SÜCHTIG NACH BURMA 3

Reisebericht

SÜCHTIG NACH BURMA 3

Reisebericht: SÜCHTIG NACH BURMA 3

Schöne Tage in Ngapli 2007

Ngapali Beach



Ankunft

Ankunft
Der Flug von Yangoon nach Ngapali dauert ca. ein ein halb Stunden.(Mit dem Bus dauert es 14 Stunden. ).- ein schöner Flug. Zuerst sieht man wildes Gebirge, dann fliegt man an der Küste entlang. Und da liegt sie, die wunderschöne Bucht von Ngapali, am Golf von Bengalen. Der kilometerweite Sandstrand ist der Traum jedes Badeurlaubers - Erholung pur. Die Hotels liegen versteckt unter hohen Kokospalmen .
Unser Hotel hat einen wunderschönen Garten. Es blühen Bougainvillen Astern, Rosen und unbekannte Blumen In den Teichen stehen Lotusblüten, Schalen werden mit Rosen–und Asternblüten bedeckt und hohe Palmen spenden reichlich Schatten. Dazwischen stehen die zweigeschössigen Bungalows. Wir bekommen unseren leider ganz hinten an der Straße. So können wir zwar das Meer nicht hören, aber der tägliche Gang zum Frühstück durch den herrlichen Garten mit einer Stimmung, wie bei uns an einem der seltenen Sommermorgen – noch etwas frisch- aber mit einem strahlend blauen Himmel, entschädigt uns dafür.
Die Bucht:
Der erste Gang nach der Ankunft führt natürlich zum Meer. Es ist Abend, die Sonne steht tief und wird gleich im Dunst versinken. Alles ist weich und sanft. Wir halten den Atem an, so schön und eindrucksvoll ist diese Abendstimmung und ein warmer Wind hüllt uns dabei ein.
Im Hotel essen wollen wir nicht. Es ist zu international und auch zu teuer. Also verlassen wir das Ressort, spazieren auf die Straße und sind überrascht. Die Straße rauf und runter brennen viele bunte Lichter. Gegenüber den Hotels haben Einheimische kleine Sea-Food-Restaurants aufgemacht. Wir betreten gleich das erste und freuen uns über die heimelige, gemütliche Atmosphäre. Wir bekommen sogar noch einen Platz, obwohl es gut besucht ist. Der Besitzer serviert persönlich zusammen mit seiner Tochter. Es werden Kerzen angezündet ( candlelight dinner ) und die Speisekarte gereicht. Die Auswahl an Fisch- und Meeresfrüchtegerichte ist groß, aber es gibt auch Nudeln- und Gemüsegerichte und selbstverständlich immer Reis. Wir essen gemütlich und trinken ein Glas burmesischen Wein ( (80 Cent ) oder ein Myanmar- oder Mandalaybier. ( ¾ l ). Der Wein wird von Deutschen, in der Nähe vom Inlesee, angebaut. Als Markenzeichen hat er einen blauen Pfau auf dem Etikett, das Zeichen der Königin.
In Myanmar gehen wir bald ins Bett. Wir schlafen hier so gut.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, im Freien, direkt am Meer, haben wir heute einen Ruhetag eingeplant. Die Rundreise war doch etwas anstrengend. Wir liegen im Schatten und schauen auf das Meer. Rechts am Horizont sehen wir Flugzeuge die Landebahn anpeilen. Kleine Berge vor der Landebahn begrenzen die Bucht. Dann kommt der lange herrlich weiße, sehr saubere Sandstrand. Auf der anderen Seite schließt ein kleiner Felsen mit einem Restaurant, das nur über einen Steg erreichbar ist, die Bucht. Weiter hinten ist ein großes Fischerdorf. mit etwa 5000 Seelen. Dort ist der Strand nicht mehr so sauber. Myanmar hat keine Müllabfuhr.
Es sind wenige Menschen unterwegs. Ein paar Touristen haben sich zu einen Strandspaziergang aufgerafft. Doch viel schöner sind die Einheimischen, die am Strand entlang wandern. Die Frauen tragen Bananen oder Astern in Körben auf ihren Köpfen, kleine Mädchen üben mit kleinen Körben. Die Männer tragen meistens Holzlasten und nicht wenig. Frauen und Kinder sammeln Wasserpflanzen, die anscheinend essbar sind. Schulkinder, in weißen T-shirts und grünen Longis, schlendern lachend und spielend am Strand entlang in die Schule. Es ist nie langweilig. Das Wasser lockt. Es ist warm und sehr klar, sauber und legt sich wie Seide um den Körper. Die See ist glatt und ich kann weit hinaus schwimmen
Zum Mittagessen gibt es Bananen. Sie haben einen nach Zitrone schmeckenden Kern und sind wunderbar.
Mit der Sonne muss man sehr vorsichtig sein. Auch im Schatten kann man durch den Wind einen Sonnenbrand bekommen, wenn man nicht aufpasst



