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Endlich verstehen Warum frieren Enten nicht auf dem Eis fest?

Stockenten auf dem Eis: Warum frieren Enten nicht auf dem Eis fest?
Stundenlang stehen die Tiere auf zugefrorenen Wasserflächen. Aber warum frieren Enten nicht auf dem Eis fest?
© Aggi Schmid - Adobe Stock
Wenn im Winter die Seen und Teiche zufrieren, fragt sich so mancher: Warum frieren Enten nicht auf dem Eis fest? Schließlich verbringen die Vögel dort einen Großteil des Tages bei klirrend kalten Temperaturen. Die Enten haben einen Trick

Während wir Menschen uns im Winter dicke Socken und warme Winterschuhe an die Füße schnüren, damit sie bloß nicht kalt werden, tun Enten genau das Gegenteil: die Tiere watscheln barfuß durch die winterliche Landschaft. So mancher besorgte Naturfreund fragt sich beim Anblick der Vögel, wie sie da teilweise stundenlang mit ihren nackten Füßen auf dem Eis stehen: Wird ihnen nicht kalt? Und warum frieren Enten nicht auf dem Eis fest?

Tatsächlich scheint den beliebten Vögeln die Kälte gar nichts auszumachen – und das, obwohl die Temperatur der federlosen Entenfüße im Winter nur knapp über 0 Grad Celsius beträgt. Durch die Kälte in den Entenfüßen ist der Temperaturunterschied zum Eis so gering, dass das Eis nicht antaut. So wird ein Festfrieren verhindert, das bei warmen Füßen passieren würde, wenn diese das Eis antauen und im Schmelzwasser nach einer Weile wieder festfrieren.

Enten nutzen das Prinzip des Wärmetauschers

Hinter dem Phänomen steckt ein spezieller Blutkreislauf. Dieser sorgt dafür, dass in den Füßen von Wasservögeln kälteres Blut fließt als im restlichen Körper. Dafür sorgt das sogenannte Wundernetz, das nach dem Prinzip des Wärmetauschers funktioniert.

In den Vogelbeinen liegen die Venen und Arterien sehr nah beineinander und funktionieren aufgrund des Gegenstromprinzips. Das warme arterielle Blut strömt darin vom etwa 40 Grad warmen Körper in Richtung Füße. Dabei fließt es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wiederum hinauf zum restlichen Körper transportieren. Beim Zurückfließen nimmt das kalte Blut aus den Füßen wieder die Wärme auf, der Körper bleibt dadurch warm – wie bei einem Wärmetauscher.

Durch diese schlaue Erfindung der Natur kühlen Enten im Winter selbst dann nicht aus, wenn sie stundenlang auf dem Eis umher watscheln. Die Vögel haben sich hervorragend an die winterlichen Bedingungen angepasst.

Ein weiterer Überlebenstrick: Die Deckfedern der Enten liegen wie Dachziegel übereinander, schließen dabei Luft mit ein und bilden so eine Isolierung. Zudem fettet die Ente ihre Federn mit einem ölhaltigen und wasserabweisenden Sekret aus ihrer Bürzeldrüse ein, erklärt Wildtierbiologe Prof. Klaus Hackländer gegenüber der Deutschen Presseagentur. Das Wasser perle daran einfach ab.

Trotz dieser Strategien müssen Enten im Winter mit ihren Kräften haushalten und Energie sparen. Daher sollte man vermeiden, sie zu erschrecken oder auch Hunde daran hindern, sie aufzuscheuchen. Auch das Füttern ist unnötig. Das zieht nur Tauben und Ratten an. Enten fnden in einem normalen Winter genug Futter.

mit Material der dpa

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