Reisetipps Ein Rundgang durch Lüneburg

Roter Backstein, enge Gassen, Kunst, Kultur, herrliche Cafés und nette Läden: Die kleine Hansestadt ist ideal für einen Ausflug – besonders mit Freundinnen

Kunst, Kultur, Kirchen, Kaffee & Kuchen und viele kleine Läden – Lüneburg hat alles, was unseren Trip interessant machen wird. "Und die ,Roten Rosen‘", ruft eine der vier Freundinnen. Der Rest schaut betreten, weil sich ausgerechnet die Juristin als Fan der ARD-Telenovela ums fiktive Hotel "Drei Könige" outet. Das echte Hotel "Bergström" muss seit 2006 für Außenaufnahmen herhalten – so wie die ganze Stadt. "Rote Rosen"- Spaziergänge zu den Drehorten sind der Hit unter den Stadtführungen. Aber unsere Studienrätin pocht auf mehr Niveau und einen Überblick.

Von der Aussichtsplattform des 56 Meter hohen Wasserturm blicken wir bis zur Elbe, unter uns liegt die tausend Jahre alte Salz- und Hansestadt mit ihren drei mächtigen Kirchen aus rotem Backstein, engen Gassen, der Abtsmühle und dem von schmucken Treppengiebeln umsäumten Platz Am Sande.

Eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch – und eine der besterhaltenen Deutschlands. Salz hat Lüneburg im Mittelalter reich gemacht. Wo bis 1980 die Saline war, befindet sich jetzt das Deutsche Salzmuseum Aushängeschild aber ist die Leuphana Universität mit rund 8000 Studenten. Das im Bau befindliche Zentralgebäude nach Entwürfen von Daniel Libeskind sorgt bislang nur wegen der Kosten für Schlagzeilen.

Fertiggestellt und am 1. März eröffnet wird dagegen das Museum Lüneburg mit Zeugnissen der Natur- und Kulturgeschichte. Uns aber zieht es ins Alte Rathaus: vorn barocke Pracht, dahinter schönstes Mittelalter. Ebenso prächtig präsentiert sich das Kloster Lüne mit Weberei, Textilkunst-Museum und Kaffeegarten. Wir empfehlen den Pflaumenstreusel.

Geniessen

An Cafés herrscht aber generell kein Mangel. Schön frühstücken lässt es sich in Anna´s Café, die Teestube Samowar Tea and Records wartet mit dekorativem Schnickschnack auf. Getestet haben wir auch bereitwillig die Lüneburger Schokoladenmanufaktur, wo es die feine "Pralüne" gibt, eine Schokoköstlichkeit mit leichter Salznote, und die nostalgische Kaffeerösterei Ratzsch (Am Berge 19, Tel. 04131-3 37 33).

Aber unsere Diätassistentin rät zur Disziplin, denn abends steht deftige norddeutsche Küche zur Auswahl, in einem der drei Brauereigasthöfe, etwa im Mälzer. Oder doch lieber was Leichtes in der Lüner Mühle am Ufer der Ilmenau oder Flammkuchen im Weinkontor Wabnitz? Sehr schwere Entscheidung in einer Stadt, die mit der zweithöchsten Kneipendichte Europas (nach Madrid) wirbt.

Ein Rundgang durch Lüneburg

Blick auf den alten Hafen von Lüneburg

Einkaufen

Die Studienrätin plädiert für mehr Kultur. Wir anderen aber wollen lieber stöbern, etwa im

Atelier der Kleine Wal, wo Sabine Nowak ihre Kreationen fürs Kinderzimmer verkauft. Oder in der Schatzkammer Lüneburg mit gar nicht kitschigem Kunsthandwerk. Ein völlig unpeinlicher Exot ist der Erotikladen für Frauen mit Reizwäsche und bunten Dildos im Fenster: Anne Lyn´s Sinnlichkeiten. Da soll die Journalistin mal hineinschauen, findet die Studienrätin, recherchehalber!

Und weil sie plötzlich noch Stoff für eine Patchwork-Decke braucht, eilt sie zu Quiltgarden. "In einer Stunde geht der Zug", ruft sie noch. Und schafft ihn später selber nur knapp – "zu viele tolle Läden", japst sie, lässt sich auf den Sitz fallen und sortiert ihre Beute.

Schlafen

Schiefe Wände, Fachwerk, Holzboden: Das restaurierte Gästehaus Drewes Wale war vor gut 500 Jahren ein Brauhaus.

Auf der Altstadt 43, DZ/Fab 104 €, www.altstadt-gaestehaus.de

Klein und edel ist das Hotel Einzigartig in einem Stadthaus von 1579. Lünertorstr. 3, DZ/F ab 142 €, www.hoteleinzigartig.de.

Großzügig und mit Blick auf die Ilmenau ist das Alte Kaufhaus Kaufhausstr. 5, DZ/F 164 €, www.alteskaufhaus.de.

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