Regeneration Leben zerteilte Regenwürmer einfach weiter?

Trotz größter Vorsicht: Wer häufiger seinen Garten umgräbt, wird dabei schon den ein oder anderen Regenwurm durchtrennt haben. Doch kein Problem: Schließlich leben ja beide Teile des Lädierten weiter - oder etwa doch nicht?
Regenwurm

Bei aller Regenerationskunst: Aus einem Regenwurm werden durch Zerteilung keine zwei

Ja, wenn man bei der Gartenarbeit mit dem Spaten versehentlich einen Wurm zerlegt, zucken und winden sich beide Teile. Zuweilen sieht es sogar so aus, als würden beide Hälften in unterschiedliche Richtungen weiterkriechen und ein voneinander unabhängiges Leben führen.

Doch in Wahrheit ist das Zerteilen keine Methode zur ungeschlechtlichen Vermehrung von Regenwürmern. Allenfalls überlebt ein Teil des Tieres - der vordere.

Regenwurm kann keine neue Mundöffnung ausbilden

Die hintere Hälfte stirbt nach kurzer Zeit ab. Der Grund: Der Regenwurmkörper kann bei aller Regenerationskunst keine neue Mundöffnung ausbilden, durch die das Tier Nahrung aufnimmt; eine hintere Öffnung, durch welche Nahrung wieder ausgeschieden wird, kann dagegen am Ende der vorderen Hälfte neu entstehen.

Gleichwohl gibt es andere Spezies mit wurmähnlichem Körper, die sich durch Teilung verdoppeln lassen. Dazu gehören Strudelwürmer aus der Gattung Dugesia, in Binnengewässern lebende Verwandte des Bandwurms. In ihrem Bindegewebe finden sich Neoblasten, ein Typ von Stammzellen, aus denen sich sämtliche Körperstrukturen wie der mittig auf der Bauchseite gelegene Mund oder sogar der Kopf neu bilden können.

Unter den Wirbeltierarten sticht der Axolotl hervor, ein Molch aus Mexiko: Bei ihm erneuern sich Gliedmaßen und zum Teil auch Hirngewebe.