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Barrierefreiheit Rita Ebel ist die Lego-Oma: Sie baut bunte Rollstuhl-Rampen mit Signalwirkung

Eine ältere Frau sitzt in ihrer Küche und hat viele Legosteine vor sich auf dem Tisch liegen
Die 64-jährige Rita Ebel ist im Internet auch als die "Lego-Oma" bekannt
© Sandra Schildwächter
Im Internet ist sie auch als Lego-Oma bekannt: Rita Ebel baut Rollstuhl-Rampen aus den berühmten Kunststoffklötzchen –und verschickt sie mittlerweile nach ganz Europa

Knallbunt, mit Fischen verziert oder dekoriert mit einem Weinkrug: Bei Rita Ebel ist jede Rampe ein Unikat – gebaut aus bis zu 15 Kilogramm Legosteinen. Seit drei Jahren fertigt die Rentnerin aus Hanau kleine Auffahrten und erleichtert so Rollstuhlfahrenden, Menschen mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen den Zugang zu Geschäften, Restaurants und Hotels. "Anfangs wollte ich nur ein paar Rampen für uns hier in Hanau bauen", sagt die Hessin. "Jetzt gibt es schon 65 Stück – in ganz Europa."

Die Lego-Oma sitzt selbst im Rollstuhl

Ihre Rampen verschenkt sie nach Paris und Turin, die Bauanleitungen dafür hat sie in neun Sprachen übersetzt und schickt sie in alle Welt. So will die 64-Jährige, die seit einem Autounfall vor 27 Jahren selbst im Rollstuhl sitzt, dafür sorgen, dass gehbehinderte Menschen in ihrem Alltag auf weniger Barrieren treffen: "Natürlich wäre es Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass wir überall unkompliziert hineinkommen, aber solange die Rampen noch fehlen, sind meine Modelle eine unkomplizierte Lösung." 

Zwei bunte Rampen aus Legosteinen
Diese Rampen aus Legosteinen baut Rita Ebel, um Menschen im Rollstuhl, mit Rollatoren und Kinderwagen zu unterstützen
© Sandra Schildwächter

Als Baumaterial würden sich Legosteine erstaunlich gut eignen, so Ebel, denn anders als manche Alurampen seien sie durch ihre kleinen Noppen besonders griffig. Bis zu 30 Stunden arbeitet sie an ihnen, bis alles verklebt ist. Anfangs war es allerdings schwer, genug Steine gespendet zu bekommen.

Doch nun veröffentlicht ihre Enkelin in den Sozialen Medien Aufnahmen der Rampen. 8000 Menschen folgen ihr dort bereits. Diese Aufmerksamkeit ist Ebel wichtig: Ihre Rampen seien so bunt, da würden viele hinschauen. "Und bemerken dadurch vielleicht zum ersten Mal die Stufe, die für so viele Menschen ein Hindernis ist."


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