Bayern Gurkenwasser statt Streusalz: Pilotprojekt hat sich bewährt

In Bayern hat sich nach einer einjährigen Testphase gezeigt, dass sich Sole aus der Gurkenproduktion hervorragend gegen Straßenglätte einsetzen lässt. Nun prüfen weitere Bundesländer, künftig bearbeitetes Gurkenwasser anstelle von Streusalz im Winterdienst einzusetzen
Winterdienst-Fahrzeug auf verschneiter Straße

Ökologisch und ökonomisch eine interessante Alternative für den Winterdienst: Salzwasser anstelle von Streusalz

Das Ende 2019 im niederbayerischen Dingolfing gestartete Pilotprojekt, im Winterdienst die Sole aus der Gurkenproduktion gegen glatte Straßen einzusetzen, hat nach einer einjährigen Testphase zu erfreulichen Ergebnissen geführt.

Das bearbeitete Gurkenwasser sorgte in Dingolfing für sichere Straßen und erwies sich als eine ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Alternative zum gängigen Streusalz, das seit Jahren in der Kritik steht, schlecht für Pflanzen und Grundwasser zu sein. In vielen Städten und Kommunen ist deshalb der private Gebrauch von Streusalz schon längst verboten.

Anders Maier, Leiter der Straßenmeisterei Dingolfing, sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Es ist kein Unterschied zu der eigens produzierten Sole zu erkennen und im Winterdienst können dieselben Erfolge erzielt werden."

Testphase zeigt: 1000 Tonnen Streusalz ließen sich einsparen

Aus diesem Grund geht das Pilotprojekt in Dingolfing jetzt in den Regelbetrieb über. Durch den Einsatz von Gurkenwasser wolle man schon in diesem Jahr rund 1000 Tonnen Streusalz einsparen und damit die Umwelt entlasten.

Die Idee, statt Streusalz auf bearbeitetes Gurkenwasser zu setzen, entstand durch den in Dingolfing ansässigen Gurkenproduzenten Develey. Dieser verarbeitet jährlich 17.000 Tonnen Gurken zu Gewürzgurken. Dabei blieben riesige Mengen Salzwasser übrig, die Klärung war aufwändig und teuer. Das Recyceln für den Winterdienst war ökonomisch und ökologisch sinnvoller - so entstand die Idee für den neuartigen Glätteschutz.

Winterdienst, Salzstreuung
Winterdienst
Warum der Winterdienst in Bayern Gurkenwasser statt Streusalz nutzt
Der Winterdienst in Bayern soll nachhaltiger werden. Deshalb hat Bayern 2019 einen Pilotversuch gestartet

Nach dem erfolgreichen Pilotversuch zeigen nun auch andere Kommunen und Bundesländer Interesse an der Idee, Winterdienst-Fahrzeuge mit aufbereiteter Sole anstelle von Streusalz zu beladen.

Der Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen beispielsweise ist, gerade mit Blick auf die regionale Gurkenherstellung im Spreewald, an dem Projekt interessiert. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtet darüber. Auch in einer Länderfachgruppe werde das Thema nun beraten.