The Pool Hoose

Eigentlich ist Peter McLaren Langstreckenradler und Künstler. Und während ihm seine Ölgemälde eine Menge Preise eingebracht haben, gilt seine Passion dem Hüttenbauen. Auf dem weitläufigen Familienanwesen in Schottland wollte er schließlich hoch hinaus. Denn die Gartenmauern ließen sich vom Boden aus nicht überblicken. Also baute er einen Aussichtspunkt in Form eines Häuschens im Garten. Nach und nach entstanden immer mehr Hütten, die den Blick über das Land freigeben. 

Das Haus am Teich

Das Pool Hoose (gemeint ist kein Haus an einem Pool, sondern das schottische "Haus am Teich") steht auf Stelzen und entfaltet die ganze Wirkung eines Baumhauses: Die Sonne strahlt durch die große Fensterfront, der Regen prasselt auf das Dach und Vögel landen auf dem Sims. Die lichtdurchflutete Hütte entstand ausschließlich aus Recycling-Metrialien, wie Dachblech, alten Fenstern oder Telefonmasten. Für den Hausherrn eine Selbstverständlichkeit: "Müsste ich zu einem Baumarkt, um das alles zu kaufen, würde ich es gleich sein lassen. Das wäre totlangweilig. Der Reiz besteht für mich darin, etwas zu entdecken und dann umzuarbeiten, ihm neues Leben einzuhauchen."

Sweeny's Boothy

Entspannung pur! Mitten im Nirgendwo steht dieses innovative Häuschen, das speziell als Rückzugsort für Künstler, Autoren, Musiker und andere Kreative entwickelt wurde. Direkt am Meer der schottischen Hebriden bietet der schützende Ort eine Quelle der Inspiration. Eine wandhohe Fensterfront gibt den Blick auf das Meer und die Berge frei, im Hintergrund prasselt der Ofen und weiter oben thront das Schlafpodest. Inspiriert von der Legende des gälischen Königs und Dichters Sweeney taten sich der Architekt Iain MacLeod und die Künstler Bobby Niven und Alec Finlay zusammen, um das königliche Exil in der Wildnis neu zu interpretieren.

Bengans Angelhütte

Eigentlich steht Bengan Widell für Filmproduktionen hinter der Kamera. Doch als der Weltenbummler der spartanischen Angelhütte auf der schwedischen Insel Gotland über den Weg lief, konnte er einfach nicht anders als zum Werkzeug zu greifen und sich an die Arbeit zu machen. Obwohl fast alles erneuert werden musste, machte Bengan sein neues Domizil in nur einem Monat wind- und wetterfest. 

Marokko in Schweden

So rustikal die Hütte von Außen auch wirken mag, viele kleine Elemente tragen zu einem aufgeräumt-schicken Look im Inneren bei. Die schwedische Kiefer paart sich mit Teppichen aus Marokko, orientalischen Lampen und Tischen. Dabei verzichtet Bengan komplett auf elektrisches Licht sowie Heizung und greift zu Kerzen, einem Holzofen und Petroleumlampen – bei der fehlenden Netzanbindung wahrscheinlich auch die einzige Möglichkeit.

Die S(tr)andhütte

Vier riedgedeckte Hütten mit naturbelassenen Wänden aus Holz und Ried reihen sich etwa eine Stunde südlich von Lissabon in dem Mündungsgebiet des Sado aneinander. Neben der modernen Inneneinrichtung ist das Highlight sicherlich der sandbestreute Boden. Doch der stellte auch eine Herausforderung dar. Denn harter Sand ist ziemlich unangenehm zu begehen und vor allem im Winter recht kalt. Der brasilianische Konzeptkünstler Cildo Meireles brachte die Lösung: Unter der Zementlage wurde eine Fußbodenheizung installiert, dessen Hinze der Sand für bis zu zwei Tage speichert.

The Observatory

Mitten im Naturschutzgebiet von Lymington und Keyhaven steht diese Vogelwarte. Umgeben von einem Vogelreservat, Schlickwatt und Salzwiesen besteht die Hütte aus zwei drehbaren Beobachtungshütten. Durch ein Rad in der Hütte und etwas Kraftaufwand öffnet sich der Zufluchtsort in alle Richtungen.

Umzugsfähig

Tatsächlich lässt sich die demontierbare Unterkunft komplett ab- und an anderer Stelle wieder aufbauen. Der Plan: Ein Errichten der Installation an vier verschiedenen Orten, um ein öffentliches Bildungsprogramm zu unterstützen. Als Ort der Bildung, Kunst und des kommunalem Engagements lädt es alle Interessierten ein, dient als zwischenmenschlicher Verbindungspunkt und sorgt für einen direkten Kontakt zu Natur.

Sir Paul Smiths Hütte

"You can find inspiration everywhere - and if you can't look again" (Du kannst überall Inspiratopnen finden - und wenn nicht, schau nochmal hin) lautet der Buchtitel von Sir Paul. Er und die Möbel-Designerin Nathalie de Leval ließen sich für diesen Gartenschuppen von schwarzgeteerten Fischerschuppen und dem ikonischen Haus des mexikanischen Architekten Luis Berragán inspirieren. Dabei sollte die Hütte nicht größer sein als Sir Pauls erstes Büro: neun Quadratmeter. Während sie eigentlich als Werkstatt gedacht war, dient die Hütte nun als Rückzugsort. Der Clou: Die Hütte lässt sich mit ihrer Fensterfront stets in Richtung Sonne drehen.

Das Spiegel-Haus

Die Wände sind gekippt, das Dach ist eckig. Das Spiegel-Haus verschwindet beinahe in seiner Umgebung und ist gleichzeitig omnipräsent. Weil die Außenwand das umliegende Gras reflektiert und dennoch durchsichtig ist, fallen die 120 Quadratmeter kaum auf. Alles verschmilzt in einer Mischung aus Design und Naturverbundenheit. Der Wohn- und Essbereich besticht durch seine Helligkeit und die unterschiedliche Deckenhöhe. Ein wahrhaft unwirkliches Haus.

Bildband "Tiny Houses"

Jane Field-Lewis: Tiny Houses: Hütten, Strandhäuser & Lauben, 2017, 240 Seiten mit 200 farbigen Abbildungen, Texte auf Deutsch, 29,95 Euro, erschienen im Knesebeck Verlag