Bizarres Phänomen Seegras-Feenkreise erstmals vor der Küste Schottlands gefilmt

Seegras-Feenkreise in Schottland
© NatureScot
Video: Scottish Natural Heritage / NatureScot
Forschende haben kürzlich auffällige, runde Strukturen am Meeresboden vor Schottland aufgenommen: sogenannte Feenkreise. Wie sie entstehen, ist bislang ungeklärt

Seegraswiesen sehen zwar nicht ganz so spektakulär aus wie Korallenriffe, sind aber ähnlich wichtig für die Biodiversität im Meer. Zudem speichern sie klimaschädliches Kohlenstoffdioxid und verbessern die Wasserqualität. Auch in den Gewässern rund um Schottland gab es einst ausgedehnte Unterwasserwiesen – von denen allerdings nur Reste erhalten sind. Im Verlauf des 20. Und des 21. Jahrhunderts gingen die Flächen dramatisch zurück. Unter anderem durch Pflanzenkrankheiten, Wasserverschmutzung, Schleppnetzfischerei und steigende Wassertemperaturen.

Eine besonders auffällige Form der Seegraswiese sind Feenkreise: Seegras, das annähernd kreisrund um eine kahle Mitte herum wächst. Waren solche Strukturen schon aus dem Mittelmeer bekannt, konnten Forschende sie nun erstmals auch in den Gewässern der Äußeren Hebriden beobachten. 

"Soweit wir wissen, ist dies das erste Video von Seegras-Feenkreisen in den Meeren Schottlands", sagt Sarah Cunningham, Managerin für Meeresschutzgebiete und Meeresverbesserung der schottischen Naturschutzbehörde NatureScot in einer Presseerklärung. "Wir waren begeistert, als wir sie entdeckten und einige Luftaufnahmen davon machen konnten!"

Fachleute rätseln noch, warum sich die kreisförmigen Strukturen bilden. In den Gewässern rund um Mallorca handelt es sich möglicherweise um ein Alarmsignal: Forschende vermuten, dass steigende Wassertemperaturen und der Eintrag von organischem Material dazu führen, dass sich im Meeresboden Schwefelwasserstoff anreichert, der für die Pflanzen giftig ist.

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