Holländischer Winter

Reisebericht

Holländischer Winter

Reisebericht: Holländischer Winter

Eigentlich war ich nicht darauf gefasst viel Privates zu erleben, als wir mitten im eisigen Januar zu einer Geschäftsreise in die Niederlande aufgebrochen sind. Minusgrade und Dauerregen machten die Aussicht auf einen Wochenend-Spaziergang am breiten Sandstrand von Schevningen nicht gerade verlockend. Aber es ist natürlich ganz anders gekommen.

Ein Besuch bei Strauß, Pinguin und Co.

Vogelstrauße vor unserem Fenster

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Spät am Abend bezogen wir im Hotel Avifauna in Alphen aan den Rijn unser Quartier. Der Tag war lang und arbeitsreich, daher machten wir uns wenig Gedanken über das, was um uns her so vorging. In der Dunkelheit konnte ich lediglich ein paar merkwürdig geformte Schatten mit langen Hälsen ausmachen, Ich wunderte mich zwar, fiel dann aber erst einmal totmüde in das große Bett. Beim Aufwachen war meine Überraschung umso größer. Vor meinem Fenster tummelte sich fauchend und zischend ein Straußen-Paar.



Ein Schwätzchen mit dem lieben Federvieh

Die Humboldt-Pinguine in Avifauna

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Nach dem, zugegebenermaßen sehr leckeren, Frühstück, zog ich mit meiner kleinen Kamera sofort los. Mit dem Hotelschlüssel hatte ich überall freien Zugang. Dennoch holte ich mir im Kassenbereich einen Plan über den Vogelpark, der nur 40 Kilometer entfernt von Amsterdam liegt. Ein Einheimischer erzählte mir zudem, dass von dort aus regelmäig ein Zug nach Alphen fährt. Gut zu wissen. Kann man doch einen Besuch locker mit einer Amsterdam-Städtereise verbinden. Rund 400 Vogelspezies auf allen Teile der Erde tummeln sich auf dem großzügig angelgten Gelände (Öffnungszeiten tägl von 9 bis 18 Uhr, www.avifauna.nl). Angeordnet sind die Gehege nach geographischen Gesichtspunkten. So schlenderte ich also von Europa, nach Afrika und Australien. Und das alles in nur wenigen Stunden. Überall schauten mich hübsche Vogelgesichter neugierig an. Und hier war es auf jeden Fall ein Vorteil, dass im Januar noch nicht so viel los ist. Sonst hätte ich mich vor dem Gehege der drolligen Humboldt-Pinguine sicher nicht so lange auhalten könne. Die Tierchen schienen mich schon regelrecht zu erwarten. Als ich um die Ecke bog, linsten sie aus Höhlen und kleinen Hütten. Einige watschelten sogar an den Zaun und schauten zu mir nach oben.



An den Klischees kommt keiner vorbei

Viel zu schnell sind die Stunden vergangen. Wir räumten Sack und Pack in unseren Wagen und rollten in Richtung der niederländischen Nordseeküste. Rechts und links der Straßen entdeckten wir viele verschiedenen Windmühlen. In früheren Zeiten haben sich einmal die Polder rund um die Dörfer und landwirtschaftlichen Betriebe entwässert. Für die damalige Zeit, eine wohl grandiose Erfindung. Heute freuen sich vor allem die Touristen an den häufig buntbemalten Wegbegleitern. Und auch ich habe auf den Auslöser meiner Kamera gedrückt. Und nicht nur beim Anblick von Windmühlen. Auch rote und gelbe Käsekugeln und Holzschuhe haben mich zum Fotigrafieren animiert.



Vom Fischerdorf zum gut besuchten Badeort

Muscheln in Scheveningen

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Nach einer Fahrt voller "holländischer" Eindrücke kamen wir am Strand von Scheveningen an. Das Wetter zeigte sich von seiner Schokoladenseite. Die Sonne schien uns warm auf die Wollmützen und der Wind kräuselte nur den Sand zu unserern Füßen ganz leicht. Meine Haltung zu diesem Ausflug hat sich da natürlich sofort geändert. Hoch motiviert stapfte ich eine Düne heruaf und dann blieb mir erst einmal die Luft Weg. Im Januar hätte ich vielleicht mit einigen wenigen Spaziergängern gerechnet, aber auf diesem Strand tummelten sich hunderte von Menschen. Das klingt schlimmer als es ist. Denn auf dem breiten Sandstrand kommt man sich auch dann nicht ins Gehege. Ich begann Muscheln zu sammeln. Das habe ich an der Nordesse um diese Jahreszeit noch nie getan und die Auswahl war groß.



Vögel am Pier

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Ein Strand für jede Jahreszeit

Der Leuchtturm von Scheveningen

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Das gute Wetter haben wir natürlich ausführlich genutzt und sind entlang der Strandpromenade und des feuerroten Leuchtturms in Richtung der Mole gestapft. Das war ein Spaziergang von gut zwei Stunden, nach denen wir längst noch nicht alles gesehen hatten. Vermutlich wäre es uns auch bei schlechtem Wetter nicht langweilig geworden, denn dafür hat Scheveningen (ein Stadtteil von Den Haag) Vorsorge getroffen. Neben dem Sealife-Center und den auch am Sonntag geöffneten Kaufhäusern, gibt es auch einen 381 Meter langen, überdachten  Pier, der in die Nordsee hineinragt. Richtig hübsch kann ich ihn nicht finden. Den Spaziergängern erlaubt er aber, auch bei stürmischem Wetter ihrem Element nah zu sein. Shops, Cafes und ein Casino runden das Programm ab. Wer es mag, ist da sicher gut aufgehoben. Mir hat der Bummel an der klaren und winterlichen Meersluft  besser gefallen. Am Abend trennte ich mich nur ungern von diesem Platz. Er hat aber noch für Tage dafür georgt, dass mir die Arbeit wesentlich leichter von der Hand ging. Einem Januar-Trip an die Nordsee steht von meiner Seite aus künftig nichts mehr entgegen. So viel ist mal sicher. Auch künftig werde ich hier gerne das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.



Der Strand von Scheveningen

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Kommentare

  • freeneck-farmer

    Bei deine Bilder krieg ich Heimweh!! Wohne in Deutschland, komm aus Scheveningen.

  • RdF54

    Ein schöner Weekend-Berich von Dir, der zeigt, dass man nichts scheun sollte ... :-)

    LG Robert

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