Toni

Toni

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Toni
Abends wollen wir wieder in das Restaurant gegenüber, doch leider ist heute kein Platz frei. In einer halben Stunde können wir wieder kommen. So spazieren wir die Straße hoch, an mehreren kleinen Sea-Food-Restaurants vorbei.
Etwa 700 Meter weiter kommt uns aus einem Lokal ein junger Mann entgegen – Toni - . Er spricht uns an und lädt uns zu einem Bootstrip und zum Schnorcheln ein. Wir sehen uns sein Lokal an und es gefällt uns auf Anhieb. Doch für heute haben wir schon bestellt. Wir ahnen noch nicht, dass wir gut Freunde werden würden und er uns heute als seine deutschen Eltern bezeichnet.
Toni ist ein Tausendsassa. Er führt das Lokal und ernährt damit auch seine kranken Eltern und seine drei Schwestern. Er fährt Touristen mit dem eigenen Boot. Er organisiert Trekkingtouren und Autofahrten. Bei ihm kann man Geld tauschen und er fährt seine Gäste zum Markt, wenn sie die schönen schwarzen Samt-Flip-Flops kaufen wollen oder nach Hause, wenn der Weg zu weit ist. Er spricht perfekt Englisch und studiert, wenn keine Saison ist, Ökonomie in Sittway. In Yangtse darf er nicht studieren, da er hier keine Verwandten hat. In der Provinz hat er aber keinen Zugang zu Computern und Internet.
Bootsfahrt:
Am nächsten Tag essen wir bei Toni die Spezialität des Hauses und buchen die Bootsfahrt. Pünktlich um 9 Uhr am nächsten Morgen kommt er an unseren Strand getuckert. Das Boot ist klein und nicht mehr neu, aber es hält uns über Wasser. Stolz erzählt er uns, dass er sogar bei dem ersten Hochzeitsfilm vom Traumschiff mitgespielt hat. Der Bucht vorgelagert ist eine kleine Insel. Dort gibt es Korallen und viele bunte Fische. Über uns, in den hohen Wipfeln hat ein Seeadlerpärchen sein Nest. Zwei Junge müssen sie durchfüttern. Die zweite Korallenbucht ist nicht so ausgiebig. Es hat Wellen und die See ist nicht so klar.
Dann kommt eine Insel in Sicht. Auf einem kleinen Sandhügel stecken ein paar Sonnenschirme. Eine kleine Bambushütte mit Palmblätterdach ist das Restaurant. Es gibt warme und kalte Küche, Nudel- und Reisgerichte, kaltes Bier und Softgetränke, Kaffee und Kokosnüsse. Zuerst trinkt man den Kokossaft und dann wird mit einem Löffel das Fleisch heraus geschabt. Es ist weich und saftig und sehr sättigend. Es schmeckt vorzüglich. Der Rückweg ist etwas wackelig, da Wind aufkommt und die Wellen höher werden.
Am nächsten Morgen bummeln wir am Strand entlang. Es ist gerade Ebbe und im ablaufenden Wasser rennen bis zu sechs cm große rote Krebse. Fotografieren ist nicht möglich , obwohl wir lang Geduld haben, da sie beim näherkommen sofort in ihren Löchern verschwinden. Dann stoßen wir auf das Fischerdorf. Zwischen den schönen großen Hütten und dem Meer ist Stroh ausgebreitet. Darauf liegen blaue Netze auf denen tausende kleine, silbrige Fische trocknen. Man sieht sie als Trockenfische zu hauf auf allen Märkten. Außerdem werden sie in einer nahen Fischfabrik zu Fischpaste verarbeitet. Große Körbe mit Fischen werden aus den Booten gehievt, von je zwei Frauen zu den Netzen geschleppt und in hohem Bogen ausgeleert. Hunde müssen hier keinen Hunger leiden.
Auf dem Rückweg treffen wir ein kleines Mädchen, das eine wunderschöne Perlmuttmuschel zeigt. Darin liegen kleine Muscheln und Schnecken zum Verkauf. Wir kaufen alle. Vor Freude läuft sie ins Dorf, holt mehr und schenkt sie uns, von uns gibt es Gummibärchen und Bonbons. Plötzlich stehen zwei dunkelhäutige, hübsche Jungs vor uns und schauen uns mit großen braunen Augen an. Ich gebe wieder Gummibärchen. Das hätte ich nicht tun sollen, denn aus allen Löchern kommen Kinder hervor gestürmt. Soweit reicht mein Vorrat nicht. Enttäuscht schauen sie uns hinter her und mir tut es sehr leid.



