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Tarnung: Die Kunst, nicht gesehen zu werden

Einige Tiere sind wahre Meister im Tarnen. Denn unauffällig zu sein, ist im Tierreich eine Frage von Leben und Tod. Der Bildband "Meisterhaft getarnt" zeigt verblüffende Beispiele

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Wandelndes Blatt
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Wandelndes Blatt
Perfekte Tarnung zeigen diese beiden Wandelnden Blätter, die zwischen dem welken Laub auf dem Waldboden ihrer malaysischen Heimat verschwinden. Ein klassisches Beispiel von Mimese: Ein Tier sieht einem typischen, "harmlosen" Detail seiner Umgebung so täuschend ähnlich, dass eine Verwechslung programmiert ist
Drosseluferläufer
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Drosseluferläufer
Ein junger Drosseluferläufer hockt still im welken Laub und wartet auf die Rückkehr seines Vaters. Seine Tarnfärbung versteckt ihn vor Fressfeinden
Riedfrosch
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Riedfrosch
Okawango-Delta, Botswana: Dieser intensiv gefärbte Frosch hat sich auf einer gleichermaßen leuchtend gefärbten tropischen Pflanze niedergelassen
Gepard
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Gepard
Ein Gepard versteckt sich im hohen Gras des KwaZulu-Natal (Südafrika), um sich unbemerkt an seine Beute anschleichen zu können. Die restlichen 50-100 Meter Distanz überbrückt der Säuger mit bis zu 90 km/h
Gabelbock
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Gabelbock
Aus einiger Entfernung ist diese Herde von Gabelböcken im Yellowstone-Nationalpark (USA) fast nicht zu sehen
Krabbenspinne
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Krabbenspinne
Trügerische Farbenpracht: Um sich so gekonnt in einer Blüte zu verstecken, sendet die Krabbenspinne Misumena vatia einen flüssigen gelben Farbstoff in die oberen Hautzellen
Sonnengucker
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Sonnengucker
Man muss schon sehr nahe herangehen, wenn man diese Krötenkopf-Agame sehen will, die gerade aus dem Sand einer Düne des Gobi-Gurvanisaikhan-Nationalparks (Mongolei) klettert
Rotfuchs
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Rotfuchs
Minnesota, USA: Umrahmt von herbstlicher Vegetation, patrouilliert ein Rotfuchs durch sein Revier und hält dabei Ausschau nach Nahrung
Plattschwanzgecko
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Plattschwanzgecko
Diese Nahaufnahme eines Plattschwanzgeckos zeigt beispielhaft, wie perfekt die zarten Farben und Strukturen der borkenartig aussehenden Reptilienhaut auf die flechtenbewachsene Rinde der Regenwaldbäume seiner ostmadagassischen Heimat abgestimmt sind
Art Wolfe
© Art Wolfe/Knesebeck Verlag
Art Wolfe
"Sachlich-spielerische Verbindung von Kunst, Natur und Wissenschaft": Der Fotograf Art Wolfe ist einer der populärsten Naturfotografen weltweit und engagierter Naturschützer
© Knesebeck Verlag
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Wer nichts hat, womit er sich zur Wehr setzen kann, ist meist gut beraten, sich in feindseliger Umgebung diskret zu verhalten. Denn Fressfeinde kennen keine Gnade. Im Lauf der Evolution haben sich so wahre Künstler im Sich-unsichtbar-Machen entwickelt.

Auf genau diese Tiere und ihre verblüffenden Anpassungen hat es der Fotograf Art Wolfe abgesehen. Sein Bildbild ist ein Kaleidoskop von erstaunlichen Suchbildern - deren Protagonisten das ungeübte menschliche Auge oft erst nach mehrmaligem Absuchen entdeckt.

Um diesen Effekt zu erreichen, wendete Wolfe drei fotografische Tricks an: Er erweiterte den Bereich der größten Schärfe, um dem Auge keinen Anhaltspunkt zu geben. Darüber hinaus befindet sich das zu suchende Tier nicht immer im Bildmittelpunkt, wo wir es als Erstes suchen. Schließlich lenkt er mit auffälligen Objekten als "Nebendarstellern" unseren Blick ab. Das Ergebnis ist ein staunenswert-lehrreicher Bildband über die verschiedenen tierischen Strategien, sich unsichtbar zu machen.

Art Wolfe
Meisterhaft getarnt
Von der Kunst, nicht gesehen zu werden
Gebunden, 224 Seiten
mit 200 farbigen Abbildungen
29,95 Euro
Knesebeck Verlag 2015



Mehr zu den Themen: Tarnung, Mimikry

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