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Reisebericht: Mit dem Wohnmobil durch die Lombardei, Ligurien und das Piemont
Im Mai 2007 fuhren wir mit dem Wohnmobil drei Wochen lang mit unseren beiden kleinen Kindern (3 1/2 und 1 1/2 Jahre alt) durch Lombardei, Ligurien und Piemont und versuchten dabei eine Mischung zwischen schönen Landschaften, interessanten Städten und kindgerechten Attraktionen. Eine Route durch große Teile des Westens Oberitaliens, die viel Abwechslung bot.
- Rosenheim - der Tag vor der Abreise
- Rosenheim - Arco
- Arco - Rovereto - Arco
- Arco - Gardasee Westufer - San Felice del Benaco
- San Felice del Benaco - Gardone Riviera - San Felice del Benaco
- San Felice del Benaco - Brescia - San Felice del Benaco
- San Felice del Benaco - Salo - Lago d'Idro - Lago d'Iseo
- Lago d'Iseo - Bergamo - Mailand
- Mailand
- Mailand - Abbiategrasso - Vigevano - Genua
- Genua
- Genua - Varezze - Celle Ligure - Noli - Ceriale
- Ceriale - Toirano - Castelvecchio - Albegna
- Albegna - Alassio - Cervo - San Remo
- San Remo - Bussana Vecchia - Taggia - San Remo
- San Remo
- San Remo - Ventimiglia - Cuneo - Alba
- Alba
- Alba - Certosa di Pavia - Lazise
- Lazise
- Lazise
- Lazise - Rosenheim
30.04.2007
Rosenheim - der Tag vor der Abreise
Morgen geht es los. Amelie fragt schon seit einer Woche, wie oft sie noch schlafen muss, bevor wir nach Italien fahren. Das Ziel hat sie aus dem Kindergarten und wollte dort unbedingt dort hin, weil da alle im Urlaub sind und nicht an so komischen Orten wie wir sonst. Also wollten wir - früher oft in der Toskana, in Venetien oder in Südtirol - da mal wieder hin, aber dann wenigstens an Orte, die wir noch nicht kannten
Heute nachmittag haben wir zu dritt das Wohnmobil von der Vermietstation abgeholt, nur der Kleine war bei Oma. Den Abend verbringen wir in einem heimischen Biergarten mit Spielplatz, dann bringen wir die Kinder ins Bett und als die schlafen packen wir alles was mitzunehmen ist ins Wohnmobil. Um Zehn sind wir fertig und legen uns schlafen - neben mir wie immer eine furchtbar nervöse und kibbelige, von Reisenervosität gepackte Frau.
01.05.2007
Rosenheim - Arco
Überraschenderweise wachen heute früh meine Frau und ich - und nicht die Kinder - als erste um 6 Uhr auf. Aber die Kinder lassen auch nicht lange auf sich warten. Zügig geht das Anziehen heute, gefrühstückt wird ausnahmsweise (damit nichts mehr aufgeräumt werden muss) bei McDonalds und tatsächlich sind wir noch vor 9 Uhr unterwegs. Wir kommen schneller voran als wir geglaubt hatten, das Wohnmobil, das wir gemietet haben, hat einen starken Motor und das Autofahren ist überhaupt sehr entspannt, denn meine Frau sitzt hinten bei den Kindern und spielt mit ihen - es gibt also kaum Nörgeln und Langeweile während der Fahrt, was die nächsten drei Wochen noch wirklich Gold Wert sein wird. Nach dem Brenner machen wir zur Halbzeit Paus im Autohof in Sterzing - der erste Cappuccino für die Erwachsenen undeine halbe Stunde Spielplatz für die Kinder. Zum Mittagessen haben wir schon die Autobahnausfahrt Rovereto Süd hinter uns und setzen uns in Mori draußen in eine kleine Bar und essen Panini - allerdings hat es etwas gedauert, hier zu dieser Jahreszeit eine offene Bar, wo es etwas zu Essen gibt, ausfindig zu machen.
Danach ist es nicht mehr weit zu unserem ersten Campingplatz in Arco an der Nordspitze des Gardasees. Auf dem Weg dorthin liegt der trockengefallene Lago di Loppio, wo auf einer ehemaligen Insel eine tempelartige Kapelle sein soll, zu der ein kleiner Spaziergang führen soll. Wir finden sie aber nicht - vielleicht kann uns der ein oder andere Leser dieses Berichtes verraten, wie man dorthin kommt. Wir finden trotzem einen netten kleinen Spazierweg, den wir entlanggehen, bevor wir uns endgültig auf die letzten Kilometer nach Arco machen. Der Campingplatz liegt sehr schön am Fuße der hochaufstrebenden berühmten Kletterfelsen dort, die Kinder dürfen richtig lange auf den Spielplatz (der natürlich auch eine kleine Indoor-Kletterwand bietet, was ein echtes Highlight für Amelie darstellt) und zum Abendessen holen wir uns von einer Pizzeria ein paar Pizzen zum Wohnmobil, die wir im Freien verspeisen. Die Kinder freuen sich auf die erste Nacht im Wohnmobil.
