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Reisebericht: Tongariro Crossing - die schönste Tageswanderung Neuseelands
Bericht über eine abwechslungsreiche wenn auch anstrengende Tageswanderung im Tongariro Nationalpark, Neuseeland.
Vom Parkplatz des SH 47 zu den Soda Springs
Eigentlich mag ich keine Vulkane, ja im Prinzip hasse ich sie; sie stehen meist so erhaben und majestätisch allein in der Landschaft und ich kann das Bedürfnis nur schwer unterdrücken, den Gipfel erklimmen zu wollen. Zwischen zwei Vulkanen durchzulaufen ist vielleicht nicht ganz so beschwerlich wie Gipfel zu stürmen - dachte ich. Die 17 Kilometer lange Traverse des 1.968 m hohen Tongariro im gleichnamigen Nationalpark gilt als eine der schönsten Tageswanderungen in Neuseeland. Das haben auch mehrere 100 andere Tramper (so heißen down under die Wanderer die nur einen Tag unterwegs sind) gelesen und so schlängelt sich am Morgen ein buntes Band von Wanderern munter und voller Elan auf dem gut ausgebauten, breiten Weg an der Mangatepopo Hütte vorbei bis zu den Soda Springs.Der Himmel ist nur leicht bewölkt, die Sonne scheint und jetzt, im Februar, blühen rechts und links des Weges Besenheidesträucher. Das sieht wunderschön aus, aber Besenheide ist eine eingeführte Pflanze, die mittlerweile wuchert und die einheimische Pflanzenwelt verdrängt.
Von Soda Springs über Hells Staircase zum South Crater
Nach einer Stunde erreichen wir die Soda Springs. Ab hier ist es mit der gemütlichen Lauferei vorbei: Die Teufelstreppe (Hells Staircase) liegt vor uns. Es handelt sich um einen teilweise befestigen Weg aus Lavaasche und Geröll mit unzähligen Treppenstufen. 200 Höhenmeter sind zu überwinden. Es geht steil bergauf – gut, dass ich meine Trekkingstöcke mitgenommen habe! Eine jugendliche Japanerin in Turnschuhen hinter mir keucht schnaufend: „Once – but never again!“
Orangerot markierte Holzpfosten als Wegzeichnung sind alle paar Meter gesetzt – ich frage mich warum, denn der Pfad ist wirklich eindeutig zu sehen. Dann verschwindet die Sonne hinter einer dicken Wolke und genau in diese Wolke hinein führt der Weg.
Vom South Crater zum Red Crater
Als mein Mann, der etwa zweieinhalb Meter vor mir herstiefelt, plötzlich von einer Nebelwolke verschlungen wird, begreife ich den Sinn der eng gesteckten Markierungen! Ich sehe weder meinen Mann noch den übernächsten Wegposten! Am Ende des fast einstündigen Aufstiegs stehen wir am ersten Kraterrand, dem South Crater (1.600 m).
Zur rechten Seite befindet sich laut Wegweiser der 2.291 m hohe Mt. Ngauruhoe. Sehen können wir ihn nicht. Wenn wir genug Zeit hätten, könnten wir einen Abstecher auf den Gipfel des Mt. Ngauruhoe machen, laut Karte ist dies in 2,5 Stunden zu schaffen. Aber warum sollten wir das tun? Bei einer atemberaubenden Fernsicht von zwei Metern macht wandern im Schotter nicht so wirklich Spaß. Außerdem mag ich ja keine Vulkanbesteigungen. Das lassen wir also.
Wir steigen stattdessen in den South Crater hinab und laufen hindurch. Das bringt uns unter die Wolkendecke und es ist wunderbar. Einfach nur ebenerdig geradeaus laufen auf weichem, leicht lehmigem Boden und ohne zu schnaufen; doch das Ende naht, die nächste Kraterwand ist schon in Sicht!
Der nächste Hang ist schnell erklommen, wir stehen am höchsten Punkt des Weges auf 1.886 m am Rand des Red Craters und sollten jetzt einen fantastischen Blick auf die Emerald Lakes haben. So steht es geschrieben. Aber wieder sind wir eingehüllt in eine graue, undurchsichtige Masse aus feinsten Tröpfchen; kalter Wind fegt um unsere Nasen. Schäbig hier. Unangenehm. Enttäuschend. Dabei hatte ich so schöne Fotos gesehen! Wir trösten uns mit Schokolade. Obwohl es so feucht und nebelig ist, trage ich noch meine kurze Hose, an den Beinen ist mir nicht kalt, nur an den Händen. Daher ziehe ich meine Handschuhe an. Sehr komischer Aufzug, der aber leicht zu erklären ist: Die Beine werden von unten gewärmt mittels Fußbodenheizung! Der Vulkan ist noch aktiv und die Erde auf der wir stehen ist warm.
