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  • GDT 2022: Die besten Naturfotografien des Jahres

Zur Galerie GDT 2022: Die besten Naturfotografien des Jahres
"Der Kuss des Geistes" nennt Tibor Litauszki sein Foto eines Kleinen Frostspanners. Mit einem LED Panel beleuchtete er die Flugbahn des Falters, zusätzlich blitzte Litauszki  am Ende der langen Belichtungszeit das Insekt an, um es scharf abzubilden. Einige hunderte Aufnahmen schoss der Fotograf, unter denen sich das poetische "Geisterbild" befand.
Gewinner, Kategorie "Andere Tiere" - Tibor Litauszki, Ungarn
"Der Kuss des Geistes" nennt Tibor Litauszki sein Foto eines Kleinen Frostspanners. Mit einem LED Panel beleuchtete er die Flugbahn des Falters, zusätzlich blitzte Litauszki  am Ende der langen Belichtungszeit das Insekt an, um es scharf abzubilden. Einige hunderte Aufnahmen schoss der Fotograf, unter denen sich das poetische "Geisterbild" befand.
©  GDT ENJ 2022, Tibor Litauszki
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Europäischer Naturfotograf des Jahres wird Mike Korostelev. Mit seinem Unterwasserfoto von Flusspferden überzeugte er die kritische Jury. Durch den Einsatz einer Unterwasser-Drohne kam der Fotograf den wilden Tieren ungewöhnlich nah.  "Bei der Naturfotografie geht es mir vor allem darum, den Menschen zu zeigen, wie zerbrechlich unsere Natur ist, und wie wichtig es daher ist, sie zu schützen und keine Tiere in Gefangenschaft zu halten, insbesondere keine Meeressäuger", schreibt Mike Korostelev. "In Russland haben viele Menschen gegen den Fang von Orcas im Ochotskischen Meer gekämpft, die an Delfinarien verkauft werden sollten, und schließlich wurde diese Aktion gestoppt. Jetzt sind die Orcas in Freiheit, aber leider haben wir im Augenblick auch andere Probleme, und viele gute Menschen befinden sich gerade in „Gefangenschaft“. Viele Menschen in Russland sind mit dem, was zurzeit passiert, nicht einverstanden … ."
Beinahe 10.000 Aufnahmen hatte Jan Leßmann täglich im Kasten, wenn er eine Rauchschwalbe im Greifswalder Hafen fotografierte. Der Vogel brütete unter einer Brücke und zog immer gleiche Kreise, um Insekten zu fangen. Diese Gleichförmigkeit und seine zeitliche Freiheit erlaubten es dem Fotografen, mit der Umgebung kreativ zu spielen. Die Reflexionen der Mittagssonne im bewegten Wasser bilden einen verspielten Hintergrund, vor dem sich die Schwalbe kontrastreich abhebt, während starke Schatten die unterschiedlichen Blaustufen und das Glitzern der Sonne im Wasser betonen.
Vor Jahrzehnten hatte László Nováks Großmutter ihm gezeigt, wie er im tiefsten Winter die Tränke der Hühner mit warmen Wasser frei halten kann. Kurz nachdem er an einem kalten Morgen diesen Tipp anwendete, setzte sich ein Rotkehlchen an das noch dampfende Wasser und bot ihm mit aufgeplusterten Gefieder im goldenen Morgenlicht eine winterliche Traum-Szene.
In den weichen Formen einer verschneiten, isländischen Landschaft verlieren sich zwei Polarfüchse im Spiel miteinander. Normalerweise wechseln Polarfüchse im Winter ihr Fellfarbe von Schwarz zu Weiss, doch es gibt Ausnahmen. So heben sich die Tiere kontrastreich ab, als kleines dunkles Detail in einer weiten, weißen Schneefläche.  
Eigentlich war Michael van Wegen in dieser kalten Frühlingsnacht unterwegs, um an einem Teich Reiher und Otter zu beobachten. Doch eine Wanderratte lenkte ihn von seinem Plan. Das kleine Tier huschte ans Ufer, sobald Reiher und Otter weit genug weg waren, suchte nach einer Mahlzeit und spiegelte sich dabei so perfekt im Wasser, dass Michael van Wegen nicht lange nachdenken musste, sondern fotografierte.
"Der Kuss des Geistes" nennt Tibor Litauszki sein Foto eines Kleinen Frostspanners. Mit einem LED Panel beleuchtete er die Flugbahn des Falters, zusätzlich blitzte Litauszki  am Ende der langen Belichtungszeit das Insekt an, um es scharf abzubilden. Einige hunderte Aufnahmen schoss der Fotograf, unter denen sich das poetische "Geisterbild" befand.
Valeria Zvereva fotografierte ein mystisches und feinfühliges Porträt einer Springspinne. Über das winzige Tier schreibt die Fotografin begeistert: "Springspinnen sind vielleicht die charmantesten Vertreter der Spinnen-Welt. In den Augen dieser winzigen Geschöpfe spiegelt sich die ganze Welt, und sie selbst sind absolut harmlos und neugierig. Wenn sie einem Menschen begegnen, wenden sie sich in der Regel zunächst ab und verstecken sich hinter Zweigen, Blättern und Blüten. Aber dann überwiegt doch die Neugier, und die Spinnen beginnen, den Fotografen mit Interesse zu beobachten und scheinbar sogar mit Vergnügen zu posieren."