02.05.2007
Arco - Rovereto - Arco
Beim Aufstehen meint Ameilie, schlafen im Wohnmobil sei toll - für uns war die erste Nacht schrecklich, denn so unruhig geschlafen hatten unsere Kinder wohl noch nie. (Aber es sollte Gott sei dank besser werden...) Mit etwas zu wenig Schlaf stehen wir also auf, es ist bewölkt, aber immerhin regnet es nicht. Wir genießen unser erstes Frühstück im Wohnmobil und fahren dann nach Rovereto - ein Ort, den man sonst nur vom Vorbeifahren auf dem Weg in den Süden kennt, den wir uns aber endlich einmal ansehen wollten.
Nach etwas Suchen finden wir einen wohnmobiltauglichen Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs und bummeln ins historische Zentrum. Allerdings sind die meisten sehenswerten Gebäude eingerüstet - immerhin bekommen wir in einer Bar einen unerwartet guten Cappuccino zum zweiten Frühstück. Danach gehen wir ins MART, einen neugebauten, tollen Museumskomplex für zeitgenössische Kunst. Roveretos berühmter Sohn ist der Futurist Depero, dessen umfangreiches Werk allerding in der gerade geschlossenen permantenten Ausstellung zu sehen wäre - wir bekommen dafür eine exzellente Ausstellung über italienisches Design des 20. Jahrhunderts zu sehen, wo auch die Kinder viele Sachen finden können, die sie lustig finden. Überhaupt mögen unsere Kinder unerwartet gerne Museumsbesuche, sie lieben es, Dinge und Bilder zu entdecken, die neu für sie sind. Es wird kurz vor Mittag und wir bummeln in die entgegengesetzte Richtung durch die Altstadtgassen, wo wir im überdachten Innenhof einer hübschen Trattoria sehr leckere Nudeln essen und wo wir bemerken, dass es zu Regnen beginnt.
Das MART bietet in seiner permanenten Ausstellung viele Werke des berühmten Sohnes der Stadt Rovereto, des Futuristen Fortunato Depero (1892 - 1960). Daneben bietet es viel Raum für wechselnde Ausstellunegn aus bildender Kunst und Designder Moderne. Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10-18 Uhr. Freitag bis 21 Uhr. Montag geschlossen. Eintritt: Regulär €8 Ermäßigt €5 Familien €20.
Persönliche Meinung von Michael.Thaler:
Für eine Stadt der Größe Roveretos ein völlig unerwartet moderner, großzügiger und toller Museumsbau und ein Pflichtbesuch für Freunde der bildenden Kunst des 20. jahrhunderts, die sich eh auf der Fahrt vom Brenner in den Süden befinden. Außerdem ist auch Rovereto selbst als Städtchen einen Besuch wert, auch wenn das wohl eher unbekannt ist.
Im Laufschritt bewegen wir uns also wieder zum Parkplatz und beschließen, trotz des Wetters die Dinosaurierspuren, die etwas südlich von Rovereto gefunden worden sind, zu suchen, worauf sich Amelie sehr freut. Wir folgen der eigentlich guten Beschilderung in engen Kurven den Berg hoch, finden aber nur eine militärische Gedenkstätte. Vielleicht kann uns auch hier der ein oder andere Leser dieses Berichtes einen wertvollen Hinweis geben. Die Kinder waren aber sowieso im Kindersitz eingeschlafen, also kapitulieren wir nach einigem Hin- und Herfahren und fahren zurück nach Arco, wo wir eine Eisdiele suchen und den Kindern das Eis kaufen, das wir ihnen versprochen hatten.
Nach dem Eis und trotz des immer noch leichten Regens wollten wir um halb Vier noch nicht auf den Campingplatz zurück. Wir schauten kurz in die Kirche Arcos um dann - nach einiger Überzeugungskunst meinerseits gegenüber der restlichen familie - zu Fuß den Berg hoch zur Burg zu wandern. Die Weglänge ist unten im Zentrum mit 20 Minuten angegeben, was etwas untertrieben ist. Und überraschenderweise geht Amelie trotzdem ganz alleine den wirklich steilen, glitschigen und mit vielen vielen Stufen versehenen Weg ganz nach oben. Allerdings darf ich die meiste Zeit den Kinderwagen mit Bastian darin sitzend den Berg hochtragen, weil der Weg oft viel zu schmal und holprig für einen Kinderwagen ist. Es ist trotzdem fast der schönste Teil des Tages, denn die Wanderung tut gut und bietet wunderschöne Ausblicke auf Kirche und das ganze Städtchen Arco und schließlich bis zum Gardasee. Und oben angekommen gibt es in der Burg sogar ein Felsgefängnis zu sehen. Nach einer kurzen Pause geht es viel schneller wieder nach unten und zurück zum Wohnmobil und schließlich auf den Campingplatz wo wir sehr harmonisch in unserem warmen Wohnmobil mit Blick auf viele kalte Zelte zu abend essen.
