig an den Gräbern. Geschichten aus alter Zeit werden erzählt. Die Stimmung ist heiter. Auch die Gräber der Toten, deren Verwandte in Frankreich leben werden nicht vergessen.



 
 
 
 
 

(11 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Kokeln macht Spaß, auch auf dem Friedhof. Ist genug Wachs zusammengenetet, liefern sich die Kinder Schlachten mit Wachskugeln.



 
 
 
 
 

(12 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Manchmal verselbständigen sich die Flammen und es gibt ein kleines Feuer.



Um 21 Uhr muss man die Toten ruhen lassen, die Familien gehen nach Hause. Aber es dauert noch eine Weile, bis die letzte Kerze erlischt.



 
 
 
 
 

(14 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


Machen Sie aufmerksam auf diesen Reisebericht!
Das könnte Sie ebenfalls interessieren
Verwandte Reiseberichte
Curaçao - eine Überraschungsreise  Antillen: Willemstad | von debby83 | Ø Bewertung: 4.9
Tsfat - die Stadt der jüdischen Mystiker  Israel: Tsfat (Safed) | von frieden_schenker | Ø Bewertung: 4.3
Drei Wochen Kuba in "Casas...  Kuba: Baracoa | von frieden_schenker | Ø Bewertung: 5.0
Barbados - Das süße Leben der Karibik  Barbados: Bridgetown | von sfintu | Ø Bewertung: 4.2
Kommentare
  • enfrente 03.11.2009 | 09:37 Uhr

    Na das ist ja interessant. Andere Länder andere Sitten. Also ich möchte später auch mal bei dir in Guadeloupe begraben werden...lol. Dann bekomm ich endlich mal mein Traumhaus. Der Brauch gefällt mir. Danke für den informativen Beitrag. lg Romy

  • mamatembo 03.11.2009 | 09:50 Uhr

    Danke für diesen interessanten und anschaulichen Bericht! Bisher kannte ich einen Brauch dieser Art nur aus Mexiko. Und die kleineren Gräber erinnern mich an Vietnam ... ob es da einen (vielleicht französischen) Zusammenhang gibt ...?
    LG Beate

  • kawasakipower 03.11.2009 | 11:18 Uhr

    Wieder mal ein interessanter Bericht von dir,da würde ich mich auch gerne Begraben lassen.
    Lg Melanie

  • mamaildi 03.11.2009 | 16:02 Uhr

    Ich mache mir schon länger Gedanken über den Umgang mit dem Tod bei uns und in anderen Kulturen. Mehr und mehr komme ich zu dem Schluss, dass Sterben bei uns besonders schwierig ist ...

  • freyabe 08.11.2009 | 06:18 Uhr

    Vielen Dank Mädels für Euer Interesse und die positiven Bewertungen
    @Romy und Melanie. Soll ich schon mal einen Platz bestellen, wir können ja zusammenlegen;-))))
    @Beate.Könnte sein mit dem französischen Zusammenhang, aber ich weiß es nicht,weil ich keine Friedhöfe in Frankreich selbst kenne.
    @Ildiko. Da hast Du Recht. Die Totenwachen in Guadeloupe sind auch sehr interessant. Da kommt demnächst noch ein Bericht.

  • desertflower 11.11.2009 | 18:38 Uhr

    Also, so ein Allerheiligenfest könnte mir auch gefallen, da möchte ich gerne tot sein!
    Ich hatte einmal ein ähnliches Erlebnis auf dem Montmatre. Es muss wohl der Todestag oder vielmehr Geburtstag von Edit Piaf gewesen sein,n jedenfalls saßen an ihrem Grab zwei Frauen, rauchten und tranken Sekt..
    LG, desertflower

  • Blula 28.11.2009 | 16:02 Uhr

    Ich möchte zwar noch eine ganze Reihe von Jahren leben . . . , aber einmal so begraben zu werden.. .. das hätte was. Vielen Dank für diesen überaus interessanten Bericht.
    LG Ursula

  • nach oben nach oben scrollen
  • chefkochpaule (RP) 22.03.2011 | 01:24 Uhr

    Ich bin begeistert! Kürzlich aus Mexico zurückgekehrt, denke ich oft daran, was über die Allerheiligen-Feierlichkeiten erzählt wird - so ähnlich stelle ich mir die Atmosphäre dort vor. Wie schön, dass Du so etwas erlebt und uns so interessant davon erzählt hast, Danke! :-)
    LG Doris

  • chefkochpaule (RP) 22.03.2011 | 01:30 Uhr

    Die Fotos sind übrigens auch klasse... möchte fast sagen: einladend... ;-)

  • Wilfried_S. 22.03.2011 | 19:05 Uhr

    Ein völlig RC-unüblicher, aber sehr interessanter Bericht. Es gibt ja viele Völker, die ein viel entspannteres Verhältnis zum Tod haben und die Verstorbenen wesentlich mehr und lockerer in ihr Leben einbeziehen. Sicher kein schlechter Ansatz!
    lg Wilfried

  • lesmotsjustes 22.03.2011 | 23:19 Uhr

    JA, auch ich habe die Friedhofskultur in Guadeloupe - ich möchte fast sagen - erfrischend unmorbide erlebt. Ich schließe mich da gerne Wilfried_S. an. Es ist schon kurios, dass unsere christliche Kultir an ein Weiterleben glaubt aber in der Farben- und Formensprache von Kleidung und Grabstein das Gegenteil manifestiert, nämlich betonierter Endpunkt. Da lobe ich mir doch eine Grab mit Rallye-Karos in Guadeloupe!!!
    Reinhold

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.

Allerheiligen in Guadeloupe 4.60 15