Reisebericht

Reisebericht: Mit der Inlandsbahn von Östersund nach Gällivare

 
 
 
 
 
Reisebericht: Mit der Inlandsbahn von Östersund nach Gällivare

Am 19. Juni 2006 bin ich mit der schwedischen Inlandsbahn von Östersund nach Gällivare gefahren, rund 800 km mit einem besseren Triebwagen.

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Der 19.06.2006 war außerdem der Tag der Saisoneröffnung für diese Inlandsbahnsaison.
Abfahrt war um 7.15 und pünktlich setzte sich der Zug dann auch in Bewegung.

Im gemütlichen Bummeltempo (ca. 90 km/h max.) ging es voran, es wurden aber auch kurze Stops (Raucherpausen) eingelegt bzw. etwas längere zum Essen.

An Bord des Zuges verteilten unsere Zugbegleiter die Speisekarte. Die Inlandsbahn legt an bestimmten Haltestellen Essenspausen ein. Wer möchte, kann aus einer kleinen, aber feinen Auswahl (zu sehr zivilen Preisen & sehr lecker) etwas bei den Zugbegleitern vorbestellen (Frühstück / Mittag / Abendessen), die bestellten Gerichte werden dann entweder an den Bahnhof angeliefert (in Hoting) bzw. stehen bei Ankunft im „Bahnhofsgebäude“ zum Verzehr parat. Bezahlt wird direkt bei den jeweiligen Leuten, die in Zusammenarbeit mit der Inlandsbahn das Essen ausgeben. So wird z.B. das Frühstück in Hoting im Henkelmann angeliefert, welchen man mit in den Zug nehmen kann.

Die Zugbegleiter sind aber nicht nur da, um die Essensbestellung aufzunehmen. Vielmehr sind sie auch eine Art Reiseleitung und erzählen und erklären, was es entlang der Strecke zu entdecken gibt. In Bahnhofsgebäude von Sorsele befindet sich ein kleines Museum über den Bau der Inlandsbahnstrecke. Ein weiteres kleines Museum gibt es in Moskosel, beide sind sehr interessant. Der Lokführer darf ebenfalls besucht werden von den Fahrgästen.

Ein „Erlebnis“ für den Normalreisenden ist sicherlich auch die Überquerung der Piteälvsbron, da Zug- und Straßenverkehr sich diese Brücke teilen. Die Fahrgäste der Inlandsbahn haben die Möglichkeit, aus dem Zug auszusteigen und zu Fuß über die Brücke zu gehen. Ein weiterer Halt wird am Polarkreis gemacht, damit auch jeder die Möglichkeit für ein Erinnerungsphoto hat.

Gibt es unterwegs Rentiere zu sehen, hält der Zug auch an oder setzt zurück, damit alle Reisenden etwas davon haben, von Stress oder Hektik war nichts zu spüren.
Langeweile kam bei dieser Art der Fortbewegung nicht auf, es gab immer etwas zu sehen und zu entdecken, so dass die Zeit bis zur Ankunft um 21.30 Uhr in Gällivare wie im Flug verging.

In Gällivare hatte ich mir in der Nähe des Bahnhofes eine Jugendherberge zum Übernachten für die nächsten zwei Nächte ausgekuckt. Als ich dort am Montagabend dann ankam, ließ mich der Zustand schon böses ahnen. Zuerst wollte man mir dort gar kein Zimmer geben, mit einem dezenten Hinweis auf die Uhrzeit konnte ich dann wenigstens eine Nacht dort bleiben. Der Hinweis des Personals, dass das Zimmer und das Badezimmer „nicht so schön“ sei, traf 100%ig zu (Hintergrund war, dass sich Minenarbeiter der örtlichen Eisenerzmine dort einquartiert hatten und mein Hüttenkollege es mit der Reinlichkeit nicht so genau nahm). Am nächsten Tag bin ich dann für die 2. Nacht auf den Campingplatz in eine Stuga umgezogen.

In Gällivare habe ich dann u.a. an einer Besichtigungstour der Eisenerzmine teilgenommen. Der Versuch am Abend auf dem Berg Dundret die Mitternachtssonne zu sehen, schlug leider fehl, da es innerhalb von Minuten so nebelig wurde, dass man nicht mal mehr Himmel sah.
Wieder runter vom Dundret bin ich dann morgens um 1.00 Uhr zurück zum Campingplatz – unten war es nicht nebelig und taghell. Nicht nur die fehlende Dunkelheit war ein Erlebnis für mich. Die Wartezeit auf den Dundret-Bus abends wurde durch zahlreiche Mücken nicht langweilig. Ich fand nicht nur die Anzahl der Insekten imposant, auch die Größe hat es in sich. Die Nacht war dann nicht mehr so lang für mich, da ich um 7.00 Uhr wieder in der Inlandsbahn saß, die mich zurück nach Östersund gebracht hat.



 
 
 
 
 

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