03.05.2007
Arco - Gardasee Westufer - San Felice del Benaco
Kurz nach unserem Aufbruch gegen 9 Uhr ist heute schon das erste Highlight des Tages erreicht: die 'Marmitte dei Gigante'. Riesige Gletschererosionen zwischen Nago und Torbole, leicht zu finden direkt an der in Serpentinen hinunter zum Gardasee führenden Straße. Vom Parkplatz aus hat man schon einen sehr schönen Blick auf den See und auf der anderen Seite der Straße führt ein schmaler Fußweg hinunter zu den sehr beeindruckenden, riesigen 'Gletschermühlen', mehrere Mann hoch. Und für unsere Tochter sehr spannend: eine alte in den Fels gehauene Höhle, die wir mit unseren Stirnlampen erkundet haben. Großes Abenteuer!
Weil der Imbiss am Pakplatz für unseren obigatorisch werdenden Cappuccino um diese Tageszeit (als zweites Frühstück) leider noch geschlossen hat fahren wir weiter und beschließen, das in Limone nachzuholen. Wir spazieren dort (nachdem wir gerade so einen Parkplatz gefunden haben) durch die hübschen aber doch sehr touristischen kleinen Gassen hinunter zur Uferpromenade, wo die Kinder ein Eis und ich meinen Cappuccino bekommen soll. Wir kaufen für die Kinder je eine Kugel in der Waffel und wollen uns an einen Tisch des leeren Cafes setzen, wo ich einen Cappuccino bestellen möchte. Der Kellner aber scheucht uns weg - wir müssten schon einen ganzen Eisbecher bestellen wenn wir sitzen wollten! Also setzt sich meine Frau mit den Kindern auf eine öffentliche Bank und ich kaufe meinen Cappuccino in einem anderen Cafe - ärgerlich, aber Gott sei Dank das einzige Erlebnis dieser Art in diesem Urlaub.
Weiter geht es durch die vielen Tunnels der westlichen Uferstraße über Gargnano nach Toscolano, wo wir kurz vor Mittag noch die Kirche geöffnet erreichen, um die herrlichen Fresken darin anzusehen. Ein kleines Stück weiter in Maderno bewundern wir das schöne Portal der alten romanischen Basilika und essen daneben ein paar Nudeln zu Mittag.
Das schönste Erlebnis des Tages ist aber der Botanische Garten André Heller in Gardone Riviera. Ein wunderschönes Kleinod mit schönen kleinen Landschaften, Teichen, Skulpturen, Blütenmeeren... Danach kommen wir - wegen der müden Kinder (und Eltern) - schon um halb Vier am sehr schönen Campingplatz 'Fornella' in San Felice an. Wir finden einen Stellplatz direkt neben dem Spielplatz, den die Kinder gleich ausprobieren. Wir laufen noch zum Strand des Platzes, werfen ein paar Steine ins Wasser und essen im Wohnmobil zu Abend.
Der botanische Garten André Heller wurde im jahr 1910 von Arturo Hruska angelegt und von André Heller in jüngerer Zeit übernommen und in einer für ihn typischen Weise gestaltet. Es finden sich darin - neben der botanischen Hauptsache - auch eine ganze Reihe von Skulpturen verschiedener Künstler. Geöffnet von März bis Oktober täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr. Eintrittspreise Erwachsene 8 €, Kinder von 6 bis 11 Jahren 4 €, Kinder bis 5 Jahre Frei.
Persönliche Meinung von Michael.Thaler:
Dieser botanische Garten ist einfach herrlich - und bietet für alle etwas. Er ist nicht zu groß als dass man ewig braucht, um ihn anzusehen, nicht zu klein, um nicht vieles entdecken zu können. Er bietet Nischen der Ruhe, wo man fast meditieren möcht und andererseits Brücken mit wasserspritzenden Köpfen, auf denen Kinder quietschend hin- und herlaufen können. Dazu mehr
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Der Reisebericht ist informativ und sehr persönlich geschrieben. Wirklich spektakuläre Höhepunkte fehlen zwar, was ich jedoch als normal für die meisten Urlaubsreisen erachte. Ein Urlaub, wie ich ihn sicher auch hätte erleben können, realitätsnah und nicht übetrieben dargestellt.
Liebe Grüße - Thomas
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