Astrohighlights im April Der "Osterkomet" ist zu uns unterwegs

Der Komet C/2026 A1 (MAPS) in den Weiten des Weltalls
Am 4. April gelangt der Komet C/2026 A1 MAPS in Sonnennähe
© Qicheng Zhang et al / CSA JWST MIRI / ESA / NASA
Der Monat beginnt mit einem Schneeball am Rande der Sonne und endet mit Sternschnuppen. Zudem erklärt Mariana Wagner vom Planetarium Hamburg, wie der Mond das Osterdatum bestimmt

Am 2. April strahlt der erste Vollmond nach der Tagundnachtgleiche am Himmel. Er startet den Countdown zu Ostern, als erster Frühlingsvollmond bestimmt er das Osterdatum. Denn das Fest feiern wir traditionell am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Dies geht zurück auf die Überlieferung der Auferstehung Jesu im Neuen Testament. Daher wird der erste Frühlingsvollmond auch "Ostermond" genannt.

Die Mondphasen und der Jahreszeitenwechsel entscheiden also, ob Ostern in den März oder in den April fällt. Tatsächlich kommen zwischen dem festgelegten Frühlingsbeginn am 21. März und dem 19. April zahlreiche Tage als mögliches Datum für den ersten Frühlingsvollmond infrage. Ostern feiern wir entsprechend frühestens am 22. März und spätestens am 25. April.

Ereignet sich der "Ostermond" im April, gilt er gleichzeitig als "Pink Moon". Leider erstrahlt er nicht rosa am Himmel. Zu der blumigen Namensgebung ließen sich nordamerikanische Völker von der farbenfrohen Pflanze Phlox inspirieren, die sie zu dieser Zeit des Jahres auffällig blühen sahen. Eine astronomische Bedeutung hat der Begriff nicht. 

Ein schmutziger Schneeball am Rande der Sonne

Am Karsamstag, dem 4. April, gelangt der Komet C/2026 A1 MAPS in Sonnennähe. Er gehört zur Gruppe der sogenannten Kreutz-Kometen, benannt nach dem Astronomen Heinrich Kreutz. Diese sind allesamt Bruchstücke eines riesigen Kometen, der vor Jahrhunderten zerbrach. Besonders an ihnen ist, dass sie in extrem geringer Distanz an der Sonne vorbeifliegen. Deswegen heißen sie auch "Sonnenstreifer", wobei sie die Sonne natürlich nicht berühren. Allerdings kommen sie ihr bis auf 800.000 Kilometer nahe. Viele dieser Himmelskörper zerbrechen aufgrund dieser Extrembedingungen und lösen sich auf. Ob es Komet C/2026 A1 MAPS ebenfalls so ergehen wird, wissen wir noch nicht. 

Kometen sind im Prinzip nichts anderes als "schmutzige Schneebälle" aus den Weiten des Alls. Der typische "Schweifstern", als den wir diese Objekte kennen, entsteht, sobald der Komet sich der Sonne nähert. Dann verdampft das Eis, und Wasserdampf sowie andere Gase ummanteln den Kometenkern. Dabei werden Staubteilchen mitgerissen, die zuvor im Eis des Kometen eingebettet waren. Es bilden sich zwei lange Schweife – einer aus Gas und einer aus den kosmischen Partikeln. 

Sollte Komet C/2026 A1 MAPS seine Sonnenpassage überstehen, könnte er sich ab dem 8. oder 9. April eindrucksvoll in der Abenddämmerung am Westhimmel abzeichnen. 

Endlich wieder Sternschnuppen

Während die Sichtbarkeit von Komet C/2026 A1 MAPS noch "in den Sternen steht", sind die Chancen auf Sternschnuppen im April eine recht sichere Sache. Denn jedes Jahr im April kreuzt unsere Erde die Spur des Kometen Thatcher. Die von ihm hinterlassenen Staubteilchen prallen auf die Erdatmosphäre und verglühen. Entlang ihres Pfades bilden sich Schläuche aus leuchtender Luft, die wir als Sternschnuppen kennen. Damit sie sich am dunklen Firmament abzeichnen können, muss natürlich das Wetter mitspielen und uns einen klaren Himmel bescheren. Gute Chancen, eine Sternschnuppe zu sehen, hat aber nur, wer sich von Städten und künstlichen Lichtquellen fernhält.

Dr. Mariana Wagner ist Astrophysikerin sowie Musikproduzentin und arbeitet im Planetarium Hamburg. Für GEO beschreibt sie monatlich, welche Highlights uns am Sternenhimmel erwarten
Dr. Mariana Wagner ist Astrophysikerin sowie Musikproduzentin und arbeitet im Planetarium Hamburg. Für GEO beschreibt sie monatlich, welche Highlights uns am Sternenhimmel erwarten
© Wolfgang Köhler

Da sich ihr scheinbarer Ausstrahlungspunkt in der Gegend der Leier, lateinisch Lyra, befindet, werden die Leuchtspuren als Lyriden bezeichnet. Sie treten vom 16. bis zum 25. April auf. Die meisten Sternschnuppen sehen wir in den frühen Morgenstunden und am Abend des 22. April. Aber auch am Morgen des 23. April lohnt es sich noch, zum Himmel zu schauen. Leider gehören die Lyriden zu den eher mäßigen Sternschnuppenereignissen, sodass wir selbst bei idealen Sichtbedingungen auf dem dunklen Land nur bis zu 20 Sternschnuppen in der Stunde entdecken können.

Ein Hauch von Sommer am Frühlingshimmel

Die Leier mit ihrem hellen Stern Wega ist gemeinsam mit Deneb im Schwan ein Vorbote des Sommers am Osthimmel. Im Westen verabschieden sich hingegen die prächtig funkelnden Wintersterne. Nun haben die typischen Frühlingssternbilder den Abendhimmel im Osten übernommen: Allen voran der majestätische Löwe mit Regulus, der Bärenhüter mit Arktur und die Jungfrau mit Spica. Gemeinsam formen sie das großflächige Frühlingsdreieck. Am 25. April erhält der orange-rote Regulus Besuch vom zunehmenden Halbmond. 

Die Venus baut ihre Stellung als heller Abendstern weiter aus. Besonders hübsch ist ihr Anblick am 19. April, wenn die zierliche Mondsichel zwei Tage nach Neumond direkt über ihr steht. Schauen wir einen Abend später gegen 22:30 Uhr zum Mond, wird er von dem hoch am Himmel leuchtenden Jupiter und der horizontnahen Venus in die Mitte genommen. Gemeinsam bilden sie eine schräg stehende Linie am Firmament. Wer seinen Blick in der Nacht vom 22. auf den 23. April zum Mond richtet, kann beobachten, wie er auffällig an Jupiter vorbeizieht. Der Gasgigant sticht unmittelbar ins Auge, zieht sich aber immer weiter aus der zweiten Nachthälfte zurück. Im Mai ist seine Sichtbarkeitsdauer am Abendhimmel erheblich kürzer.