Statt Sonnencreme Sind Textilien eine zuverlässige Alternative gegen Sonnenbrand?

Sonnencreme kann nerven – und schützt die Haut nicht immer ausreichend. Es gibt eine Alternative, die mitunter nachhaltiger und sicherer ist: Stoff. Was er verspricht und was er nützt
Kinder am Strand

Auf Farbe und Faser kommt es an, wie gut Stoff vor Sonnenbrand schützen kann

Sonnencreme ist eine tolle Erfindung. Denn sie schützt nackte Haut vor gesundheitsschädlichen UV-Stahlen. Aber sie hat auch Nachteile: Der ölige Film auf der Haut zieht – besonders am Strand – Sandkörner magisch an. Man muss regelmäßig nachcremen, um den Sonnenschutz zu erhalten. Hautpartien, die dabei leer ausgegangen sind, sind der Sonne schutzlos ausgeliefert. Und manche der Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Nano-Partikel, möchte man eigentlich nicht auf der Haut haben. Hinzu kommt, dass die Cremes oder Sprays meist Stoffe enthalten, die auch für die Umwelt problematisch sind – und beim Baden direkt ins Meer gelangen – oder nach dem Duschen die Kläranlage herausfordern.

Wir praktisch, dass es längst eine völlig unbedenkliche und wirksamere Alternative gibt: Textilien. Nach dem Im-Schatten- oder In-der-Wohnung-Bleiben bieten langärmelige Kleidung und ein Kopfschutz mit breiter Krempe oder Schirm den zuverlässigsten Schutz. Wer bei Sonne einen längeren Aufenthalt im Freien plant, muss dann nur noch die übrig gebliebenen Stellen, wie zum Beispiel Nase, Ohren, Hals, Nacken oder Handrücken, ausreichend eincremen.

Schwarze Kleidung schützt besser vor Sonne als weiße

Im Prinzip schützten alle fein gewebten Textilien gegen Sonnenstrahlung. Allerdings gibt es Unterschiede: So ist der Sonnenschutzfaktor höher, je feiner die Fäden verwoben sind. Da Kunstfasern sich feiner weben lassen als Baumwolle, haben Textilien aus Kunstfasern, wie etwa Polyester, generell eine höhere Schutzwirkung. Zudem ist auch die Farbe nicht egal. Weiße Kleidung heizt sich zwar in der Sonne nicht auf. Doch sie lässt noch rund 40 Prozent der schädlichen UV-Strahlung auf die Haut. Schwarze Kleidung dagegen heizt sich zwar auf, schluckt aber gleichzeitig rund 97 Prozent der Strahlung.

UV-Schutzkleidung mit UPF und UV-Standard 801

Mittlerweile gibt es einige Hersteller, die mit einem besonderen UV-Schutz ihrer Kleidung werben – besonders bei Kinderbekleidung. Dieser Schutz wird überwiegend mit der Art der Faser und einer dichten Webart erreicht, und nur selten mit einer speziellen chemischen Ausrüstung. Da manche Hersteller sich den UV-Schutz gut bezahlen lassen, sollten potenzielle Käufer auf einen aussagefähigen Standard achten.

Ein australischer Standard ist der UPF (Ultraviolet Protection Factor). Er ist vergleichbar mit dem Lichtschutzfaktor von Sonnenschutzmitteln. Das bedeutet: Textilien mit UPF 30 erlauben uns, 30 Mal länger in der Sonne zu bleiben als ohne jeden Schutz. Allerdings sagt die Zahl nichts darüber aus, ob dieser Lichtschutzfaktor unter Praxisbedingungen tatsächlich eingehalten wird. Zum Beispiel bei starker Beanspruchung oder im nassen Zustand. Ähnliches gilt auch für den europäischen Standard EN-13758.

Verlässlicher ist darum das Gütesiegel UV-Standard 801. Nach diesem Standard geprüfte Kleidungsstücke halten, was sie versprechen – auch wenn sie zum Beispiel nass sind, gedehnt werden oder einige Male gewaschen worden sind. Zertifiziert wird dann jeweils nur der niedrigste erreichte Wert eines Textils.