Rodeln verbindet die Freude an der Winterlandschaft mit Bewegung, Tempo und kindlicher Freude – und ist eine der zugänglichsten Schneesportarten überhaupt. Dennoch braucht es gute Vorbereitung, um Stürze, Kollisionen und ungewollte Überraschungen zu vermeiden. Wir liefern Tipps und erklären, worauf es beim Rodeln zu achten gilt.
Regeln auf der Rodelbahn: Sicherheit geht vor!
Immer nur offizielle, freigegebene Rodelstrecken nutzen. Waldwege, gesperrte Straßen oder Skipisten bergen hohe Risiken durch unvorhersehbare Hindernisse und Gegenverkehr.
Vor dem Start die Bahn kurz prüfen: Ist sie vereist, ausgefahren oder von Fußgängern und Tourengehern stark frequentiert, erfordert das eine angepasste Fahrweise.
Geschwindigkeit immer dem eigenen Können, der Sicht und der Streckenführung anpassen. Besonders in Kurven frühzeitig bremsen und vorausschauend fahren.
Zwischenstopps nie in unübersichtlichen Kurven oder mitten auf der Bahn einlegen, sondern nur am Rand und an gut einsehbaren Stellen.
Kleine Kinder gehören bei höherer Geschwindigkeit nur vor erfahrene Erwachsene auf den Schlitten – nie allein auf lange, steile Bahnen schicken.
Alkohol hat beim Rodeln nichts verloren: Reaktionsfähigkeit und Bremsweg verschlechtern sich deutlich, das Verletzungsrisiko steigt.
Schutzkleidung und Ausstattung
Ein Ski- oder Snowboardhelm ist beim Rodeln genauso sinnvoll wie auf der Piste, besonders bei schnelleren Bahnen oder Waldpassagen.
Feste, hohe Winter- oder Bergschuhe mit gutem Profil sind wichtig, weil sie beim Bremsen die größte Belastung tragen – glatte Sohlen oder Après-Ski-Schuhe sind ungeeignet.
Wasserdichte Winterkleidung, Ski- oder Rodelhose und mehrere isolierende Schichten halten warm; Handschuhe mit gutem Grip schützen zusätzlich bei Stürzen.
Eine Skibrille oder Sonnenbrille bewahrt die Augen vor Fahrtwind, aufgewirbeltem Schnee und UV-Strahlung, besonders in höheren Lagen und bei Sonne.
Stirnlampe oder integrierte Beleuchtung sind auf Abend- und Nachtrodelbahnen sinnvoll, auch wenn die Strecke offiziell beleuchtet ist.
Welcher Schlitten wofür?
Klassischer Holzschlitten mit Metallkufen ist robust und langlebig, aber weniger wendig; ideal für Familien und moderate Bahnen.
Sportrodel und Lenkschlitten sind leichter, direkter steuerbar und laufen meist schneller, verlangen aber Erfahrung und eigene Schutzkleidung.
Kunststoff-Bobs sind wendig und spielerisch, auf harten, eisigen Bahnen aber schwerer kontrollierbar; besser für kürzere, flache Hänge geeignet.
Planung und Umweltbewusstsein
Vorher Wetter- und Lawinenlage (in alpinen Regionen) prüfen und bei Sturm, starkem Schneefall oder Lawinenwarnung auf sichere, ausgewiesene Strecken ausweichen.
An- und Abreise möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Bergbahnen kombinieren, viele Rodelgebiete sind gut erschlossen.
Wildruhezonen respektieren, markierte Wege nicht verlassen und Lärm begrenzen, um Wildtiere im Winter nicht zusätzlich zu stressen.
Müll – auch Zigarettenstummel und Verpackungen – wieder mit ins Tal nehmen, damit die Rodelbahn auch für die nächste Tour sauber bleibt.