Einen faszinierenden Dreiklang an Naturphänomenen hält Salvo Orlando fest: Das Mondlicht beleuchte die Hänge des Vulkans Ätna. Dadurch leuchtet die Blütenpracht eines Nelkengewächses sogar im Dunkeln. Im Hintergrund färbt der Vulkan den Nachthimmel rot ein.
Spätherbststimmung: Fast schon abstrakt heben sich die hellen, kahlen Äste des Buchenwaldes vom, mit rötlichem Laub bedeckten, Boden ab. Mit einer Drohne fotografierte Luigi Ruoppolo einen der größten Laubwälder Mittelitaliens am Rande des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise.
Die norwegische Seenlandschaft beobachtete und dokumentierte  Pål Hermansen. Er schreibt: "Im Spätherbst und frühen Winter verändern die Seen in meiner Umgebung ihr Aussehen von Tag zu Tag. Der Klimawandel hat dieses Phänomen beschleunigt, da die Temperaturen viel instabiler sind als früher. Normalerweise gefror das Wasser im November oder Dezember, und der Schnee bedeckte das Eis bis zum Frühjahr. Heute ändern sich die Temperaturen fast täglich, und Frost und Schnee wechseln sich ab."
Glühende Lava zieht rote Bahnen und ergießt sich auf den Hängen einer kahlen Berglandschaft. Vereinzelt ragen nackte Baumstämme aus dem Erdreich. "Feuerwelten" nannte Eduardo Blanco Mendizabal diese Nachtaufnahme einer Eruption. 2021 kam es zu einer längeren Phase vulkanischer Aktivität  auf der Cumbre Vieja, einer 14 Kilometer langen Vulkankette auf La Palma.
103 Stunden verbrachte Jacob Degee unter Wasser, um den Bullenhai in poetischer Schönheit zu fotografieren, statt die gängige Darstellungsweise dieses Tieres zu wiederholen - Die des gefährlichen Raubtiers.
Froschperspektive: Solvin Zankel begab sich unter die Wasseroberfläche, um das Balzverhalten eines männlichen Moorfrosches zu dokumentieren, dessen Lockrufe weit zu hören waren. Froschleich und die Bäume der "Oberwasserwelt" rahmen den Suchenden malerisch ein.
Den Ausbruch des isländischen Vulkans Fagradalsfjall fotografierte Theo Bosboom. Die Leuchtspur im Vordergrund erinnert den Fotografen an einen Lavafluss. Tatsächlich bildete er durch Langzeitbelichtung die Stirn-Taschenlampen der Touristenströme ab, auf dem Weg zum Vulkan oder zurück.
"Eine lange Reise in die Freiheit", zeigt das Foto von Joan de la Malla. Der Javaneraffe, der durch die Öffnung einer Transportbox lugt, wurde jahrelang gezwungen, als Schaustelleraffe vor Publikum aufzutreten. Die Behörden beschlagnahmten die Tiere seiner Gruppe und ihn, und wilderten sie aus.
An einem warmen Sommertag zauberte das Sonnenlicht  bunte Lichtreflexe auf die Flügel der Binsenjungfern-Libelle, gesehen und fotografiert von Simone Baumeister.
Einen toten, auf dem Wasser schwimmenden Falter verwandelte Jose Pesquer in ein kleines Kunstwerk: Die glitzernden Lichtflecken und die hellen Adern der Mineralien am Gewässergrund betonte er durch starke Unterbelichtung.
"Joshi hat einen einzigartigen Moment eingefangen, in dem der Bär direkt in die Kamera schaut", sagt Schepers. "Abgesehen davon, dass es sich um eine technisch gelungene und fesselnde Aufnahme handelt, gibt sein Bild auch die Spannung wieder, die wir empfinden, wenn wir einem so großen Wildtier in seinem eigenen Lebensraum begegnen. Und Joshi spricht auch davon, dass wir zukünftig Wege finden müssen, um mit solchen Tieren harmonisch zusammenzuleben", schreibt die Jury über das Foto von Joshi Nichel, der den Rewilding Europe Award gewinnt.  Erstmals wird im Rahmen des Europäischen Naturfotografen des Jahres der Rewilding Europe Award vergeben. Ein Sonderpreis, der die herausragenden fotografischen Leistungen mit dem Schwerpunkt Rewilding würdigt.
Ein deutliches Symbolbild für den Nutzen von Rewildering kommt von Peter Fodor. Seine Luftaufnahme zeigt einen von Bibern gestalteten Wasserlauf. Durch den Eingriff der Nager entstand eine grüne Naturoase, die im krassen Gegensatz zur kargen, landwirtschaftlich genutzten Fläche steht.
Matt Maran beeindruckt die Jury mit der nächtlichen Aufnahme eines Fuchses vor einer Kirche. Das Bild fange die untrennbare Verbindung zwischen Natur und Menschen ein. Rewilding sei ein fortschrittlicher Ansatz, die Natur auf sich selbst aufpassen zu lassen. Ein Gedanken, an den man sich, laut Jury, in Europa noch gewöhnen müsse.
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27. Februar 2021,00:15
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