Ausflug nach Thandwe

Mädchen mit Perlmuttmuschel

Keine Bildinformationen verfügbar

Am Abend schlägt uns Toni einen Ausflug nach Thandwe, der Hauptstadt dieser Region, vor. Wir nehmen interessiert an. Und so warten wir am nächsten Morgen auf das Auto. Ein klappriger, alter Karren fährt vor. Gott sei Dank begleitet uns Toni. Sonst spricht ja niemand englisch. Zuerst halten wir an einer Schwarzmarkttankstelle. Das Benzin wird in Ein- und Zweiliterwasserflaschen verkauft. Benzin ist sehr teuer und rationiert.
Nun geht es in die Berge. Wir sehen Gemüsefelder, Blumenkohl ist gerade im Angebot. Es geht vorbei an Erdnussfeldern, abgeernteten Reisfeldern, Kautschukplantagen und mehr.
Thandwe, früher Sandoway, ist ein kleiner Marktflecken. Hier spielte der Roman „Tage in Burma“ von George Orwell. Auf den Hügeln rund herum hat Buddha laut Legende einige Leben in Tiergestalt verbracht. Einmal soll er sogar Hasenkönig gewesen sein. Hier gibt es auch einige der ganz wenigen Altersheime in Burma. Der Markt ist sehr ursprünglich. Touristen fallen auf, werden aber sehr zuvorkommend behandelt und angelächelt oder auch belächelt. Am meisten faszinieren die Fleisch- und Innereienstände. Plötzlich lautes Gezeter. Eine Marktfrau rennt, laut schreiend, hinter einem Hund her, der einen ansehnlichen Brocken Fleisch gestohlen hat. Verzweifelt sucht der Hund ein Versteck. Aber das Fleisch wird ihm abgejagt und zum Stand zurückgebracht. Hunger kommt vor Hygiene. An einem Verkaufsstand suche ich mir ein Paar wunderschöne, schwarze Samt-Flip-Flops aus, deren Riemen mit kleinen Schmetterlingen verziert sind (2.30 €). Sie werden hier in Deutschland sehr bewundert. Nach einer Pause in einem Teehaus, das Feuerzeug hängt an einer Schnur von der Decke, fahren wir weiter.
Wir besuchen die Englischlehrerin von Toni. Sie hält Vormittags Unterricht und Nachmittags betreut sie Vorschulkinder. Die Kinder singen uns „Bruder Jakob“ auf burmesisch vor - diese Melodie hört man in ganz Burma- und freuen sich über Gummibärchen und Bonbons. Wir haben Kugelschreiber, Buntstifte und Schulkreide mitgebracht .Die Lehrerin bekommt das kleine Heft „ Kauderwelsch deutsch–burmesisch“. Sie möchte auch deutsch lernen und hat uns einen handgeschriebenen Zettel gezeigt, welche Wörter sie auf deutsch-burmesisch gesammelt hat. Sie ist 72 Jahre alt, kann aber nicht in den Ruhestand gehen, da sie sonst kein Geld zum Leben hat. Die Burmesen sind nicht sehr eifrig im sich bedanken, da sie dem Schenkenden die Gelegenheit geben, sich „Verdienste zu erwerben“ für ein besseres nächstes Leben. Eine Frau, wenn sie sie ihrem Mann eine gute Gattin ist, ihn hegt und pflegt und verwöhnt, wird im nächsten Leben als Mann geboren. Wir dürfen noch das Klassenzimmer besichtigen. An der Wand hängt eine Schultafel gespendet von "UNIZEF".
Wir verlassen Thandwe und besuchen vor der Stadt eine kleine Pagode. Das Schönste ist der weite Blick übers Land und einen Fluss, welcher in der Regenzeit zu einem reißenden Strom werden wird. Auf dem Heimweg fahren wir über eine der sehr wenig erhaltenen alten Holzbrücken, aus der Zeit der Engländer.



Abschied

Noch ein ruhiger Tag am Strand und die Zeit ist um. Wir gehen am Strand entlang, shoppen bei den Fischerfrauen. Sie haben einfache Stände aufgebaut und verkaufen vor allem Perlmuttware und Schmuck, aber auch Gegenstände aus Teakholz und Sandelholz, wie Salatbesteck und Schöpflöffel. Es macht Spaß an den Ständen vorbei zu defilieren, da die Souvenirs hübsch und billig sind und die Frauen etwas verdienen sollen, kaufen wir Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.
Abends verabschieden wir uns von Toni und seiner Familie mit einem kleinen Fest und einigen kleinen Geschenken. Der Abschied fällt schwer und wir versprechen ihm und uns, dass wir wieder kommen werden. Am nächsten Tag bringt uns der Hotelbus zu dem kleinen Flughafen von Thandwe. Die Koffer werden auf einer alten Waage für leicht genug befunden und das Handgepäck wird mit Auge und Hand oberflächlich durchsucht. In Burma passiert schon nichts. Mit der Bagan-Airline fliegen wir zurück nach Yangon und verabschieden uns noch einmal aus der Luft. Wir kommen bestimmt wieder.
( Bilder folgen )


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • RdF54

    Hallo Gudrun2,

    was für ein schöner und einfühlsamer Bericht aus dem Reich der Mystik!
    Bin wahrlich gespannt auf Deine Bilder.

    LG Robert

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. SÜCHTIG NACH BURMA 3 4.25 4

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps