VG-Wort Pixel

Wintersport Hier kann man kilometerweit auf Schlittschuhen durch den Wald fahren

Waldspaziergang auf Kufen: Die Skateline im Albutal erstreckt sich über drei Kilometer
Waldspaziergang auf Kufen: Die Skateline im Albutal erstreckt sich über drei Kilometer
© kburgess / Adobe Stock
Auf der "Skateline Albula" können Besucherinnen und Besucher mit Schlittschuhen durch den Wald fahren - die Strecke ist auch für Anfänger und Kinder geeignet

Der Schweizer Kanton Graubünden genießt im Wintersport einen ausgezeichneten Ruf. Der Ort Arosa etwa zieht die weltbesten Snowboarder und Snowboarderinnen an, Lenzerheide hat sich einen Namen als Biathlonhochburg gemacht, und St. Moritz war bereits fünfmal Austragungsort der alpinen Ski-WM und zweimal Gastgeber der Olympischen Winterspiele.

Das malerische Albulatal ist eher Tourengeherinnen ein Begriff – und Freizeitschlittschuhfahrern. Denn dort befindet sich der erste und längste Eisweg der Schweiz: die "Skateline Albula". Sie führt durch den Wald am größten Nebenfluss des Hinterrheins, der Albula. Die Strecke misst stattliche drei Kilometer von Bad Alvaneu nach Surava.

Auf dem Forstweg fahren mehr als 30.000 Besucher und Besucherinnen in zwei Monaten

Dass sich der Forstweg im Winter auf Kufen befahren lässt, ermöglicht ein eigens gegründeter Verein. Darin engagieren sich mehr als ein Dutzend Mitglieder um den Präsidenten Giorgio Bossi, der die Idee dazu hatte. Im Unterengadin bei Sent hat sich schon ein Nachahmer gefunden, und die dortige Runde kommt fast auf dieselbe Länge. Doch Bossis Team kann bereits auf 15 Jahre Erfahrung zurückblicken. Tagsüber rücken die meist pensionierten Vereinsmitglieder mit Pflug und Besen an, säubern den Weg von Tannen- und Fichtennadeln und verteilen den Schnee. Abends und nachts wässert dann die Nachtschicht die einstige Loipenstrecke. Dies geschieht, wann immer die Temperaturen unter null Grad Celsius fallen.

Im Albulatal kommt das zwischen November und April selbst tagsüber recht häufig vor, zumal die an den Seiten steil aufragenden Berge dafür sorgen, dass sich die Sonne zwei Monate lang gar nicht zeigt. Dafür lassen sich umso mehr Schlittschuhfans blicken: Von der Corona-Zwangspause 2020/21 abgesehen, fahren hier an 30 bis 60 Tagen mehr als 30 000 Besucher und Besucherinnen.

Die Skateline ist auch für Anfänger und Kinder zu meistern

Was Schlittschuh-Neulinge wissen sollten: Auf dem wenige Meter breiten Weg gibt es weder Geländer noch Banden. Auch ist das Gelände nicht komplett eben, es gibt kleine Anstiege und Abfahrten, auch in Kurven. Dennoch ist die Strecke selbst für Anfänger und Kinder in der Regel gut zu meistern. Acht Franken, knapp acht Euro, kostet die Fahrt, inklusive Shuttle zum Start. "Um Profit geht es uns nicht", sagt Bossi. Spaß und Naturgenuss stünden im Mittelpunkt. Und Sicherheit: Neben Schlittschuhen wird auch Schutzausrüstung verliehen. Und Stirnlampen: Der Eisweg ist in der Hauptsaison täglich von 9 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Eine Fahrt durch den Wald bei Dunkelheit ist also möglich und für viele ein ganz besonderes Erlebnis.


Mehr zum Thema