Ukraine Energiewende im Katastrophengebiet: Aus Tschernobyl kommt wieder Strom

Gut drei Jahrzehnte nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl eröffnet auf dem verseuchten Gelände ein erster Solarpark. Windkraftanlagen sollen folgen
Aus Tschernobyl kommt wieder Strom

Die Photovoltaikanlage liegt in Tschernobyl in Sichtweite des Unglücksreaktors

Aus Tschernobyl kommt wieder Strom: 3800 Solarpaneele liefern bis zu einem Megawatt Energie – genug, um etwa 2000 Haushalte zu versorgen. Der kleine Solarpark, betrieben als deutsch- ukrainisches Gemeinschaftsprojekt, steht lediglich rund 100 Meter entfernt vom Unglücksreaktor, der 1986 explodierte und dadurch weite Teile der Region im Norden der Ukraine unbewohnbar machte.

In einem Umkreis von 30 Kilometern dürfen Menschen das Gebiet nur für kurze Zeit betreten – damit ist es verloren für die meisten Formen der wirtschaftlichen Nutzung.

Investoren aber sehen in Tschernobyl einen attraktiven Standort: Da einzelne Blöcke im Atomkraftwerk noch bis zum Jahr 2000 in Betrieb waren, müssen keine neuen Stromleitungen verlegt werden, und die Pacht ist in dem radioaktiv verseuchten Gebiet sehr niedrig.

Die gesundheitlichen Risiken für die Mitarbeiter seien gering, meinen die Betreiber: Lediglich für Inspektionen und Reparaturen müsse die verstrahlte Zone betreten werden. Demnächst soll die Solaranlage auf eine Leistung von 100 Megawatt ausgebaut werden, außerdem sind Windkraftanlagen geplant.

Die Ukraine investiert stark in ihre Energieversorgung, denn das osteuropäische Land will sich aus seiner Abhängigkeit von Russland befreien: Bislang beziehen die ukrainischen Bürger ihren Strom vornehmlich aus dem verfeindeten Nachbarland.

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