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Die Welt mit anderen Augen sehen

Trinkwasser Mehr Quellen, bessere Qualität

In vielen Teilen der Erde wird die Wasserversorgung immer besser, vor allem in Asien. Auch die Qualität von Trinkwasser hat zugenommen. In einigen Regionen gibt es jedoch noch viel zu tun
Trinkwasser

Viele Projekte setzen sich dafür ein, dass Kinder an Schulen sicheres Trinkwasser bekommen

Immer mehr Menschen haben Zugang zu sauberem und sicherem Trinkwasser: 2017 waren es 71 Prozent; im Jahr 2000 waren es nur 61 Prozent der Weltbevölkerung gewesen. Die ­Infrastruktur verbessert sich immer weiter: Es gibt mehr Quellen und Leitungen; Anlagen, Pumpen und Brunnen werden zudem häufiger qualitätsgeprüft.

Besonders in Südost- und Ostasien hat sich die Lage deutlich verbessert: Seit Ende des letzten Jahrtausends haben dort rund 500 Millionen Men­schen Zugang zu Leitungswasser bekommen. Auch die Versorgung von Stadt- und Landbewohnern ist in Asien ausgeglichen – eine Ausnahme im weltweiten Vergleich. „Normalerweise ist die Kluft zwischen Land- und Stadtbevölkerung bei der Wasserversorgung groß“, sagt Oliver Schmoll von der Weltgesundheits­organisation (WHO): Auf dem Land fehlt es oft an der Basisversorgung, also an einem Trinkwasserbrunnen oder einer Quelle, die sich mit einem halbstündigen Fußmarsch erreichen lassen. Daher trinken viele Bewohner ländlicher Regionen nach wie vor verdrecktes Oberflächenwasser aus Tümpeln oder Flüssen. Dies betrifft rund 159 Millionen Menschen, fast zwei Drittel davon sind südlich der Sahara beheimatet: Die Menschen leben in anhaltender Armut, oft kollabiert damit die Wasserversorgung. Im Südsudan etwa, dem ärmsten Land der Welt, ist während des jahrelangen Bürgerkriegs ein Großteil der Wasser­infrastruktur nicht ausgebaut worden.

Länder wie den Südsudan möchte die UNO unterstützen: 2015 haben die Vereinten Nationen das Ziel ausgerufen, Menschen weltweit mit sicherem Wasser zu versorgen. Inzwischen rückt die Qualität der Quellen vermehrt in den Fokus: „Früher war es vor allem wichtig, dass Menschen überhaupt Zugang zu Wasser erhalten. Wichtig ist aber auch der sichere Betrieb und die kontinuierliche Überprüfung der Wasseranlagen, um die Sauberkeit des Wassers und die Gesundheit der Menschen zu gewährleisten. Dazu braucht es geschultes Personal“, betont Oliver Schmoll.

Jordanien bildet Frauen zu Klempnerinnen aus

Das Wassermanagement variiert von Land zu Land: In Jordanien beispielsweise bildet die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Frauen zu Klempnerinnen aus. Derzeit gehen in dem Wüstenstaat noch 40 Prozent des vorhandenen Wassers durch schlecht ­gewartete Leitungen verloren. In Kenia und Indien errichtet der Verein „Ingenieure ohne Grenzen“ an Schulen sparsame Bewässerungsanlagen und Sammelsysteme für Regenwasser und schult Bewohner vor Ort darin, die Anlage instandzuhalten und zu reparieren.

In Singapur filtert die Firma New Water Abwasser zu Trinkwasser. Mehrere Membranen säubern das Wasser, am Ende des Prozesses wird es in Flaschen abgefüllt – noch steht die Bevölkerung diesem Wasser allerdings skeptisch gegenüber.

In anderen Teilen der Welt, etwa im arabischen Raum oder an der spanischen Küste, wird Meerwasserentsalzung immer populärer. „Das ist energetisch sehr aufwendig“, so Schmoll. Nachhaltiger sei es zwar, Regenwasser aufzufangen und zu säubern. In manchen Weltregionen sei das aber keine mögliche Alternative.