Vom Red Crater zu den Emerald Lakes
Gerade als wir weitermarschieren wollen, reißt die Nebelwand auf und gibt den Blick frei auf einen unglaublich unwirklich türkis-smaragdgrünen See. Es ist wie eine Fata Morgana. Schnell wird die Kamera gehoben und auf den Auslöser gedrückt was das Zeug hält. Nach wenigen Sekunden zieht ein neuer Wolkenvorhang vor unsere Augen. Ende der Vorstellung! Da wir den letzten Bus um 17 Uhr erreichen müssen, können wir nicht ewig auf die nächste Wolkenlücke warten und müssen wohl oder übel weiter. Wir laufen, nein, rutschen den steilen Aschehang hinab und sind am Fuß unter dem Nebel, direkt an einem der Smaragd Seen! Grandios. Die intensive Farbe des Wassers wird durch Mineralien hervorgerufen. Eine ekelig „duftende“ Schwefelwolke dringt in unser Geruchsorgan. Nein, dieser Platz ist wohl doch nicht so geeignet für eine Mittagspause.
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Tolle Bilder, sehr persönliche Eindrücke und viele Informationen.
Gratuliere zu diesem Bericht!!!!
Gruß Beate
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hallo astrid-das emerald lake foto mit der diagonal verlaufenden kante ist ja oberklasse. sehr schöner bericht, wenn der flug nicht sooooo lang wär, hätt ich mich auch schon mal wieder dahin aufgemacht. hast du dich schon wieder aklimatisiert? jetlag? liebe grüße von karin
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Ein wunderbarer Bericht mit beeindruckenden Fotos: well done!
LG Beate -
Hallo,
beeindruckender Berich aus einem beeindruckenden Land!
Und richtig schön mystische Bilder aus Mittelerde dazu. Ganz toll!
LG
Anja -
Dein Bericht weckt wunderbare Erinnerungen in mir. Der Tongariro Crossing war für mich das größte Highlight auf der Nordinsel. Der Wettergott war zwar nicht ganz gnädig zu dir, aber die mystische Stimmung passt sehr gut zu der bizarren Landschaft.
Sehr schön geschrieben.
Gruß Roland -
Hallo
Wunderbare ,totte,profie,beeindruecken Fotos und viele Informationen.
zuhanson -
Hallo Astrid, perfekte Beschreibung. Ich wollte gerade mit meinem Bericht über unsere Neuseelandreise starten. Das Kapitel über den Tongariro Crossing kann ich mir nun sparen, denn schöner kann man ihn nicht beschreiben. Wir hatten etwas mehr Glück beim Wetter - Bilder folgen. Gruß Oliver
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Hallo, echt cooler Bericht. Du scheinst bei Deiner Wanderung nicht sehr viele "Mitwanderer" gehabt zu haben. Wir waren 2003 dort und hunderte Menschen hatten an diesem Tag die selbe Idee. Massenwanderung! Deshalb hat's uns damals nicht so gefallen. Lg Florian
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Wir hatten in 2008 ganz mieses Wetter gehabt , sind erst gar nicht soweit gekommen
danke für die info ...... irgendwann gehe ich nochmal vorbei
gruß helmut -
Hi Astrid,
sehr schöner, packender Bericht. Wir standen damals schon unten beim Chateau im Nebel. Der riß auch die zwei Tage nicht auf, die wir in der Nähe waren. Deswegen haben wir schweren Herzens auf die Wanderung verzichtet, zumal schon die Fähre auf die Südinsel gebucht war. Ja schade, aber vielleicht wirds mal nachgeholt.
Danke auf jeden Fall für die gute Info.
Gruß
Hartmut -
Hallo Astrid,
dein Bericht hat mir gut gefallen. Wir planen die Tour im Januar - langsam stellt sich das Reisefieber ein.
Herzliche Grüsse Erich -
Ich bin den Trail umgekehrt gegangen und hatte viel Glück mit dem Wetter.
War eine sehr anstrengende, aber großartige Tour.
Nette Grüße von Josef -
Ich wollte am Wochenende Wandern gehen, ist nur ein bisschen weit weg :-)
Schöner Bericht!
LG Rolf -
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Hallo Rolf, 5Tage solltest Du einkalkulieren, dann ist es von hier aus zu schaffen :-)) Gruß Astrid
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Liebe Astrid!
Was für ein fantastischer Bericht vom andern Ende der Welt. Bin begeistert.
LG Ursula
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