Leuzismus Diese Giraffe schwebt in besonderer Gefahr - so wollen Wildhüter sie retten

Weiße Giraffen sind extrem selten - und in größter Gefahr, gewildert zu werden. Nun haben Wildhüter den letzten weißen Giraffenbullen mit einem GPS-Sender ausgestattet, um ihn zu schützen
Weiße Giraffe, Kenia

Zu seiner eigenen Sicherheit: Der GPS-Sender ist am linken Horn des Giraffenbullen zu erkennen

Es ist eine gefährliche Laune der Natur: Tiere, die statt der normalen Fell- oder Gefiederfarbe einfach weiß sind, können von Fressfeinden leichter erkannt werden – und sind manchmal begehrte Trophäen. Erst vor wenigen Monaten erschossen Wilderer oder Trophäenjäger in Kenia eine extrem seltene weiße Giraffe und ihr ebenso weißes Kalb.

Ein männliches Tier, das ebenfalls die seltene Fellfärbung zeigt, ist nun das einzige verbliebene Tier dieser Art auf der Welt. Das zumindest berichtet die Wildtierschutz-Organisation Ishaqbini Hirola Conservancy. Um das Tier besser vor Wilderern schützen zu können, wurde es nun mit einem GPS-Sender versehen, der den Standort des Bullen stündlich an seine Bewacher meldet. Der Sender wurde unauffällig an einem der beiden Hörner des Tieres befestigt.

Seltener Gendefekt

Der Giraffenbulle zeigt eine Defekt-Mutation, auch Leuzismus genannt, die im Tierreich verbreitet, aber selten vorkommt. Da die Zellen der oberen Hautschichten keine Melanozyten enthalten – also farbstoffbildende Zellen –, sind ihr Fell oder ihre Federn weiß. Die Haut darunter erscheint rosa. Bei echten Albinos dagegen sind diese Zellen zwar vorhanden, aber sie können kein Melanin produzieren.

In der Regel haben Tiere mit einem solchen Defekt keinen unmittelbaren Nachteil durch ihre besondere Färbung. Allerdings müssen sie damit auch auf die Tarnung durch ihre Fell- oder Gefiederfärbung und -musterung verzichten. Das macht sie für Fressfeinde leichter erkennbar.

Bedroht durch "selbstsüchtige Menschen"

In einem Facebook-Post schreiben die Wildschützer über die Tötung der beiden weißen Giraffen im März: „Es handelt sich nicht um isolierte Fälle, sondern es zeigt deutlich, wie die meisten ikonischen Arten durch selbstsüchtige Menschen auf unserem Planeten bedroht sind.“ Als Gesellschaft müsse man für die Tiere einstehen, die keine Stimme hätten.

Die Ishaqbini Hirola Conservancy ist eine Initiative von mehreren umliegenden Gemeinden zum Schutz der Wildtiere und zur Verbesserung der Lebensumstände seiner menschlichen Bewohner. In dem Reservat im Osten Kenias sind nach Angaben der Organisation 58 Menschen aus der Region als Wildhüter angestellt.